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Schweizer Baristameister 2011 ist Michel Jüngling

Michel Jüngling, Aussendienstmitarbeiter bei Turm Kaffee St.Gallen, hat es geschafft: Er ist neuer Schweizer Baristameister.

Hier die Rangfolge

Michel Jüngling 503 Punkte (Schweizer Baristameister)

2. Beat Wiss 446 Punkte
3. André Kissling  442 Punkte
4. Anna Käppeli 432 Punkte
5. Marlies Läderach 384.5 Punkte
6. Daniel Fischer 340 Punkte

Beat Wiss, Michel Jüngling, André Kissling (v.l.) (c) Swiss SCAE www.swissscae.ch

Michel ist auch noch etwas ganz besonderes gelungen. Der Kenyanische Kaffee, den er für seine Espressi, Cappuccini und den Signature Drink eingesetzt hat, hat auch für den Sieg in den Einzelwertungen “Bester Espresso”, “Bester Cappuccino” und “Bester Signature” Drink gereicht. Das ist sicher zum einen ein Kompliment an Michel, zum anderen aber auch an die Rösterei Turm Kaffee, bei der dieser wunderbare Kaffee geröstet wurde.

In den nächsten Tagen werde ich diesen Arabica Kaffee aus Kenia hier im Blog noch ausführlich vorstellen.

Ein weiteres Highlight, welches für Michels Sieg steht, ist die Punktzahl, welche er erreicht hat. Die 500 Punkte Marke zu überschreiten ist schon seit einiger Zeit keinem Schweizer Baristameister mehr gelungen. Das lässt auf Michels Auftritt an den kommenden Weltmeisterschaften in Bogota (Juni 2011) hoffen und zeigt, wie überragend seine Leistung am Finaltag war.

Soweit erstmal “Herzlichen Glückwunsch” an Michel und natürlich auch an alle Platzierte!!

Johannes Lacker

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Kaffeeszene Schweiz

Der Schweizer Kaffeemarkt – ein paar Fakten

Am vergangenen Donnerstag trafen sich die Mitglieder des Schweizer SCAE Chapters in Wädenswil in der dortigen Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Department für Lifesciences). Im Rahmen der SwissSCAE-Jahrestagung referierte Regula Heiniger über den Schweizer Kaffeemarkt.

Mit Ihrer Diplomarbeit, die sich mit der wirtschaftlichen Bedeutung des Kaffees für die Schweiz beschäftigt, hat sie sehr interessante Fakten zusammengetragen:

  • Die Schweiz ist der wichtigste Umschlagplatz für Rohkaffee weltweit. 70-80 Prozent des exportierten Rohkaffees (ca. 4.2 Mio. Tonnen) wird über die Schweiz gehandelt.
  • 77 Prozent des Schweizer Kaffee-Eigenbedarfs wird in der Schweiz geröstet.
  • In der Schweiz gibt es rund 70 Kaffeeröstereien.
  • Die grösste Rösterei der Schweiz ist Nespresso mit einem Röstvolumen von 40’000 Tonnen pro Jahr.
  • Die Schweiz ist auch führend bei der Entwicklung von Kaffeevollautomaten. Die sechs grössten Kaffeevollautomaten-Hersteller der Welt haben ihren Sitz in der Schweiz.
  • Die Bruttowertschöpfung der Kaffeebranche in der Schweiz beträgt pro Jahr CHF 4.12 Mrd.
  • Die Schweizer Kaffeebranche erwirtschaftet rund 0.86 Prozent des Brutto-Inland-Produktes.

Wichtigstes Exportgut der Schweiz ist auch nicht, wie viele vielleicht meinen, Schweizer Käse oder Schweizer Uhren (oder auch das Taschenmesser), sondern tatsächlich Kaffee. Hauptanteil an diesem Export-Ergebniss hat natürlich der in der Schweiz produzierte Nespresso.

Haben Sie schon mal Schweizer Kaffee probiert?

