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Preissteigerungen bei Rohkaffee – die Folgen

Der Schweizerische Kaffeeverband “ProCafé” brachte dieser Tage folgende Pressemeldung in Umlauf:

PD. Seit Ende 2009 haben die Preise für Rohkaffee massiv aufgeschlagen. Im Juli 2010 erreichten sie für  Arabica-Provenienzen  gemäss  Informationen  der  in  London  domizilierten  Internationalen  Kaffee Organisation ICO, der mit der Schweiz 77 Mitgliedstaaten angehören, das höchste Niveau seit 13 Jahren. Sie sind  im August weiter angestiegen. Für die Schweizer Kaffeeröster betragen die seit anfangs 2010  hinzunehmenden Mehrkosten  rund  30 Prozent. Ohne  den  im Vergleich  zum US-Dollar  starken Schweizer Franken wären sie noch höher ausgefallen.

Spekulation heizt Kaffeepreis an

Die  Rohkaffeepreise  sind  aus  verschiedenen Gründen  aus  dem  Ruder  gelaufen.  Neben  physischen Problemen der Marktversorgung aufgrund kleinerer Ernten  (wie z.B.  in Vietnam, dem zweitwichtigsten Produktionsland) und sinkender Lagermengen, spielen ungünstige Ernteprognosen  für Kolumbien, das bei den Produktionsländern an dritter Stelle  steht, eine bedeutende Rolle. Ursachen  für die erwartete
Missernte sind dort die überdurchschnittlich nasse Witterung und eine als ernsthaftes Problem erkannte Pilzerkrankung der Kaffeebäume. Zusätzlich wird der Kaffeepreis von spekulativ agierenden Finanzinvestoren  kräftig angeheizt.  Im Gegensatz  zu  den  eher  kurzfristigen Haussen der  vergangenen  Jahre
dauert die gegenwärtige Hochpreisperiode schon länger an. Sie zwingt die meisten einheimischen Röster –  trotz mittel- bis  längerfristiger Abdeckung –  für das Halten des Qualitätsniveaus zu Einkäufen auf höchstem Preisniveau. Es ist davon auszugehen, dass sich dies auch auf die Konsumentenpreise aus wirken wird.

Tatsächlich ist es so, dass sich der gestiegene Kaffeepreis auf die Konsumentenpreise auswirkt. Denn nicht nur die Schweizer Kaffeeröstereien haben z.T. massiv die Einkaufspreise angehoben. Nach Beendigung der sommerlichen Röstpause zogen auch die italienischen Kaffeeröster nach.

Verschärft wird die Lage für die europäischen Kaffeetrinker noch dadurch, dass gleichzeitig der Euro-Kurs in den vergangenen Wochen stark gefallen ist. In Euro gerechnet ist der Kaffeepreis seit Ende April um 30 Prozent gestiegen.

So schreibt Die Presse.com aus Österreich:

Nicht nur übersteigt derzeit die Nachfrage das Angebot, “auch das spekulative Element ist nicht zu unterschätzen”, sagt dazu der Präsident des österreichischen Kaffee- und Tee-Verbandes und Chef von Tchibo/Eduscho in Österreich, Harald J. Mayer. Alle Röster müssten Währungsdifferenzen zwischen Euro und Dollar sowie Ernte-Entwicklungen “sehr genau beobachten und ihre Kalkulationen laufend überprüfen”, gab sich der Kaffee-Experte auf die Frage nach Preiserhöhungen für die Konsumenten sehr bedeckt.
[…]
Auch die für Anfang Oktober auf den Markt kommende [diesjährige] gute brasilianische Ernte wird nach Meinung des Experten keine Entspannung bringen. “Der Markt ist ausgehungert”, sagte Rüdiger Krupp [Chefeinkäufer bei Rehm & Co, einem der größten Rohkaffee-Handelshäuser in Deutschland]. Die Ernte in Brasilien werde 55 Millionen Sack Rohkaffee bringen, 30 Millionen davon werden pro Jahr exportiert, 20 Millionen Sack gehen in den lokalen Konsum. Und auch der Überhang von fünf Millionen Sack werde vorsorglich im Land auf Lager bleiben, weil “auf eine gute Ernte im nächsten Jahr eine schlechtere Ernte folgt, das liegt in der Natur der Kaffeepflanze”, sagte der Rehm-Chefeinkäufer.

Im speziellen Fall des in der Schweiz gerösteten Kaffees, der in Schweizer Franken von mir bezahlt wird, verteuert sich der Einkauf zusätzlich durch den schwachen EURO im Vergleich zum Franken. Zahlte ich vor Jahresfrist noch EUR 0,66 für einen Schweizer Franken sind es mittlerweile EUR 0,77.

Bedingt durch den ungünstigen Wechselkurs und den steigenden Rohkaffeepreis kaufe ich den Schweizer Kaffee deshalb für mittlerweile fast EUR 2,00 mehr ein, als noch im August 2009. Durch die Sommermonate Juni, Juli und August habe ich die Verkaufspreise noch auf dem bisherigen Niveau halten können, zu Beginn des Septembers musste ich die Preise dennoch um gut 5% anheben.

Hoffen wir also auf eine Beruhigung auf den Devisen- und Rohstoffmärkten zum Ende des Jahres bzw. in 2011. Damit der Kaffeegenuss aus der Schweiz nicht noch teurer wird.

Johannes Lacker

Mäder Creme Schümli

Aktuell in der persönlichen Verkostung habe ich die Creme Schümli Mischung der Rösterei Mäder.

Für diese Mischung werden helle und dunkle Kaffeebohnen (sprich unterschiedliche Röstgrade) gemischt. Die einzelnen Rohkaffees wurden alle einzeln im Langzeitröstverfahren schonend veredelt und ergeben so einen ausgewogenen Genuss. Gebrüht erhalten Sie ein mildes Aroma, vereint mit einer kräftigen Note. Optimal für Kafi Nature, Kafi Crème oder einen milden Espresso.

Als Espresso getrunken, ist er milder als z.B. der Chicco d’Oro Tradition, den ich insgesamt runder im Geschmack finde. Als Basis von Kaffeespezialitäten mit Milch allerdings, also einem Latte Macchiato oder einem Cappucchino, ist er wunderbar geeignet (zumindest nach meiner persönlichen Einschätzung).

Meine Frau, die immer sehr kritisch auf Wechsel bei den von mir eingesetzten Kaffeemischungen reagiert, hat die Creme Schümli Mischung von Mäder als gut empfunden.

Die Rösterei Mäder, die selbst in Deutschland sitzt, lässt in Uznach (Kanton SG) im Schweizer Qualitäts Röst Center (kurz SQRC) rösten und importiert dann den Kaffee nach Deutschland. Eigentümer des SQRC sind Roland Breithaupt (Mäder Kaffee) und Ernst Rickli (Real Café).