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Nespresso und die Barista Weltmeisterschaften auf Twitter

Am vergangenen Sonntag sind die Barista Weltmeisterschaften (WBC) in Bogota (Kolumbien) zuende gegangen. Neuer Barista Weltmeister ist Alejandro Mendez aus El Salvador.

Am Abend der Entscheidung sass ich bis nach Mitternacht vor dem PC, um mir den Livestream anzuschauen  und den Tweets auf Twitter zu folgen.

Nach den eigentlichen Präsentationen der 6 Final-Baristi war die Timeline auf Twitter fast das Interessanteste des Abends. Denn hier zeigte sich in voller Bandbreite der Unmut darüber, dass Nespresso als Sponsor der Baristaweltmeisterschaften auftrat.

Die einen waren ziemlich polemisch:

socialbarista
#Nespresso @ World Barista Championship? Find the failure! #WBC2011

caffecataldi
How to loose credibility : Add Nespresso as a sponsor :/ #WBC2011

SixEightKafe
Great job by Nespresso over this competition for allowing everyone to hold them in contempt #WBC2011

kjetilkaland
Nespresso-banner at the #WBC2011, WTF?

…andere hatten ihren Spass:

theposhbarista
No one has pulled out a Nespresso capsule yet. I’m thoroughly disappointed. #WBC2011

Flibster
#WBC2011 Will the winner get a top of the line nespresso machine as a prize?

…und wieder andere riefen zur Ruhe auf:

jasondominy
Barista friends, remember, the WBC is not about Nespresso, it’s about hard work from all the champs from around the world. #wbc2011

mmazour
I’m seeing a lot of #WBC2011 commentary ragging on Nespresso for daring to be a sponsor, but IMO it’s not really deserved.

Am Ende wurde es den Betreibern des Twitter-Chats wohl zu bunt:

aldocoffee
Looks like the #WBC2011 mods didn’t like the Nespresso conversation – they took the chat offline.

Ich selbst muss zugeben, dass ich selten so gelacht habe, beim Verfolgen einer Twitter-Timeline. Allerdings finde ich es ebenfalls paradox, dass Nespresso als Sponsor der Barista Weltmeisterschaften auftritt. Aber wie heisst es so schön: “Money makes the World go round”!

Mein Espresso stammt auf jeden Fall weiterhin nicht aus ‘ner Kapsel – auch wenn diese aus der Schweiz stammt! 😉

Johannes Lacker

P.S.: Wolfram Sorg, deutscher Baristameister 2011 und selbst Teilnehmer an den Weltmeisterschaften in Bogota nimmt auf seinem Wolfredo Blog ebenfalls Stellung zum Thema Sponsoring durch Nestlé. Lesenswert!

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Kaffeeszene Schweiz

Schweizermeister Michel Jüngling tritt in Bogota an

In dieser Wochen finden die Barista Weltmeisterschaften in Bogota, Kolumbien statt. Die nationalen Baristameister aus über 60 Ländern messen sich und küren ihren Weltmeister. Das anspruchsvolle Programm umfasst die perfekte Zubereitung von vier identischen Espressi, vier identischen Cappuccini und vier Signature Drinks auf Espressobasis ohne Alkohol innerhalb von 15 Minuten. Bewertungskriterien sind Geschmack, Aussehen und optische Präsentation der Getränke, technische Handhabung der Maschinen sowie die Präsentation und das Auftreten des Baristas.

Michel Jüngling – ein Newcomer vertritt die Schweiz

Den Titel “SCAE Schweizer Baristameister” sicherte sich im Januar überzeugend Michel Jüngling. Der Newcomer vertritt nun die Schweiz an den Weltmeisterschaften in Bogota . Mit 503 Punkten im Finale konnte er eine neue Bestmarke in der Schweiz setzen. Im internationalen Vergleich ist diese Punktzahl im mittleren Bereich, es fehlen z.B. 200 Punkte zum letztjährigen Weltmeister Michel Philipps aus den USA. Das Niveau ist international sehr hoch, aber die Unterschiede sind von Land zu Land enorm. Der aktuelle deutsche SCAE Baristameister Wolfram Sorg erreichte 565 Punkte. Der US-Amerikaner Pete Licata gewann mit 658 Punkten die nationalen Meisterschaften. Michael Philips, der Weltmeister von 2010, hatte in London die 700er Marke überschritten. Alle Finalisten erreichten damals 630 Punkten und mehr.

Für die WM Teilnahme hat sich Michel neben seinen Beruf als Aussendienst- mitarbeiter bei TURM KAFFEE viel vorgenommen. In der Kaffeezentrale Schweiz in Uster trainierte er seit Ende Februar 2011 zwei ganze Tage pro Woche an der Wettbewerbs-Maschine, einer “Aurelia” von Nuova Simonelli. Unterstützt wurde er von André Kissling, Gloria Petroza, Daniel Heiniger und Armin Luginbühl. Finanziert wurde die Teilnahme unter anderem durch die SCAE Schweiz und TURM KAFFE.

