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Kaffeebohnen im Vergleich

Die unterschiedlichen Zubereitungsarten von Kaffee sind so verschieden, wie die für jede Zubereitung geeigneten Kaffeebohnen selbst. Deshalb vergleichen wir in diesem Beitrag nicht nur die drei gängigsten Methoden der Kaffeezubereitung, sondern auch die dafür geeigneten Kaffeebohnen.

Frühstückstisch mit Kaffee
Frühstückstisch mit Kaffee
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5 Gründe warum Ihr Kaffee nicht schmeckt – und was man dagegen tun kann.

Schlechter Kaffee muss nicht sein (Grafik: fotolia.com © Africa Studio)

Schlechter Kaffee muss nicht sein (Grafik: fotolia.com © Africa Studio)

Als Kaffeeliebhaber freut man sich jeden Morgen auf den ersten Schluck heißen Kaffees, um in den Tag zu starten. Auch wenn Sie noch nicht richtig wach sind, merken Sie, wie mit jedem Schluck das Leben in Sie zurückkehrt und der Tag einfach gut beginnt. Doch was tun, wenn man beim ersten Schluck schon merkt: Der Kaffee schmeckt nicht.

Niemand verdient es, am Morgen (oder überhaupt) schlechten Kaffee zu trinken. Hier fünf Tipps, was Sie dafür tun können, dass Ihnen Ihr Kaffee Zuhause besser schmeckt.

1. Ihre Kaffeebohnen sind alt und/oder schmecken ranzig

Kaffeebohnen oxidieren, wenn sie in Kontakt mit Sauerstoff kommen. Durch die Oxidation der Kaffeefette entsteht ein ranziger Geschmack, den Sie natürlich auch in Ihrer Tasse Kaffee wieder finden- folglich der Kaffee schmeckt nicht gut.

Deshalb sollten Sie immer frische Bohnen verwenden, die Sie trocken, kühl (Zimmertemperatur), dunkel und unter Luftabschluss lagern. Verschließen Sie den geöffneten Kaffeebeutel bestmöglich und lagern Sie ihn in einer luftdichten Tupper-Box. Optimaler Ort ist dann der dunkle Küchenschrank, abseits von Herd und Spülmaschine.

Ebenso wichtig wie die Lagerung, ist das frische Mahlen des Kaffees kurz vor dem Verbrauch. Gemahlener Kaffee verliert überdurchschnittlich schnell sein Aroma und deshalb sollte man im besten Falle keinen vorgemahlenen Kaffee für Zuhause verwenden. Das Aroma frisch gemahlener Bohnen duftet nicht nur in Ihrer Küche sondern macht auch Ihren Kaffee besser.

Und natürlich sollten Sie nur Bohnen verwenden, die erst vor kurzer Zeit geröstet wurden. Nach mehr als 6 Monaten hat der Kaffee so viele Aromen verloren, dass das volle Geschmackserlebnis nicht mehr gegeben ist.

2. Ihre Kaffeebohnen sind nicht optimal geröstet

Ohne das Rösten der grünen (Roh-)Kaffeebohnen könnten wir gar keinen Kaffee genießen. Deshalb ist das optimale Rösten die Basis für die bestmögliche Entwicklung der Kaffeearomen.

Industriell geröstete Bohnen sind in der Regel nicht durchgeröstet, sondern innen fast “roh” und äusserlich schon fast zu dunkel wenn nicht sogar schon ölig. Dadurch schmeckt der Kaffee oft bitter und sauer. Ich nenne das immer den “Filet-Effekt”, denn beim Anbraten eines Filets passiert das gleiche: Aussen hat das Fleisch eine feine braune Färbung, innen ist es jedoch nahezu roh. Beim Filet ist das so gewünscht, beim Kaffee nicht. Denn damit die ganze Bohne ihr volles Aroma entfalten kann, muss sie durchgeröstet sein. Fakt ist: Der Kaffee schmeckt nicht aromatisch, wenn er zu kurz und zu heiß geröstet wurde.

Das erreicht der Röstmeister nur, wenn die Bohnen langsam und schonend bei niedrigen Temperaturen (bis 220 Grad) geröstet werden. Dazu kommt, dass die im Rohkaffee enthaltene Chlorogensäure nur durch den Faktor Zeit aus der Bohne heraus geröstet wird. Diese Chlorogensäure ist dafür verantwortlich, dass viele Menschen Kaffee nicht vertragen und mit Magenbeschwerden reagieren.