Ein genussreiches Wochenende wünscht

Johannes Lacker

P.S.: Mein Dank geht an Manuel Fröhlich von premium-shops.ch, der mir den Vortrag von Regula Heiniger zur Verfügung gestellt hat, da ich selbst nicht in Wädenswil war.

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Kaffeeszene Schweiz

Gastromesse “Gourmet” in Genf

In Genf findet vom 6. bis 8. Juni die Gastroausstellung „Gourmet“ statt. Gleichzeitig messen sich dort die Spitzenköche aus 20 europäischen Ländern anlässlich des „Bocuse d’Or Europe“. Die SCAE Schweiz betreibt eine Showbühne „Culture Café“ um die Aktivitäten in der Westschweiz und Frankreich bekannter zu machen. Hier das Programm in Kürze:

Sonntag, 6. Juni 2010
10.30h-12.30h Latte Art Wettkampf der besten Schweizer Baristi (WM-Programm)
13.30h-15.30h Coffee in Good Spirits Wettkampf der besten Schweizer Baristi (WM Programm)
15.30h-17.00h Cup Tasting Wettbewerb für Ausstellungsbesucher

Montag, 7. Juni 2010
10.30h-12.30h Cup Tasting Wettbewerb „Gourmet 2010“
16.30h-18.00h Die besten Baristi demonstrieren ihr Können

Dienstag, 8. Juni 2010
10.30h-12.30h Barista Wettkampf „Bester Barista Gourmet 2010“ mit internationaler Beteiligung (WM Programm)
15.30h-18.30h Die besten Baristi demonstrieren ihr Können

Über alle drei Tage finden auch Röstdemonstrationen statt und die Besucher können sich mit den Baristi austauschen und am Objekt üben!

Das Event findet im Palexpo (Autosalon) statt. Leicht mit Auto und Bahn erreichbar. Lösen Sie Ihren Gratiseintritt auf www.gourmet-expo.com! Benutzen Sie die Gelegenheit und treffen Sie in Genf auf die besten Köche Europas, Exponenten der Spitzengastronomie und natürlich auf ein auf ein aufgestelltes Swiss SCAE Barista-Team!

Viel Spass in Genf wünscht
Johannes Lacker

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Neues von den Schweizer Bariste

Erst im Januar, also vor gut zwei Monaten, wurde Mathias Bühler aus Thun zum neuen Schweizer Baristameister gekürt.

Nun steht schon der Termin für 2011 fest: Der Vorstand der SCAE Schweiz hat beschlossen, die Schweizermeisterschaften 2011 vom 27. bis 29. Januar nochmals im Westside Bern durchzuführen.

Dann haben die Berner Fans wieder die Möglichkeit, die “Locals” aus der Region Bern zu unterstützen!

Johannes Lacker

P.S.: Vorher sehen wir uns aber am 3. TNT am 27.4. im Unternehmen Mitte in Basel!

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Teilnehmer Schweizer Barista Meisterschaft

Am kommenden Wochenende (ab Donnerstag) werden im Berner Westside Einkaufszentrum die Schweizer Barista Meisterschaften durchgeführt. Jetzt hat die Swiss SCAE die Teilnehmerliste veröffentlicht:

11. Schweizer Barista Meisterschaft

Donnerstag, 28.01.2010
1. André Strittmatter (14.00 Uhr)
2. Micha Schranz (14.25 Uhr)
3. Daniel Fischer (14.50 Uhr)
4. Anna Käppeli (15.25 Uhr)
5. Giovanni Meola (15.50 Uhr)
6. Philipp Meier (16.15 Uhr)
7. Beat Wiss (16.50 Uhr)
8. Mathias Bühler (17.15 Uhr)
9. Martin Egger (17.40 Uhr)
10. André Kissling (18.15 Uhr)
11. Giuliano Bartoli (18.40 Uhr)