Michel Jüngling

Bogota – eine logistische Herausforderung

Bogota ist mit 2625 Metern über Meer die dritthöchstgelegene Stadt der Welt. Auf dieser Höhe kocht Wasser bereits ab 91°C. Die Espressomaschinen die die Weltmeisterschaftsorganisation (WBC) zur Verfügung stellt, werden aber auf 93.5°C Brühtemperatur voreingestellt. Da stellen sich Fragen wie zu Beispiel: Was passiert bei der Extraktion? Werden sich die Aromen, der Geschmack und die Konsistenz verändern? Was geschieht mit der Crema? Wie verhält sich die Milch beim Schäumen auf dieser Höhe? Altert der Kaffee auf dieser Höhe anders und wie übersteht er die Flugreise nach Kolumbien? Welche Härten hat das Wasser? Beeinflusst die trockene Luft den Kaffee? Alle diese Fragen wurden in vielen Gesprächen mit Experten besprochen, abgewogen und gewichtet. Eines war klar von Anfang an klar. Es wird eine Weltmeisterschaft auf hohem Niveau, nicht nur technisch sondern auch logistisch und vor allem auch sensorisch.

Der Kaffee ist das Wichtigste

Als erstes wurde nach einen Kaffee gesucht der sich bei 90 Grad Brühtemperatur optimal entwickelt und den Vorstellungen der Jury entspricht. Gefunden wurde in Zusammenarbeit mit Gloria Petroza ein spezieller Kaffee aus Brasilien. Ein “pulpt natural” der auf 1300m über Meer im Pareira Estate in “Carmo del Minas” wächst. Durch den Aufbereitungsprozess geht die Süsse direkt in die Kaffeebohne. Und der Kaffee verhielt sich sensorisch ausgezeichnet bei niedriger Brühtemperatur. Beschafft wurde die Arabica Variatät „Mundo Nuovo, Catanai and Acaia“ über InterAmerican Coffee aus Zug. In zwei Röstgrade wurde der Kaffee bei Turm und Bogen Kaffee geröstet. Die leichte Süsse der Milch, kombiniert mit dem dunkelgerösteten Kaffee schmeckt der Cappuccino wie ein “Niddelzältli” (Toffee). Die helle Röstung ist für die Espressi, mit blumigen Duft und zitrusfruchtigen Aromen und langem Abgang.

Generalprobe auf dem Säntis im Appenzeller Land

Der Gipfel des Säntis liegt auf gleicher Höhe wie Bogota. Im Gipfelrestaurant konnte bei optimalen Verhältnissen alle wichtigen Bedingungen, wie sie in Bogota vorzufinden sind, getestet werden. Das Wasser kochte wirklich bei über 91° Celsius, die Crema verschwand innerhalb von Sekunden, der Kaffee war sauer, die Milch schäumte sich länger. Alles war so wie erwartet. Das Team war sichtlich erleichtert. Auch die Tests bei den niedrigen Brühtemperaturen waren erfolgsversprechend. Der Kaffee hatte genau die Qualitäten wie gewünscht und geplant. Das Training auf dem Säntis war ein voller Erfolg. Zum guten Glück gibt es in der Schweiz Berge die mit einer Seilbahn zu erreichen sind. Mit vollem Elan wurde danach an den vielen Details der Show gearbeitet. Unzählige Espressi, Cappuccini und Signature Drinks waren nötig, um den Ablauf interessant, technisch korrekt und rund zu gestalten.

15 Minuten – ein Experiment mit Kaffee

Bei der Geschichte die Michel Jüngling erzählt, geht es um ein Experiment mit Kaffee. Dieser rote Faden geht durch die ganze Show und streift alle wichtigen Punkte, die über den Kaffee und die Sensorik gesagt werden müssen. Mit einen Fantasie Drink mit Rohrzuckersirup aus Guatemala, welcher die süsslichen Aromen im dunkel gerösteten Kaffee hervorheben, und einer Infusion mit dem Gewürz Lemonmyrtle aus Australien, welches die fruchtigen Aromen vom hell gerösteten Kaffee unterstützt. Vier heisse Espressi werden mit einem kalten Cappuccinoschaum übergossen. Die Infusion aus Lemonmyrtle wird mit einem Trinkhalm durch den Schaum in den darunterlegendem Espresso geführt. Mit einem ersten Schluck spürt man den kalten Schaum mit wunderbaren Körper, beim zweiten Schluck mit dem warmen Espresso entwickelt sich im Mund ein wunderbares Gefühl von schöner Fruchtigkeit, lieblicher Süssigkeit und feiner Säure. Das Experiment ist gelungen.

8 Tage Bogota in Kolumbien

Zu einer guten Vorbereitungen gehört auch die Planung des Aufenthalts in Bogota selber. Zum Beispiel das richtige Hotel zu finden und zu buchen, also da wo natürlich alle Baristi sind. Oder soll man an der zweittägigen Kaffeereise kurz vor der Show teilnehmen oder nicht. Viele Fragen, viele Entscheidungen sind zu treffen für eine erfolgreiche Teilnahme dieser Weltmeisterschaften. Wie und wo findet man die richtige Milch für den Cappuccino? Wo kann man vor der Show das trainieren um die letzten Einstellungen zu perfektionieren? Eine grosse Hilfe war die Organisation der WBC vor Ort selber. Aber das beste bot Pieter J. van Hest von der Klaber Handels AG, ein Holländer der schon lange in der Schweiz lebt und sein Büro und sein Labor in Bogota dem Schweizer Team zur Verfügung stellt. Also zwei Tage mehr zur Verfügung für den Feinschliff vor Ort.

