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Kaffeeszene Schweiz

Schweizermeister Michel Jüngling tritt in Bogota an

In dieser Wochen finden die Barista Weltmeisterschaften in Bogota, Kolumbien statt. Die nationalen Baristameister aus über 60 Ländern messen sich und küren ihren Weltmeister. Das anspruchsvolle Programm umfasst die perfekte Zubereitung von vier identischen Espressi, vier identischen Cappuccini und vier Signature Drinks auf Espressobasis ohne Alkohol innerhalb von 15 Minuten. Bewertungskriterien sind Geschmack, Aussehen und optische Präsentation der Getränke, technische Handhabung der Maschinen sowie die Präsentation und das Auftreten des Baristas.

Michel Jüngling – ein Newcomer vertritt die Schweiz

Den Titel “SCAE Schweizer Baristameister” sicherte sich im Januar überzeugend Michel Jüngling. Der Newcomer vertritt nun die Schweiz an den Weltmeisterschaften in Bogota . Mit 503 Punkten im Finale konnte er eine neue Bestmarke in der Schweiz setzen. Im internationalen Vergleich ist diese Punktzahl im mittleren Bereich, es fehlen z.B. 200 Punkte zum letztjährigen Weltmeister Michel Philipps aus den USA. Das Niveau ist international sehr hoch, aber die Unterschiede sind von Land zu Land enorm. Der aktuelle deutsche SCAE Baristameister Wolfram Sorg erreichte 565 Punkte. Der US-Amerikaner Pete Licata gewann mit 658 Punkten die nationalen Meisterschaften. Michael Philips, der Weltmeister von 2010, hatte in London die 700er Marke überschritten. Alle Finalisten erreichten damals 630 Punkten und mehr.

Für die WM Teilnahme hat sich Michel neben seinen Beruf als Aussendienst- mitarbeiter bei TURM KAFFEE viel vorgenommen. In der Kaffeezentrale Schweiz in Uster trainierte er seit Ende Februar 2011 zwei ganze Tage pro Woche an der Wettbewerbs-Maschine, einer “Aurelia” von Nuova Simonelli. Unterstützt wurde er von André Kissling, Gloria Petroza, Daniel Heiniger und Armin Luginbühl. Finanziert wurde die Teilnahme unter anderem durch die SCAE Schweiz und TURM KAFFE.

Michel Jüngling

Bogota – eine logistische Herausforderung

Bogota ist mit 2625 Metern über Meer die dritthöchstgelegene Stadt der Welt. Auf dieser Höhe kocht Wasser bereits ab 91°C. Die Espressomaschinen die die Weltmeisterschaftsorganisation (WBC) zur Verfügung stellt, werden aber auf 93.5°C Brühtemperatur voreingestellt. Da stellen sich Fragen wie zu Beispiel: Was passiert bei der Extraktion? Werden sich die Aromen, der Geschmack und die Konsistenz verändern? Was geschieht mit der Crema? Wie verhält sich die Milch beim Schäumen auf dieser Höhe? Altert der Kaffee auf dieser Höhe anders und wie übersteht er die Flugreise nach Kolumbien? Welche Härten hat das Wasser? Beeinflusst die trockene Luft den Kaffee? Alle diese Fragen wurden in vielen Gesprächen mit Experten besprochen, abgewogen und gewichtet. Eines war klar von Anfang an klar. Es wird eine Weltmeisterschaft auf hohem Niveau, nicht nur technisch sondern auch logistisch und vor allem auch sensorisch.

