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Tour de Suisse 2010

Koffeein ist immer wieder mal als Dopingmittel im Radsport im Gespräch. Wahr ist, dass Koffeein den Fettstoffwechsel anregt und deshalb ein Espresso auf leeren Magen für ein morgendliches Training auf dem Velo sicher nützt. Unwahr ist, dass schon drei Espressi genügen, um schneller als Lance Armstrong die Pässe der (Schweizer) Alpen heraufzufliegen.

Dennoch ist der Espresso ein bei Velofahrern sehr beliebtes Getränk. Die Ausflüge von Radtouristikern (die in der Schweiz manchmal abschätzig “Gümmeler” genannt werden) sind dann auch gerne mal als “Cappuccino-Runden” verschrieen, da es bei diesen Radtouren angeblich nur von einem Café zum nächsten geht – was natürlich nicht stimmt! 😉 Dennoch ist eine Mittagspause bei einem Espresso ein bei Radsportlern beliebtes Ritual.

602px-Logo_Tour_de_Suisse.svgEinmal im Jahr fährt das Radsport-Peloton der Profis durch die Schweiz, so auch im Jahre 2010. Der Parcours des kommenden Jahres ist für mich, der enge Beziehungen zu den Kantonen Basel Land und Graubünden hat, besonders erfreulich ausgefallen: Etappenorte sind zum einen La Punt im Engadin und Savognin am Julier Pass, zum anderen wird das Abschlusszeitfahren in und um Liestal ausgetragen. Über Liestal hatte ich hier im Blog ja schon mehrfach geschrieben, sei es beim Bericht über die Basler und Liestaler Fasnacht, als auch in dem Artikel über Caffè Barone in Gelterkinden.

Das Organisationskomitee um Velo-Moto-Club Liestal Präsident Roger Aeschbach hat lange dafür gearbeitet, dass Liestal zum einen Ankunftsort der 8. Etappe (Wetzikon-Liestal) und zum anderen Start- und Zielort für das Abschlusszeitfahren Liestal-Basel-Liestal wird.

Allen Espresso-trinkenden Radsportfans sei neben dem Besuch der Tour de Suisse am 19. und 20. Juni 2010 auch ein wenig Zeit für die Region Basel empfohlen, da einige unserer Kaffi Schopp Lieferanten eben dort ihren Sitz haben: Bertschi Café in Birsfelden, die Chocolatiers Beschle und Idilio Origins und die bereits erwähnte Rösterei Caffè Barone von Tobias Konrad. Und wenn es dann wieder zurück “ins Dütsche” (=nach Deutschland) geht, sei das Caffè eccetera in Basel zum Abschlussespresso empfohlen.

Also – eines ist klar – den 19. und 20. Juni sollte man sich unbedingt reservieren für eine Radsport-Gourmet-Reise zur Tour de Suisse nach Liestal. Ich habe mir die Daten auf jeden Fall schon notiert.

Johannes Lacker

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Kaffeeröstereien

Baselbieter Kaffee: Caffè Barone

Zum Baselbiet, welches den Kanton Basel-Land umschreibt, habe ich seit langem eine besondere Beziehung. Mein Berliner Gymnasium, die Georg-Herwegh-Oberschule, pflegt seit Jahren eine Schulpartnerschaft mit dem kantonalen Gymnasium in Liestal, dem Kantonshauptort des Kantons Basel-Land. 1982 konnte ich mit meiner damaligen Schulklasse das erste Mal Liestal (im schweizerdeutschen “Li-eschtl” genannt) besuchen und das Baselbiet kennenlernen. Landschaftlich wird das Baselbiet durch beeindruckende Jurafelsen dominiert, die Landschaft erinnert stark an die Schwäbische Alb “im Deutschen” (die Basler sprechen immer davon, dass sie “ins Dütsche” gehen, wenn Sie nach Deutschland fahren).

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Die Sissacher Fluh (c) Bergrestaurant Sissacher Fluh

Einer dieser Felsen ist die sog. Sissacher Fluh, ein Aussichtspunkt mit fantastischem Blick auf Sissach, Gelterkinden und den Schweizer Belchen. Und genau in Gelterkinden werden seit 2008 Kaffees geröstet: bei Caffè Barone.

Gegründet 2007  in Muttenz, konnte Kaffeeröster Tobias Konrad ein Jahr später die Räume der ehemaligen Rösterei Jenny im Tal der Ergolz übernehmen.

Tobias Konrad
Tobias Konrad

Tobias Konrad, gebürtiger Basler, ist zu seiner Leidenschaft für den Kaffee als Steward bei der ehemaligen Swissair gekommen. Auf den Flügen gab es meist recht schlechten Kaffee, in den Hotels, in denen Tobias übernachten konnte, dafür umso besseren (offenbar hat Tobias nie in den deutschen Hotels übernachtet 😉 ). So entwickelte er ein Gefühl dafür, wie die Faktoren Wasser, Brühtechnik und Röstung in den jeweiligen Häusern die Kaffeequalität ausmachten und lernte nebenbei die Kaffeekultur der jeweiligen Länder kennen.

Nach dem Besuch der Hotelfachschule Luzern entschied er sich bei Kraft Jacobs Suchard im Kaffee-Aussendienst zu arbeiten. Allerdings war er nicht immer mit allen Kaffeeröstungen gleich zufrieden, so dass er sich entschied, die Probleme, welche bei seinen Kunden aufgetreten waren, selbst in die Hand zu nehmen und sich einen HotBot Trommelröster zu kaufen.

Die Rösterei in Gelterkinden
Die Rösterei in Gelterkinden

Das war der Beginn der Röstkarriere von Tobias Konrad. Oft rauchte es aus der Garage, in der Tobias seine Kaffees röstete und sein eigenes Profil entwickelte. Nachdem sich die Beschwerden aus der  Nachbarschaft häuften, war für ihn der Zeitpunkt gekommen, sich nach jahrelanger Übung und verschiedenen Schulungen (z.B. auch bei Ingo Rogalla) in geeigneten Räumen selbständig zu machen.

barone_lacker5Nun bietet Caffè Barone hauptsächlich Kaffeemischungen an und versucht mit  diversen Blends ein grosses Spektrum von Kaffeegeniessern abzudecken. Dabei bedient Tobias Konrad auch individuelle Wünsche seiner Kunden, er röstet auch nach kundenspezifischen Anforderungen.

Aber Tobias Konrad hat nicht nur das Wohl seiner Kunden im Auge, sondern auch das Leben der Kaffeebauern in den Produktionsländern. Deshalb arbeitet er mit der Stiftung vivamos mejor zusammen. Diese Stiftung verfolgt das Ziel, bessere Lebensbedingungen für die Kaffeepflanzer in Lateinamerika zu erreichen. Caffè Barone möchte hier in Zukunft als Partner auftreten und den Kaffee der dortigen Kaffeeplantagen direkt in die Schweiz importieren.

Als einer der kleinsten Schweizer Röstereien wünsche ich Tobias weiterhin viel Erfolg bei seiner Arbeit und freue mich schon darauf, seine Röstungen hier im Blog einmal vorstellen zu können.

Ein schönes Wochenende mit Kaffee aus der Schweiz wünscht

Johannes Lacker

P.S.: Auf der Sissacher Fluh gib es übrigens ein tolles Bergrestaurant, bewirtet von Angelika und Bruno Thommen. Nach einer Wanderung kann man hier einkehren, während die Kinder draussen viel Platz zum Spielen finden.