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Schweizer Kaffee online kaufen – Schümli, Espresso und Single Origins im Kaffi Schopp

Seit dem vergangenen Montag kann der Liebhaber des Schweizer Kaffee diesen online im Webshop des Kaffi Schopp kaufen.

Das Kaffi Schopp bietet Bohnenkaffee der Röstereien Bertschi Café Birsfelden, Bogen Kaffee Schaffhausen, Blaser Café Bern, Cafè Badilatti Zuoz, Kaffeeschmiede Langnau i.E., La Semeuse La Chaux-de-Fonds, Pausa Caffè Rivera sowie Rast Kaffee Ebikon.

Ergänzt wird das Sortiment durch die beiden Hersteller von Schweizer Premium Schokoloden Beschle Chocolatier Suisse aus Basel und Idilio Origins Premium Swiss Chocolate ebenfalls aus Basel.

Zu beziehen sind die genannten Sortimente im Online Shop unter www.kaffischopp.de

Johannes Lacker

Rast Kaffee "Malabar Monsooned Arabica"

Vor zwei Wochen konnte ich in Zürich im dortigen Globus Kaufhaus (Bahnhofstrasse) mehrere Kaffeeröstungen der Ebikoner Gourmet Rösterei Rast kaufen. Heute habe ich nun den ersten dieser Kaffees probiert, den Malabar.

Der Malabar Monsooned (Bildmitte)

Der Malabar Monsooned (Bildmitte)

Geröstet am 19.12.2008 ist dieser Kaffee gerade mal gute 4 Wochen alt und damit wirklich als röstfrisch zu bewerten (wenn man vor allem bedenkt, dass ich ihn im Lebensmitteleinzelhandel gekauft habe).

Dieser indische Kaffee aus dem Bundesstaat Kerala ist vor allem wegen seines speziellen Aufbereitungsverfahrens, dem »Monsooning«, bekannt. Er wird nach der Ernte zuerst für 5 Tage dem Monsunregen ausgesetzt, um ihn anzufeuchten und um ihn anschließend, während 7 Wochen, durch die Monsunwinde zu trocknen. Mit diesem Verfahren erzielt man den unverwechselbaren, ausgeprägten und geschmeidigen Geschmack des Indien Malabar Monsooned.

Schon beim Mahlen der Bohnen fällt das angenehme Aroma des gerösteten Kaffees auf. Beim anschliessenden Angiessen in der French Press zeigt der Kaffee eine starke Schaumbildung, welche auch beim Aufbrühen (über 4 Minuten) weiter anhielt.  Getrunken überzeugt der Malabar von Rast mit einem weichen und würzigen Aroma, schmeckt dabei aber mild und ist praktisch säurefrei. Der typische Charakter eines indischen Malabar.

Im Vollautomaten als Schümli aufgebrüht behält der Malabar seine Eigenschaften, überzeugt aber vor allem durch seine stabile Crema, welche für einen 100%igen Arabica-Kaffee aussergewöhnlich ist.

Für mich der ideale Kaffee zur Nacht bzw. für Liebhaber milderer Espressi. Und da der Malabar praktisch säurefrei ist, kommen auch die Kaffeeliebhaber auf ihre Kosten, die sonst Probleme mit dem Magen haben. Der Malabar Monsooned Arabica ist im Kaffi Schopp Webshop erhältlich.

Über die Rösterei Rast habe ich mittlerweile schon mehrfach berichtet, sie stellt für mich die Referenz im Bereich der Schweizer Röstereien dar, weswegen ich sehr erfreut war, die Röstkaffees bei Globus delicatessa zu entdecken.

Ralph Wagner

Ralph Wagner

Begleitet wurde ich heute übrigens bei meinen Verkostungen von Ralph Wagner aus Hemsbach, der dort “Wagners Espressogesellschaft” betreibt. Ralph habe ich vor einiger Zeit kennengelernt, denn er ist auf der ständigen Suche nach dem perfekten Espresso (“leider” hat er diesen für sich bei Caffè Costadoro aus Turin gefunden, den er in Deutschland vertreibt. Heute habe ich ihm jedoch verschiedene Kaffees aus Schweizer Röstereien vorgestellt – mehr dazu in den kommenden Tagen).

Johannes Lacker

Caffè Crema Kettwiger Rösterei

Vor einigen Tagen erhielt ich den Caffè Crema der Kettwiger Rösterei von Jörn Porankiwitz. Nun liegt Kettwig nicht in der Schweiz, sondern ist ein Stadtteil von Essen, doch hatte ich im Vorfeld schon so viel positives über die Kettwiger Rösterei gehört, dass ich einfach neugierig war und nach einer Schümli-Mischung für den Kaffeevollautomaten fragte.