Michels Startzeit ist am Freitag, 03. Juni um 17:30 Uhr (deutsche Zeit). Wir vom Kaffi Schopp wünschen ihm viel Glück!

Und wer zuschauen möchte, kann das dank des Livestreams von den WBC tun.

Text und Bildquelle:  SCAE Schweiz

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Zeitplan der Barista Weltmeisterschaften 2010

WBC Competitors & Timetable

ROUND 1
Day 1 – Wednesday 23 June

Competitor
Number       Name – Company              Country
1      Agne Dirsaite – Sviezia Kava             Lithuania
2      Mie Nakahara – Maruyama Coffee          Japan
3      Alberto Mayorga – ACEN              Nicaragua
4      Izabela Popiolek – Green Coffee         Poland
5      Manish Gurung – Café Coffee Day         India
6      Kenny Burssens – Dennis Burssens        Belgium
7      Syria Mwanza – Zebra Crossings          Zambia
8      Nikolay Litov – Ibeco LTD              Bulgaria
9      Luciano Marcolino – Bar              New Zealand
10      John Gordan – Square Mile Coffee Roasters     United Kingdom
11      Mbabazi Roberts – Flavours Ltd. Jinja          Uganda
12      Nadya – Coffeemania                  Russia
13      Goran Huber – Kaffee-Institut Goran Huber     Austria (12:11 Uhr) Londoner Zeit
14      Sille Kuttner – Restaurant Senso          Estonia
15      Thomas Schweiger                 Germany (12:45 Uhr Londoner Zeit)
16      Francesco Sanapo – Corsino Corsini Spa     Italy
17      Stefanos Domatiotis – TAF              Greece
18      Nenad – Café & Factory              Serbia
19      Vikram Kashyap – Cairbou Coffee         United Arab Emirates
20      Petre Mares – Gourmet Coffee Sri          Romania
21      Yara Castanho – Suplicy Cafes Especials     Brazil
22      Fabrizio Sencion – 5pm Coffee              Mexico
23      Ishan Natalie – Company              South Africa
24      Alejandro Mendez – Café de El Salvador     El Salvador
25      Michael Phillips – Intelligentsia Coffee & Tea United States
26      Joona Suominen – Café Art              Finland
27      Scottie Callaghan – Belaroma Coffee          Australia
28      Chung-Iun Chang – Caffe 4Mano              Taiwan
29      Soren Stiller Markussen – Sine Kroll Nielsen     Denmark
30      Stanislav Cibula – Italmarket Slovakia     Slovakia

Hier der Zeitplan der WBC Runde 1 zum Download.

ROUND 2
Day 2 – Thursday 24 June

Competitor
number      Name – Company                  Country
31      Keith Loh – Oriole Café & Bar              Singapore
32      Ji-wook Choi – Coffea Coffee              Korea
33      Anna Kappeli – Independent              Switzerland (9:19 Uhr Londoner Zeit)
34      Benyapa Naowan – Black Canyon Co.          Thailand
35      Asmah Juma Shabani – Zanzibar Coffee Company     Tanzania
36      Yungul Zhou – Best Food & Beverage Mgmt     China
37      Engin Kasai – Caffe Siesta              Turkey
38      Anthony Calvez – Cafes Richard          France
39      Anastasiya Solopikhina – Dom Kofe          Ukraine
40      Jimmy Njoroge – Dormans Coffee          Kenya
41      Colin Harmon – 3FE                  Ireland
42      Ingibjorg Ferrer – Kaffitar
43      Gustavo Castro – YPF Full’s Store          Argentina
44      John – Bourbon Coffee Shop              Rwanda
45      Kyle Straw – Caffe Artigiano              Canada
46      Mauricio Romero – Juan Valdez Café         Colombia
47      Emil Eriksson – Johan & Nystrom          Sweden
48      Auren Chacon Leiva – Coopedota          Costa Rica
49      Matija Mrkac – Bling Bar              Croatia
50      Raul Rodas – Tecnochef              Guatemala
51      Sander Schat – CoffeeVibes              Netherlands
52      Ana Lucia Hawit – Cafeteo              Honduras
53      Oda Misje Jaug – Kaffemisjonen         Norway
54      Tereza Bala – Coffee Heaven              Czech Republic
55      Javier Garcia – Café Dromedario         Spain
56      Attila Molnar – Costa Coffee              Hungary

Hier der Zeitplan der WBC Runde 2 zum Download

Semi-finalists will be announced from 16:15 pm – 17:15 pm
12 semi-finalists will go to round 2

ROUND 2
Day 3 – Friday 25 June

Finalists will be announced from  12:45 pm – 13:30 pm
6 finalists will go to next round

FINAL
Day 3 – Friday 25 June

Awards Ceremony at 17:15 pm – 18:00 pm

Quelle: worldbaristachampionships.com

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Auf nach London zur Caffè Culture

Caffè Culture LogoMorgen nachmittag fliege ich nach London zur Caffè Culture Kaffeemesse nach London. Wie auch in den letzten Jahren findet die Caffè Culture im Londoner Ausstellungszentrum “Olympia” statt (in der Hammersmith Road in Kensington). Im Rahmen Europas grösster Kaffeemesse werden vom 23. bis 25. Juni auch die Barista Weltmeisterschaften (WBC) durchgeführt.