Kaufen Sie deshalb Kaffeebohnen, die traditionell in der Trommel geröstet wurden und deren Röststufe ihrer Verwendung entsprechen. Filterkaffees sind eher etwas heller geröstet, Espressi eher etwas dunkler.

3. Ihr Equipment ist verschmutzt: Der Kaffee schmeckt nicht

Eine schmutzige Pressstempelkanne, eine nicht gereinigte Espressomaschine oder ein ungepflegter Kaffeevollautomat tragen maßgeblich zum schlechten Geschmack von Kaffee bei. Das Ergebnis ist stets das gleiche: Der Kaffee schmeckt nicht.

Das bereits erwähnte Kaffeefett legt sich gerne auf die Oberflächen von Bohnenbehältern und Siebträgern. Dort wird es unter dem Einfluß von Sauerstoff ranzig und beeinflußt den Kaffeegeschmack negativ. Gerade Kaffeevollautomaten sind idealer Ort für Verschmutzungen aller Art. Schimmelnder Kaffeetrester, schimmelndes Restwasser und ranzige Tresterreste an der Brühgruppe verhindern nachhaltig das Kaffeevergnügen.

Deswegen ist bei jeder Kaffeezubereitung, ob mit Hand oder Maschine, Sauberkeit erstes Gebot. Reinigen Sie Ihre Equipment regelmässig mit Kaffeefettentferner und Milchfettentferner (beim Vollautomaten), nach Benutzung aber auf jeden Fall mindestens mit warmen Wasser.

4. Sie benutzen eine klassische Filterkaffeemaschine

Wenn Sie Ihren morgendlichen Kaffee in einer klassischen Filterkaffeemaschine zubereiten, sollten Sie den Kaffee innerhalb einer Stunde getrunken haben. Nach dieser Zeit beginnt eine sogenannte hydrolytische Reaktion des Kaffees: Der Kaffee bildet ungewünschte Säuren und wird immer bitterer. Grund dafür ist das andauernde Nachheizen des Kaffees durch die Heizplatte der Filterkaffeemaschine.

Wer es besser mag, sollte entweder mit der Hand filtern (für mich ohnehin die optimale Methode für einen morgendlichen Kaffee) oder die alte Filterkaffeemaschine durch einen Moccamaster ersetzen. Der Moccamaster hält den Kaffee lediglich warm und regelt die zugeführte Temperatur in Bezug auf die Menge Kaffees, der warm gehalten werden muss. Aber auch hier gilt: Kaffee sollte frisch zubereitet getrunken werden.

5. Die Qualität des verwendeten Wassers ist schlecht

Da eine Tasse Kaffee zu 98% aus Wasser besteht, darf man die Qualität des Wassers auf keinen Fall vernachlässigen. Das verwendete Wasser sollte immer frisch sein, einen ph-Wert zwischen 6 und 7 haben und ebenfalls einen mittleren Grad deutscher Härte (7 bis 8°dH).

In der Regel ist es deshalb in Deutschland empfehlenswert einen Brita-Filter einzusetzen und je nach örtlicher Wasserhärte dieses gefilterte Wasser entweder pur zu verwenden oder es mit dem Leitungswasser zu verschneiden.

Immer wieder liest man, dass Kaffeefans stilles Wasser aus dem Supermarkt kaufen. Allerdings gilt hier das gleiche wie beim Leitungswasser: Auf die richtige Mineralisation kommt es an. Ein Wasser, welches für Säuglingsnahrung geeignet ist, ist für Kaffee ungeeignet, da tatsächlich das Salz in der Suppe (=im Kaffee) fehlt und die Kaffeesäuren geschmacklich zu stark in den Vordergrund treten. Zu starke Mineralisation andererseits neutraliert die feinen Säuren im Kaffee und es fehlt am geschmacklichen Volumen.

Fazit: In dieser Zusammenfassung finden Sie die wichtigsten Punkte, um Gutes für den Geschmack Ihres Kaffees zu tun. Denn warum sollte man sich mit schlechtem Geschmack zufrieden geben, wenn es auch einfach besser geht?

PS: Hier finden Sie unsere Tipps zur optimalen Zubereitung von Kaffee.

