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4. TuesdayNightThrowdown TNT in Bern

Kaum dass die Barista Weltmeisterschaften zuende sind, kündigt sich der nächste Kaffee-Event in der Schweiz an. Am Dienstag, 04. August, wird der TNT das erste Mal “open air” ausgetragen und zwar auf dem Theaterplatz in Bern, direkt vor dem Adrianos (dort fand auch der 1. Schweizer TNT statt).

Philipp Meier, einer der Chef-Organisatoren des TNT, wird hier wohl auch seinen – temporären – Abschied von der Schweizer Kaffeeszene nehmen, denn ab September studiert er in Münster (Nordrhein-Westfalen).  Eine gute Gelegenheit also, Philipp nochmal bei der Moderation des Events über die Schulter zu schauen.

Johannes Lacker

P.S.: Wie Philipp in einem Kommentar schreibt, geht er erst für ein Jahr nach Syrien, bevor es nach Münster geht. Das hatte ich im Gespräch mit ihm offenbar falsch verstanden.

2. TNT: Video aus dem Café Henrici

An gestrigen Dienstagabend gewann der amtierende Schweizer Barista Meister, Philipp Meier aus Thun, den zweiten Tuesday Night Throwdown im Café Henrici in Zürich.  Im Final “goss” Philipp gegen Tinu Egger, den amtierenden Schweizer Latte Art Meister und Gewinner des ersten Tuesday Night Throwdown (Anfangs Oktober ’09 im Adrianos in Bern). Die Jury mit Ingo Rogalla (Dalla Corte Schweiz), Evelyne Rast (Rast Kaffee) und Meta Hildebrand (TV-Köchin) entschied sich klar für Philipp’s Cappuccino.

Gekommen ist die Crème de la Crème der Schweizer Baristi: neben Philipp Meier und Tinu Egger waren es u.a. Mathias Bühler (Thun), Sandra Stucki (Burgdorf), Sylvain Ernst (Burgdorf), Giovanni Meola (mehrfacher Schweizer Barista Meister), Kurt Bauer, Thomas Liebe (SM 2008), Anna Käppeli (SM 2007)…

Auch die Herren der Schweizer SCAE waren durch Heinz Trachsel (National Coordinator Schweiz) und Armin Luginbühl vertreten. Insgesamt ein rundum gelungener Event, der unbedingt wiederholt werden muss. Gerüchte gehen, dass der nächste TNT in Langnau i.E. stattfinden könnte… 😉

Hier der Link zum Video des Schweizer Fernsehens SF1! Unbedingt anschauen und staunen!

Ergänzend dazu der Stimmungsbericht im Blog des TNT.

Johannes Lacker

Die Schweizer Baristi auf der IGEHO in Basel

Bei meinem Besuch auf der IGEHO in Basel konnte ich auch die führenden Baristi der Schweiz treffen – sie waren zahlreich an den verschiedenen Ständen der Kaffeemaschinenhersteller bzw. Kaffeeröstereien im Einsatz.

Matthias Bühler

Mathias Bühler am Stand von La Semeuse

Besonders beeindruckte dabei Mathias Bühler, Gewinner “Bester Cappuccino 2009” bei den Schweizer Baristameisterschaften, der am Stand der Rösterei La Semeuse unermüdlich einen Latte Art Cappuccino nach dem anderen goss – sehr zur Freude der herumstehenden Gäste.

Anna Käppeli

Anna Käppeli am Stand von Illy Caffè (Thalwil)

Und endlich konnte ich auch einmal Anna Käppeli, Schweizer Barista Meisterin von 2007 und 5. bei der WM in Tokio, persönlich kennenlernen. Ich habe ja schon oft über sie gebloggt oder sie war auf Fotos hier im Blog zu sehen, aber kennengelernt hatte ich sie noch nicht. Nun servierte Sie am Stand von Illy Caffè (Thalwil) den Gästen einen Espresso nach dem nächsten, so dass ich mich ihr auch vorstellen konnte.

Giovanni Meola

Giovanni Meola (mehrfacher Schweizer Barista Meister) am Stand von Rex Royal

Giovanni Meola, Barbara Held und Tinu Egger (Schweizer Latte Art Meister 2009) waren weitere Baristi, die sich um die Gunst der Fachbesucher mühten.

