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Schweizer Meister Philipp Meier nicht im Final

wbc_live_topGerade sind in Atlanta auf den World Barista Championships die Finalisten, die Runde der letzten Sechs, bekannt gegeben worden.

Leider konnte sich Schweizer Barista Meister Philipp Meier nicht für den Final* qualifizieren.

Die sechs Finalteilnehmer sind:

für Ungarn: Attila Minor

für Gross-Britannien: Gwylin Davies

für Canada: Sammy Piccolo

für die USA: Michael Phillips

für Irland: Colin Harman

für Süd-Korea: Lee Jong Hoon

Allen Finalisten von dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg für den morgen um 12:00 Uhr (Atlanta Ortszeit) beginnende Final*.

Dem Swiss Barista Team um Philipp Meier, Mathias Bühler und Thomas Liebe sende ich ebenfalls die herzlichsten Glückwünsche: Ihr habt Euch in einem starken Feld sehr gut geschlagen! Ihr dürft mit Recht stolz auf die Arbeit der letzten Monate sein und erhobenen Hauptes wieder in die Schweiz zurückkehren!

Johannes Lacker

P.S.: Auch die Teilnehmerin aus Deutschland, Stefanie Heidemann, konnte sich nicht für das Finale qualifizieren.

*) Im Schweizerdeutschen spricht man von “der Final”.

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Octane Coffee Bar & Lounge in Atlanta / USA

octane_logoDas Swiss Barista Team, welches sich gerade in Atlanta aufhält, erhielt den Betreiber der Octane Coffee Bar & Lounge als offiziellen “Buddy” für die World Barista Championships.

Nachdem ich mir die Homepage des Octane angeschaut habe, möchte ich Sie für einen Augenblick nach Atlanta entführen, denn offensichtlich wird hier Kaffee in einer Form gelebt, die zumindest in Deutschland (und wohl auch in der Schweiz) unbekannt ist: Ausstellungen zeitgenössischer Maler, regelmässige Espressoul Parties, DJ’s, die jeden Samstag auflegen – einfach eine Menge junger Kultur. Eine eigene Facebook Seite, einen Blog und eine Seite auf MySpace bieten die Octane Macher ebenfalls. Dazu regelmässige Kaffee Events (z.B. wöchentliche Verkostungen). Ganz ehrlich, in den USA ticken die Uhren offensichtlich doch irgendwie anders – aber in Sachen Kaffee nicht unbedingt schlechter (auch wenn Starb***s etwas anderes  vermuten liesse 😉 ).

Viel Spass beim Stöbern auf den Seiten von Octane Coffee wünscht

Johannes Lacker

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Philipp Meier im Interview

Philipp Meier
Philipp Meier

Am kommenden Sonntag fliegt Philipp Meier zusammen mit seinem Coach Thomas Liebe und Team Captain Mathias Bühler (Shisha Bar Thun) nach Atlanta zu den World Barista Meisterschaften.

Bevor er sich aufmacht, hatte ich heute Gelegenheit, Philipp noch zum Stand der Vorbereitungen zu befragen.

Kaffi Schopp (KS): Philipp, im Januar hast Du erstmalig an den Schweizer Barista Meisterschaften teilgenommen und diese gleich gewonnen. Warst Du von Deinem Sieg an den Meisterschaften überrascht oder hast Du Deinen Erfolg erwartet?

Philipp Meier (PM): Ehrlich gesagt habe ich gar nichts erwartet. Ich habe zum ersten Mal teilgenommen, die Kaffeeszene in der Schweiz war für mich bis dahin ziemlich klein und meine Chancen konnte ich nicht einschätzen, da mir ein Referenzpunkt fehlte. Ich konnte also sehr locker an den Start gehen, das hat wahrscheinlich auch geholfen.

KS: Nun bereitest Du Dich auf die World Barista Championships (WBC) vor. Inwieweit unterscheidet sich die Vorbereitung auf die WBC von der Vorbereitung für die nationalen Meisterschaften?

PM: Die Vorbereitung unterscheidet sich insofern, dass ich seit nunmehr über drei Monaten jeden Tag Kaffee mache, diesen fast nicht mehr sehen, ihn aber lieben muss und kann. Und, dass in meinen Konversationen mit Freunden das Wort “Kaffee” zu einem inflationären Terminus verkommt. Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Aber der Hauptunterschied ist die Intensität. Im Februar war ich zwei bis drei Tage im Seepark [das Hotel Seepark in Thun ist Trainingsort des Swiss Barista Teams, KS], um mich mit der Wettbewerbs-Maschine von Nuova Simonelli vertraut zu machen. Im März stieg das Pensum an und hielt sich nun über knapp eineinhalb Monate bei täglichen Trainings. Das ist sehr intensiv. Für die Schweizermeisterschaften haben wir “lediglich” zwei Wochen Intensivtraining abgehalten.