Freitag, 29.01.2010
12. Caroline Brönnnimann (13.15 Uhr)
13. Delphine Bobo (13.40 Uhr)
14. Michele Salvia (14.05 Uhr)
15. Marlies Läderach (14.40 Uhr)
16. Yannick Ancien (15.05 Uhr)
17. Philippe Gütiger (15.30 Uhr)

Schweizer Coffee in Good Spirits Meisterschaft

1. Sandra Stucki (16.30 Uhr)
2. Martin Egger (16.50 Uhr)
3. Sylvain Ernst (17.10 Uhr)
4. André Kissling (17.30 Uhr)

Schweizer Latte Art Meisterschaft

1. Philippe Gacond (18.30 Uhr)
2. Beat Wiss (18.50 Uhr)
3. Manuela Comolli (19.10 Uhr)
4. Mathias Bühler (19.30 Uhr)
5. Sandra Stucki (20.00 Uhr)
6. Martin Egger (20.20 Uhr)
7. Sylvain Ernst (20.40 Uhr)

Jury

Barista:
SENSORY JUDGES: Rüdiger Eggers (AUT), Patrick Zbinden (CH), Gloria Pedroza (CH), Alexis Rodriguez (CH), Michal Pivrnec (CH)
TECHNICAL JUDGES: Kurt Bauer (CH), Daniel Heiniger (CH)
HEAD JUDGE: Michael McCauley (F)

Latte Art & Coffee in Good Spirits:
VISUAL/SENSORY JUDGE: Peter Wermuth (Ukraine), Armin Luginbühl (CH)
TECHNICAL JUDGE: Kurt Bauer (CH)
HEAD JUDGE: Daniel Heiniger (CH)

5. Schweizer Cup Tasting Meisterschaft

Stefan Albers
Andrea Andreotti
Giorgio Brunelli
Mustafa Dikbas
Martin Egger
Sylvain Ernst
René Fleischer
Stefan Flückiger
André Kissling
Florence Letroux
Gloria Pedroza
Miguel Posada
Ingo Rogalla
Liliana Rozo
Stéphanie Santschi
Mirko Stanic
Edouard Thomas
Jakob Wagner

Leitung: Andy Schumacher, Inter American Coffee, Zug

Und hier nochmal kurz das Programm der Meisterschaften:

Donnerstag 28. Januar 2010
Vorrunde 11. Schweizer Barista Meisterschaften, ab 14 Uhr bis 20 Uhr

Freitag 29. Januar 2010
Vorrunde 11. Schweizer Barista Meisterschaften, ab 13.15 Uhr
Final Schweizer Meisterschaften Coffee in Good Spirits, ab 16.30 Uhr
Final Schweizer Meisterschaften Latte Art, ab 18.30 Uhr
Siegerehrung Schweizer Meister Latte Art und Coffee in Good Spirits: 21.00 Uhr

Samstag 30. Januar 2010
Schweizer Cup Tasting Meisterschaften, ab 10 Uhr
Siegerehrung Schweizer Cup Tasting Meister 2010: 13.00 Uhr
Final 11. Schweizer Barista Meisterschaften, ab 14 Uhr
Siegerehrung Schweizer Barista Meister 2010: 17.00 Uhr

Auf spannende Wettkämpfe freut sich

Johannes Lacker

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Kaffee & Espresso Kaffeeszene Schweiz

Schweizer Tag des Kaffees 2009

TdK_WOC_design_D_09Dieses Jahr veranstaltet die Swiss SCAE (Speciality Coffee Association of Europe) am Freitag, den 25. September 2009 den 2. Tag des Kaffees unter dem Motto „Faszination Cappuccino“.