Vermisst habe ich leider Philipp Meier, den amtierenden Schweizer Barista Meister – er ist erst heute und morgen am Stand von La Semeuse im Einsatz.

Auf jeden Fall war es sehr spannend, den Schweizer Baristi zuzuschauen und mich mit ihnen kurz auszutauschen.

Ich hoffe sehr, alle zum 2. Tuesday Night Throwdown am 12. Januar im Café Henrici in Zürich wieder zu treffen.

Johannes Lacker

P.S.: Weitere Fotos auf der Kaffi Schopp Facebook Seite

Tuesday Night Throwdown in Bern

In Amerika sind sie schon länger etabliert, die sogenannten Barista Battle. Die “Waffen” sind eine Espressomaschine, Espresso und ganz viel Milch – denn der beste Cappuccino mit der besten Latte Art gewinnt.

Dabei treten immer zwei Baristi gegeneinander an und giessen ein Latte Art Motiv in ihren Cappuccino. Eine unabhängige Jury bewertet dann den jeweiligen Cappuccino und der Sieger zieht im K.O. System in die nächste Runde ein.

An einem solchen Barista Battle hatten auch Thomas Liebe, Mathias Bühler und Philipp Meier, der amtierende Schweizer Barista Meister, in Atlanta teilgenommen, als sie an den World Barista Championships (WBC) weilten. Philipp war von dieser Idee nun so angetan, dass er zusammen mit Adrian Iten vom Adriano’s in Bern einen ersten Schweizer Barista Battle organisiert.

TNT_Flyer

Unter dem Titel “Tuesday Night Throwdown” messen sich am Dienstag, dem 06. Oktober ab 21:00 Uhr die Baristi, um in einem fairen Wettkampf ihren Besten zu ermitteln. Dabei steht vor allem natürlich auch der Spass im Vordergrund – ein Barista Battle ist eigentlich mehr Party denn Wettbewerb. Dennoch winkt dem Sieger neben dem Ruhm auch noch ein stattlicher Gewinn: jeder Teilnehmer zahlt 5 Franken in einen Topf und der Gewinner erhält schliesslich die volle Summe. Ganz nach dem Motto: The Winner Takes it All!

Veranstaltungsort ist das Adriano’s direkt am Zytglogge in der Berner Innenstadt (Theaterplatz 2), das Einschreiben beginnt um 20:00 Uhr und Start des Throwdowns ist um 21:00 Uhr.

Und keine Angst: teilnehmen soll jeder, der eine Milchkanne gerade halten kann. Ob Profi, Weltmeister, Homebarista oder auch nur passionierter Cappuccinotrinker – hier darf jeder ran! Dabei sein ist alles!

Also, liebe Baristi, stellt Euch dem Wettkampf!

Johannes Lacker

Hier der Flyer des Tuesday Night Throwdown zum Ausdruck.

Im Gespräch mit David de Souza – Shisha Bar Thun

David de Souza

David de Souza

David de Souza betreibt zusammen mit Mathias Bühler die Shisha Bar in Thun. In der Shisha Bar wurde der aktuelle Schweizer Barista Meister, Philipp Meier, an das Kaffeehandwerk herangeführt.

Über die Hintergründe dazu sprach ich mit David de Souza:

Kaffi Schopp (KS): David, warum legt Ihr so grossen Wert auf eine hohe Kaffeequalität bei Euch in der Shisha Bar?

David de Souza (DdS): Mathias [Bühler, KS] und ich sind beide Quereinsteiger in die Gastronomie. Wir haben uns schon oft über die schlechte Qualität des Kaffees in der Gastronomie geärgert und wollten unseren Gästen definitiv ein sehr hohes Niveau bieten.

KS: Wie macht sich das bei Euch bemerkbar?

DdS: Das fängt bei uns bei der Maschinenauswahl an. Als wir eröffneten, entschieden wir uns für eine zweigruppige Rancilio Classe 10, da wir von dieser Maschine überzeugt waren. Jeder neue Mitarbeiter muss an der Rancilio ersteinmal vier Stunden am Stück Espressi und Cappuccini machen, um das Gefühl für die korrekte Espressozubereitung zu bekommen. Gerade Mathias nimmt sich dabei viel Zeit für die Mitarbeiterschulung. Er war es zum Beispiel auch, der Philipp [Meier, KS] an der Kaffeemaschine einwies und ihm die ersten Schritte beibrachte.

