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Kaffi Schopp im CaT Mannheim

Am vergangenen Mittwoch besuchte ich Rüdiger Elzer vom Mannheimer Café CaT (Coffee and Tea).

Herr Elzer suchte für sein Café einen Filterkaffee, da er für seine Kunden auch handgefilterten Kaffee anbietet. Seine bisher benutzen Kaffeemischungen erbrachten aber nicht den gewünschten Geschmack.

So bat er mich, einige meiner Schweizer Kaffees mitzubringen um diese einmal zu filtern. Ausgestattet mit French Press (Stempelsiebkanne) und Eieruhr machte ich mich auf den Weg nach Mannheim.

Als erstes probierte ich den jetzigen Filterkaffee, den Herr Elzer selber aus einer italienischen Espresso- und einer Crema-Mischung herstellt. Ehrlichgesagt ein ziemlich bitteres und saures Erlebnis.

Dann brühten wir Schweitzers Dunkle Mischung auf. Mit dem Ergebnis waren wir beide aber nicht sehr zufrieden. Aus dem Vollautomaten produziert die dunkle Röstung einen vollaromatischen Kaffee, gefiltert genau das Gegenteil.

Als zweiten Kaffee brühten wir den Chicco d’Oro Tradition auf – meinen absoluten Lieblingskaffee für den Vollautomaten. Der erste Versuch schmeckte noch sehr wässrig, so dass wir die Mahlung feiner stellten. Auch die zweite Brühung überzeugte uns noch nicht so recht. So benutzten wir etwas mehr Pulver (12g) und stellten den Mahlgrad nochmals feiner ein. Und siehe da: vollaromatisch im Geschmack. Auch als Lungo (Espresso mit ca. 120 ml Wasser) war der Geschmack sehr ausgewogen.

Als dritten Kaffee probierten wir die Mischung Tradition der Schwarzwald-Rösterei in Offenburg. Wenn ich vom Aroma der (recht hellen) Bohnen enttäuscht war, so begeisterte mich der Geschmack umsomehr. Vor allem einen sehr langen Abgang zeichnet diese Mischung aus.

Aus den drei getesteten Kaffees ist die Offenburger Tradition mein Favorit. Herr Elzer war aber vom Chicco d’Oro mehr angetan, so dass er ein Kilo behielt. Nun ist die klassische Filtertüte nicht unbedingt das Ideal für einen optimalen Filterkaffee, so dass ich Rüdiger Elzer noch den Einsatz eines Goldfilters empfahl. Ein Papierfilter entnimmt sämtliches Fett aus der zu filternden Flüssigkeit. Das bedeutet, dass sämtliche Geschmacksträger im Kaffee mit herausgefiltert werden. Die Poren beim Dauerfilter (Goldfilter) dagegen trennen rein mechanisch die festen Bestandteile von den flüssigen. Jegliche geschmackliche Beeinflussung wird durch die neutrale Echtgoldauflage verhindert. Nach gleichem Prinzip filtert auch die Karlsbader Kanne, die einen Porzellanfilter aufweist.

Bei meinem nächsten Besuch im Mannheimer CaT werde ich Rüdiger Elzer nach den Reaktionen seiner Gäste befragen, die, auch zu meiner Überraschung, immer wieder nach gefiltertem Kaffee fragen (die Deutschen sind Filterkaffee eben seit Jahrzehnten gewöhnt).