Da ich die Deutschen Meisterschaften in Hamburg leider nicht besuchen konnte, freue ich mich umso mehr, in London dabei sein zu können.

Bei der Gelegenheit drücke ich dann natürlich sowohl dem Deutschen Barista Meister, Thomas Schweiger aus Ansbach, die Daumen, als auch die Vertreterin der Schweiz, Anna Käppeli aus Spiez. Anna war an den Schweizer Baristameisterschaften im Januar zwar “nur” Dritte geworden, vertritt nun aber die Schweiz, nachdem sowohl der Schweizer Baristameister Mathias Bühler aus Thun als auch der Zweitplatzierte Beat Wiss beruflich nicht nach London gehen konnten. Anna hatte bereits 2007 die Schweiz an den Weltmeisterschaften in Tokio vertreten, nachdem sie im selben Jahr Schweizer Baristameisterin geworden war. Sie ist also gerüstet in Sachen Weltmeisterschaften.

Ich persönlich nehme natürlich nicht an den Meisterschaften teil (komischerweise fragt man mich das immer wieder, wenn ich erzähle, dass ich nach London fliege), treffe dort aber viele mir bekannte Gesichter. So werden einige Deutsche Baristi in London sein, so, neben Thomas Schweiger, auch Tom Schiessl und Wolfram Sorg von Radical Coffee. Und auch Nana Holthaus-Vehse, Deutsche Baristameisterin von 2009, wird wohl zumindest für einen Tag nach London kommen. Eric Wolf, seines Zeichens Präsident der Deutschen Baristagilde, wird ebenfalls die deutschen Baristi in London unterstützen. Und natürlich sind auch “meine” Schweizer zahlreich vertreten.

Besonders freue ich mich auf Roger Wittwer. Roger hat für Anna Käppeli den Weltmeisterschafts-Kaffee geröstet und begleitet sie nach London. Und obwohl ich mit Roger schon lange in Kontakt stehe und ja auch seinen Kaffee online verkaufe, hatte ich noch nie die Gelegenheit, ihn persönlich kennenzulernen. Wie bei den bisherigen Meisterschaften wird es auch in London wieder einen Schweizer Abend der Swiss SCAE geben, auf den ich mich schon sehr freue.

London selbst ist ebenfalls ein sehr spannendes Pflaster in Sachen Kaffeeszene.  Wenn man innovative Kaffeekonzepte sehen möchte, sollte man sich nach London aufmachen. Auf jeden Fall werde ich versuchen, neben der Kaffeemesse auch den einen oder anderen Londoner Coffee Shop aufzusuchen.

Gerne berichte ich nach meiner Rückkehr von meinem Besuch in London – vorher werde ich sicher twittern unter twitter.com/kaffischopp und Sie auf dem Laufenden halten.

Einen schönen Abend wünscht

Johannes Lacker

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So macht’s Anna Käppeli in London

Möglicherweise haben Sie es ja mitbekommen, die Schweiz wird an den Barista Weltmeisterschaften in London (23. bis 25.6.) nicht vom Schweizer Meister Mathias Bühler aus Thun, sondern von der Drittplatzierten Anna Käppeli vertreten.

Anna ist dabei schon ein “alter Hase”, konnte Sie doch als Schweizer Meisterin 2007 an den Weltmeisterschaften in Tokio teilnehmen, wo sie einen hervorragenden 5. Platz belegte.

Anna bereitete sich in den letzten Wochen intensiv auf ihre Präsentation in London vor. Eine Generalprobe vor Publikum gab sie vor einigen Tagen in Spiez, an ihrem Wohnort. Der Generalprobe wohnten neben Mathias Bühler und Philipp  Meier (Schweizer Meister 2009) auch Heinz Trachsel, seines Zeichens nationaler Koordinator der Swiss SCAE bei. Aber auch der Röster des Kaffees, mit dem Anna in London antritt, war zugegen: Roger Wittwer von der Kafischmitte aus Langnau i.E. zeichnet sich für den Weltmeisterschafts-Kaffee verantwortlich.

Bei YouTube findet sich nun auch das Video dieser Generalprobe, welches von premium-kaffee.ch präsentiert wird, Anna Käppelis persönlichem Sponsor:

Schon jetzt wünsche ich Anna viel Glück in London. Da ich selbst zugegen sein werde, kann ich sie aber auch persönlich anfeuern!

Auf Wiedersehen in London sagt

Johannes Lacker

Psst: Anna’s Weltmeisterkaffee wird es nach den Meisterschaften auch im Kaffi Schopp Online Shop zu kaufen geben!

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Schweizer Baristameister fährt nicht an die WBC

Heute erhielt ich durch die Swiss SCAE folgende Meldung:

Die Schweizer Barista Meisterschaften liegen erfolgreich hinter uns. Nun beginnt für die Auserwählten die Vorbereitungsphase für London!