Der Kaffee ist das Wichtigste

Als erstes wurde nach einen Kaffee gesucht der sich bei 90 Grad Brühtemperatur optimal entwickelt und den Vorstellungen der Jury entspricht. Gefunden wurde in Zusammenarbeit mit Gloria Petroza ein spezieller Kaffee aus Brasilien. Ein “pulpt natural” der auf 1300m über Meer im Pareira Estate in “Carmo del Minas” wächst. Durch den Aufbereitungsprozess geht die Süsse direkt in die Kaffeebohne. Und der Kaffee verhielt sich sensorisch ausgezeichnet bei niedriger Brühtemperatur. Beschafft wurde die Arabica Variatät „Mundo Nuovo, Catanai and Acaia“ über InterAmerican Coffee aus Zug. In zwei Röstgrade wurde der Kaffee bei Turm und Bogen Kaffee geröstet. Die leichte Süsse der Milch, kombiniert mit dem dunkelgerösteten Kaffee schmeckt der Cappuccino wie ein “Niddelzältli” (Toffee). Die helle Röstung ist für die Espressi, mit blumigen Duft und zitrusfruchtigen Aromen und langem Abgang.

Generalprobe auf dem Säntis im Appenzeller Land

Der Gipfel des Säntis liegt auf gleicher Höhe wie Bogota. Im Gipfelrestaurant konnte bei optimalen Verhältnissen alle wichtigen Bedingungen, wie sie in Bogota vorzufinden sind, getestet werden. Das Wasser kochte wirklich bei über 91° Celsius, die Crema verschwand innerhalb von Sekunden, der Kaffee war sauer, die Milch schäumte sich länger. Alles war so wie erwartet. Das Team war sichtlich erleichtert. Auch die Tests bei den niedrigen Brühtemperaturen waren erfolgsversprechend. Der Kaffee hatte genau die Qualitäten wie gewünscht und geplant. Das Training auf dem Säntis war ein voller Erfolg. Zum guten Glück gibt es in der Schweiz Berge die mit einer Seilbahn zu erreichen sind. Mit vollem Elan wurde danach an den vielen Details der Show gearbeitet. Unzählige Espressi, Cappuccini und Signature Drinks waren nötig, um den Ablauf interessant, technisch korrekt und rund zu gestalten.

15 Minuten – ein Experiment mit Kaffee

Bei der Geschichte die Michel Jüngling erzählt, geht es um ein Experiment mit Kaffee. Dieser rote Faden geht durch die ganze Show und streift alle wichtigen Punkte, die über den Kaffee und die Sensorik gesagt werden müssen. Mit einen Fantasie Drink mit Rohrzuckersirup aus Guatemala, welcher die süsslichen Aromen im dunkel gerösteten Kaffee hervorheben, und einer Infusion mit dem Gewürz Lemonmyrtle aus Australien, welches die fruchtigen Aromen vom hell gerösteten Kaffee unterstützt. Vier heisse Espressi werden mit einem kalten Cappuccinoschaum übergossen. Die Infusion aus Lemonmyrtle wird mit einem Trinkhalm durch den Schaum in den darunterlegendem Espresso geführt. Mit einem ersten Schluck spürt man den kalten Schaum mit wunderbaren Körper, beim zweiten Schluck mit dem warmen Espresso entwickelt sich im Mund ein wunderbares Gefühl von schöner Fruchtigkeit, lieblicher Süssigkeit und feiner Säure. Das Experiment ist gelungen.

8 Tage Bogota in Kolumbien

Zu einer guten Vorbereitungen gehört auch die Planung des Aufenthalts in Bogota selber. Zum Beispiel das richtige Hotel zu finden und zu buchen, also da wo natürlich alle Baristi sind. Oder soll man an der zweittägigen Kaffeereise kurz vor der Show teilnehmen oder nicht. Viele Fragen, viele Entscheidungen sind zu treffen für eine erfolgreiche Teilnahme dieser Weltmeisterschaften. Wie und wo findet man die richtige Milch für den Cappuccino? Wo kann man vor der Show das trainieren um die letzten Einstellungen zu perfektionieren? Eine grosse Hilfe war die Organisation der WBC vor Ort selber. Aber das beste bot Pieter J. van Hest von der Klaber Handels AG, ein Holländer der schon lange in der Schweiz lebt und sein Büro und sein Labor in Bogota dem Schweizer Team zur Verfügung stellt. Also zwei Tage mehr zur Verfügung für den Feinschliff vor Ort.

Michels Startzeit ist am Freitag, 03. Juni um 17:30 Uhr (deutsche Zeit). Wir vom Kaffi Schopp wünschen ihm viel Glück!