Der Tag des Kaffees wird, wie auch im letzten Jahr, ein intensives, lustiges, nachdenkliches und geschmackvolles Programm rund um den Kaffee sein. Kaffee zum diskutieren, zum zubereiten, zum trinken, zum essen, zum hören, zum tanzen und zum geniessen. Den ganzen Tag werden bei den teilnehmenden Kaffeepartnern die verführerischen Qualitäten an Café nature, Espresso, aber besonders Cappuccino und Latte Macchiato, verkostet. Süsses und Herbes, Kaltes oder Heisses, Leises oder Lautes: alles soll vom Kaffee inspiriert sein.

An diesem Tag steht der Kaffee im Mittelpunkt bei Röstereien, Gastrobetrieben, Einzelhändlern und Konsumenten. Vor allem letzteren wird das bewusste Zubereiten und Verkosten des Kaffees zum bleibenden Erlebnis während des Tages des Kaffees – und natürlich auch darüber hinaus.

Weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen in der Schweiz finden Sie unter www.tag-des-kaffees.ch

Johannes Lacker

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SCAE WM in Köln – das Fazit

Am vergangenen Wochenende, während der neu installierten Kaffeemesse coffeena, trafen sich zu den SCAE Coffee World Championships in Köln Baristi aus aller Herren Ländern. Auch die Schweiz entsandte ihre jeweiligen Schweizermeister, Florence Letroux (Cup Tasting), Sandra Stucki (Coffee in Good Spirits)  und Martin Egger (Latte Art) in die Halle 8 der Koelnmesse.

Auf der Wettbewerbsbühne trat ein hochprofessionelles Baristi- und Cupperfeld gegeneinander an, welches von grossem Publikumszuspruch begleitet wurde. Vor allem die Supporter-Gruppen aus Russland, Süd-Korea und Gross-Britannien sorgten für ordentliche Stimmung auf den Zuschauertribünen.

Matthias Lübke, Delegationsleiter der Swiss SCAE, fasst seine diesbezüglichen  Eindrücke so zusammen: “Es macht Freude, die grosse Publikumsbeteiligung zu sehen und ermuntert Teilnehmer, Organisatoren und Zuschauer zu neuen Taten in der Welt des Kaffees, was der Branche und damit dem Konsumenten zugute kommt. Ich bin der Überzeugung, dass durch jedes dieser Events die Ansprüche des Verbrauchers an die Kaffeequalität in der Tasse ein klein wenig steigt.”

Das Schweizer Team an der coffena (v.l.): Barbara Held (Trainer), Sandra Stucki, Giovanni Meola (Trainer), Sylvain Ernst (Trainer) und Martin Egger
Das Schweizer Team an der coffena (v.l.): Barbara Held (Trainer), Sandra Stucki, Giovanni Meola (Trainer), Sylvain Ernst (Trainer) und Martin Egger

Im hochwertigen Starterfeld fiel das Ergebnis der Schweizer Teilnehmer eher durchwachsen aus. Lediglich Sandra Stucki (Berchtold Group Burgdorf) konnte ihren Final erreichen und sich dort den fünften Platz sichern. Matthias Lübke, hauptberuflich Verkaufsleiter bei Blaser Café in Bern, sagt dazu: “Unsere drei Schweizer Meister haben sich gewissenhaft und mit sehr viel Aufwand auf die Weltmeisterschaften in Köln vorbereitet. Leider wurden sie nicht alle dafür belohnt, wenigstens, wenn man allein den belegten Rang als Messwert anlegt. Was aber an einer solchen WM besonders zählt, ist der “olympische Gedanke”: durch die Teilnahme lernt man als Barista und Cupper [so werden die Teilnehmer im Cup Tasting genannt, KS] unglaublich viel dazu. Und nicht zuletzt knüpft man neue Kontakte zur internationalen Kaffeewelt, aus denen nicht selten sogar Freundschaften entstehen.”

Doch woran lag es, dass sich insbesondere Florence Letroux und Martin Egger am Ende im letzten Drittel des Starterfeldes wiederfanden? Der aufmerksame Beobachter, der auch ein wenig hinter die Kulissen zu schauen vermochte, konnte vor allem zwei Dinge identifizieren: individuelle Fehler und Unerfahrenheit.

