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Quarta Caffè im Kaffi Schopp

Über den Quarta Caffè, welcher im Caffè eccetera in Basel ausgeschenkt wird, hatte ich ja schon einmal berichtet.

Mittlerweile habe ich mich dazu entschlossen, den Quarta Caffè Argento auch in das Sortiment des Kaffee Online Shop vom Kaffi Schopp aufzunehmen. Sie vermuten einen richtigen Stilbruch? Natürlich haben Sie recht, der Quarta Caffè kommt aus Lecce im Süden Italiens.

Doch macht mir der Quarta Espresso immer wieder Spass, wenn ich ihn in Basel trinke. Dazu kommt, dass ich über das Online Tracking von kaffischopp.de sehe, dass immer wieder Internet-Nutzer und Espresso-Liebhaber nach dem Quarta Caffè suchen und so auf meinem Blog landen.

Also, alle deutschen Quarta Freunde haben nun die Chance, die Argento Mischung auch im Kaffi Schopp zu kaufen.

Schweizer “Puristen” empfehle ich übrigens den Sicilia Espresso von Rast Kaffee – dieser ist ebenfalls nach den Regeln der Neapolitanischen Röstschule geröstet.

Egal wie – lassen Sie sich Ihren süditalienischen Espresso schmecken – hier in Deutschland oder auch gerne in Basel bei Alfons Schuwey. 😉

Johannes Lacker

P.S.: In der Schweiz bekommen Sie den Quarta Caffè bei unserem Partner-Shop premium-kaffee.ch

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Kaffeeröstereien Kaffeeszene Schweiz

Wir gehen fremd: Quarta Caffè aus Lecce

Quarta Caffè – ja, dieser Espresso kommt tatsächlich nicht aus der Schweiz. Aber dennoch ist er wohl einer der beliebtesten Espressi der Schweiz.

In Basel behauptet man sogar, es sei der beste Espresso der Stadt: Alfons Schuwey vom Caffè eccetera schenkt dort den Quarta Caffè Argento aus.

Bei meinem letzten Basel Besuch im April habe ich mir ein Kilo vom Argento mitgenommen und ihn nun zuhause im Kaffi Schopp “Kaffeelabor” 😉 verkostet.

Quarta Caffè ArgentoDer Quarta Argento ist ein dunkler, ölig-dickflüssiger Espresso, wie man ihn aus den Regionen südlich von Neapel kennt. Sehr intensiv im Geschmack mit seinem hohen Robusta-Anteil, sind die Bohnen sehr dunkel geröstet.

Die dunkelbraunen, ja fast schon schwarzen Bohnen, glänzen ölig, der Geschmack wird von rauchigen Toastnoten bestimmt. Als Ristretto getrunken werden die Aromen von feinen Gewürzen, Erde  und süsslichem Gebäck noch intensiver.

Aufgrund dieses intensiven Geschmackes und der tiefbraunen Crema eignet sich der Quarta Caffè Argento auch und in erster Linie als Basis für Cappuccino, Latte Macchiato und Caffè Latte.

Doch warum ist der Quarta Caffè in der Schweiz so beliebt und in Deutschland relativ unbekannt? Die Lösung ist im Grunde ganz einfach. Im Rahmen des Arbeitskräftemangels in der Schweiz in den 1950er und 1960er Jahren kamen vieler Arbeiter aus Lecce in die Eidgenossenschaft, die sogenannten “Leccesi”. Sie brachten ihren Kaffee aus der Heimat mit und etablierten ihn in der Schweiz.

Heute ist es so, dass viele Schweizer Urlaub im Süden Italiens machen und dort den Quarta Caffè kennenlernen – dort allerdings eher die Qualita Rossa in der durchsichtigen Kunststofftüte. Und tatsächlich fragen bei Alfons Schuwey in Basel Kunden vor allem nach der Qualita Rossa, da sie die Tüte (und damit den Kaffee) aus dem Italienurlaub kennen.

Doch noch ein paar Worte zur Rösterei Quarta Caffè selbst:

Je weiter man in den Süden Italiens vorstösst, desto kürzer und kräftiger wird der Espresso.  Ganz unten am Stiefelabsatz hat Quarta Caffè seine Heimat. Das Unternehmen wurde in den 1950er Jahren im Herzen von Lecce gegründet. Neben der kleinen Kaffeerösterei gab es noch ein Café, um dort die Röstungen auszuschenken. Ziemlich schnell wurde dieses Café zu einem Treffpunkt für Lecces Einwohner und des gesamten Salento, der Halbinsel, die den Stiefelabsatz bildet. Und damit wuchs die Rösterei zum heutigen Unternehmen.

Wenn Sie also das nächste Mal in der Schweiz sind, kaufen Sie doch zur Abwechslung mal einen Quarta Caffè – den gibt es u.a. bei GLOBUS delicatessa oder online unter www.premium-kaffee.ch

Johannes Lacker

Bildquelle: premium-kaffee.ch

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"Caffè eccetera" Basel: der beste Espresso der Stadt

Gestern besuchte ich das “Caffè eccetera” in Basel, welches von Alfons Schuwey geführt wird.