KS: Das hat Mathias ja offensichtlich erfolgreich gemacht, schliesslich ist Philipp jetzt Schweizer Meister.

DdS: Ja, stimmt. Mathias hatte in der Vergangenheit selbst an den Schweizer Barista Meisterschaften teilgenommen  um sich weiterzuentwickeln und den Wettbewerb zu suchen und so entdeckte er sehr schnell, welches Potential Philipp hat. Zusammen mit Thomas Liebe bereitete Mathias Philipp auf die Schweizer Meisterschaften vor. Das Ergebnis ist ja bekannt.

KS: Euer Kaffeepartner ist die Rösterei La Semeuse aus La Chaux-de-Fonds. Offenbar seid Ihr dieser Rösterei eng verbunden, wie man an den Fotos in Euren Fenstern sieht (siehe unten stehendes Foto).

Die Thuner Shisha Bar mit Philipp Meier und Mathias Bühler im Fenster

Die Thuner Shisha Bar mit Philipp Meier und Mathias Bühler im Fenster

DdS: Es war zuerst gar nicht so einfach, den Kaffee von La Semeuse zu beziehen. Es waren gar keine logistischen Gründe, die dagegen sprachen, uns zu beliefern, sondern eher, dass die Geschäftsleitung erst kein Interesse daran hatte, die Shishabar als Kunden zu gewinnen. Nachdem ich dann aber ein ausführliches und intensives Gespräch mit Marc Bloch [der Geschäftsführer von La Semeuse, KS] führte und ihn von unseren Qualitätsansprüchen überzeugen konnte, wurden wir beliefert. Mittlerweile hat sich aus der Geschäftsbeziehung eine regelrechte Freundschaft entwickelt.

KS: Offenbar ist La Semeuse ja mittlerweile bereit, Euch tatkräftig zu unterstützen.

DdS: Sicher, gerade als wir nach Sponsoren für Philipps Trip nach Atlanta suchten, war Marc Bloch sofort bereit, uns auch finanziell zu unterstützen.

Die Shisha Bar von Innen

KS: David, wie geht es weiter in der Shisha Bar?

DdS: Wir beobachten laufend die technischen Entwicklungen auf dem Kaffeemaschinenmarkt, denn die gestiegenen Ansprüche unserer Kunden im Auge zu behalten, bleibt eine zentrale Aufgabe für uns.

Dann eröffnet Anfangs Mai wieder das Flussbad Schwäbis in Thun, in dem wir das Restaurant betreiben. Der Sommer kann also kommen.

KS: David, ich danke Dir für dieses Gespräch und wünsche der Shisha Bar alles Gute!

Ein erstes Resumée

Gestern abend um 23:30 Uhr (MEZ) wurden in Atlanta die Finalteilnehmer bei den WBC bekannt gegeben. Wie ich schon schrieb, erreichte der Schweizer Meister Philipp Meier nicht den Final.

Nun beschreibt er selbst auf seinem Blog den Grund für das Nicht-Erreichen der Finals :

Rang 32. Das hatten wir alle nicht erwartet. Ich bekam darauf ein ausfuehrliches Feedback von einem meiner Juroren. Fuer den technischen Part bekam ich die Hoechstnoten, mit denen ich ganz vorne mitspielte. “Zum Verhaengnis” wurde mir jedoch mein Signature Drink, der in der Schweiz noch so gut abschnitt. “Too much chestnut, to less coffee” – was ich nachvollziehen kann. Gesucht sei, so der Juror, die Kombination von Kaffee und Signaturedrink-Produkt und nicht umgekehrt. Die Punkte fuer meinen Signaturedrink bewegten sich also ziemlich tief. Doch gerade diese Sensorikpunkte werden mit dem Faktor vier multipliziert, sind also enorm wichtig und massgebend fuer die Bewertung, da sie danach laufend multipliziert werden.