Filterkaffee richtig zubereitet: Unser Rezept

Der klassische Filterkaffee erlebt in den sogenannten Third Wave Coffee Shops aktuell eine Renaissance.

Und da auch wir mittlerweile Anhänger dieser Kaffeezubereitung sind, möchten wir Ihnen die Zubereitung, so wie wir Sie pflegen vorstellen. Dazu nutzen wir einen HARIO V60 Prozellanfilter, für daheim funktioniert natürlich auch der vielleicht vorhandene Melitta-Filter.

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Kein Land für Filterkaffee

Im Gegensatz zu Deutschland wird in der Schweiz kaum noch Filterkaffee getrunken. So ist in einem Artikel der Solothurner Zeitung folgendes zu lesen:

Gemäss einer Meinungsumfrage konsumieren nur noch gerade 6 Prozent der Schweizer mittels Filter gebrühten Kaffee. Sehr hoch ist bei der Kaffeezubereitung hingegen mit 30 Prozent der Anteil der so genannten Kapselmaschinen (etwa Nespresso), gefolgt von den Vollautomaten mit 23 Prozent.

Obwohl Filterkaffee in der Befragung eher tiefe Wert ausweist, glaubt der Melitta-Geschäftsführer, dass Filtertüten auch in Zukunft gebraucht werden. «Wenn junge Leute einen Haushalt gründen, steht am Anfang oft ein Kaffeeautomat mit Filter in der Küche. Auch auf dem Campingplatz, auf Baustellen oder in der Ferienwohnung wird diese traditionelle Art der Kaffeezubereitung künftig ihren Platz haben.»

Eine Prognose, wie gross die Nachfrage in 10 bis 20 Jahren in der Schweiz noch sein könnte, mochte Kiefer nicht abgeben. «Wir gehen davon aus, dass der Bedarf weiter sinken wird.» In Deutschland hingegen brühen noch immer rund 70 Prozent der Bevölkerung ihren Kaffee mit einer Filtermaschine.

Ehrlichgesagt erinnere ich mich mit Grauen an den Filterkaffee, den meine Eltern getrunken haben oder den, mehr oder weniger auf der Wärmeplatte “durchgeglühten”, typischen deutschen Büro-Kaffee.

Allerdings wird diese Brühmethode häufig verkannt. Um die Aromen eines Kaffees nuanciert zu schmecken, bietet sich die Filtermethode geradezu an (siehe auch “Ungefiltertes zum (Schweizer) Filterkaffee“). Allerdings sollte man darauf achten, einen Permant-Filter (Goldfilter) zu verwenden, denn die klassische Filtertüte hält die Kaffeeöle zurück, die den Kaffeegeschmack stark unterstützen. Und dann schmeckt auch der klassische Filterkaffee wunderbar. Oder wie sehen Sie das?

Johannes Lacker

Kaffi Schopp im September

Seit dem 01. August ist der Kaffi Schopp Webshop online und viel hat sich in diesen Wochen getan. Neben neuen Artikeln im Sortiment (z.B. Espressotassen und dem TampingTom), sind vor allem zahlreiche Kunden auf das Angebot des Kaffi Schopp aufmerksam geworden.

Doch weitere Neuerungen kündigen sich an. Aktuell übersetze ich den Shop ins Englische, um auch den ausländischen Eidgeniessern das Sortiment besser vorstellen zu können. Und ab sofort ist es möglich, die Schweizer Kaffees auch gemahlen zu erhalten. Dazu kann bei der Bestellung angegeben werden, ob ganze oder gemahlene Kaffeebohnen für Filterkaffee, die Pressstempelkanne oder für den Espressokocher gewünscht werden.

Um das Angebot des Kaffi Schopp aber noch weiter zu verbessern, bitte ich Sie, liebe Blogleser, mir zu helfen. Teilen Sie mir im Feedback-Formular des Kaffi Schopp Ihre Wünsche und Anregungen direkt mit. Sprechen Sie offen alles an, was Sie vom Kaffi Schopp erwarten. Und wenn Sie mir bei der Gelegenheit Ihre Postadresse mitteilen, erhalten Sie aus dem Sortiment des Kaffi Schopp ein kleines Dankeschön für Ihre Mühe.

neuchatel-suchard

Ich wünsche Ihnen einen schönen September und damit einen guten Start in den Herbst.