Martin Eggers Konzentration auf seinen Auftritt bei den Latte Art Wettbewerben wurde allein dadurch schon gestört, dass er erst am Wettbewerbstag erfuhr, dass er nicht die Tassen verwenden dürfe, mit denen er die Schweizermeisterschaft gewonnen hatte. Äusserlich blieb Tinu, wie er von seinen Freunden genannt wird, cool, doch schon seine beiden Espressi Macchiato übergoss er, d.h. ein wenig Kaffee lief aus den Tassen. Barbara Held, Leiterin des Coffee Competence Centres der Fa. Schaerer in Moosseedorf und Tinus Trainerin, erklärt dazu: “Schade für Tinu war die Geschichte mit der Neuerung, dass die Tasse vom Verband gestellt wird. Wir haben uns die Regeln im Februar aus dem Internet gezogen, da stand noch nichts von den Tassen. Auf bei den Schweizermeisterschaften in Januar vor einer internationalen Jury was diese Tassen in keiner Weise ein Thema. Auch wenn es nicht als Ausrede klingen soll, doch jeder, der Latte Art giesst, weiss, dass die Tassen neben der verwendeten Milch und dem Kaffee elementar für das Ergebnis sind. Etwa so, wie wenn in Wimbledon plötzlich auf Sand gespielt werden würde.”

Sandra Stucki, Sylvain Ernst (Trainer von Sandra) und Martin Egger
Sandra Stucki, Sylvain Ernst (Trainer von Sandra) und Martin Egger

Auch im Bereich Latte Art werden Punkte für die Sensorik des Getränks vergeben. Und hier kommt die erwähnte Unerfahrenheit der Beteiligten im internationalen Wettbewerb ins Spiel. Nochmal Barbara Held dazu: “Die Erfahrung der Wettbewerbe zeigt, dass wir in der Schweiz einen anderen Espresso- und Cappuccinogeschmack haben als die nordischen Länder, aus denen z.T. die Jurymitglieder stammten. Nun gilt es herauszufinden, wie in den Augen der Jury der perfekte Cappuccino schmecken sollte.”

Ähnliche Erfahrungen mit der Unerfahrenheit im internationalen Wettbewerb musste Florence Letroux im Wettbewerb der Cup Taster machen. Das letzte Triangel der zu verkostenden Kaffees war so heiss, dass sich Florence den Mund verbrannte und den fremden Kaffee unter zwei gleichen nicht mehr herausschmecken konnte. Zwar hatte sie alle 8 Triangel in eigener Rekordzeit von 3:43 min verkostet (immerhin 24 Tassen), doch hat sich die spätere Weltmeisterin, die Russin Valentina Kazachkova, für ihre Verkostung in allen drei Runden, an den sie teilnehmen müsste, jeweils über 7 Minuten Zeit gelassen, um die “falschen” 8 Tassen herauszuschmecken. Wenn man Wert auf das perfekte Ergebnis (8 von 8), und weniger auf die Geschwindigkeit, legt, scheint das offenbar das bessere Rezept zu sein: Eile mit Weile.

Summa sumarum bleibt für die Schweizer Teilnehmer vor allem eines: ein bleibendes Erlebnis und eine Menge neuer Erfahrungen und Eindrücke, die sie für kommende Wettbewerbe nutzen werden. Martin Egger, Chef de Bar im Hotel Berchtold in Burgdorf, kommt mit seiner ersten Enttäuschung deshalb auch gut zurecht: “Mit etwas Distanz sehe ich die Ereignisse sehr positiv. Ich habe meine Ziele leider nicht erreicht, konnte aber sehr viele Ideen aus Köln mitnehmen. Der Event war ein Riesenerlebnis und natürlich werde ich alles daran setzen, 2010 in London bei den nächsten Weltmeisterschaften erneut dabei zu sein. ” Kaum wieder nach Burgdorf zurückgekehrt, machte sich Tinu sogleich daran, seine Eindrücke und Ideen aus Köln an der eigenen Kaffeemaschine zu wiederholen und zu festigen.

