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Älpler Frühstück auf Alp Bernina

Bei meiner Blogparade hatte ich aufgerufen, mir Eure Verbindung zu Schweizer Genuss-Mitteln zu schreiben – sei es Euer Lieblingskäse, Euer Lieblingscafé oder Euer liebstes Schweizer Kochrezept.

Natürlich gehe ich mit gutem Beispiel voran und schreibe etwas über meine eigene Verbindung zur Schweizer Kulinarik. Die erste Verbindung ist klar: als Genuss-Mittel-Händler, “Fachrichtung” Schweiz, ist der Zusammenhang offensichtlich. 😉

Eine andere Verbindung, besser Erinnerung, möchte ich im Rahmen des Blogs vorstellen: das Älpler Frühstück auf Alp Bernina.

Wo liegt die Alp Bernina?

Die Alp Bernina liegt im vorderen Teil des Val dal Fain (Heutal), abgehend von der Talstation der Seilbahn Bernina Diavolezza am Bernina Pass – ca. 15km von Pontresina entfernt. Die Alp Bernina wird durch die Alpgenossenschaft Pontresina als Sommerweide genutzt. Dies vorwiegend für Rindvieh aus dem Unterland, aber auch für die Milchkühe der Pontresiner Bauern.

Alp Bernina (Pfeil) Quelle: Bündner Wanderkarte "Oberengadin", Kümmerly + Frey, 1992

Älpler Frühstück

Als ich 1990 ins Engadin, konkreter ins Grand Hotel Kronenhof nach Pontresina, ging (uff, das ist schon 20 Jahre her), wurden während der Sommersaison 1991 einmal wöchentlich Alpfrühstücke durchgeführt.

Das bedeutete, dass die Hotelgäste des Kronenhof mit dem Auto nach Bernina Diavolezza chauffiert wurden und dann vom Parkplatz der Diavolezza Seilbahn in ca. 20 Minuten zur Alp laufen mussten, da die Zufahrt zur Alp verboten ist (ausser dem Fahrzeug der Sennerei/Käserei Pontresina). Auf der Alp selbst wurden dann den Gästen verschiedene Bergkäse, Bündner Fleisch, Bresaola, Salsiz, selbstgemachte Marmeladen, Eier und Speck sowie frische Kuhmilch der Alp serviert – eben so, wie man sich ein gutes Älper Frühstück vorstellen kann.

Für mich galt es an diesen Tagen besonders früh aufzustehen, um die Waren fürs Frühstück Hansjürg Wüthrich von der Sennerei Pontresina mitzugeben, der sie dann mit den Sennerei-Fahrzeug zur Alp Bernina fuhr. Ein Kollege und ich fuhren dann mit dem Hotelbus zum Parkplatz Bernina Diavolezza, liefen ebenfalls zur Alp Bernina und bauten das Frühstück auf. Kurz vor Eintreffen der Hotelgäste begann ich dann den Holzofen der Alp voll einzuheizen, um darauf Speck zu braten und Rühr- und Spiegeleier fertigzumachen.

Alp Bernina aus dem Val da Fain aus gesehen (im Hintergrund die Talstation der Seilbahn Bernina Diavolezza)

Neben der Nutzung des Holzofens (ich kam mir stets wie auf einer Dampflok vor) habe ich besonders in Erinnerung, unter welch einfachen Bedingungen der Senn und seine Familie lebten. Der Senn stammte aus Süd-Tirol und war den Sommer über damit beschäftigt, die Kühe zu hüten, zu melken und den Abtransport der Milch vorzubereiten. Trotz der einfachen Verhältnisse auf der Alp, oder vielleicht auch gerade genau wegen dieser, machten mir die Kinder als auch das Sennen-Paar einen sehr zufriedenen und ausgeglichenen Eindruck. Ich habe auf jeden Fall die Tage (bzw. Vormittage) auf  Alp Bernina immer sehr genossen – wegen der tollen Natur, der besonderen Atmosphäre auf der Alp und wegen des guten “währschaften” Essens auf der Alp (denn nachdem die Gäste wieder gegangen waren, haben wir natürlich auch noch gefrühstückt).

Wer dieses Älpler Frühstück selbst einmal erleben will, muss nicht zwingend Gast des Grand Hotel Kronenhof werden. In der Alp-Schaukäserei Morteratsch, unweit der Alp Bernina, wird täglich zwischen Juli und September der sogenannte Alp Brunch durchgeführt. In der Schaukäserei, die ebenfalls von der Familie Wüthrich betrieben wird,  erwartet ein reichhaltiges Brunch-Buffet die Besucher. Und selbstverständlich wird dort auch die Milch der Alp Bernina verarbeitet.

“En Guete” wünscht

Johannes Lacker

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Kaffeeröstereien Kaffi Schopp News

Wo ist er denn geblieben? Kaffi Schopp "auf der Gass".

