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Allgemein Kaffeeszene Schweiz

Coop handelt Kaffee fair und erhöht nicht die Preise?

Die Schweizer Coop stellt beim Eigenmarken-Kaffee auf Fairtrade um. Der Kaffee der Marke Qualité & Prix trägt ab sofort das Max-Havelaar-Gütesiegel für fairen Handel.

Dazu liest man in den Presse:

Damit erhöht Coop den Fairtrade-Anteil in seinem Kaffeesortiment von rund 5 auf rund 12 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Künftig sollen sämtliche Kaffeebohnen für den Eigenmarken-Kaffee aus fairem Handel stammen. Der Preis der Produkte verändere sich durch die Umstellung nicht, schrieb Coop weiter.

Besonders der letzte Satz macht mich etwas stutzig. Die Preise für den Kaffee erhöhen sich nicht, aber der gekaufte Rohkaffee stammt aus fairem Handel. Daraus resultiert ja, dass die Coop den Kaffeebauern mehr Geld für den Rohkaffee bezahlt. Offenbar verzichtet die Coop damit auf Teile ihrer eigenen Gewinnmarge. Dabei ist zu bedenken,  dass diese bei der (Billig-) Eigenmarke Qualité & Prix ohnehin schon sehr gering ist.

Das ist sehr nobel von Coop – oder ist doch ein Trick dahinter?

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Kaffeeszene Schweiz

Martello: Neue Konkurrenz für Nespresso in der Schweiz

Offenbar ist das sogenannte “Öl-Lampen-Prinzip” auch bei Kaffee so erfolgreich (“billige Maschine, teurer Kaffee”), dass immer wieder neue Anbieter auf den Markt drängen. Mit Martello betritt nun ein weiterer Anbieter den Schweizer Markt. Damit wird der Siegeszug des Portionen-Kaffees beschleunigt, auch wenn dieser in der Öffentlichkeit aufgrund der ökologischen Bilanz der Kapseln sehr kritisch gesehen wird.

«Cheaper. Nothing else!» Die Werbe-Botschaft der Kapselmaschinenherstellerin Martello ist klar. Ebenso wie die Ambitionen der Muttergesellschaft Superespresso mit Sitz in Mauren, Liechtenstein. Das Ziel ist klar gesteckt, man will die Nummer zwei werden auf dem Schweizer Markt, nach Nespresso. Die Maschinen und Kapseln werden seit Anfang November exklusiv vom Detailhandelsriesen Coop vertrieben.

md_129669Für Coop ist Martello «eine Alternative zu Nespresso», so Sprecher Nicolas Schmied. Der Branchenprimus sieht das freilich anders. «Martello bewegt sich deutlich in einem anderen Zielsegment», klassiert Hans-Joachim Richter, Sprecher Nestlé Nespresso, die neue Konkurrenz. «Nespresso ist eine Super-Premium-Marke.»

Dass sich Nespresso durch Martello und andere Systeme wie Tassimo nicht aus der Ruhe bringen lässt, ist nachvollziehbar. Seit 2000 legte Nestlés Tochter ein durchschnittliches Umsatzwachstum von jährlich 35 Prozent hin. Die Zielmarke von zwei Milliarden Franken dürfte bereits 2008 – und damit zwei Jahre früher als geplant – erreicht werden. Da der portionierte Kaffee in Europa und den USA erst 4 Prozent des Volumens und 8 Prozent des Gesamtwertes ausmacht, gibt es noch ein grosses Wachstumspotenzial. Eines, das durch immer mehr Marktteilnehmer sogar noch beschleunigt wird. Das kommt Nespresso entgegen.

Die Firma aus Vevey ist schon heute damit beschäftigt, mit ihrem Erfolg Schritt zu halten. Wegen grosser Kunden-Nachfrage plant Nestlé, diverse ihrer Boutiquen in der Schweiz zu vergrössern.

Auch sonst nimmt Martello mutig den Kampf mit Nespresso auf. Coop scheute keine Kosten, um die neue Kapselkaffeelinie in der Sonntagspresse zu bewerben. In allen Schweizer Sonntags-Titeln war jeweils ein zweiseitiges Inserat zu finden, dass die Leser vom neuen Kapselsystem zu überzeugen versuchte. Dies auf eine charmante und bekannte Art zugleich. Dem aufmerksamen Leser dürfte aufgefallen sein, dass es sich bei den Inseraten um eine provokative Anlehnung an den Werbeauftritt von Nespresso handelt. Statt Filmstar George Clooney starrte ein Unbekannter den Leser an. Die Headline: “Cheaper. Nothing else”.

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Das könnte nun ein juristisches Nachspiel haben. Momentan werden Nestlé-intern die Grundlagen ­für rechtliche Schritte gegen diese offensichtliche Nachahmung der bekannten George-Clooney-Kampagne überprüft.

Im sensorischen Test kann Martello allerdings nicht mit Nespresso mithalten. Im aktuellen Kaffee-Kapsel-Test des Schweizer TV-Verbrauchermagazins “Kassensturz” wurde der Martello-Espresso nur mit “3” (in D “4”) bewertet, der Nespresso-Espresso mit einer “5.5” (in D “1,5”), womit er eindeutig als Testsieger hervorging.

Trotzdem darf man gespannt sein, wie sich Martello auf dem Schweizer Markt schlägt. Wir halten die Augen offen.

Nachtrag vom 29.11.:

Habe mir gerade mal die deutsche Martello Seite angeschaut: begrüßt werde ich dort vom ehemaligen RTL-Shop Moderator Walter Freiwald. Unter der Rubrik “Teleshopping” finde ich dann auch den Go Duster Staubwedel und die magische 3-Punkt-Massagehand . Sie fragen sich, was das mit gutem Kaffee zu tun hat? Nichts.