Möglicherweise ist in der Vorbereitung ein Fehler passiert, als man – sicherlich unwissentlich – dem oben beschriebenen Grundsatz, dass auch beim Signature Drink der Kaffee im Vordergrund stehen muss, nicht genug Gewicht beimass. Philipp schreibt weiter:

[…] Die lehrreichen Schluesse daraus werden in Zukunft weiterhelfen, die ganze Sache noch besser gestalten zu koennen.

Das ist es, worauf es ankommt. An das gelernte anknüpfen und es beim nächsten Mal besser machen. Hinfallen und wieder aufstehen. Mit dem Swiss Barista Team, dem unterstützenden Verband der Swiss SCAE und den begleitenden Sponsoren hat sich in der Schweiz eine Struktur geschaffen, um im Jahre 2010 ganz vorne bei den WBC mitzuspielen.

So heisst es also “Auf ein Neues in 2010” – hoffentlich wieder mit Philipp Meier als amtierenden Schweizer Barista Meister!

Johannes Lacker

P.S.: Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen, dass man in Deutschland meilenweit von solchen Strukturen wie in der Schweiz entfernt ist. Es würde mich sehr freuen, wenn sich dies in Deutschland bald ändert. Die Verantwortlichen der German SCAE sollten sich mit den Schweizer Kollegen einmal zusammensetzen und austauschen.

Schweizer Meister Philipp Meier nicht im Final

wbc_live_topGerade sind in Atlanta auf den World Barista Championships die Finalisten, die Runde der letzten Sechs, bekannt gegeben worden.

Leider konnte sich Schweizer Barista Meister Philipp Meier nicht für den Final* qualifizieren.

Die sechs Finalteilnehmer sind:

für Ungarn: Attila Minor

für Gross-Britannien: Gwylin Davies

für Canada: Sammy Piccolo

für die USA: Michael Phillips

für Irland: Colin Harman

für Süd-Korea: Lee Jong Hoon

Allen Finalisten von dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg für den morgen um 12:00 Uhr (Atlanta Ortszeit) beginnende Final*.

Dem Swiss Barista Team um Philipp Meier, Mathias Bühler und Thomas Liebe sende ich ebenfalls die herzlichsten Glückwünsche: Ihr habt Euch in einem starken Feld sehr gut geschlagen! Ihr dürft mit Recht stolz auf die Arbeit der letzten Monate sein und erhobenen Hauptes wieder in die Schweiz zurückkehren!

Johannes Lacker

P.S.: Auch die Teilnehmerin aus Deutschland, Stefanie Heidemann, konnte sich nicht für das Finale qualifizieren.

*) Im Schweizerdeutschen spricht man von “der Final”.

Philipp Meier im Interview

Philipp Meier

Philipp Meier

Am kommenden Sonntag fliegt Philipp Meier zusammen mit seinem Coach Thomas Liebe und Team Captain Mathias Bühler (Shisha Bar Thun) nach Atlanta zu den World Barista Meisterschaften.

Bevor er sich aufmacht, hatte ich heute Gelegenheit, Philipp noch zum Stand der Vorbereitungen zu befragen.

Kaffi Schopp (KS): Philipp, im Januar hast Du erstmalig an den Schweizer Barista Meisterschaften teilgenommen und diese gleich gewonnen. Warst Du von Deinem Sieg an den Meisterschaften überrascht oder hast Du Deinen Erfolg erwartet?

Philipp Meier (PM): Ehrlich gesagt habe ich gar nichts erwartet. Ich habe zum ersten Mal teilgenommen, die Kaffeeszene in der Schweiz war für mich bis dahin ziemlich klein und meine Chancen konnte ich nicht einschätzen, da mir ein Referenzpunkt fehlte. Ich konnte also sehr locker an den Start gehen, das hat wahrscheinlich auch geholfen.

KS: Nun bereitest Du Dich auf die World Barista Championships (WBC) vor. Inwieweit unterscheidet sich die Vorbereitung auf die WBC von der Vorbereitung für die nationalen Meisterschaften?