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Jörn Porankiwitz

Jörn Porankiwitz, der sich bis vor zwei Jahren eigentlich noch der Werbebranche verschrieben hatte, machte vor einem guten Jahr sein Hobby zum Beruf und eröffnete seine eigene Rösterei im Essener MarKETT-Center. Seitdem war viel positives über ihn zu lesen, sei es in der einschlägigen Fachpresse (“Rookie of the Year”, Crema Magazin) oder in den Kaffee Online Foren, wie dem Kaffee-Netz. Auch sonst zeigt sich Porankiwitz sehr umtriebig, sucht er doch gerade nach Franchisepartnern, die seine Idee übernehmen. Der Erfolg und das positive Feedback seiner begeisterten Kunden geben seinem Konzept offensichtlich recht.

Als mich die Packung des frisch gerösteten Kaffees erreichte, musste ich natürlich gleich meine Neugier befriedigen und den Kaffee in der French Press verkosten. Das Bohnenbild war frei von jeglichen Fehlbohnen, auffallend die unterschiedlichen (hellen) Röstgrade der einzelnen 100% Arabica-Bohnen. Hier wurden die Bohnen offensichtlich erst nach dem Rösten gemischt und sorgsam ausgewählt. Und auch sehr schonend und langsam geröstet, denn die Kaffeeöle sind während des Röstens nicht ausgetreten, die Bohnenoberfläche zeigt sich matt.

Aufgebrüht überzeugte mich der beerig, fruchtige Geschmack und der lang anhaltende, leicht rauchige Abgang. Die feine Säure und der ausgeprägte Körper erfreuten meinen Gaumen.

Im Vollautomaten aufgebrüht war insbesondere die hohe und stabile Crema zu bemerken. Mein Fazit: ein Schümli der Spaß macht!

Hier weiss offensichtlich jemand, wie man einen tollen Kaffee röstet und mischt!

Kaffi Schopp wünscht Jörn Porankiwitz weiterhin viel Erfolg mit der Kettwiger Rösterei. Ich bin gespannt, wie sich diese kleine feine Rösterei weiter entwickeln wird,

P.S.: Sie fragen sich, wo der Bezug zur Schweiz ist? Jörn Porankiwitz liebt Appenzeller Bärli Biber und sein Bruder lebt in St.Gallen… 😉

Kaffeeverkostungen bei Kaffi Schopp

In den letzten Tagen habe ich mehrfach verschiedene Kaffeeröstungen verkosten dürfen, wobei ein einheitliches Vorgehen beim Verkosten natürlich oberstes Gebot ist.

Schon beim Öffnen der Verpackung des Kaffees nehme ich mit Mund und Nase das Aroma des Kaffees auf. Anschließend beschaue ich das Bohnenbild, zum einen nach dem Röstgrad, zum anderen auch auf der Suche nach Bruchbohnen.

cuptastingFür das eigentliche Verkosten folge ich den Vorgaben bei den deutschen CupTasting Meisterschaften. Der zu verkostende Kaffee wird relativ grob gemahlen, da für das Verkosten eine French Press (Pressstempelkanne) verwendet wird. Ich koche einen halben Liter normales Leitungswasser auf und lasse es 30 sec abkühlen. Dabei ergeben sich Wassertemperaturen zwischen 92 und 96 Grad. Anschließend brühe ich 32 g Kaffeemehl in der Frenchpress auf und lasse den Kaffee 4 min ziehen. Abschließend wird der Stempel der Kanne nach unten gedrückt, um das Kaffeemehl von der Kaffeeflüssigkeit zu trennen.

Nun gieße ich den fertigen Kaffee in eine warme Kaffeetasse aus Glas, etwa halbvoll. Als erstes beurteile ich das Aroma. Anschließend schlürfe ich mittels eines Löffels den Kaffee mit viel Luft, damit sich die Aroma- und Geschmacksstoffe in meinem Mund gut entfalten können. Um den Abgang des Kaffees beurteilen zu können, trinke ich abschließend einen oder zwei Schluck des Kaffees.

Mittlerweile habe ich mir noch zu eigenen gemacht, den zu verkostenden Kaffee ergänzend als Schümli zu probieren, sprich seine Eignung für den Vollautomaten zu testen.

Über meine aktuellen Kaffeeverkostungen berichte ich in den nächsten Tagen.