Und wer zuschauen möchte, kann das dank des Livestreams von den WBC tun.

Text und Bildquelle:  SCAE Schweiz

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SCAE Barista Kurse 2011 in der Schweiz

Noch ist das Jahr 2010 noch nicht zu Ende und schon kündigt das Schweizer SCAE Chapter die SCAE Barista Kurse für 2011 an.

Die Termine sind wie folgt:

In Uster:

SCAE Barista 1 (2 Tage inkl. Prüfung):

27.05. bis 28.05.2011
28.10. bis 29.10.2011

SCAE Barista 2 (2 Tage):

03.06. bis 04.06.2011

Prüfungen 4-6 Wochen später ½ Tag

In La Chaux-de-Fonds (französisch):

SCAE Barista 1 (2 Tage inkl. Prüfung):

11.02. bis 12.02.2011

Kurspreise: CHF 800.00 (ca. EUR 600), SCAE Mitglieder CHF 580.00 (ca. EUR 435)

Da die Kurse immer sehr schnell ausgebucht sind, sollte sich jeder Interessent rasch anmelden bei heinz.trachsel@swissscae.ch (Heinz Trachsel, nationaler Koordinator der SCAE).

Kurse und Prüfungen werden durch autorisierte SCAE Trainer in ihren Firmen durchgeführt.

Siehe http://www.swissscae.ch/ausbildung/programm/

Wer auch abseits der SCAE Barista Kurse Interesse am Thema hat, sollte die kommenden Schweizer Barista Meisterschaften vom 27. bis 29. Januar 2011 im Berner Westside besuchen.

Oder noch besser: machen Sie mit! Anmeldungen bei der Swiss SCAE.

Viel Spass an den Kursen wünscht

Johannes Lacker

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Bei Nana Holthaus-Vehse auf der Intergastra

In der vergangenen Woche war ich für Turm Kaffee aus St.Gallen auf der Intergastra in Stuttgart.

Neben dem eigentlichen Messegeschehen hatte ich dabei Gelegenheit, mindestens einmal am Tag den Messestand einer deutschen Grossrösterei aufzusuchen, um bei der amtierenden Deutschen Barista Meisterin, Nana Holthaus-Vehse, einen Cappuccino zu trinken.

Nana und ich kennen uns nun schon eine ganze Weile, zuerst nur via eMail und Telefon, seit der Kölner Coffeena im Juni 2009 auch “live”.

Die gebürtige Hamburgerin lebt mittlerweile in Oberbayern in der Nähe von Rosenheim, wo sie auch Ihre Barista-Schule “Barista World” betreibt.

Grund für meine Besuche an Nanas Messestand waren nicht nur die leckeren Cappuccini aus der Hand der Meisterin, sondern auch ihre sympathische Art, mit der sie ihr Handwerk betreibt.

Nana Holthaus-Vehse
Nana in Aktion

Täglich um 15:00 Uhr lud sie zur Barista-Show, um das interessierte Publikum in die Geheimnisse guten Kaffees einzuführen. Neben dem theoretischen Fachwissen über Kaffee vermittelte Nana auch ihr Know How über die richtige Herstellung eines Espresso bzw. Cappuccinos. Und damit die Zuschauer nicht allzu passiv ihrem Vortrag lauschten, wurden schwupps Freiwillige gesucht, die sich am Latte Art giessen probierten.

Alles in allem liefen die Shows sehr entspannt und locker ab.

Was ich an Nana sehr schätze, ist die direkte Art, mit der sie ihre Angelegenheiten angeht. Damit mag sie zwar bisweilen etwas anecken, aber dennoch geht es ihr nie ums Prinzip sondern stets nur um die Sache. So verfolgte sie z.B. sehr intensiv ihre Zertifizierung als authorisierte SCAE Trainerin, die sie nun, trotz dem einen oder anderen bürokratischen Hindernis, vor kurzem erhalten hat. Nana darf nun Prüfungen der SCAE Barista Level 1 und 2 abnehmen.