Der Sieger der Barista Meisterschaften 2010, Mathias Bühler, kann aus beruflichen Gründen nicht teilnehmen: Er wird vor und zum Zeitpunkt des Events stark mit seinen Betrieben Shisha Bar und Flussbad Schwäbis in Thun beansprucht sein. Der Zweitplatzierte Beat Wiss (Emmen) ist soeben glücklicher Vater geworden und will sich neben starkem beruflichem Engagement voll seiner Familie widmen. Somit fällt unser Entscheid – gemäss Reglement der World Barista Competition (WBC) – auf Anna Käppeli aus Spiez. Mit Anna werden wir mit einer kampferprobten Kandidatin in die Arena steigen; erreichte Sie doch an der WBC Weltmeisterschaft 2007 in Tokyo den besten je von einem Schweizer Teilnehmer erreichten Rang 5 von total 44 Landesmeistern.

An den Latte Art Weltmeisterschaften wird wiederum Martin Egger (Burgdorf) seinen Mann stellen.

Sandra Stucki (Burgdorf) wird hoffentlich auch dieses Jahr bei den Coffee in good Spirits Weltmeisterschaften ein gutes Resultat erkämpfen, dies als weltweit fünftbeste Barista in dieser Disziplin (Köln 2009).

Die Cup Tasting Weltmeisterschaften bestreitet René Fleischer aus Zug.

Die Entscheidung von Mathias Bühler bedaure ich sehr, denn ich habe ihn als sehr aufgestellten Typen kennengelernt, der die Schweiz sicher sehr gut in London vertreten hätte.

Anna Käppeli wird hoffentlich von Ihren Erfahrungen aus Tokio 2007 profitieren – ein Selbstläufer wird das allerdings nicht werden, denn seit 2007 haben diverse Länder, die früher unter “ferner liefen” rangierten, deutlich aufgeholt.

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf die Weltmeisterschaften in London und wünsche schon jetzt den Schweizer Vertretern eine gute Vorbereitungszeit und viel Glück in London.

Johannes Lacker

P.S.: Anna Käppeli wird übrigens in London Röstkaffee der Kafischmitte Roger Wittwer + Familie verwenden – auch erhältlich bei mir im Kaffi Schopp Webshop.

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Noch eine Woche bis zur Barista WM in Köln

Heute in einer Woche beginnen die Barista Weltmeisterschaften in den Disziplinen Latte Art, Coffee in Good Spirits sowie Cup Tasting. Die WM wird dieses Jahr im Rahmen der Kaffeemesse Coffeena in Köln durchgeführt.

Natürlich sind auch die Schweizer Meister am Start, im Bereich Latte Art Martin Egger, in der Sparte Coffee in Good Spirtis Sandra Stucki und in der Disziplin Cup Tasting Florence Letroux.

Vor Beginn der heissen Phase konnte ich mit Sandra Stucki und Martin Egger ein Gespräch führen, da beide zusammen an der Bar des Hotels Berchtold in Burgdorf arbeiten:

Kaffi Schopp (KS): Martin und Sandra, wie bereitet Ihr Euch auf die WM in Köln vor? Wo steht Ihr mittlerweile?

Martin Egger (ME): Im Bereich Latte Art trainiere ich viel zuhause auf meiner Dalla Corte Mini. Nebenbei habe ich mit Barbara Held [Leiterin des Coffee Competence Centres der Fa. Schärer Kaffeemaschinen und Jurorin der Schweizermeisterschaft 09, KS] die Handgriffe und das Sujet perfektioniert. Heute steht das Programm und ich bin guter Dinge, dass mir meine Latte Art gelingt.

Sandra Stucki (SS): Ich habe viel Zeit zuhause damit verbracht, den geforderten Irish Coffee sowie die Eigenkreation zu perfektionieren. In der Vorbereitung haben wir uns bei Blaser Café in Bern mit Byron P. Catéchis (Fa. abcwine-spirits.ch) getroffen und das Thema Spirituosen angeschaut. Zudem hat mich Sylvain Ernst (2. Rang Schweizermeisterschaften Coffee in Good Spirits) unterstützt.

KS: Martin, wirst Du Dein Programm (2 Espressi Macchiato, 2 Cappuccini und 2 Taj Mahal by Night) von der Schweizermeisterschaft wiederholen oder hast Du neue Latte Art Motive extra für die WM eingeübt?

ME: Das Programm wurde WM-tauglicher gemacht, der Schwierigkeitsgrad der Sujets angepasst und erhöht. Ich werde zwei Espressi Macchiato mit Doppelherz, zwei Cappucini mit einer Tulpe sowie ein speziell für die WM kreiertes Sujet zum besten geben. Die Eigenkreation ist ein Zusammenspiel von eingiessen und zeichnen, mehr wollen wir heute dazu nicht verraten.

Martin Egger mit seiner Präsentation bei den Schweizermeisterschaften im Januar:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=v3JD1k_ZUas]

KS: Wie seht Ihr Eure Chancen im Teilnehmerfeld? Wer sind Eure hauptsächlichen Konkurrenten?

ME: Im Bereich Latte Art sind die Hauptkonkurrenten die Australier, Neuseeländer sowie die Asiaten, welche im filigranen Bereich deutlich fortgeschrittener sind als wir. Die Schwierigkeit liegt eigentlich darin, dass in Latte Art nahezu keine Videos der nationalen Meisterschaften der anderen Länder vorhanden sind, um das Niveau zu eruieren. Wir werden nach dieser WM sicherlich mit sehr viel Ideen zurück an den Trainingsplatz kehren.