Johannes Lacker

P.S.: Empfehlen möchte ich aktuell den Besuch der Ausstellung “Die Welt von Suchard” in Neuchâtel im Musée d’art et d’histoire (Esplanade Léopold-Robert 1). Die Ausstellung zeichnet das industrielle Abenteuer der Firma Suchard nach, welches 1826 mit der Gründung der Schokoladenfabrik durch Philippe Suchard begann (hier die Ausstellungsbeschreibung als *.pdf)

Wir mahlen Ihren Kaffee!

Laut aktueller Statistiken des Deutschen Kaffeeverbandes sind immernoch 80% allen getrunkenen Kaffees Filterkaffee. Und da nicht jeder Filterkaffeetrinker eine Kaffeemühle sein eigen nennt, bietet das Kaffi Schopp im Webshop nun die Möglichkeit an, den Schweizer Kaffee auch gemahlen zu bestellen. Dabei können Sie aus den Mahlgraden für die Pressstempelkanne (French Press), für Filterkaffee oder für den Espressokocher (Bialetti-Kanne) wählen.

Nach dem Mahlen verpacken wir Ihren Kaffee wieder aromadicht, so dass Sie den vollen Genuss des Aromas geniessen können.

Johannes Lacker

"Billich – will ich?" Ein Kommentar.

Der Artikel zum Filterkaffee in der Schweiz fordert mich zum Kommentar. Im Rahmen meiner Ausbildung (ich bin gelernter Restaurantfachmann) habe ich auch einige Zeit im Frühstücksservice und bei Bankettveranstaltungen verbracht. Wenn ich darüber nachdenke, wie wenig pfleglich damals mit dem Produkt Kaffee umgegangen worden ist, kann ich die Worte von Markus Rast (Geschäftsführer Rast Kaffee, Ebikon LU) nur bestätigen. Vielen Gastronomen scheint es nur auf “billig” anzukommen. Gut, an einem Frühstückskaffee kann man kein Geld verdienen, aber muss man dem Gast den Tag schon mit einer solchen Brühe vermiesen? Selbst bei Kaffee für Einzelportionen (z.B. im Restaurant oder an der Bar serviert), wird häufig schon gemault, wenn der Kaffee mehr als EUR 10,00/kg kostet. Dabei darf ich einmal folgende Rechnung aufmachen: aus 1.000 gr. Kaffee kann ich ca. 125 Kaffees ziehen (bei 8 g/Ts). Das heisst, der Kaffeerohstoff schlägt pro Tasse mit 0,08 EUR zu buche. Häufig schmeckt der Kaffee aber auch nach 0,08 EUR. Qualitativ und geschmacklich hochwertiger Kaffee beginnt meiner Meinung nach bei etwa 15, 00 EUR, was ja Thomas Liebe (Schweizer Barista Meister 2008) ebenfalls bestätigt. Machen wir also nochmal die gleiche Rechnung auf: es ergeben sich 0,12 EUR pro Tasse. Also 0,04 EUR teurer. Wenn ich jetzt mal einen Durchschnittspreis von EUR 2,00 pro Tasse Kaffee ansetze, erwirtschafte ich bei 125 Tassen pro Kilogramm gute 250,00 EUR. Und da sollen EUR 5,00 mehr Wareneinsatz (das sind nur 2% mehr) nicht drin sein? Sollte ich es nicht schaffen, meinem Kunden noch (auf ein Kilo gerechnet) drei Tassen Kaffee mehr zu verkaufen, um den Mehr an Wareneinsatz wieder reinzuholen? Das kann ich ehrlichgesagt kaum glauben.

Kaffees aus Schweizer Röstereien sind grundsätzlich erstmal keine Billigprodukte, auch weil sie in einem Nicht-EU-Land produziert und damit noch mit Einfuhrzöllen belegt werden. Aber warum sollte ich meinen Gästen sehr gute Qualität vorenthalten und dafür weiter auf Gastronomiemischungen der deutschen Großröstereien zurückgreifen? Als verantwortungsvoller Gastronom habe ich wohl nicht nur ein Augenmerk auf ein ausgezeichnetes Speisenangebot, eine ausgewogene Weinkarte sondern auch auf einen erstklassigen Kaffee zu legen, zumal wenn der Kaffee noch solche Margen aufweist.