Und dass sie mit ihrem Tun sehr erfolgreich ist, zeigt die Tatsache, dass sie mit Ihrer Barista Schule schon expandieren konnte und mittlerweile 8 Mitarbeiter beschäftigt. Allerdings zeigt dies auch, wie gross der Bedarf in Deutschland an qualifizierter Barista-Ausbildung und anschliessender Zertifizierung ist. Im Kaffeeland Deutschland bewegt sich etwas…

Nana Holthaus-Vehse + Johannes Lacker
Nana und der Kaffi Schopp Mann

Nana gehört auch zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Baristagilde, so dass ich mit ihr in der Zukunft sicher öfter zu tun haben werde. Mir macht es auf jeden Fall immer wieder Spass, sie zu treffen und ihr zuzuhören, wenn Sie voller Begeisterung über ihre Passion spricht.

Anfragen zu den Barista Kursen von Nana Holthaus-Vehse können über das Kontaktformular unter barista-world.de erfolgen.

Johannes Lacker

P.S.: Am Messestand hatte sich sogar schon ein richtiger Fanclub gebildet: mehrere Besucher kamen jeden Tag zur Barista-Show, um sich unter Nanas Aufsicht selbst an der Espressomaschine zu versuchen.

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SCAE WM in Köln – das Fazit

Am vergangenen Wochenende, während der neu installierten Kaffeemesse coffeena, trafen sich zu den SCAE Coffee World Championships in Köln Baristi aus aller Herren Ländern. Auch die Schweiz entsandte ihre jeweiligen Schweizermeister, Florence Letroux (Cup Tasting), Sandra Stucki (Coffee in Good Spirits)  und Martin Egger (Latte Art) in die Halle 8 der Koelnmesse.

Auf der Wettbewerbsbühne trat ein hochprofessionelles Baristi- und Cupperfeld gegeneinander an, welches von grossem Publikumszuspruch begleitet wurde. Vor allem die Supporter-Gruppen aus Russland, Süd-Korea und Gross-Britannien sorgten für ordentliche Stimmung auf den Zuschauertribünen.

Matthias Lübke, Delegationsleiter der Swiss SCAE, fasst seine diesbezüglichen  Eindrücke so zusammen: “Es macht Freude, die grosse Publikumsbeteiligung zu sehen und ermuntert Teilnehmer, Organisatoren und Zuschauer zu neuen Taten in der Welt des Kaffees, was der Branche und damit dem Konsumenten zugute kommt. Ich bin der Überzeugung, dass durch jedes dieser Events die Ansprüche des Verbrauchers an die Kaffeequalität in der Tasse ein klein wenig steigt.”

Das Schweizer Team an der coffena (v.l.): Barbara Held (Trainer), Sandra Stucki, Giovanni Meola (Trainer), Sylvain Ernst (Trainer) und Martin Egger
Das Schweizer Team an der coffena (v.l.): Barbara Held (Trainer), Sandra Stucki, Giovanni Meola (Trainer), Sylvain Ernst (Trainer) und Martin Egger

Im hochwertigen Starterfeld fiel das Ergebnis der Schweizer Teilnehmer eher durchwachsen aus. Lediglich Sandra Stucki (Berchtold Group Burgdorf) konnte ihren Final erreichen und sich dort den fünften Platz sichern. Matthias Lübke, hauptberuflich Verkaufsleiter bei Blaser Café in Bern, sagt dazu: “Unsere drei Schweizer Meister haben sich gewissenhaft und mit sehr viel Aufwand auf die Weltmeisterschaften in Köln vorbereitet. Leider wurden sie nicht alle dafür belohnt, wenigstens, wenn man allein den belegten Rang als Messwert anlegt. Was aber an einer solchen WM besonders zählt, ist der “olympische Gedanke”: durch die Teilnahme lernt man als Barista und Cupper [so werden die Teilnehmer im Cup Tasting genannt, KS] unglaublich viel dazu. Und nicht zuletzt knüpft man neue Kontakte zur internationalen Kaffeewelt, aus denen nicht selten sogar Freundschaften entstehen.”