Sandra Stucki bei Ihrer Präsentation an der WM
Sandra Stucki bei Ihrer Präsentation an der WM

Der Lichtblick aus Schweizer Sicht ist natürlich Sandra Stucki, die mit ihrer unbekümmerten Art das Final in ihrer Disziplin erreichte. Vor allem, dass sie sich bei Ihrer Präsentation steigern konnte, freut Sandra: “Meine Zielsetzung wurde mit dem Erreichen des Finals erreicht. Auch meine Auftritte vor Publikum sind mir deutlich besser gelungen als noch an den Schweizermeisterschaften.” Sandra plant an den nächsten Schweizermeisterschaften zwei verschiedene Kaffeezubereitungen zu verwenden (in Köln waren beide Kaffees in der French Press gebrüht worden), um sich dann, nach hoffentlich erneutem Gewinn des Meistertitels, wieder für die Weltmeisterschaften in London zu qualifizieren.

Mit dieser Lust auf das erneute Sich-Messen mit den nationalen Meistern der anderen Ländern, gibt Sandra das Motto für das gesamte Schweizer Team vor: Analyse der eigenen Präsentation im Vergleich zu den jeweiligen Finalisten, Definition der Ziele einer modifizierten Vorbereitungsarbeit und ein gutes Stück Selbstbewusstsein, auf dem richtigen Wege zu sein. Und intensiver Austausch mit allen, die Erfahrung in der Teilnahme an Weltmeisterschaften haben.

Viel Glück für London 2010 wünscht

Johannes Lacker

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World Cup Tasting Championships aus Schweizer Sicht

Am gestrigen Sonntag trat die Schweizer Meisterin im Cup Tasting zu ihrem Wettbewerb an. Heinz Trachsel, nationaler Koordinator der Swiss SCAE, hatte im Vorfeld des Wettbewerbs grosse Hoffnung auf Florence Letroux gesetzt und sie durchaus zur Mitfavoritin erklärt.

Warum Florence am Ende nur den 18. Gesamtrang (von 32 Teilnehmern) belegte, erklärt Florence hier:

Kaffi Schopp (KS): Florence, bei Deiner ersten Teilnahme an den World Cup Tasting Championships hast Du den 18. Rang erreicht. Bist Du damit zufrieden?

Florence Letroux (FL): Natürlich bin ich über mein nicht so tolles Ergebnis enttäuscht. Ich hätte es besser machen wollen und kann meine Leistung nicht entschuldigen, aber wie man es im Französischen sagt, hatte ich “mildernde Umstände”.

KS: Was sind das für “mildernde Umstände”?

FL: Meine Startnummer war die 13 und ich habe sehr gehofft, dass diese Zahl mit Glück bringen wird. Kurz vor meiner Verkostung war ich sehr nervös, doch konnte ich mich glücklicherweise schliesslich doch auf meine 24 Tassen konzentrieren. Ich habe diese dann auch in der eigenen Rekordzeit von 3:34 Minuten verkosten können.

KS: Und wie hast Du Deinen Auftritt selbst erlebt?

FL: Das Niveau an den Meisterschaften war schon in der ersten Runde sehr hoch [d.h. die zu erkennenden “fremden” Kaffees waren geschmacklich sehr dicht an den zwei gleichen des jeweiligen Triangels, KS]. Wie ich schon vor den Meisterschaften sagte, sind alle Teilnehmer nationale Meister und jeder von ihnen hätte Weltmeister werden können. Während des Wettbewerbs selbst habe ich natürlich sehr genau die Ergebnisse der anderen verfolgt.