KS: Thomas Liebe, Schweizer Barista Meister des letzten Jahres, ist Dein Trainer. Auf was hat Thomas bei Eurem Training besonderen Wert gelegt?

PM: Konstanz und Gelassenheit führt zu Sicherheit. Ja, das triffts.

KS: Zusammen mit der Kaffeerösterei “La Semeuse” aus La Chaux-de-Fonds habt Ihr eine besondere Kaffeemischung für die Meisterschaften entwickelt. Was ist das Spezielle an dieser Kaffeemischung?

PM: Der “internationale” Kaffeegeschmack unterscheidet sich von dem in der Schweiz. “Fruchtige” Kaffees sind gesucht, solche, die hier als “sauer” beschrieben werden. Die Kaffeemischung ist eine Gratwanderung – jeder hat seinen eigenen Kaffeegeschmack, so habe auch ich meine Mischung ausgesucht. Man kommt aber nicht drum herum, gewisse Abstriche zu machen, d.h., sich auf die Geschmackskriterien der WBC-Jury einzulassen. Folglich muss man sich einen Kaffee suchen, dem beide Vorlieben, die eigenen und die der WBC-Jury innewohnen.

KS: Welche Milch verwendet Ihr für den Cappuccino?

PM: An den WBC bekommt jeder Barista einen Personal Buddy [einen persönlichen Assistenten, KS], der einem auf der Suche nach Milch helfen wird. Milch nehmen wir aus logistischen Gründen keine mit in die USA. Den Transport würde nur die UHT-Milch überleben, die wollen wir aber nicht. Also suchen wir uns zusammen mit dem Buddy in Atlanta eine frische Vollmilch, mit 3.5% Fettgehalt.

KS: Thomas Liebe erlebte letztes Jahr an den WBC in Kopenhagen ein Desaster mit dem dort zur Verfügung gestellten Wasser. Aufgrund dieser Erfahrung hat Thomas versucht, dieses Wasser bei Eurem Training zu simulieren. Kannst Du mir erklären, was das Spezielle beim Wasser in Atlanta bzw. an den WBC generell ist?

PM: An den Weltmeisterschaften wird stets ein definiertes WBC-Wasser verwendet. Ein Wasser mit eigener Mineralisation, einmalig. Dies deshalb, damit das Wasser an jeder WBC die selbe Qualität aufweist und Wettbewerbsgleichheit herrscht.

KS: Inwieweit beeinflusst dieses Wasser das Ergebnis in der Tasse?

PM: Das sind Welten. Nur soviel: Personen, die einen bestimmten Kaffee seit mehreren Jahren täglich trinken, erkennen ihren eigenen Kaffee nicht wieder. Die Unterschiede sind enorm. Kaffees die mit “unserem” Wasser gut schmecken, sind mit dem WBC-Wasser schlichtweg nicht trinkbar, und umgekehrt.

KS: Wie hast Du die letzten Wochen im Training mit Mathias Bühler und Thomas Liebe erlebt?

PM: Es war eine sehr tolle, intensive Zeit, die nebst viel Energie auch Nerven kostete. Aber nun geht es ja erst richtig los! Eine abschliessende Meinung bilde ich mir nach Atlanta.

KS: Du studierst an der Uni Bern Islamwissenschaften. Hast Du Dein Studium im Moment etwas zurückgestellt, um Dich auf die WBC vorzubereiten?

PM: “Eigentlich” sollte ich Ende Juni meinen Bachelor haben – das wird jetzt aber Dezember…also: Ja.

KS: Kannst Du Deine Kontrahenten aus den anderen Ländern etwas beurteilen? Hast Du einen persönlichen Favoriten, an dem Du Dich orientierst?

PM: Ich habe mich mit meinen Mitstreitern befasst, allerdings nicht so eingehend, dass ich mich dann zwangsläufig an einem von diesen orientieren würde. Sammy Piccolo aus Kanada ist zum vierten Mal dabei, mit ihm ist sicher zu rechnen. Australier, Schweden, Dänen und Amerikaner sind generell stark. Aber eben, ich mache mein Ding, ich freue mich Baristi aus aller Herren Länder zu sehen und diese vor allem als Freunde und weniger als Kontrahenten kennen zu lernen.