Doch woran lag es, dass sich insbesondere Florence Letroux und Martin Egger am Ende im letzten Drittel des Starterfeldes wiederfanden? Der aufmerksame Beobachter, der auch ein wenig hinter die Kulissen zu schauen vermochte, konnte vor allem zwei Dinge identifizieren: individuelle Fehler und Unerfahrenheit.

Martin Eggers Konzentration auf seinen Auftritt bei den Latte Art Wettbewerben wurde allein dadurch schon gestört, dass er erst am Wettbewerbstag erfuhr, dass er nicht die Tassen verwenden dürfe, mit denen er die Schweizermeisterschaft gewonnen hatte. Äusserlich blieb Tinu, wie er von seinen Freunden genannt wird, cool, doch schon seine beiden Espressi Macchiato übergoss er, d.h. ein wenig Kaffee lief aus den Tassen. Barbara Held, Leiterin des Coffee Competence Centres der Fa. Schaerer in Moosseedorf und Tinus Trainerin, erklärt dazu: “Schade für Tinu war die Geschichte mit der Neuerung, dass die Tasse vom Verband gestellt wird. Wir haben uns die Regeln im Februar aus dem Internet gezogen, da stand noch nichts von den Tassen. Auf bei den Schweizermeisterschaften in Januar vor einer internationalen Jury was diese Tassen in keiner Weise ein Thema. Auch wenn es nicht als Ausrede klingen soll, doch jeder, der Latte Art giesst, weiss, dass die Tassen neben der verwendeten Milch und dem Kaffee elementar für das Ergebnis sind. Etwa so, wie wenn in Wimbledon plötzlich auf Sand gespielt werden würde.”

Sandra Stucki, Sylvain Ernst (Trainer von Sandra) und Martin Egger
Sandra Stucki, Sylvain Ernst (Trainer von Sandra) und Martin Egger

Auch im Bereich Latte Art werden Punkte für die Sensorik des Getränks vergeben. Und hier kommt die erwähnte Unerfahrenheit der Beteiligten im internationalen Wettbewerb ins Spiel. Nochmal Barbara Held dazu: “Die Erfahrung der Wettbewerbe zeigt, dass wir in der Schweiz einen anderen Espresso- und Cappuccinogeschmack haben als die nordischen Länder, aus denen z.T. die Jurymitglieder stammten. Nun gilt es herauszufinden, wie in den Augen der Jury der perfekte Cappuccino schmecken sollte.”

Ähnliche Erfahrungen mit der Unerfahrenheit im internationalen Wettbewerb musste Florence Letroux im Wettbewerb der Cup Taster machen. Das letzte Triangel der zu verkostenden Kaffees war so heiss, dass sich Florence den Mund verbrannte und den fremden Kaffee unter zwei gleichen nicht mehr herausschmecken konnte. Zwar hatte sie alle 8 Triangel in eigener Rekordzeit von 3:43 min verkostet (immerhin 24 Tassen), doch hat sich die spätere Weltmeisterin, die Russin Valentina Kazachkova, für ihre Verkostung in allen drei Runden, an den sie teilnehmen müsste, jeweils über 7 Minuten Zeit gelassen, um die “falschen” 8 Tassen herauszuschmecken. Wenn man Wert auf das perfekte Ergebnis (8 von 8), und weniger auf die Geschwindigkeit, legt, scheint das offenbar das bessere Rezept zu sein: Eile mit Weile.

Summa sumarum bleibt für die Schweizer Teilnehmer vor allem eines: ein bleibendes Erlebnis und eine Menge neuer Erfahrungen und Eindrücke, die sie für kommende Wettbewerbe nutzen werden. Martin Egger, Chef de Bar im Hotel Berchtold in Burgdorf, kommt mit seiner ersten Enttäuschung deshalb auch gut zurecht: “Mit etwas Distanz sehe ich die Ereignisse sehr positiv. Ich habe meine Ziele leider nicht erreicht, konnte aber sehr viele Ideen aus Köln mitnehmen. Der Event war ein Riesenerlebnis und natürlich werde ich alles daran setzen, 2010 in London bei den nächsten Weltmeisterschaften erneut dabei zu sein. ” Kaum wieder nach Burgdorf zurückgekehrt, machte sich Tinu sogleich daran, seine Eindrücke und Ideen aus Köln an der eigenen Kaffeemaschine zu wiederholen und zu festigen.

