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Mein 1. August in der Schweiz

Mittlerweile ist es schon einige Jahre her (ehrlicherweise schon fast 20), als ich meinen ersten 1. August in der Schweiz feiern konnte.

Der Schweizer Nationalfeiertag erinnert an die Gründung der Schweiz am 01.08.1291, bei dem sich die drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden den Rütli-Schwur gaben. Zur 700-Jahr-Feier dieses bekannten Rütli-Schwures arbeitete ich im Grand Hotel Kronenhof in Pontresina (Engadin / Graubünden).

Als Betriebsassistent war es u.a. meine Aufgabe, das Champagner-Buffet für die 01. August-Feier des Hotels aufzubauen. Gesagt, getan. Die Schweizer Fahne bildete dabei das Tischtuch, auf dem ich alle Gläser und die Sektkühler stellte und sorgfältig anordnete. In meinen Augen sah das alles sehr sehr schön aus.

Mein Hoteldirektor, Edwin A. Lehmann, ein Schweizer, sah das aber offensichtlich anders. Als er die Fahne als Tischtuch missbraucht sah, wies er mir an, die Gläser sofort abzubauen, und die Schweizer Fahne zu entfernen. Eine Schweizer Fahne könne man nicht als Tischtuch verwenden. Das würde die Fahne entweihen.

Verdutzt baute ich das Buffet wieder ab und entfernte die Fahne. Mir als Deutschem ist die Heiligkeit der Fahne fremd, aber natürlich respektierte ich den Wunsch von Herrn Lehmann.

Heutzutage scheint man mit dem Schweizer Kreuz und der Fahne etwas entspannter umzugehen, schliesslich gibt es nichts, auf dem sich kein Schweizer Kreuz findet. Wer einmal einen Schweizer Souvenirladen betreten hat, weiss wovon ich rede.

Nichtsdestotrotz wünsche ich der Schweiz (bzw. der Schweizerischen Eidgenossenschaft, wie das Land offiziell heisst), einen schönen 01. August und gratuliere zum 720.  Geburtstag.

Johannes Lacker

Der Schweizer Kaffeemarkt – ein paar Fakten

Am vergangenen Donnerstag trafen sich die Mitglieder des Schweizer SCAE Chapters in Wädenswil in der dortigen Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Department für Lifesciences). Im Rahmen der SwissSCAE-Jahrestagung referierte Regula Heiniger über den Schweizer Kaffeemarkt.

Mit Ihrer Diplomarbeit, die sich mit der wirtschaftlichen Bedeutung des Kaffees für die Schweiz beschäftigt, hat sie sehr interessante Fakten zusammengetragen:

  • Die Schweiz ist der wichtigste Umschlagplatz für Rohkaffee weltweit. 70-80 Prozent des exportierten Rohkaffees (ca. 4.2 Mio. Tonnen) wird über die Schweiz gehandelt.
  • 77 Prozent des Schweizer Kaffee-Eigenbedarfs wird in der Schweiz geröstet.
  • In der Schweiz gibt es rund 70 Kaffeeröstereien.
  • Die grösste Rösterei der Schweiz ist Nespresso mit einem Röstvolumen von 40’000 Tonnen pro Jahr.
  • Die Schweiz ist auch führend bei der Entwicklung von Kaffeevollautomaten. Die sechs grössten Kaffeevollautomaten-Hersteller der Welt haben ihren Sitz in der Schweiz.
  • Die Bruttowertschöpfung der Kaffeebranche in der Schweiz beträgt pro Jahr CHF 4.12 Mrd.
  • Die Schweizer Kaffeebranche erwirtschaftet rund 0.86 Prozent des Brutto-Inland-Produktes.

Wichtigstes Exportgut der Schweiz ist auch nicht, wie viele vielleicht meinen, Schweizer Käse oder Schweizer Uhren (oder auch das Taschenmesser), sondern tatsächlich Kaffee. Hauptanteil an diesem Export-Ergebniss hat natürlich der in der Schweiz produzierte Nespresso.

Haben Sie schon mal Schweizer Kaffee probiert?