Für mich selbst kann ich sagen, dass das erste Triangel bereits ein Sieg für mich war, denn an den Schweizermeisterschaften in Bern hatte ich in jeder Runde den ersten Kaffee nicht entdecken können. Dann kamen die Tassen 2 und 3, die ich zu meiner Freude ebenfalls bestimmen konnte. Leider habe ich den vierten Kaffee nicht erkannt – und ich kann mir bis jetzt nicht erklären, warum.

Die Tassen 5, 6 und 7 waren dann wieder okay, so dass ich mich innerlich schon sehr gefreut habe, aber dann die Riesenenttäuschung: der letzte Kaffee war der falsche.

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Florence Letroux (Bildmitte) an den Schweizermeisterschaften im Januar

KS: Woran lag’s?

FL: Ich war schon vorher fast sicher, dass ich den letzten Kaffee nicht richtig bestimmt hatte, weil die drei Kaffees des letzten Triangels so heiss waren, dass ich mir den Mund verbrannt habe. Aber wie die anderen Teilnehmer musste ich mit diesem Umstand umgehen, vor dem ich mich allerdings am meisten gefürchtet habe. Am Schluss hatte ich 6 von 8 Kaffees richtig bestimmt in einer Zeit von 3:43 min. Das hat nicht gereicht für das Halbfinale, wo man 7 von 8 Kaffees in einer Zeit von mindestens 3:54 min hätte erkennen müssen.

KS: In unserem Vorgespräch hattest Du mir gesagt, dass Du Dich darauf freust, an den Weltmeisterschaften teilzunehmen und die Atmospäre zu erleben.

FL: Ja, die Atmosphäre während der Meisterschaften war einfach unglaublich! Vor allem möchte ich aber den 8 Halbfinalisten zu deren sehr guten Leistungen gratulieren. Ganz besondere Glückwünsche gehen an die russische Gewinnerin, Valentina Kazachkova, die eine unglaubliche Leistung während aller drei Runden [1. Runde, Halbfinale, Finale, KS] erbracht hat.

Am Ende bin ich sehr glücklich an den Meisterschaften teilgenommen zu haben und bin stolz darauf, die Schweiz an den World Cup Tasting Championships in Köln vertreten zu haben. Vor allem möchte ich mich beim gesamten Schweizer Team bedanken, welches mich während des gesamten Wettbewerbs unterstützt hat. Mein besonder Dank gilt Heinz [Trachsel, KS] und Matthias [Lübke, Wettbewerbsverantwortlicher der Swiss SCAE, KS], die meine Teilnahme organisiert und mich seit meinem Gewinn der Schweizermeisterschaften im Januar begleitet und unterstützt haben.

KS: Florence, auch Dir alles Gute für die Zukunft. Wir hoffen, Dich im nächsten Jahr an den Schweizermeisterschaften wieder zu sehen!

Während aller Wettbewerbe hörte ich eine Regel immer wieder: bei der ersten Teilnahme wird niemand Weltmeister. Um zu gewinnen, braucht es nicht nur handwerkliches Können, sondern auch viel Erfahrung, wie man eine solche Meisterschaft bestreitet.

Da es Florence’ erste Teilnahme an einer WM war, muss sie tatsächlich mit ihrer Leistung nicht unzufrieden sein. Sie weiss, dass sie es besser kann. Und wir vertrauen darauf, dass sie dies beim nächsten Mal auch zeigt.

Johannes Lacker

Bildquelle: swissscae.ch

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Ein erstes Resumée

Gestern abend um 23:30 Uhr (MEZ) wurden in Atlanta die Finalteilnehmer bei den WBC bekannt gegeben. Wie ich schon schrieb, erreichte der Schweizer Meister Philipp Meier nicht den Final.