Sandra Stucki bei Ihrer Präsentation an der WM
Sandra Stucki bei Ihrer Präsentation an der WM

Der Lichtblick aus Schweizer Sicht ist natürlich Sandra Stucki, die mit ihrer unbekümmerten Art das Final in ihrer Disziplin erreichte. Vor allem, dass sie sich bei Ihrer Präsentation steigern konnte, freut Sandra: “Meine Zielsetzung wurde mit dem Erreichen des Finals erreicht. Auch meine Auftritte vor Publikum sind mir deutlich besser gelungen als noch an den Schweizermeisterschaften.” Sandra plant an den nächsten Schweizermeisterschaften zwei verschiedene Kaffeezubereitungen zu verwenden (in Köln waren beide Kaffees in der French Press gebrüht worden), um sich dann, nach hoffentlich erneutem Gewinn des Meistertitels, wieder für die Weltmeisterschaften in London zu qualifizieren.

Mit dieser Lust auf das erneute Sich-Messen mit den nationalen Meistern der anderen Ländern, gibt Sandra das Motto für das gesamte Schweizer Team vor: Analyse der eigenen Präsentation im Vergleich zu den jeweiligen Finalisten, Definition der Ziele einer modifizierten Vorbereitungsarbeit und ein gutes Stück Selbstbewusstsein, auf dem richtigen Wege zu sein. Und intensiver Austausch mit allen, die Erfahrung in der Teilnahme an Weltmeisterschaften haben.

Viel Glück für London 2010 wünscht

Johannes Lacker

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Kaffi Schopp News

Das Kaffi Schopp tritt der Swiss SCAE bei

Heute habe ich den Betritt des Kaffi Schopps zur Swiss SCAE erklärt.

scae-logo_klDie SCAE ist der europäische Kaffeespezilitätenverband (Speciality Coffee Assocation of Europe) mit Sitz in London. Natürlich gibt es auch ein “German Chapter”, doch da das Kaffi Schopp “Feine Schweizer Art” bietet, liegt es natürlich nahe, dem “Swiss Chapter” beizutreten.

Nachdem ich mit Heinz Trachsel, dem nationalen Koordinator der SCAE für die Schweiz, klären konnte, wie ich als in Deutschland Ansässiger der Swiss SCAE beitreten kann, habe ich heute schnell das Beitrittsformular ausgefüllt und an die SCAE nach London geschickt.

Nun warte ich auf entsprechende Bestätigung meiner Mitgliedschaft.

In der Swiss SCAE sind über 80 Mitglieder, natürliche Personen wie Unternehmen, miteinander vernetzt. Gerade aus dieser Vernetzung zur Schweizer Kaffeeszene erhoffe ich mir neue Impulse für den erfolgreichen Start des Kaffi Schopp in Deutschland.

Grundgedanke der SCAE ist die Verknüpfung aller Mitglieder der Wertschöpfungskette, um gemeinsam die Kaffeequalität zu verbessern, das Wissen um Kaffee, seine Zubereitung und Verarbeitung zu fördern, sowie dem fachlichen Austausch als Plattform zu dienen.

Diesen Zielen hat sich auch das Kaffi Schopp verschrieben. Unser Schwerpunkt liegt dabei natürlich bei Kaffee aus Schweizer Röstereien und dessen handwerklich perfekten Zubereitung.

Kontakt zur Swiss SCAE finden Sie über Heinz Trachsel.

Johannes Lacker

P.S.: Die deutsche Seite der SCAE erreichen Sie hier.