Bitte liebe Gastronomen, keinen Billigkaffee mehr in unsere Tassen!

Johannes Lacker

P.S.: Meine Rechung hinkt natürlich etwas, da beim Kaffee nicht nur die Rohstoffkosten zu betrachten sind, sondern auch Strom, Wasser, Verpackungen (Tassen / Becher), Abschreibungen für die Maschinen etc.. Berücksichtigt man dieses alles, kommt man dennoch “nur” auf einen Wert von ca. EUR 0,25 pro Tasse an direkten und indirekten Kosten.

Ungefiltertes zum (Schweizer) Filterkaffee

Heute las ich folgenden Artikel in der Schweizer Hotelrevue, der gerade für uns Deutsche, die wir das Land der Filterkaffeetrinker sind, sehr interessant sein dürfte:

“Filterkaffee schmeckt ausgezeichnet und ist für gewisse Bereiche nach wie vor die beste Lösung. Man muss ihn nur richtig zubereiten.
Das ultimative Argument für Filterkaffee liefert André Strittmatter, Röstmeister bei Rast Kaffee in Ebikon: «Beim ‹Cup-of-Excellence›-Wettbewerb, an welchem die besten Kaffees der Welt erkoren werden, degustiert man die Sorten als Filterkaffee.»

Am anderen Ende der Skala ist derjenige Filterkaffee, der in den beiden Varianten «zu dünn» oder «zu bitter» immer noch in manchen Hotels auf die Frühstückstische kommt. «Für 4- und 5-Sterne-Hotels eignet sich Filterkaffee nicht», sagt Markus Rast knapp dazu. Der Geschäftsführer der Rösterei Rast ist ganz allgemein kritisch, was Restaurantkaffee betrifft: «Neun von zehn hierzulande (in der Schweiz, JL) servierten Kaffees oder Espressi sind schlecht.» Und zwar, weil sich die Gastronomen dem Getränk zu wenig widmeten, weil die gerösteten Kaffeebohnen zu lange gelagert und die Maschinen zu wenig gereinigt würden. «Aber wenn man Filterkaffee richtig zubereitet, ist er in gewissen Teilbereichen die beste Lösung, nämlich dort, wo man wenig Kaffee braucht – etwa im Privathaushalt – oder wenn man ganz viel Kaffee innert kurzer Zeit braucht – bei Grossanlässen», findet Rast.

«Filterkaffee wird verkannt», ist Thomas Liebe überzeugt, «diese Art Kaffee herzustellen ist immer noch die einfachste und effizienteste». Man müsse einfach einige Grundsätze beachten, sagt der Barista Schweizer Meister 2008. Beispielsweise müsse der Kaffee frisch gemahlen sein: «Kaffee ist ein Frischprodukt. Sechs bis zehn Tage nach der Röstung hat sich sein Aroma optimal entfaltet. Maximal drei Monate kann man ihn verwenden, dann nehmen die Aromastoffe ab.» Weiter kommt es auf den Mahlgrad an – einfach experimentieren rät der Experte. Für einen Liter Wasser braucht man 50 Gramm Kaffeepulver, Wasser von rund 94 Grad sollte etwa fünf Minuten zum Durchlaufen haben. Geht es viel schneller oder viel langsamer, ist der Kaffee zu grob oder zu fein gemahlen. «Kaffee guter Qualität – so ab 18 Franken pro Kilogramm (ca. EUR 14,-) gibt es schon sehr trinkbaren – nur in kleinen Mengen und am besten vorportioniert einkaufen», rät Thomas Liebe weiter.

Tatsache ist, dass man mit dem entsprechenden Know-how nur mit Wasser, Kaffee und einem Filter viel besseren Kaffee herstellen kann als mit den teuersten Vollautomaten oder Kolbenmaschinen. Weil diese in den Gastrobetrieben landauf und landab ohnehin zu wenig geputzt und mit zu altem Kaffeepulver bestückt werden.

scae-logo_kl3Kaffeeexperten prophezeien heute das Comeback des hochwertigen Filterkaffees. Der Vorstand der Schweizer Speciality Coffee Association of Europe SCAE bietet demnächst den ersten Filterkaffee-Kurs an. Die Kursabsolventen werden wissen, wie man diese Art von Kaffee perfekt zubereitet. Anschliessend müssten sie ihr Wissen weitergeben dürfen. Beispielsweise an die Verantwortlichen für den Frühstückskaffee in Mittelklass-Hotels.