Vor über zwei Wochen habe ich mich das letzte Mal hier im Blog gemeldet. Tatsächlich hat die stressige Vorweihnachtszeit auch mich erwischt, so dass ich nicht die Zeit gefunden habe, etwas für den Kaffi Schopp Blog zu schreiben.

Herausragendes Ereignis der letzten Tage war für mich mein dreitätiger Besuch bei der Rösterei Turm Kaffee in St.Gallen.

Schon seit längerem trage ich mich mit der Idee, für eine der von mir online vertretenen Röstereien auch “auf die Gass” zu gehen, sprich eine Gebietsvertretung für Rhein-Main-Neckar zu übernehmen.

Dabei kamen für mich eigentlich nur zwei Röstereien in Frage: Blaser Café aus Bern und Turm & Bogen Kaffee aus St.Gallen. Mit Roger Bähler, Geschäftsführer von Turm & Bogen, hatte ich deshalb schon im Sommer Gespräche geführt, die nun darin gemündet sind, dass ich ab dem 01. Januar 2010 für Turm & Bogen den Vertrieb für Grossverbraucher in Rhein-Main-Neckar übernehmen werde.

Wie gesagt, auch Blaser Café hatte ich bei der Entscheidung im Fokus. Insbesondere das sehr positive Feedback der Kaffi Schopp Kunden auf die Kaffees aus Bern hatten mich dazu bewogen, auch mit Blaser ins Gespräch zu kommen. Mir selbst gefallen vor allem die  im Marketingsinne unterschiedlich positionierten Produktlinien, die tollen Verpackungen und das grosse Mass an internationaler Vernetzung, welche sich Blaser Café in den letzten Jahrzehnten aufgebaut hat. Bei SCAE, WBC und CSC sind sie als Gründungsmitglieder massgeblich an der aktuellen Kaffeeentwicklung beteiligt.

Mit Turm Kaffee verbindet mich allerdings vor allem auf persönlicher Ebene viel: Roger Bähler war einer der ersten, der mich in meiner Leidenschaft für den Schweizer Kaffee unterstützt hat – das erste Verkostungspaket mit Turm & Bogen Kaffee stammt von ihm. Auch lud er mich schon vor gut einem Jahr ein, die Rösterei zu besuchen und mich über die Visionen von Turm & Bogen zu informieren.

Das ist es dann letztendlich auch, was mich überzeugt hat. Roger Bähler und ich haben schon einige Male miteinander Kaffee philosophiert, beide sassen wir uns mit glänzenden Augen gegenüber. Und ich konnte mit Roger Bähler einen visionären Typen kennenlernen, der für die beiden Röstereien eine Zukunft entwickelt hat, die Blaser Café für sich schon erreicht hat. Allerdings ist es doch manchmal besser, mit einer Firma zu wachsen, denn auch ich werde “mit einem Kilo Kaffee” anfangen und erst noch wachsen.

Am vergangenen Sonntag habe ich mich nun aufgemacht nach Herisau, wo ich im Hotel Marktplatz übernachtete. Herisau ist der Kantonshauptort vom Kanton Appenzell Ausserroden (AR), nur wenige Kilometer von St.Gallen entfernt. Dort traf ich mich am Montag dann mit Roger Bähler um vertragliche Details zu besprechen und um am Nachmittag in der Rösterei mitzuarbeiten.

Dienstag und Mittwoch war ich mit dem Turm Kaffee Verkaufsleiter Markus Gemperli auf Tour in St.Gallen und am Mittwoch begleitete ich Peter Tuchan, den Gebietsvertreter für das St.Galler Rheintal und Teile Graubündens, auf seiner Auslieferungstour. Beide haben mir von ihrem Alltag als Vertriebsmitarbeiter von Turm Kaffee erzählt und mir für die Zukunft wertvolle Tipps gegeben.

Vor allem der Mittwoch mit Peter Tuchan war für mich besonders spannend, denn es ging auch touristisch sehr interessant zu. Die Tour führte uns auch ins Appenzellerland, nach Weissbad und Appenzell (Stadt) und nach Stein AR, zur dortigen Appenzeller Schaukäserei (übrigens kulinarisch – nicht nur für Käsefreunde – sehr zu empfehlen!).

Appenzeller SchaukäsereiDie Begeisterung, mit der Markus Gemperli und Peter Tuchan bei der Sache und “ihrem” Kaffee sind, hat mich letztlich überzeugt, mit Turm Kaffee den richtigen Partner an meiner Seite zu haben. Der Ostschweizer Marktführer mit über 2.000 belieferten Gastronomiebetrieben wird auch in Deutschland seine Freunde finden.

Mit Turm & Bogen Kaffee werde ich also ab Januar “auf die Gass” gehen und nicht nur online die Kaffeeliebhaber von den Schweizer Kaffeeröstungen überzeugen. Und wer weiss, vielleicht sitzen Sie bald in Frankfurt bei einer Tasse Turm Kaffee aus St.Gallen.

Johannes Lacker