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SCAE WM 2009 in Köln auf der coffeena

Wie schon in meinem Artikel über die Barista Schweizer Meisterschaften 2009 angekündigt, finden im kommenden Jahr die SCAE Weltmeisterschaften im Juni in Köln statt.

logo_messeDie Koelnmesse launched eine neue Veranstaltung für die internationale Kaffeebranche: Die coffeena – International Coffee Fair – vom 26. bis 28. Juni 2009 in Köln ist zeitgleich Veranstaltungsort der SCAE Wonderful World of Coffee. Die jährlichen Coffee World Championships der SCAE – Speciality Coffee Association of Europe – sind ein Highlight der Kaffeebranche und geben ihr mit ihren herausragenden Wettbewerben um Produkt und Dienstleistung wichtige Impulse und Anregungen. Ergänzend dazu bietet die neue coffeena eine breit aufgestellte Präsentation rund um das Thema Kaffee – vom Anbau und der Verarbeitung über Mahl- und Kaffeemaschinen bis zum Genussprodukt Kaffee in all seinen Facetten. Mit diesem attraktiven Mix aus Fachinformation und Event spricht die coffeena am letzten Veranstaltungstag auch den interessierten und kaffeebegeisterten Endverbraucher an.

Die Abbildung der gesamten Wertschöpfungskette auf der Messe und der Innovations- und Erlebnischarakterscae-logo_kl3 der SCAE-Weltmeisterschaften bieten Branchenexperten eine ebenso informative wie einmalige Verbindung aus Businessplattform und Event. Konferenzen, Workshops und Seminaren, die von der SCAE organisiert werden, stellen einen zusätzlichen Anreiz zum Besuch dar. Die Veranstaltung richtet sich sowohl an Fachleute aus der verarbeitenden Industrie als auch an alle, die in den Kaffee-Consumer-orientierten Bereichen tätig sind. Erwartet werden demnach Interessenten aus Verarbeitung, Systemgastronomie und Gastronomie, Groß- und Einzelhandel.

Darüber hinaus wird die Messe an einem Tag für den Endverbraucher geöffnet sein, der sich für Kaffee und seine vielfältigen Geschmacks- und Darreichungsformen, für spezielle Zubereitungen, aber auch für die Anbau- und Herstellungsverfahren, für Kaffeemaschinen und innovative Kaffeekonzepte begeistern kann.

Die Messe findet vom Freitag, 26. Juni bis Sonntag, 28. Juni 2009 statt. Die Tage Freitag und Samstag sind für Fachbesucher reserviert, der Sonntag ist dann auch für den interessierten Endverbraucher geöffnet.

Kaffi Schopp wünscht schon jetzt dem kommenden neuen Schweizer Meister 2009 viel Erfolg in Köln und drückt die Daumen. Einen genauen Zeitablauf der Wettbewerbe liefere ich nach.

 

Mehr Infos zur Messe finden Sie unter www.coffeena.de

Nachtrag vom 27.6.: die aktuellen Ergebnisse bei Twitter, die Vorberichterstattung zu Latte Art und Coffee in Good Spirits aus Schweizer Sicht und die Schweizer Cup Tasting Meisterin im Interview. Mehr unter www.scae-championships.com und der Live-Stream unter Gun Barista Challenge.

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Schweizer Barista-Meisterschaften 2009

Im Berner Ausstellungszentrum BEA finden während der “Fachmesse für Bäcker und Konditoren (FBK)” in der Halle 120 am 24. und 25. Januar die Schweizer Baristameisterschaften 2009 statt.

  • Samstag 24.1.09, 08.00h-18.30h: Vorausscheidung Barista Meisterschaft

  • Sonntag 25.1.09, 09.00h-18.00h: Final Barista Meisterschaft, Latte-Art, Coffee-in-Good-Spirits

Der amtierende Schweizer Baristameister Thomas Liebe hat hier also die Möglichkeit, seinen Titel zu verteidigen. Die (neuen) Schweizer Meister nehmen dann anschließend an den Weltmeisterschaften in Atlanta (Baristi) bzw. Köln (andere Disziplinen) teil. scae-logo_kl3

Interessierte Besucher sind an beiden Tagen herzlich willkommen!

Organisiert wird die Messe vom Swiss Chapter der SCAE.