SS: Ich werde mit viel Freude an der WM teilnehmen. Grundsätzlich ist es sicher möglich einen guten Platz zu erreichen, aber wie Martin erwähnt, ist es schwierig die Konkurrenten einzuschätzen. Es sind mehr Videos vorhanden als bei Latte Art, bei der Qualität im Netz sind leider die wichtigen Details nicht erkennbar. Auch ich gehe gut vorbereitet an diese WM und versuche einen guten Rang zu erreichen.

KS: Sandra, wie sieht Dein Programm für die WM aus?

SS: Ich beginne mein Programm klassisch mit meinen beiden Irish Coffees und werde danach meine Eigenkreation präsentieren. Das Programm bleibt somit dasselbe wie an der Schweizermeisterschaft. Die Eigenkreation basiert auf einem selbst aromatisierten Whisky, Schokolade und Rahm, den Kaffee bereite ich für beide Kreationen in der French Press zu.

Sandra Stucki mit Ihrer Präsentation bei den Schweizermeisterschaften:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=ukJoDSWBHs8]

KS: Worauf achtest Du besonders bei der Zusammenstellung Deines Coffee in Good Spirits Drink?

SS: Die Irish Coffees sollen optisch möglichst nahe an die Vorlagen kommen. Geschmacklich versuche ich eine schöne Harmonie zu erzielen. Bei der Eigenkreation ist die Idee, dass sich alle Aromen (aromatisierter Whisky, Schokolade, Rahm und Kaffee) zu einer Einheit bilden und dennoch herausgeschmeckt werden.

KS: Habt Ihr zusammen trainiert, oder jeder für sich? Oder wurdet Ihr von jemandem Dritten gecoacht?

ME: Wie bereits erwähnt habe ich mich intensiv mit Barbara Held über die “Go’s” und die “No Go’s” unterhalten und mit ihr ein anspruchsvolles und schönes Programm zusammengestellt. Wir kennen uns nun bereits einige Zeit und ergänzen uns super. Sie kennt dank ihrer Arbeit die Materie Latte Art nahezu auswendig und konnte mich mit hilfreichen Tipps grossartig unterstützen.

SS: Die Disziplin Coffee in Good Spirits steckt in der Schweiz noch in den Kinderschuhen. Trotzdem habe ich Leute gefunden, die sich mit der Materie auseinander gesetzt haben und mich unterstützen. Die Terminierung der gemeinsamen Trainings erwies sich nicht immer als einfach, da Sylvain Ernst und ich beide im Hotel Berchtold in Burgdorf arbeiten.

KS: Wie sieht es bei Euch mit der Unterstützung von Sponsoren aus? Die Teilnahme an der WM ist doch mit grossen Kosten verbunden.

ME & SS: Wir geniessen die grosszügige Unterstützung von diversen Firmen. Den Kaffee erhalten wir von der Fa. O.Aeberhard AG Bern, weitere Sponsoren sind die Stadt Burgdorf, Die Mobiliar (Versicherung), BEKB (Bank), Fribarch (Architekturbüro), DIWISA (Spirituosen Hersteller), Lubana AG (Liegenschaftsverwalter), Pernot-Ricard mit Jameson (Spirituosen Vertieb), Beat Stucki (Vater von Sandra und Plattenbeläge Installateur), Ingo Rogalla (Vertreter Dalla Corte), Schwob (Textil) und natürlich unser Arbeitgeber die Berchtold Group Burgdorf. Weiter wurde ein Supporter Club ins Leben gerufen, welcher bislang knapp 100 Leute zählt. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen deteiligten Sponsoren für die Unterstützung danken.

KS: Martin, an Dich noch ein letzte Frage. Du wirst Tinu gerufen. Wie kommt das?

ME: Das ist ganz einfach. Tinu ist die  berndeutsche Kurzform von Martin (Mar-Tin-u). Du wärst bei uns Johänu… 😉

KS: Gut, dann bedankt sich bei Euch für das Gespräch Johänu. Viel Glück in der nächsten Woche in Köln. Ich freue mich, Euch dort zu treffen!

Analog zu Philipp Meier, dem Schweizer Barista Meister 2009, schreiben Sandra und Martin auch einen Blog, der hier zu finden ist.

Florence Letroux, die dritte Schweizer Teilnehmerin, konnte ich ebenfalls interviewen. Selbstverständlich werde ich sie, Sandra und Martin bei Ihren Präsentationen auf der Coffeena begleiten und im Kaffi Schopp Blog berichten.

Johannes Lacker

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Ein erstes Resumée

Gestern abend um 23:30 Uhr (MEZ) wurden in Atlanta die Finalteilnehmer bei den WBC bekannt gegeben. Wie ich schon schrieb, erreichte der Schweizer Meister Philipp Meier nicht den Final.

