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Der Kaffeeanbau weltweit

Der Anbau von Kaffee

Die Kaffeepflanze (Coffea) gehört zur Familie der Rubiazeen (Rubiacae). Der immergrüne Strauch oder kleine Baum hat seinen Ursprung in Äthiopien. Angelehnt an die historische Provinz Kaffa im Südwesten des Landes soll die Pflanze ihren Namen erhalten haben.

Die Legende vom Kaffee

Viele Mythen erklären die Entstehung von Kaffee zum Genußmittel. Eine dieser Legenden erzählt vom äthiopischen Hirten Kaldi. Dieser beobachtete seine Ziegen beim Fressen von Kaffeekirschen. Aus ihrer Reaktion – nämlich einer gesteigerten Aktivität und Schaflosigkeit – resultierte er, daß die Kaffeefrüchte eine belebende Wirkung besitzen. Diese Entdeckung trug er dem Vorsteher des nächsten Kloster vor. Der Abt stellte daraufhin einen Sud aus den Kaffeekirschen her. Einmal getrunken wurde die beobachtete Wirkung des Hirten bestätigt. Das Kaffeegetränk war geboren.

Die Kultivierung der Kaffeeplanze

Erstmals kultiviert wurde Kaffee im Nachbarland Jemen, etwa zur Mitte des 15. Jahrhunderts. Nicht viel später etablierte sich Kaffee zum Handelsgut. Die Kultivierung lag dabei in alleiniger Hand von arabischen Händlern.

Etwa bis zum 17. Jahrhundert schafften es die Händler, den Anbau von Kaffee auf das Osmanische Reich zu begrenzen. Doch dann mußten auch sie sich dem europäischen Kolonialismus beugen.

Es waren zunächst die Holländer, die einen jemenitischen Setzling nach Java brachten. Französische Kolonialherren brachten die Kaffeepflanze auf die Ile Bourbon (heutige Insel La Réunion) und Madagaskar. Über Java gelangte ein ursprünglicher Setzling über Amsterdam und Paris nach Martinique. Es ist zu vermuten, daß jeglicher Kaffee aus Lateinamerika von eben diesem Baum abstammt.

Natürlich war die Nachfrage nach dem Genußmittel sehr viel höher als das Angebot. So kam es, daß Kaffee bis ins 18. Jahrhundert hinein ein Luxusgut war.  Dies sollte sich aber schon bald ändern: Mitte bis Ende des selben Jahrhunderts wurden bereits 65.000 t Kaffee allein in Europa konsumiert. Und keine 100 Jahre später erhöhte sich die Konsummenge des einstig gut bewahrten arabischen Geheimnisses auf beachtliche 294.000 t!

Die weltweite Verbreitung des Kaffees

Um den florierenden Markt mit dem Wachmacher zu bedienen, wurde Kaffee überall dort, wo es die Natur ermöglichte, angebaut. Wie bei allen verzehrbaren Massenkonsumgütern ließen sich die Händler und Produzenten jedoch von eben dieser Natur nicht beschränken. Daher wurde und wird Kaffee bis heute in unvorstellbar großen Plantagen in Monokultur angebaut. Gewisse Grenzen bewahrt sich jedoch auch die Umwelt.

Zum Gedeihen der Coffea-Pflanze bedarf es gewisser Faktoren. Ein über das Jahr gleichbleibendes moderates Klima ist von besonderer Bedeutung.  Neben der wärmenden, aber passiven Sonnenbestrahlung ist auch eine beachtliche Niederschlagsmenge von ~ 1500 mm/Jahr unabdingbar zum Anbauen der Kaffeepflanze.

Temperaturmäßig wären hier die kanarischen Inseln zum Vergleich heranzuziehen. Aufgrund der Passatwinde zeichnen sie sich durch harmonische Temperaturen aus, die sich ganzjährig zwischen 29°C und 13°C bewegen. Wind allerdings ist der zarten Kaffeepflanze dagegen überhaupt nicht zuträglich. Abhilfe schafft hier das Zwischenpflanzen von Hecken und Schattenbäumen.
Auch die Bodenbeschaffenheit spielt eine Rolle. Ein leicht saurer Grund ist optimal. Dem vulkanischen Boden Äthiopiens entsprechend sollte dieser auch besonders nährstoffreich sein.

Zu guter Letzt beeinflußt auch die Höhenlage die Qualität des Kaffees. Im bevorzugten Hochland (~1.000 m – 2000 m) wächst beispielsweise der Spitzenkaffee (~1.600m). Da die Pflanzen hier mehr Zeit zum wachsen bekommen, entwickeln die Kaffeekirschen und somit die Bohnen ein herausragendes Aroma. Die sogenannten Hochland-Arabicas haben hier ihre Heimat.

Im Tiefland dagegen sind die Kaffeefrüchte höheren Temperaturen und Niederschlagsmengen ausgesetzt -  die Früchte reifen schneller. Bohnen aus dieser Region sind weicher und größer als jene  aus dem Hochland. Ihr delikates Aroma ist sehr röst- und lagerempfindlich; für dunkle Röstungen sind sie denkbar wenig geeignet.