Nachsatz vom 29.11.: Einen tollen Artikel zum Thema Kaffee-Verkostung finden Sie hier im Wolfredo Blog.

Schweizer Kaffee = bekömmlicher Kaffee

Über den Schweizer Kafi Nature, den Schümli-Kaffee (so wie ihn die Deutschen nennen), hatte ich bereits geschrieben. Doch was unterscheidet die Schweizer Röstungen von Kaffees aus anderen europäischen Ländern?

Grundsätzlich kann man sagen, dass es beim Rösten ein Nord-Süd-Gefälle gibt. Je weiter südlich, desto dunkler werden die Bohnen geröstet. Das hat vor allem etwas mit den vorherrschenden klimatischen Bedingungen in den jeweiligen Ländern zu tun und dem Einfluss der Kaffeeinhaltsstoffe, die beim Rösten freigesetzt werden, auf den menschlichen Körper.

In Skandinavien werden Kaffees sehr hell geröstet. Dadurch behält der Kaffee seine Säuren, die dem Fettstoffwechsel dienen. Da es im Norden tendenziell eher kalt ist, ist ein (isolierender) und gut funktionierender Fettstoffwechsel von Nöten.

Im Süden Eurpoas dagegen herrschen hohe Aussentemperaturen. Durch die dunkle Röstung entstehen Röststoffe, die für die Bitterkeit italienischer Espressi (sowie südfranzösicher und spanischer Kaffees) zuständig sind. Diese Röststoffe fördern auch das Schwitzen. Schwitzen kühlt den Körper. Begleitend erhält man dann z.B. in Italien zum Espresso noch ein Glas Wasser, um den durch das Schwitzen hervorgerufenen Flüssigkeitsverlust des Körpers wieder auszugleichen.

Nebenbei gesagt bevorzugen Süd-Italiener noch dunklere Röstungen als im kühleren Norditalien. Ein gutes Beispiel ist der sizilianische Tre Forze, der beim Rösten über offenem Feuer in direkten Kontakt mit den Flammen kommt. Und in Spanien treibt man es beim Rösten ähnlich weit: hier werden Kaffees schwarz, schon fast angekohlt geröstet.

Im mitteleuropäischen Kontinentalklima, wie es auch in der Schweiz vorherrscht, trinkt man deshalb bevorzugt ausgewogene Röstungen, die wenig Säuren, aber auch wenig Röststoffe aufweisen. Die Schweizer “Schümli-Mischungen” entsprechen diesem Anforderungsprofil und werden deshalb als vollaromatisch, aber sehr ausgewogen wahrgenommen. Dabei unterstützt das lange Rösten (15 bis 20 min) bei relativ geringen Temperaturen (bis 210 Grad Trommeltemperatur) das Entstehen dieser ausgewogenen Röstungen.

Und… haben Sie heute schon Ihren bekömmlichen Kafi Nature getrunken

Ergänzendes zu den Röststufen bei Wikipedia.de und im Handbuch “Kaffeerösten zu Hause

Schweitzers Dunkle Röstung

Heute zu Wochenbeginn möchte ich Ihnen eine Kaffeemischung vorstellen, die ich Ihnen eigentlich nicht vorstellen dürfte, da sie diesen Kaffee nicht über “Kaffi Schopp” beziehen werden können. Auch stammt er nicht aus einer kleinen Schweizer Rösterei, sondern im Gegenteil aus der größten in der Schweiz, nämlich der Delica AG in Birsfelden (Kanton BL). Sie gehört zur MIGROS Gruppe, dem größten Einzelhandelsunternehmen in der Schweiz. Etwa 14.000 Tonnen Rohkaffee werden jedes Jahr in Birsfelden geröstet.

Im Rahmen meiner Vorbereitungen für “Kaffi Schopp” habe ich auch “Schweitzers” Dunkle Röstung verkostet. Wenn man sich das Bohnenbild anschaut, findet man schon die eine oder andere Bruchbohne, was dafür spricht, dass hier im industriellen Maßstab geröstet wird. Dennoch war ich wirklich über den Geschmack positiv überrascht. Kräftig und vollaromatisch begeistert diese Röstung durch das typische Schweizer ‘Schümli’-Kaffee-Aroma. Der Kaffee eignet sich dabei hervorragend für den Kaffee-Vollautomaten oder Siebträgermaschinen und kann als Kafi Nature, Kafi Crème oder mit Milch getrunken werden.

Die dunkle Röstung von “Schweitzers” ist ein Versuch wert.

P.S.: die MIGROS schreibt sich zwar mit einem “S” am Ende, spricht sich aber “Migro”.