Ein genussreiches Wochenende wünscht

Johannes Lacker

P.S.: Mein Dank geht an Manuel Fröhlich von premium-shops.ch, der mir den Vortrag von Regula Heiniger zur Verfügung gestellt hat, da ich selbst nicht in Wädenswil war.

Die Schweiz feiert Geburtstag – Kaffi Schopp auch!

Am kommenden Sonntag, dem 01. August, feiert die Schweiz mal wieder Geburtstag. “Geboren” wurde die Schweiz im Jahre 1291, als sich die Schweizer Urväter auf der Rütli-Wiese oberhalb des Vierwaldstätter Sees schworen, “ein einzig Volk von Brüdern” zu sein. Durch diesen feierlichen Eid war die Eidgenossenschaft geboren.

2010 wird die Schweiz somit 719 Jahre alt. 718 Jahre später schwor ich mir, die deutschen Kaffeefreunde mit Kaffee aus der Schweiz zu versorgen – und nun kann der Online Shop vom Kaffi Schopp seinen Ersten Geburtstag feiern.

Einladung zur Blogparade

Damit möglichst viele Kaffee- und Schweiz-Geniesser mit mir feiern, lade ich Euch ein, mir von Eurer Beziehung zur Schweiz, ihrer Küche und/oder ihrer Gastronomie zu erzählen.

Stellt Euer Schweizer Lieblingsgericht vor (z.B. Fondue oder Raclette), Euren Schweizer Lieblingskäse, Eure Lieblingsbeiz in Basel, Zürich oder Bern (oder sonst wo) oder auch Euren Lieblingswein, den Ihr aus Eurem Schweizurlaub immer mitbringen müsst. Kurz – was verbindet Euch mit der Schweiz in Bezug auf Essen und Trinken – daheim oder in der Gastronomie.

Ihr könnt gewinnen!

Natürlich soll Eure Mühe belohnt werden! Unter allen Teilnehmern verlose ich folgende Köstlichkeiten:

1. Platz 1x Kochbuch “Schwiizer Chuchi” von Betti Bossy

2. Platz 1x die “Grand Selection” Bio Tee der SIROCCO AG aus Schmerikon

3. Platz 1x eine Flasche 75cl Aigle Les Murailles “Eidechsliwein” von Henri Badoux – gestiftet von schweizerweineonline.de

Die Teilnahme-Bedingungen sind wie folgt:

Schreibt in Eurem Internet-Blog, was Euch kulinarisch mit der Schweiz verbindet und postet z.B. Euer Schweizer Lieblingsrezept. Euren Artikel verlinkt Ihr bitte hier in den Kaffi Schopp Blog (per Trackback – damit ich weiss, dass Ihr teilnehmt). Solltet Ihr keinen eigenen Blog haben, schreibt einfach in den Kommentaren. Euren Artikel solltet Ihr bis zum 15.  August fertig haben. Die besten Stories werden dann prämiert.

Eiertütscha – ein Osterbrauch aus der Schweiz

Es gibt schon einige Osterbräuche in der Schweiz, der am weitesten verbreitete ist sicherlich das “Eiertütscha”.

So kommen beispielsweise in Bern Kinder und Erwachsene am Ostersonntag in der Altstadt auf dem Kornhausplatz zum “Eiertütscha” zusammen. In diesem Wettstreit werden die Ostereier aneinander geschlagen – das standhafteste gewinnt.

Aber auch in Basel und Graubünden kennt man diesen Brauch: viele Basler und Bündner Kirchengemeinden bieten während des Osterfestes das “Eiertütscha”.

Einen Tag später, jeweils am Ostermontag vormittag, findet auf dem Zürcher Rüdenplatz am Limmatquai eine Variante des “Eiertütscha” statt: das “Zwänzgerle”.

Hunderte von Eiern wechseln die Hand beziehungsweise die Kinderhändchen, um zum “Zwänzgerl”‘ hingestreckt zu werden. Die Spielregel ist einfach. Die Kinder strecken die Ostereier hin. Die Erwachsenen werfen einen Zwanziger (ein Zwanzig-Rappen-Stück) auf das Ei. Bleibt der Zwanziger stecken, gehören Ei und Münze dem Werfer, geht der Zwanziger daneben, gehören Ei und Geld dem Kind.