Quelle: hotel revue

Ehrlichgesagt würde dieses Wissen auch in deutschen Hotels gut angebracht sein – ich erinnere mich mit Schaudern an den typischen Frühstückskaffee in deutschen Drei- und Vierstern-Betrieben, den ich auch schon oft “genießen” durfte – wirklich schrecklich.

Fazit: der klassisch aufgebrühte Filterkaffee ist noch lange nicht out. Mein Tipp ist jedoch, keine Papierfilter zu verwenden, sondern einen (permanenten) Goldfilter. Papierfilter halten die Kaffeeöle zurück, der Kaffee verliert somit viel von seinem Geschmack, der u.a. von den Ölen getragen wird.

Johannes Lacker

Quelle: hotel revue www.htr.ch

Kaffi Schopp im CaT Mannheim

Am vergangenen Mittwoch besuchte ich Rüdiger Elzer vom Mannheimer Café CaT (Coffee and Tea).

Herr Elzer suchte für sein Café einen Filterkaffee, da er für seine Kunden auch handgefilterten Kaffee anbietet. Seine bisher benutzen Kaffeemischungen erbrachten aber nicht den gewünschten Geschmack.

So bat er mich, einige meiner Schweizer Kaffees mitzubringen um diese einmal zu filtern. Ausgestattet mit French Press (Stempelsiebkanne) und Eieruhr machte ich mich auf den Weg nach Mannheim.

Als erstes probierte ich den jetzigen Filterkaffee, den Herr Elzer selber aus einer italienischen Espresso- und einer Crema-Mischung herstellt. Ehrlichgesagt ein ziemlich bitteres und saures Erlebnis.

Dann brühten wir Schweitzers Dunkle Mischung auf. Mit dem Ergebnis waren wir beide aber nicht sehr zufrieden. Aus dem Vollautomaten produziert die dunkle Röstung einen vollaromatischen Kaffee, gefiltert genau das Gegenteil.

Als zweiten Kaffee brühten wir den Chicco d’Oro Tradition auf – meinen absoluten Lieblingskaffee für den Vollautomaten. Der erste Versuch schmeckte noch sehr wässrig, so dass wir die Mahlung feiner stellten. Auch die zweite Brühung überzeugte uns noch nicht so recht. So benutzten wir etwas mehr Pulver (12g) und stellten den Mahlgrad nochmals feiner ein. Und siehe da: vollaromatisch im Geschmack. Auch als Lungo (Espresso mit ca. 120 ml Wasser) war der Geschmack sehr ausgewogen.

Als dritten Kaffee probierten wir die Mischung Tradition der Schwarzwald-Rösterei in Offenburg. Wenn ich vom Aroma der (recht hellen) Bohnen enttäuscht war, so begeisterte mich der Geschmack umsomehr. Vor allem einen sehr langen Abgang zeichnet diese Mischung aus.

Aus den drei getesteten Kaffees ist die Offenburger Tradition mein Favorit. Herr Elzer war aber vom Chicco d’Oro mehr angetan, so dass er ein Kilo behielt. Nun ist die klassische Filtertüte nicht unbedingt das Ideal für einen optimalen Filterkaffee, so dass ich Rüdiger Elzer noch den Einsatz eines Goldfilters empfahl. Ein Papierfilter entnimmt sämtliches Fett aus der zu filternden Flüssigkeit. Das bedeutet, dass sämtliche Geschmacksträger im Kaffee mit herausgefiltert werden. Die Poren beim Dauerfilter (Goldfilter) dagegen trennen rein mechanisch die festen Bestandteile von den flüssigen. Jegliche geschmackliche Beeinflussung wird durch die neutrale Echtgoldauflage verhindert. Nach gleichem Prinzip filtert auch die Karlsbader Kanne, die einen Porzellanfilter aufweist.

Bei meinem nächsten Besuch im Mannheimer CaT werde ich Rüdiger Elzer nach den Reaktionen seiner Gäste befragen, die, auch zu meiner Überraschung, immer wieder nach gefiltertem Kaffee fragen (die Deutschen sind Filterkaffee eben seit Jahrzehnten gewöhnt).