Nun beschreibt er selbst auf seinem Blog den Grund für das Nicht-Erreichen der Finals :

Rang 32. Das hatten wir alle nicht erwartet. Ich bekam darauf ein ausfuehrliches Feedback von einem meiner Juroren. Fuer den technischen Part bekam ich die Hoechstnoten, mit denen ich ganz vorne mitspielte. “Zum Verhaengnis” wurde mir jedoch mein Signature Drink, der in der Schweiz noch so gut abschnitt. “Too much chestnut, to less coffee” – was ich nachvollziehen kann. Gesucht sei, so der Juror, die Kombination von Kaffee und Signaturedrink-Produkt und nicht umgekehrt. Die Punkte fuer meinen Signaturedrink bewegten sich also ziemlich tief. Doch gerade diese Sensorikpunkte werden mit dem Faktor vier multipliziert, sind also enorm wichtig und massgebend fuer die Bewertung, da sie danach laufend multipliziert werden.

Möglicherweise ist in der Vorbereitung ein Fehler passiert, als man – sicherlich unwissentlich – dem oben beschriebenen Grundsatz, dass auch beim Signature Drink der Kaffee im Vordergrund stehen muss, nicht genug Gewicht beimass. Philipp schreibt weiter:

[…] Die lehrreichen Schluesse daraus werden in Zukunft weiterhelfen, die ganze Sache noch besser gestalten zu koennen.

Das ist es, worauf es ankommt. An das gelernte anknüpfen und es beim nächsten Mal besser machen. Hinfallen und wieder aufstehen. Mit dem Swiss Barista Team, dem unterstützenden Verband der Swiss SCAE und den begleitenden Sponsoren hat sich in der Schweiz eine Struktur geschaffen, um im Jahre 2010 ganz vorne bei den WBC mitzuspielen.

So heisst es also “Auf ein Neues in 2010” – hoffentlich wieder mit Philipp Meier als amtierenden Schweizer Barista Meister!

Johannes Lacker

P.S.: Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen, dass man in Deutschland meilenweit von solchen Strukturen wie in der Schweiz entfernt ist. Es würde mich sehr freuen, wenn sich dies in Deutschland bald ändert. Die Verantwortlichen der German SCAE sollten sich mit den Schweizer Kollegen einmal zusammensetzen und austauschen.

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Kaffi Schopp News

Das Kaffi Schopp tritt der Swiss SCAE bei

Heute habe ich den Betritt des Kaffi Schopps zur Swiss SCAE erklärt.

scae-logo_klDie SCAE ist der europäische Kaffeespezilitätenverband (Speciality Coffee Assocation of Europe) mit Sitz in London. Natürlich gibt es auch ein “German Chapter”, doch da das Kaffi Schopp “Feine Schweizer Art” bietet, liegt es natürlich nahe, dem “Swiss Chapter” beizutreten.

Nachdem ich mit Heinz Trachsel, dem nationalen Koordinator der SCAE für die Schweiz, klären konnte, wie ich als in Deutschland Ansässiger der Swiss SCAE beitreten kann, habe ich heute schnell das Beitrittsformular ausgefüllt und an die SCAE nach London geschickt.

Nun warte ich auf entsprechende Bestätigung meiner Mitgliedschaft.

In der Swiss SCAE sind über 80 Mitglieder, natürliche Personen wie Unternehmen, miteinander vernetzt. Gerade aus dieser Vernetzung zur Schweizer Kaffeeszene erhoffe ich mir neue Impulse für den erfolgreichen Start des Kaffi Schopp in Deutschland.

Grundgedanke der SCAE ist die Verknüpfung aller Mitglieder der Wertschöpfungskette, um gemeinsam die Kaffeequalität zu verbessern, das Wissen um Kaffee, seine Zubereitung und Verarbeitung zu fördern, sowie dem fachlichen Austausch als Plattform zu dienen.

Diesen Zielen hat sich auch das Kaffi Schopp verschrieben. Unser Schwerpunkt liegt dabei natürlich bei Kaffee aus Schweizer Röstereien und dessen handwerklich perfekten Zubereitung.

Kontakt zur Swiss SCAE finden Sie über Heinz Trachsel.

Johannes Lacker

P.S.: Die deutsche Seite der SCAE erreichen Sie hier.