Die oben genannten Kriterien geben somit einen geographischen Rahmen für die Kultivierung der Kaffeepflanze vor. Genauer handelt es sich dabei um die tropischen Gebiete entlang des Äquators. Sinnbildlich formen die Anbaugebiete von Kaffee einen Gürtel rund um die Erde. Begrenzt sind sie durch den Wendekreis des Krebses (~23° nördliche Breite) und den des Steinbockes (~23° südliche Breite).

Rohkaffee - Die weltweiten Anbaugebiete von heute

Wirtschaftlich interessant sind im Wesentlichen die Kaffeesorten Coffea Arabica und Coffea Canephora (bekannt unter dem Namen Robusta). Die globalen Anbaugebiete von Kaffee werden in dieser Hinsicht in vier Regionen und innerregional außerdem in sortenspezifische Areale eingeteilt  :

  • Afrika
  • Asien und Ozeanien
  • Zentralamerika und Mexiko
  • Südamerika.

Afrika

Das Anbaugebiet Afrika selbst ist unterteilt in folgende Regionen: In den ostafrikanischen Ländern Kenia, Burundi, Äthiopien, Malawi, Ruanda, Sambia und Simbabwe wird ausschließlich oder zumindest überwiegend Arabica angebaut. In den westafrikanischen Ländern Angola, Ghana, Guinea, Elfenbeinküste, Togo und Zentralafrika dagegen wird ausschließlich Robusta angebaut. Beide Sorten gibt es in Kamerun, Madagaskar, Tansania, Uganda und im Kongo.

Asien und Ozeanien

Vietnam
Indonesien
Indien
Thailand
Philippinen
Osttimor

Zentralamerika und Mexiko

Südamerika

Südamerika produziert nahezu die Hälfte des Kaffees, der weltweit konsumiert wird. Allein Brasilien liefert 30% des auf dem Weltmarkt vertriebenen schwarzen Goldes. Allgemein werden hier eher durchschnittliche Qualitäten erzeugt, die für Mischungen prädestiniert sind.

Brasilien

Brasilien ist der weltweite Spitzenreiter, wenn es um das Exportprodukt Kaffee geht. Und dies schon seit geraumer Zeit: Schon 1845 kamen nahezu 50% aller Bohnen auf dem Weltmarkt aus dem größten Staat Südamerikas. Das ist schon beachtlich, kam die erste Kaffeepflanze erst gut 100 Jahre zuvor in das Land. Heute wird auf etwa 2,5 Millionen Hektar Kaffee angebaut.
Die Plantagen Brasiliens liegen überwiegend im Südosten des Landes. Es wird hauptsächlich Arabica angebaut. Lediglich im Nordwesten wird bedeutend Robusta angebaut. So groß das Land ist, so unterschiedlich sind auch die Aromen der Bohnen. Daher bietet Brasilien eine gewisse Bandbreite an Kaffee.

Kolumbien

Das an gleich zwei Ozeanen gelegene Kolumbien zeichnet sich durch ein stabiles Klima aus. Vollaromatische Kaffeebohnen hervorragendster Qualität werden hier erzeugt, fast ausschließlich Arabica. Zweimal im Jahr können die Kaffeekirschen geerntet werden. Etwa 1/5 der südamerikanischen Exportmenge fallen auf kolumbianischen Kaffee.

Peru

Neben Zucker und Baumwolle ist Kaffee ein bedeutendes Exportgut Perus. Er wird im Westen des Landes überwiegend in Waldgebieten angebaut. Seine bilanzierten Aromen sind fein-aromatisch mit einer dezenten Säure. Auch der teuerste aller Kaffees – Mishasho-Kaffee – mit 1400$/kg kommt von hier. Er ist das Pendant zum indonesischen Kopi Luwak. Anstatt der Schleichkatze ist es hier ein Nasenbär, der die Kaffeekirschen konsumiert und aus dessen Ausscheidungen die unverdauten Bohnen weiter verarbeitet werden. Durch die Passage in den Verdauungsorganen zusammen mit weiteren Früchten des Urwaldes erhalten die Bohnen einen besonderen Geschmack.

Venezuela/Ecuador

Venezuela und Ecuador exportieren zumindest noch so viel Kaffee, daß sie in der Statistik auftauchen.
In Ecuador wird sowohl Arabica als auch Robusta erzeugt. Ersterer an den Hängen der Anden, letzterer im Tiefland in nächster Nähe zum Pazifik. Die wenigen Mengen werfen einen sehr hochwertigen Kaffee ab.

Wenngleich Venezuela ein optimales Klima für den Anbau von Kaffee bietet, werden hier vergleichsweise geringe Mengen angebaut. Insbesondere die politischen Umstände minimieren die Kaffeeproduktion im Land; dies macht sich natürlich im Export bemerkbar: Allein in den letzten 3 Jahren ist die Menge um 50% auf gerade einmal 24 t gefallen. Wer am frühen Morgen mit etwas leichtem in den Tag starten möchte, der sollte etwas von dem exklusiven Gut ergattern. Denn Kaffee aus Venezuela zeichnet sich durch einen unverkennbaren Charakter aus. Als lieblich mit zartem Körper und prädestiniert für die frühen Morgenstunden wird er beschrieben.

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