Ein schönes Osterfest wünscht

Johannes Lacker

Silvester in der Schweiz

In der Schweiz knallen zum Jahreswechsel nicht nur die Korken. Krachendes Feuerwerk, lärmende Umzüge mit vermummten Gestalten, Trommeln, Schellen und Peitschenknallen – so endet das alte Jahr traditionell in der Schweiz. Denn nach altem Brauchtum geht es in der Nacht zum Jahreswechsel um die Abwehr von bösen Geistern und Dämonen. Dazu folgend ein paar Schweizer Silvesterbräuche:

Das Zürcher Schulsilvester:
Wurde von den Schulkindern am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien mit Lärm und Streichen gefeiert. Zum frühmorgendlichen Umherziehen und Radau machen, gehörten auch harmlose Streiche. Diese arteten jedoch aus und die Behörden entschieden, diese Tradition abzuschaffen.

Altjahrsesel Schwarzenburg:
Alljährlich am Silvesterabend zieht ein geräuschvoller Zug mit immer denselben Gestalten durch die Gassen und Strassen Schwarzenburgs und lockt Alt und Jung in die Winternacht hinaus: Der Altjahrsesel.
Bei diesem Silvesterbrauch verkörpert der Esel – ein verkleideter Mensch – das alte Jahr. Der Esel wird jämmerlich verprügelt und von einem den Tod darstellenden Eselstreiber abgeführt. Die Figuren des Altjahresesels verkörpern grösstenteils gegensätzliche Bedeutungspaare wie Alt und Jung, Gut und Böse, Vergangenheit und Zukunft.

Silvesterklaus Appenzell

Silvesterklaus aus dem Appenzell (c) appenzell.ch

Bei den Appenzellern:
Da diese lange den Gregorianischen Kalender nicht annehmen wollten, feiern sie heute den Jahreswechsel gleich zweimal: am 31. Dezember und am 13. Januar. Im Mittelpunkt stehen bei den Feierlichkeiten die Silvesterkläuse. Sie tragen Trachten, Masken mit riesigen kunstvollen Hüten oder sind mit Tannenzweigen dekorierten Gewändern verkleidet. Mit lautem Schellengerassel melden sie sich, jodeln mehrstimmig und wünschen den Hausbewohnern Glück zum neuen Jahr. Zum Dank erhalten die Silvesterkläuse Getränke – meist Hochprozentiges. Besonders schön wird dieser Brauch in Urnäsch, Schwellbrunn, Hundwil, Waldstatt und Stein begangen. Falls der 31. Dezember oder der 13. Januar auf einen Sonntag fallen, ziehen die Silvesterkläuse bereits am Samstag durch die Ortschaften.

In Klosters (Graubünden):
Dort ist das Glücksschweinrennen der Renner! Traditionsgemäß findet am Nachmittag des 1. Januar im Dorfzentrum von Klosters der große Neujahrsempfang statt. Rund 2000 Einheimische und Gäste treffen zusammen und stossen auf das neue Jahr an. Absoluter Höhepunkt ist das Klosterser Hotschrennen. Zehn Schweine, welche in der Region groß gezogen wurden, laufen in einem sehenswerten Sprint um die Wette. Der Sieger wird der Glücksbringer fürs neue Jahr. Die Rennsäue werden intensiv mit regelmäßigen Trainings zu Musik auf das Ereignis vorbereitet

Das Hadermannli und sein Wyb in Interlaken

Das Hadermannli und sein Wyb in Interlaken Foto: Christoph Buchs

Im Berner Oberland:
Ein weiterer Neujahrsbrauch findet seit 50 Jahren am 2. Januar in Interlaken statt. Hier wird vom Hardermannli, seinem Wyb und seinem Gefolge, den sogenannten Potschen, heimgesucht. Diese tragen kunstvoll geschnitzte Holzmasken und abenteuerliche Kostüme, die mit Tannbart und Fellen behängt sind. Nach dem traditionellen Umzug trifft man sich in den Beizen in Interlaken zum gemütlichen Beisammensein.