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Kaffi Schopp News

Betty Bossi oder "Mutti, was gibt's zum Mittagessen?"

Für meinen geplanten Coffee Shop, den Kaffi Schopp, möchte ich gerne Snacks und kleine Speisen nach Rezepturen der Schweizer Kochbuchreihe “Betty Bossi” anbieten. Doch wer bitte ist “Betty Bossi”? In Deutschland eine ziemlich unbekannte Person, ist sie dafür in der Schweiz umso populärer.

logo_bb_navi3_de“Betty Bossi” ist eine fiktive Hausfrau, die seit 1956 den Schweizern das Kochen und Haushalten beibringt. Ähnlich wie beim Dr. Oetker Schulkochbuch ging’s damals darum, der geneigten Hausfrau die Antwort auf die tägliche Frage “Was koche ich heute der Familie?” zu geben. Ergänzend zu den Kochrezepturen ging es um alle Fragen des Haushaltes, damit die Dame des Hauses auch ja nur eine gute Hausfrau sei (da sieht man übrigens, dass sich in den 50ern die Schweizer Hausfrau mit den gleichen Problemen auseinanderzusetzen hatte, wie die deutsche – JL).

Die Idee für “Betty Bossi” stammte – wie könnte es anders sein – aus den wirtschaftlich aufstrebenden USA. Dort war zu jener Zeit eine an Hausfrauen gerichtete Zeitschrift namens «Betty Crocker» äusserst erfolgreich. Der Vorname wurde dann einfach übernommen und mit dem in der Schweiz geläufigen Nachnamen “Bossi” von der Werbetexterin Emmi Creola-Maag ergänzt. Alles im Auftrage des Steffisburger Speisefettherstellers Astra. “Betty Bossi” warb in einfachen Kochrezepten, die immer gelingen sollten, für die vermehrte Verwendung von Margarine in der butterverwöhnten Schweiz. Am 1. April 1956 erschien die erste Betty Bossi Post, 1968 wird sie zur abonnierbaren Zeitung. 1973 erschien das erste Kochbuch. 1977 wurde innerhalb der Unilever-Gruppe der Verlag Betty Bossi AG gegründet. Mittlerweile wurden die Zeitschrift und der Kochbuchverlag zur Marke. Unilever verkaufte “Betty Bossi” 1995 an den Verlag Ringier. Seit Nov. 2001 gehört die Marke je zur Hälfte dem Medienunternehmen Ringier und dem zweitgrössten Schweizer Einzelhändler, der Coop.

Beim Coop kann man auch Snacks à la “Betty Bossi” kaufen. Das besondere ist, dass die einzelnenmd_129669 Zutaten zwar in Deutschland bekannt und kaufbar, die Rezepturen aber französisch, italienisch, schweizerisch beeinflusst sind. Damit bieten sie dem deutschen Gaumen eine Geschmacksalternative zu den ewigen Bagels, Donuts und Muffins im italienisch/amerikanischen Coffee Shop à la Starbucks, Coffee Fellows oder Dunkin’ Donuts.

So werdem im Chüechli-Blog (den ich in meine Blogroll übernommen habe) laufend neue Rezepte für kleine Kuchen (den Chüechli) und Gebäck vorgestellt – ideal als Begleitung für eine gute Tasse Schweizer Kaffee!

Lassen Sie sich beides gut schmecken!

Johannes Lacker

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Kaffeeszene Schweiz

Starbucks Kaffee in der Schweiz bei Coop erhältlich

Neuigkeiten aus der Schweizer Kaffeeszene: Starbucks und Kraft Foods lancieren demnächst bei Coop, der zweitgrößten Einzelhandelskette in der Schweiz, Starbucks Bohnenkaffee sowie Starbucks Tassimo Kapseln, um der Nachfrage der Schweizer Kunden nach einem hochwertigen Kaffeeerlebnis zu Hause Rechnung zu tragen.

In einem amerikanischen Supermarkt
Starbucks Bohnenkaffee in einem amerikanischen Supermarkt

Die Nachfrage nach hochwertigem Kaffee ist ein anhaltender Trend auf dem europäischen wie auch auf dem Schweizer Kaffeemarkt. Nicht zuletzt verstärken moderne Coffee Shops (wie u.a. auch Starbucks) die Begeisterung der Menschen für Kaffee. Zunehmend möchten die Konsumenten ihren gewohnten Kaffee aus dem Coffee Shop auch zuhause   zubereiten. Dabei tritt die Schweiz als europäischer Testmarkt auf: dreiviertel der Schweizer Haushalte bereiten ihren Kaffee mittlerweile mit einer elektrischen Kaffeemaschine wie Vollautomaten oder On-demand-Systemen wie Tassimo zu. Im europäischen Vergleich ist die Verbreitung von Kaffeevollautomaten in der Schweiz am höchsten: Jeder dritte Schweizer Haushalt besitzt bereits ein entsprechendes Gerät, Tendenz steigend, und die Nachfrage nach Bohnenkaffee nimmt analog ebenfalls zu.

Seit Ende September 2008 erhalten nun Schweizer Kaffeeliebhaber eine Auswahl von Starbucks Bohnenkaffee-Produkten in mittleren bis grossen Coop Filialen in der ganzen Schweiz.

Wir hoffen mal auf einen guten Erfolg für diese Partnerschaft, damit auch bald die deutschen Starbucks-Jünger daheim nicht auf ihren gewohnten Kaffee verzichten müssen (und unsere südbadischen Kaffeefans kaufen einfach bei Ihrem nächsten Basel-Besuch direkt gegenüber des Bahnhofs SBB beim Coop ein).

Quelle: www.starbucks.ch, Bildquelle: www.tagesanzeiger.ch