Nun beschreibt er selbst auf seinem Blog den Grund für das Nicht-Erreichen der Finals :

Rang 32. Das hatten wir alle nicht erwartet. Ich bekam darauf ein ausfuehrliches Feedback von einem meiner Juroren. Fuer den technischen Part bekam ich die Hoechstnoten, mit denen ich ganz vorne mitspielte. “Zum Verhaengnis” wurde mir jedoch mein Signature Drink, der in der Schweiz noch so gut abschnitt. “Too much chestnut, to less coffee” – was ich nachvollziehen kann. Gesucht sei, so der Juror, die Kombination von Kaffee und Signaturedrink-Produkt und nicht umgekehrt. Die Punkte fuer meinen Signaturedrink bewegten sich also ziemlich tief. Doch gerade diese Sensorikpunkte werden mit dem Faktor vier multipliziert, sind also enorm wichtig und massgebend fuer die Bewertung, da sie danach laufend multipliziert werden.

Möglicherweise ist in der Vorbereitung ein Fehler passiert, als man – sicherlich unwissentlich – dem oben beschriebenen Grundsatz, dass auch beim Signature Drink der Kaffee im Vordergrund stehen muss, nicht genug Gewicht beimass. Philipp schreibt weiter:

[…] Die lehrreichen Schluesse daraus werden in Zukunft weiterhelfen, die ganze Sache noch besser gestalten zu koennen.

Das ist es, worauf es ankommt. An das gelernte anknüpfen und es beim nächsten Mal besser machen. Hinfallen und wieder aufstehen. Mit dem Swiss Barista Team, dem unterstützenden Verband der Swiss SCAE und den begleitenden Sponsoren hat sich in der Schweiz eine Struktur geschaffen, um im Jahre 2010 ganz vorne bei den WBC mitzuspielen.

So heisst es also “Auf ein Neues in 2010” – hoffentlich wieder mit Philipp Meier als amtierenden Schweizer Barista Meister!

Johannes Lacker

P.S.: Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen, dass man in Deutschland meilenweit von solchen Strukturen wie in der Schweiz entfernt ist. Es würde mich sehr freuen, wenn sich dies in Deutschland bald ändert. Die Verantwortlichen der German SCAE sollten sich mit den Schweizer Kollegen einmal zusammensetzen und austauschen.

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Schweizer Meister Philipp Meier nicht im Final

wbc_live_topGerade sind in Atlanta auf den World Barista Championships die Finalisten, die Runde der letzten Sechs, bekannt gegeben worden.

Leider konnte sich Schweizer Barista Meister Philipp Meier nicht für den Final* qualifizieren.

Die sechs Finalteilnehmer sind:

für Ungarn: Attila Minor

für Gross-Britannien: Gwylin Davies

für Canada: Sammy Piccolo

für die USA: Michael Phillips

für Irland: Colin Harman

für Süd-Korea: Lee Jong Hoon

Allen Finalisten von dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg für den morgen um 12:00 Uhr (Atlanta Ortszeit) beginnende Final*.

Dem Swiss Barista Team um Philipp Meier, Mathias Bühler und Thomas Liebe sende ich ebenfalls die herzlichsten Glückwünsche: Ihr habt Euch in einem starken Feld sehr gut geschlagen! Ihr dürft mit Recht stolz auf die Arbeit der letzten Monate sein und erhobenen Hauptes wieder in die Schweiz zurückkehren!

Johannes Lacker

P.S.: Auch die Teilnehmerin aus Deutschland, Stefanie Heidemann, konnte sich nicht für das Finale qualifizieren.

*) Im Schweizerdeutschen spricht man von “der Final”.

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Philipp Meier im Interview

Philipp Meier
Philipp Meier

Am kommenden Sonntag fliegt Philipp Meier zusammen mit seinem Coach Thomas Liebe und Team Captain Mathias Bühler (Shisha Bar Thun) nach Atlanta zu den World Barista Meisterschaften.

Bevor er sich aufmacht, hatte ich heute Gelegenheit, Philipp noch zum Stand der Vorbereitungen zu befragen.

Kaffi Schopp (KS): Philipp, im Januar hast Du erstmalig an den Schweizer Barista Meisterschaften teilgenommen und diese gleich gewonnen. Warst Du von Deinem Sieg an den Meisterschaften überrascht oder hast Du Deinen Erfolg erwartet?

Philipp Meier (PM): Ehrlich gesagt habe ich gar nichts erwartet. Ich habe zum ersten Mal teilgenommen, die Kaffeeszene in der Schweiz war für mich bis dahin ziemlich klein und meine Chancen konnte ich nicht einschätzen, da mir ein Referenzpunkt fehlte. Ich konnte also sehr locker an den Start gehen, das hat wahrscheinlich auch geholfen.

KS: Nun bereitest Du Dich auf die World Barista Championships (WBC) vor. Inwieweit unterscheidet sich die Vorbereitung auf die WBC von der Vorbereitung für die nationalen Meisterschaften?

PM: Die Vorbereitung unterscheidet sich insofern, dass ich seit nunmehr über drei Monaten jeden Tag Kaffee mache, diesen fast nicht mehr sehen, ihn aber lieben muss und kann. Und, dass in meinen Konversationen mit Freunden das Wort “Kaffee” zu einem inflationären Terminus verkommt. Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Aber der Hauptunterschied ist die Intensität. Im Februar war ich zwei bis drei Tage im Seepark [das Hotel Seepark in Thun ist Trainingsort des Swiss Barista Teams, KS], um mich mit der Wettbewerbs-Maschine von Nuova Simonelli vertraut zu machen. Im März stieg das Pensum an und hielt sich nun über knapp eineinhalb Monate bei täglichen Trainings. Das ist sehr intensiv. Für die Schweizermeisterschaften haben wir “lediglich” zwei Wochen Intensivtraining abgehalten.