Allen Eidgeniessern und Kaffi Schopp Blog Lesern einen guten Rutsch ins Jahr 2010 und alles Gute für das kommende Jahr wünscht

Johannes Lacker

Schweizer Tag des Kaffees 2009

TdK_WOC_design_D_09Dieses Jahr veranstaltet die Swiss SCAE (Speciality Coffee Association of Europe) am Freitag, den 25. September 2009 den 2. Tag des Kaffees unter dem Motto „Faszination Cappuccino“.

Der Tag des Kaffees wird, wie auch im letzten Jahr, ein intensives, lustiges, nachdenkliches und geschmackvolles Programm rund um den Kaffee sein. Kaffee zum diskutieren, zum zubereiten, zum trinken, zum essen, zum hören, zum tanzen und zum geniessen. Den ganzen Tag werden bei den teilnehmenden Kaffeepartnern die verführerischen Qualitäten an Café nature, Espresso, aber besonders Cappuccino und Latte Macchiato, verkostet. Süsses und Herbes, Kaltes oder Heisses, Leises oder Lautes: alles soll vom Kaffee inspiriert sein.

An diesem Tag steht der Kaffee im Mittelpunkt bei Röstereien, Gastrobetrieben, Einzelhändlern und Konsumenten. Vor allem letzteren wird das bewusste Zubereiten und Verkosten des Kaffees zum bleibenden Erlebnis während des Tages des Kaffees – und natürlich auch darüber hinaus.

Weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen in der Schweiz finden Sie unter www.tag-des-kaffees.ch

Johannes Lacker

Werden Sie Eidgeniesser!

logo_twibeFür alle twitter-Nutzer, die sich für die kulinarischen Genüsse der Schweiz begeistern, habe ich neu eine twitter Gruppe eingerichtet: Eidgeniesser Twibe.

Melden Sie sich einfach an und bleiben Sie immer auf dem Laufenden rund um den Genuss aus der Eidgenossenschaft!

Eidgeniesser, vereinigt Euch!

Johannes Lacker

Kaffee ist Exportgut Nr. 1 der Schweiz

Nicht Schokolade, nicht der Käse, nein, Exportgut Nr. 1 der Schweiz ist seit 2008 Kaffee.

Die Nespresso-Kapseln, die für den weltweiten Markt in der Schweiz produziert werden, haben die Schweiz zum “Kaffee Land” gemacht. Nespresso ist ein Export-Schlager: im vergangenen Jahr exportierte die Schweiz Kaffee im Wert von rund einer Milliarde Franken ins Ausland:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=17ki4M6V2V0]

Ich werde immer wieder gefragt, wie ich zu den Nespresso-Kapseln stehe. Tatsächlich habe ich ein sehr ambivalentes Verhältnis zu Ihnen:

+ tolle Lifestylewelt, die um das Produkt Kaffee herum aufgebaut wurde (Stichwort: George Clooney)

+ hoher Grad an Benutzerkomfort (sauberes Aufbrühen und konstantes Kaffeeergebnis in der Tasse)

+ Kunden werden an Single Origin Kaffees, sogenannte Lagen Kaffees, herangeführt, die bei Nespresso “Grand Cru” heissen

+ als Unternehmer schaue ich gerne, wie Nespresso die Marke aufbaut

+ als Unternehmer interessiert mich die konsequente Art der Kundenbindung und des Monopolaufbaus rund um das Nespresso-System

Dagegen stehen für mich:

keine Angabe zum Röstdatum

was ist in der Kapsel, wie sieht der darin enthaltene Kaffee aus?

Unmengen an Aluminium-Müll, die nur zum Teil recycled werden

der Kunde hat keine Alternative zur Nespresso-Kapsel

Kapseln können nur via Internet oder in den Nespresso-Shops nachgekauft werden

Nespresso ist ein geniales Produkt, allerdings ohne Geschichte und Seele

George Clooney kann nicht Kaffee rösten

Wir vom Kaffi Schopp werden dazu beitragen, dass der Kaffee aus Schweizer Röstereien sich weiterhin so exzellent verkauft – allerdings unterstützen wir nur kleine- und mittelständische Unternehmen, mit deren Philosophie wir eins sind.