PM: Die Vorbereitung unterscheidet sich insofern, dass ich seit nunmehr über drei Monaten jeden Tag Kaffee mache, diesen fast nicht mehr sehen, ihn aber lieben muss und kann. Und, dass in meinen Konversationen mit Freunden das Wort “Kaffee” zu einem inflationären Terminus verkommt. Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Aber der Hauptunterschied ist die Intensität. Im Februar war ich zwei bis drei Tage im Seepark [das Hotel Seepark in Thun ist Trainingsort des Swiss Barista Teams, KS], um mich mit der Wettbewerbs-Maschine von Nuova Simonelli vertraut zu machen. Im März stieg das Pensum an und hielt sich nun über knapp eineinhalb Monate bei täglichen Trainings. Das ist sehr intensiv. Für die Schweizermeisterschaften haben wir “lediglich” zwei Wochen Intensivtraining abgehalten.

KS: Thomas Liebe, Schweizer Barista Meister des letzten Jahres, ist Dein Trainer. Auf was hat Thomas bei Eurem Training besonderen Wert gelegt?

PM: Konstanz und Gelassenheit führt zu Sicherheit. Ja, das triffts.

KS: Zusammen mit der Kaffeerösterei “La Semeuse” aus La Chaux-de-Fonds habt Ihr eine besondere Kaffeemischung für die Meisterschaften entwickelt. Was ist das Spezielle an dieser Kaffeemischung?

PM: Der “internationale” Kaffeegeschmack unterscheidet sich von dem in der Schweiz. “Fruchtige” Kaffees sind gesucht, solche, die hier als “sauer” beschrieben werden. Die Kaffeemischung ist eine Gratwanderung – jeder hat seinen eigenen Kaffeegeschmack, so habe auch ich meine Mischung ausgesucht. Man kommt aber nicht drum herum, gewisse Abstriche zu machen, d.h., sich auf die Geschmackskriterien der WBC-Jury einzulassen. Folglich muss man sich einen Kaffee suchen, dem beide Vorlieben, die eigenen und die der WBC-Jury innewohnen.

KS: Welche Milch verwendet Ihr für den Cappuccino?

PM: An den WBC bekommt jeder Barista einen Personal Buddy [einen persönlichen Assistenten, KS], der einem auf der Suche nach Milch helfen wird. Milch nehmen wir aus logistischen Gründen keine mit in die USA. Den Transport würde nur die UHT-Milch überleben, die wollen wir aber nicht. Also suchen wir uns zusammen mit dem Buddy in Atlanta eine frische Vollmilch, mit 3.5% Fettgehalt.

KS: Thomas Liebe erlebte letztes Jahr an den WBC in Kopenhagen ein Desaster mit dem dort zur Verfügung gestellten Wasser. Aufgrund dieser Erfahrung hat Thomas versucht, dieses Wasser bei Eurem Training zu simulieren. Kannst Du mir erklären, was das Spezielle beim Wasser in Atlanta bzw. an den WBC generell ist?

PM: An den Weltmeisterschaften wird stets ein definiertes WBC-Wasser verwendet. Ein Wasser mit eigener Mineralisation, einmalig. Dies deshalb, damit das Wasser an jeder WBC die selbe Qualität aufweist und Wettbewerbsgleichheit herrscht.

KS: Inwieweit beeinflusst dieses Wasser das Ergebnis in der Tasse?

PM: Das sind Welten. Nur soviel: Personen, die einen bestimmten Kaffee seit mehreren Jahren täglich trinken, erkennen ihren eigenen Kaffee nicht wieder. Die Unterschiede sind enorm. Kaffees die mit “unserem” Wasser gut schmecken, sind mit dem WBC-Wasser schlichtweg nicht trinkbar, und umgekehrt.

KS: Wie hast Du die letzten Wochen im Training mit Mathias Bühler und Thomas Liebe erlebt?

PM: Es war eine sehr tolle, intensive Zeit, die nebst viel Energie auch Nerven kostete. Aber nun geht es ja erst richtig los! Eine abschliessende Meinung bilde ich mir nach Atlanta.

KS: Du studierst an der Uni Bern Islamwissenschaften. Hast Du Dein Studium im Moment etwas zurückgestellt, um Dich auf die WBC vorzubereiten?

PM: “Eigentlich” sollte ich Ende Juni meinen Bachelor haben – das wird jetzt aber Dezember…also: Ja.