KS: Inwieweit möchtest Du Deine Fähigkeiten als Barista weiter (evtl. beruflich) verfolgen?

PM: Im letzten halben Jahr hat sich sehr vieles getan. Vielleicht gehts das noch mal so weiter. Ich werde sehen…

KS: Philipp, ich danke Dir für dieses Gespräch und wünsche Dir nun einen guten Flug nach Atlanta und viel Glück auf den WBC!

Johannes Lacker/KS

P.S.: Hier auch nochmal der Link zum TV-Bericht über die Vorbereitungen von Philipp  Meier.

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Schweizer Barista Meister Philipp Meier auf Futura TV

Philipp Meier, Schweizer Barista Meister, fliegt am kommenden Sonntag mit Mathias Bühler und Ex-Schweizer Meister Thomas Liebe nach Atlanta zu den World Barista Championships (WBC).

Über Wochen haben Mathias und Thomas Philipp auf die WBC vorbereitet. Dabei konnte Philipp vor allem auf die Erfahrungen von Thomas Liebe bauen, der 2008 selbst an den WBC teilgenommen hatte (damals in Kopenhagen).

Nun wurde gestern über verschiedene Schweizer Sender des Lokalfernsehns der von Futura TV produzierte Film über die Vorbereitung von Philipp und seinem Team ausgestrahlt:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=CYdIou7a5nQ]


Thomas Liebe und Mathias Bühler haben Philipp Meier intensiv vorbereitet, er arbeitet auf konstant sehr hohem Niveau und so darf man ihm sicher einige Chancen einräumen, die Finalrunde zu erreichen.

So heisst es nun den dreien einen guten Flug nach Atlanta zu wünschen und für die Vorrunde am 16. April die Daumen zu drücken. Denn ein wenig Wettkampfglück und Fans, die an den Erfolg glauben, braucht es immer.

Viel Glück, Philipp!

Johannes Lacker

Videoquelle: Futura TV – Das Schweizer TV-Magazin für Bildung und Beruf

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Deutsche Barista Meisterin fährt nicht nach Atlanta

Die Vorbereitungen für die SCAE Barista Weltmeisterschaften (WBC) im April in Atlanta (USA) laufen beim Schweizer Barista Team auf Hochtouren. Gleiches hätte ich bis vergangenen Montag auch von der deutschen Barista Meisterin, Nana Holthaus-Vehse, erwartet.

Nana Holthaus-Vehse
Nana Holthaus-Vehse

Allerdings las ich dann im Kaffee-Netz völlig überrascht, dass sich Nana nicht dem Wettbewerb auf den WBC stellen wird. Als Grund dafür werden fehlende Sponsoren genannt.

Die Teilnahme an einer Barista WM kann man schon auf 15.000 bis 20.000 EUR Kosten veranschlagen – dazu können Sie mehr im Manual der Schweizer nachlesen, die die Kosten auf CHF 30.000 beziffern.

Bei den Schweizern stemmt in erster Linie erstmal der Arbeitgeber die Kosten (bei Philipp Meier die Shisha Bar in Thun). Anschließend müssen allerdings Sponsoren einspringen, da für den jeweiligen Barista bzw. dessen Arbeitgeber die Kosten schlichtweg zu hoch sind.

In der Schweiz, und so ist es in Deutschland auch, gibt es keinen geeigneten Pool an Sponsoren, der die WM Teilnahme der Landesmeister grundsätzlich finanziert. Jeder Schweizer (und deutscher) Meister muss sich seine Sponsoren individuell akquirieren, wobei seitens des lokalen Verbandes der SCAE die Suche unterstützt wird.

Offenbar konnten nun in Deutschland diese Sponsoren nicht gefunden bzw. die Kosten nicht andersweitig gedeckt werden. Ohne hier genau die Hintergründe zu kennen, sollten meines Erachtens für die Zukunft Strukturen greifen, die es möglich machen, die Leistungsfähigkeit der deutschen Baristi an den WBC unter Beweis zu stellen.

Am heutigen Nachmittag erreicht mich noch die Nachricht, dass nun die Dritte der deutschen Meisterschaften, Stefanie Heidemann (perfect day, Wiesbaden), an den WBC teilnimmt. Auch wenn ich Stefanie Heidemann natürlich viel Glück in Atlanta wünsche, ist diese Mitteilung für mich doch etwas irritierend.

Johannes Lacker

P.S.: Nana Holthaus-Vehse macht sich übrigens zum heutigen 01. April mit ihrem eigenen Unternehmen barista-world.de selbständig.