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Weinbau im Domleschg – Rückkehr einer Tradition

Eine ziemlich unbekannte, da nicht offizielle Weinbauregion der Schweiz ist das Domleschg im Kanton Graubünden. Das Domleschg liegt zwischen Boden- und Comersee. Durch das milde Klima und die geringen Niederschläge eignet es sich ideal für den Anbau von Reben. Allerdings wurde nur bis Anfang des 20. Jahrhunderts in diesem bündner Nord-Südtal Weinbau betrieben. Danach verschwand der Weinbau aus dem Tal.

Seit 1989 jedoch erlebt der Weinbau im Domlesch seine Wiedergeburt. Der erste “neue” Rebberg gehöhrte zum Kurhaus Rotenbrunnen, oberhalb des Schlosses Rietberg.

Im höchst gelegenen Weinberg Graubündens (auf ca. 800 m. ü.M.) werden Müller-Thurgau, Pinot gris, Blauburgunder und Léon Millot angebaut.

Unzählige Flurnamen im Tal weisen auf ein frühere Weinbautradition hin. Heute kämpfen verschiedene Initiatoren für den Wiederaufbau der Rebberg-Einzonungen. Mit einem dieser Domleschger Weinbauern konnte ich vor kurzem ein längeres Gespräch führen. Mit Johannes Buchli aus Fürstenaubruck verbindet mich eine lange Freundschaft, die ich seit Anfang der 1990er Jahre pflege.

Domleschg Graubünden Schweiz
Blick über das Domleschg nach Süden Richtung Via Mala

Im Gespräch mit Hannes Buchli

KaffiSchopp [KS]: Hallo Hannes, Du produzierst im eigenen kleinen Rebgarten Wein. Welche Reben baust Du an?

Johannes Buchli [JB]: Die zwei Sorten heissen Leon Millot und Muscat bleu, zwei Rotweine.

[KS]: Wie bist Du darauf gekommen, quasi im Garten Wein anzubauen?

[JB]: Eigentlich hat mich mein Bruder 1996 dazu gebracht. Nach einigen gemeinsamen Jahren haben wir uns aber später, weil wir unterschiedliche Ideen in Sachen Weinausbau hatten, getrennt. Nun kümmere ich mich allein um den Wein, wobei mich meine Frau und meine Söhne tatkräftig unterstützen. Nachdem ich alleinverantwortlich für unseren Rebgarten war, habe ich neben den bestehenden blauen Muscat-Rebstöcken noch Leon Millot angepflanzt.

[KS] Wie habt Ihr angefangen?

[JB] Zuerst wollten wir einen Spalierbau betreiben. Nachdem ich einen Kurs bei einer Landwirtschaftsschule besucht hatte, bin ich von dieser Idee abgekommen. Es hatte gut Platz zwischen den bestehenden Pflanzen. Insgesamt sind es jetzt ca. 150 Rebstöcke, die am Hang hinter meinem Elternhaus stehen.

Entwicklung

[KS] Welche Erfahrungen, welche Entwicklung habt Ihr mit Eurem Wein in den letzten Jahren gemacht?

[JB] Seit 2004 mache ich zusammen mit meiner Frau Tanja Wein. Dies ist mit viel Idealismus verbunden. Vom ersten eigenen Wein hatte ich zwar selbst eine  hohe Meinung, dabei war er wirklich nicht das “Gelbe vom Ei”. In vielen Gesprächen habe ich immer wieder dazu gelernt. Vor allem zwei Freunde, die in der Bündner Herrschaft Winzer sind, haben mir mit ihrem Wissen sehr geholfen.

So sind wir immer besser geworden. Manchmal verlief etwas nicht optimal aber auch das bringt einen weiter. Aus Fehlern lernt man und ich lerne täglich dazu, wenn ich mich mit dem Wein beschäftige.

[KS] Baut Ihr den Wein nur an oder keltert Ihr ihn auch selbst?

[JB] Die wenigsten “Winzer” im Domleschg machen selber Wein. Die meisten bringen das Traubengut einem Profi-Winzer. Anschliessend verkaufen sie dann “ihren” Wein. Es gibt aber einige wenige (und zu diesen zähle ich mich auch), welche das Weinmachen selbst in die Hand nehmen.

Ich sehe das Weinmachen vor allem als Hobby, welches ich auf diese Weise das ganze Jahr betreiben kann. Einerseits ist in der warmen Zeit ein 1A- Traubengut das Ziel. Im Winter geht’s dann im Keller weiter. So habe ich abschliessend ein Produkt, welches ich getrost als mein eigenes bezeichnen kann.

[KS] Wie bildest Du Dich weiter?

[JB] Neben den erwähnten Gesprächen mit meinen Freunden werde ich in diesem Herbst erneut einen Kurs besuchen, bei dem ich via Schulbank und Praxis sehen kann, wie die Profis Wein machen. Natürlich bin ich sehr gespannt, was ich nachher in meiner Weinproduktion alles umstellen werde.