KS: Kannst Du Deine Kontrahenten aus den anderen Ländern etwas beurteilen? Hast Du einen persönlichen Favoriten, an dem Du Dich orientierst?

PM: Ich habe mich mit meinen Mitstreitern befasst, allerdings nicht so eingehend, dass ich mich dann zwangsläufig an einem von diesen orientieren würde. Sammy Piccolo aus Kanada ist zum vierten Mal dabei, mit ihm ist sicher zu rechnen. Australier, Schweden, Dänen und Amerikaner sind generell stark. Aber eben, ich mache mein Ding, ich freue mich Baristi aus aller Herren Länder zu sehen und diese vor allem als Freunde und weniger als Kontrahenten kennen zu lernen.

KS: Inwieweit möchtest Du Deine Fähigkeiten als Barista weiter (evtl. beruflich) verfolgen?

PM: Im letzten halben Jahr hat sich sehr vieles getan. Vielleicht gehts das noch mal so weiter. Ich werde sehen…

KS: Philipp, ich danke Dir für dieses Gespräch und wünsche Dir nun einen guten Flug nach Atlanta und viel Glück auf den WBC!

Johannes Lacker/KS

P.S.: Hier auch nochmal der Link zum TV-Bericht über die Vorbereitungen von Philipp  Meier.

Schweizer Barista Meister Philipp Meier auf Futura TV

Philipp Meier, Schweizer Barista Meister, fliegt am kommenden Sonntag mit Mathias Bühler und Ex-Schweizer Meister Thomas Liebe nach Atlanta zu den World Barista Championships (WBC).

Über Wochen haben Mathias und Thomas Philipp auf die WBC vorbereitet. Dabei konnte Philipp vor allem auf die Erfahrungen von Thomas Liebe bauen, der 2008 selbst an den WBC teilgenommen hatte (damals in Kopenhagen).

Nun wurde gestern über verschiedene Schweizer Sender des Lokalfernsehns der von Futura TV produzierte Film über die Vorbereitung von Philipp und seinem Team ausgestrahlt:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=CYdIou7a5nQ]


Thomas Liebe und Mathias Bühler haben Philipp Meier intensiv vorbereitet, er arbeitet auf konstant sehr hohem Niveau und so darf man ihm sicher einige Chancen einräumen, die Finalrunde zu erreichen.

So heisst es nun den dreien einen guten Flug nach Atlanta zu wünschen und für die Vorrunde am 16. April die Daumen zu drücken. Denn ein wenig Wettkampfglück und Fans, die an den Erfolg glauben, braucht es immer.

Viel Glück, Philipp!

Johannes Lacker

Videoquelle: Futura TV – Das Schweizer TV-Magazin für Bildung und Beruf

Die Schweizer Baristi bereiten sich auf die WM vor!

Philipp Meier

Philipp Meier

Der Schweizer Barista Meister Philipp Meier bereitet sich zusammen mit Thomas Liebe und Mathias Bühler auf die Barista WM in Atlanta (USA) vor. Das Trio hatte bereits erfolgreich für die Schweizer Meisterschaften im Januar trainiert. Mehr als 50 Landesmeistern wird sich Philipp Meier in Atlanta stellen, um um den Weltmeistertitel zu kämpfen. Unter www.swissbarista.ch wurde eine eigene Internet-Seite eingerichtet, auf der Sie die Vorbereitungen mitverfolgen können. Die öffentlichen Trainings finden im Congress Hotel Seepark Thun statt, deren genaue Termine finden Sie hier.

Auch Sandra Stucki (Gewinner Coffee in Good Spirits) und Martin Egger (Gewinner Latte Art) üben hart und haben in Burgdorf (Kanton Bern) eine grosse Fangemeinde. Sie werden sich in Köln auf der Coffeena mit der Weltelite messen. Mit Florence Letroux aus Orbe haben die Schweizer ebenfalls eine Anwärterin auf ein Top Resultat im Cup Tasting.

Allen Schweizermeistern wünsche ich schon jetzt ein erfolgreiches Trainieren und gute Nerven bei der Vorbereitung auf die WM.

Johannes Lacker