Das "Café eccetera" in der Mittleren Strasse 26
Das "Caffè eccetera" in der Mittleren Strasse 26

Die Basler Zeitung schreibt über Schuwey:

Ein Kunde gibt vom Türrahmen aus ein Handzeichen Richtung Theke: Daumen und Zeigefinger formen einen Abstand von zwei Zentimetern. Dann setzt er sich draussen vor dem Café an ein Tischchen. Hinter der Theke beginnt die Kür des Besitzers und Baristas. Alfons Schuwey nimmt einen Siebträger (den der Laie Kolben nennt), klopft ihn ab, füllt ihn mit neun Gramm frisch gemahlenen Bohnen, drückt den Stempel darauf, spannt den Träger in der Maschine ein, hält eine vorgewärmte Espressotasse darunter und lässt während 25 Sekunden mit 9 Bar Druck zwischen 85 und 97 Grad heisses Wasser durchsickern. Fertig ist der 10-Punkte-Espresso. Gebraut in einem der unscheinbarsten Cafés der Stadt, im «eccetera» an der Mittleren Strasse 26. «Unsere Gäste sagen: Basels bester Espresso», steht auf einer Tafel vor dem Eingang. Eine Germanistikstudentin habe das da draufgeschrieben, sagt Schuwey. Er würde sich das nicht selber anmassen, auch wenn es seine Motivation sei, «jeden Tag den besten Café zu machen». 25 Sekunden Kontaktzeit zwischen Wasser und Kaffee sei ideal, um das Maximum an Geschmackstoffen, an ätherischen Ölen und ein Minimum an Bitterstoffen zu gewinnen. Das grösste Kompliment für den 50-Jährigen ist, wenn sich ein Italiener von ihm, einem Schweizer, einen Espresso machen lasse – und davon schwärme.

An diesem Nachmittag geht im «eccetera» eine Spezies ein und aus, von der man vorher gar nicht wusste, dass es sie gibt: Kaffee-Freaks. Modisch in den 90ern steckengeblieben, kaffeetechnisch dem Rest der Welt um Jahre voraus. Er fahre für seinen Espresso mehrmals täglich aus dem Baselbiet hierher, sagt ein Gast mit sizilianischen Wurzeln. «Das ist ein Kleinod in Europa», sagt ein anderer, ein Hamburger, der via Liebhaberseite kaffeenetz.de auf diese Adresse kam. Er führte kürzlich eine ganze Gruppe Gleichgesinnter zu einem Offline-Forumstreffen hierher. Hauptattraktion: Die rundum aufgestellten bis zu 50-jährigen Kaffeemaschinen, die Schuwey repariert und vertreibt. Die Kaffee-Fans hätten selber Hand an diesen Maschinen anlegen dürfen, für viele die Erfüllung eines Traums.

"Büro" und mobile Werkstatt im Café eccetera
"Büro" und mobile Werkstatt im Café eccetera

Das ist es auch, was man als erstes sieht, wenn man das “Caffeè eccetera” betritt: eine Siebträgermaschine, die am offenen Herzen von Alfons Schuwey repariert wird – ich stehe in der Reparaturwerkstatt, die sich in einer Ecke, zusammen mit dem “Büro”, im eigentlichen Café befindet. Denn neben dem Kaffeeausschank vertritt Schuwey noch den Kaffee-maschinenhersteller LA SCALA in der Schweiz und vertreibt Dalla Corte Siebträgermaschinen. Und dass Schuwey über eine sehr ansehnliche Sammlung von FAEMA-Maschinen verfügt, hat sich dank Internet, wie im BaZ-Artikel beschrieben, auch jenseits des Rheins verbreitet (diese Sammlung steht allerdings in der benachbarten großen Werkstatt).

Bei Alfons Schuwey fühle ich mich sofort wohl. Das liegt nicht unbedingt an der etwas spartanischen Einrichtung seines Cafés, sondern aus der Mischung Werkstatt, Büro und Café, aber vor allem an Schuwey selbst. Schnell komme ich mit ihm ins Gespräch, er ist einfach ein aufgestellter Typ, wie man in der Schweiz sagt.

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Alfons Schuwey vor einem Samadhi-Bad

Nach einem ausführlichen Gespräch über seine Kaffee-Philosophie führt mich Schuwey in das Floatarium , zwei Nebenräume des “Caffè eccetera”. Hier stehen sog. Samadhi-Bäder. Dabei handelt es sich um zwei übergrosse, formschöne Badewannen, welche mit körperwarmer Sole aus medizinischem Bittersalz gefüllt sind. Schuwey spricht vom “Gebärmuttergefühl”, wenn man sich in der Sole schwebend entspannt. Auch wenn ich die Samadhi-Bäder nicht ausprobiert habe, glaube ich gerne, dass man hier vom Alltag abrücken kann.

Ich nutze dafür aber lieber den Espresso, der nach allen Regeln der Kunst auf seiner zweigruppigen Dalla Corte 20.03 zubereitet wird. Nachdem ich “den besten Espresso der Stadt” genossen habe, bestelle ich mir noch einen Cappuccino, den ich mit einer Latte Art Figur serviert bekomme. Man merkt es schnell: Schuwey liebt seinen Kaffee und zelebriert die Zubereitung zu Gunsten des Gastes.

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Perfekt serviert

Für seinen Espresso verwendet er hauptsächlich Quarta Caffè aus dem italienischen Lecce, hat in seinen drei Mazzer Mühlen aber auch Sombrero Espresso, einen Max Havelaar zertifizierten Kaffee der Birsfelder Rösterei Bertschi. Beide Espressomischungen weisen einen deutlichen Robustaanteil auf, wobei Schuwey ohnehin ein grosser Freund der Robustabohne ist. Den “Hype” um 100%ige Arabica-Kaffees kann er nicht immer nachvollziehen.

Meinen liebsten Espresso in Basel habe ich gefunden. Wer sowieso auf dem Weg in die Schweiz ist, sollte einmal in Basel Station machen und einen Besuch im “Caffè eccetera” (Mittlere Strasse 26) einplanen. Ich war bestimmt nicht das letzte Mal dort.

Johannes Lacker