Weinbauregion Domleschg

[KS] Das Domleschg ist nun keine sehr bekannte Weinbauregion. Im Kanton Graubünden kennt man zwar die Weine der Bündner Herrschaft, aber vom Domleschg haben sicherlich die wenigsten bisher gehört. Kannst Du den Blog Lesern etwas über den Weinbau im Domleschg erzählen?

[JB] Obwohl sonst überall freie Marktwirtschaft herrscht, ist die
Winzerei in der Schweiz stark reglementiert. So sind im Bündnerland die
anerkannten Rebflächen vor allem in der Bündner Herrschaft und in der Gegend von Chur anzutreffen. Wir im Domleschg dürfen nur für den Eigengebrauch Trauben anbauen. Dafür dürfen wir 4 Aren (10 auf 40 Meter) aufwenden. Und da unser Wein für den Eigengebrauch gedacht ist, darf er nicht “offiziell” verkauft werden.

[KS] Nun konnte ich bei Dir diverse Weine, rot wie weiss, verkosten. Würdest Du sie uns kurz vorstellen?

[JB] Die Weissweine stammten von:

  • Rudolf Künzler aus Sils im Domleschg – ein Weisswein aus der Bouvier Traube (sehr rare Sorte in der Schweiz)
  • Luzi Mark aus Scharans, ein Grauburgunder
  • Rudolf von Planta, Gut Canova Paspels, ein Riesling Silvaner bzw. Müller Thurgau
  • Herrn Christian Castelmur aus Tomils, ein Riesling Silvaner bzw. Müller Thurgau
  • Andreas Marugg vom Kurhaus Rothenbrunnen, ein Riesling Silvaner bzw. Müller Thurgau

Die Rotweine waren von:

  • Luzi Mark aus Scharans, ein Blauburgunder bzw. Pinot Noir
  • Emanuel Mark aus Rietberg / Rhäzüns, ein Regent (eher seltene Sorte hier bei uns)
  • Marlies Curau aus Tomils, ein Blauburgunder bzw. Pinot Noir
  • Andreas Marugg vom Kurhaus Rothenrunnen, ein Blauburgunder bzw. Pinot Noir

Zwei Weine bzw. Jahrgänge waren dann noch von mir. Dies waren jeweils meine Leon Millot und Muscat bleu – Reben.

[KS]: Hannes, Dir und Deinen Reben weiterhin eine gute Entwicklung unter der warmen Bündner Sonne! Vielen Dank für das Gespräch.

* * *

Weitere Informationen zum Weinbau im Domleschg gibt es über:

Reb- und Weinbauverein Domleschg
Pradasetga 308
CH-7417 Paspels
Tel: +41 81 655 17 71
rudolf.kuentzel@bluewin.ch

Sollten Sie Ihren nächsten Eidgeniesser-Urlaub in Graubünden verbringen, ist das Domleschg auf jeden Fall einen Besuch wert. Weitere Informationen zum Domleschg gibt bei der Regio ViaMala.

Johannes Lacker

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Schweizer Kochrezepte

Ächti Schwiizer Chuchi: Capuns

Für heute präsentiere ich Ihnen mal ein klassisches Gericht aus dem Kanton Graubünden: die Capuns. Diese Krautwickel lassen sich wunderbar bereits am Vortag vorbereiten, sie werden dann einfach wieder in Fleischbrühe heiss gemacht.

Füllung

150g Mehl
1 Prise Salz
3 EL Milch
2 Eier

alles in einer Schüssel mischen und zugedeckt bei Zimmertemperatur für 30 min stehen lassen.

1/2 EL Butter in einer Pfanne warm werden lassen, dazu
1/2 Zwiebel fein hacken und andämpfen
je 1/2 Bund Petersilie und Schnittlauch

fein schneiden, mitdämpfen, auskühlen lassen, zum Teig geben und mischen

50g in Scheiben geschnittenes Bündnerfleisch und
100g Salsiz (alternativ Landjäger oder Salami)

hacken und ebenfalls unter den Teig heben.

Blätter

16 grosse Mangoldblätter (oder Spinatblätter)

in siedendem Salzwasser portionsweise ca. 1 min. blanchieren, herausnehmen, kurz in kaltem Wasser abschrecken, auf Haushaltspapier auslegen und trocken tupfen.

Capuns formen: Füllung mit einem Teelöffel auf die Blätter verteilen und aufrollen.

Garen

1 dl Rahm (Sahne)
2 dl Fleischbrühe mit ein wenig
Salz und Pfeffer

in der Pfanne aufkochen  und anschliessend die Hitze reduzieren. Geformte Capuns portionsweise zugedeckt ca. 8 min. köcheln lassen, abtropfen und zugedeckt warm stellen.

Butter in einer Pfanne warm werden lassen und
50 g Rohschinken in Streifen anbraten.

Capuns auf vorgewärmte Teller verteilen, mit der Garflüssigkeit übergiessen und mit den Schinkenstreifen bestreuen. Fertig.

“Bun appetit” wünscht

Johannes Lacker

P.S.: Ergänzende Infos gibt’s auf der Homepage von Betty Bossi