KS: Thomas Liebe, Schweizer Barista Meister des letzten Jahres, ist Dein Trainer. Auf was hat Thomas bei Eurem Training besonderen Wert gelegt?

PM: Konstanz und Gelassenheit führt zu Sicherheit. Ja, das triffts.

KS: Zusammen mit der Kaffeerösterei “La Semeuse” aus La Chaux-de-Fonds habt Ihr eine besondere Kaffeemischung für die Meisterschaften entwickelt. Was ist das Spezielle an dieser Kaffeemischung?

PM: Der “internationale” Kaffeegeschmack unterscheidet sich von dem in der Schweiz. “Fruchtige” Kaffees sind gesucht, solche, die hier als “sauer” beschrieben werden. Die Kaffeemischung ist eine Gratwanderung – jeder hat seinen eigenen Kaffeegeschmack, so habe auch ich meine Mischung ausgesucht. Man kommt aber nicht drum herum, gewisse Abstriche zu machen, d.h., sich auf die Geschmackskriterien der WBC-Jury einzulassen. Folglich muss man sich einen Kaffee suchen, dem beide Vorlieben, die eigenen und die der WBC-Jury innewohnen.

KS: Welche Milch verwendet Ihr für den Cappuccino?

PM: An den WBC bekommt jeder Barista einen Personal Buddy [einen persönlichen Assistenten, KS], der einem auf der Suche nach Milch helfen wird. Milch nehmen wir aus logistischen Gründen keine mit in die USA. Den Transport würde nur die UHT-Milch überleben, die wollen wir aber nicht. Also suchen wir uns zusammen mit dem Buddy in Atlanta eine frische Vollmilch, mit 3.5% Fettgehalt.

KS: Thomas Liebe erlebte letztes Jahr an den WBC in Kopenhagen ein Desaster mit dem dort zur Verfügung gestellten Wasser. Aufgrund dieser Erfahrung hat Thomas versucht, dieses Wasser bei Eurem Training zu simulieren. Kannst Du mir erklären, was das Spezielle beim Wasser in Atlanta bzw. an den WBC generell ist?

PM: An den Weltmeisterschaften wird stets ein definiertes WBC-Wasser verwendet. Ein Wasser mit eigener Mineralisation, einmalig. Dies deshalb, damit das Wasser an jeder WBC die selbe Qualität aufweist und Wettbewerbsgleichheit herrscht.

KS: Inwieweit beeinflusst dieses Wasser das Ergebnis in der Tasse?

PM: Das sind Welten. Nur soviel: Personen, die einen bestimmten Kaffee seit mehreren Jahren täglich trinken, erkennen ihren eigenen Kaffee nicht wieder. Die Unterschiede sind enorm. Kaffees die mit “unserem” Wasser gut schmecken, sind mit dem WBC-Wasser schlichtweg nicht trinkbar, und umgekehrt.

KS: Wie hast Du die letzten Wochen im Training mit Mathias Bühler und Thomas Liebe erlebt?

PM: Es war eine sehr tolle, intensive Zeit, die nebst viel Energie auch Nerven kostete. Aber nun geht es ja erst richtig los! Eine abschliessende Meinung bilde ich mir nach Atlanta.

KS: Du studierst an der Uni Bern Islamwissenschaften. Hast Du Dein Studium im Moment etwas zurückgestellt, um Dich auf die WBC vorzubereiten?

PM: “Eigentlich” sollte ich Ende Juni meinen Bachelor haben – das wird jetzt aber Dezember…also: Ja.

KS: Kannst Du Deine Kontrahenten aus den anderen Ländern etwas beurteilen? Hast Du einen persönlichen Favoriten, an dem Du Dich orientierst?

PM: Ich habe mich mit meinen Mitstreitern befasst, allerdings nicht so eingehend, dass ich mich dann zwangsläufig an einem von diesen orientieren würde. Sammy Piccolo aus Kanada ist zum vierten Mal dabei, mit ihm ist sicher zu rechnen. Australier, Schweden, Dänen und Amerikaner sind generell stark. Aber eben, ich mache mein Ding, ich freue mich Baristi aus aller Herren Länder zu sehen und diese vor allem als Freunde und weniger als Kontrahenten kennen zu lernen.

KS: Inwieweit möchtest Du Deine Fähigkeiten als Barista weiter (evtl. beruflich) verfolgen?

PM: Im letzten halben Jahr hat sich sehr vieles getan. Vielleicht gehts das noch mal so weiter. Ich werde sehen…

KS: Philipp, ich danke Dir für dieses Gespräch und wünsche Dir nun einen guten Flug nach Atlanta und viel Glück auf den WBC!

Johannes Lacker/KS

P.S.: Hier auch nochmal der Link zum TV-Bericht über die Vorbereitungen von Philipp  Meier.