Einen schönen Abend im Kaffi Schopp wünscht

Johannes Lacker

Videoquelle: swissinfo.ch

Die Schweiz sagt Ja zur Personenfreizügigkeit

Wenn ich sonst in diesem Blog keine politischen Themen behandele (hier geht’s schliesslich um Schweizer Kaffee), hat mich die heutige Befragung der Stimmbürger (=Wähler) in der Schweiz sehr berührt. Von ihr hing ab, ob sich die Schweiz weiter der EU nähert oder einen separatistischen und sich isolierenden Weg einschlägt.

Die Stimmbürger wurden heute zur Ausdehnung der bestehenden Personenfreizügigkeit mit der EU auf Rumänien und Bulgarien befragt. 59,6% der Wähler haben sich für die Weiterführung und die Ausdehnung ausgesprochen. Wäre es zu einem “Nein” gekommen, wären seitens der EU verschiedene Abkommen der Vergangenheit gekündigt worden, da es nach Meinung der EU keine Sonderregelungen der Schweiz für bestimmte Mitgliedsländer der EU geben kann. Alle 27 Länder müssen durch die Schweiz gleich behandelt werden.

Hier nun das vorläufige Endergebnis:
ergebnisse

Was mich an diesem Ergebnis besonders freut, ist dass die Schweizerische Volkspartei (SVP) mit ihrer Schwarzen Raben Kampagne keinen Erfolg hatte. Die SVP spielte auf bekannte Vorurteile gegenüber Fremden und der EU an.

Im Blog der CVP Luzern (Christliche Volkspartei, analog zur deutschen CDU) schreibt Martin Schwegler:

Ist das Wahlvolk “SVP-müde”?

Man ist allenthalben überrascht über das klare Ja zur Weiterführung und Ausweitung der Personenfreizügigkeit. Für die SVP wäre laut Aussagen des Präsidenten ein Nein-Anteil von klar über 40% ein Erfolg gewesen. Denn immer, wenn eine politische Partei bei einer Sachfrage über den eigenen Wähleranteil hinaus Stimmen gewinnt, hat sie offenbar mit ihren Anliegen Leute anderer Parteien angesprochen. Jetzt sind es etwas mehr als 40 % – und die SVP mag sich nicht wirklich freuen. Bei der Abstimmung über die Bilateralen [Verträge mit der EU, KS] ist die Sache nämlich so: Früher war der Anteil der Abstimmenden, welche ihre EU-kritische Haltung mit Nein zu Europavorlagen formulierten meistens grösser. Konkret bedeutet dies, dass die SVP nunmehr auch europakritische Personen anderer Parteien zunehmend schlechter ansprechen kann.

Das klare Ja ist eine ähnliche Überraschung wie damals die Abfuhr, welche die SVP mit ihrer Einbürgerungsinitative erfuhr. Während im Dezember 2007 [bei den Bundesratswahlen, KS] noch eine breite Unverständnis über die Abwahl Blochers herrschte, hat sich nun die Stimmung gekehrt. Das Affentheater, das im Nachgang zu dieser Abwahl von der SVP aufgeführt wurde und insbesondere den Umgang mit Frau Widmer-Schlumpf kostete dieser Partei sehr viel Sympathien. Generell stösst die Art und Weise dieses Politisierens offenbar auf verstärkte Ablehnung. Meiner Ansicht nach wächst der Anteil derjenigen, die aus Prinzip gegen das Stimmen, was die SVP sagt, egal um was es geht. In diesem Sinne kann eine gewisse “SVP-Müdigkeit” konstatiert werden.

Ich danke Marci, Miriam, Tanja, Alfons, Roger, Hannes und Martin für ihr JA. Danke, dass Ihr auf die Angstmacherei und den platten Populismus der SVP nicht hereingefallen seit.

Johannes Lacker

P.S.: Eine Artikel zur Vorgeschichte dieser Abstimmung und den angekündigten Konsequenzen der EU bei einem Nein finden Sie bei Blogwiese.ch. Ein nettes Online-Spielchen, um es den Herren der SVP heimzuzahlen, ist der Rabenpick.