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Auf eine Tasse Kaffee mit… Arne Preuß, Kaffee-Blogger

Arne Preuß, Betreiber des lesenswerten Kaffee-Blogs coffeeness.de, ist uns schon ein langer Bekannter in der Kaffeeszene. Da er Kaffee wirklich in all seinen Facetten liebt, haben wir uns mit ihm auf einen Kaffee zusammengesetzt:

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Von Kaffeekultur und Kaffeesubkultur

Arne Preuss vom Barista Blog “coffeeness.de” hat mich heute zu einer Blogparade eingeladen und gebeten, folgende Fragen zu beantworten.

Da der Kaffi Schopp Blog die Schweizer Kaffeekultur zum Thema hat, mache ich dies natürlich gerne. Los geht’s:

Gehört die Zubereitung für dich mit zur  Kaffeekultur oder ist sie nur Mittel zum Zweck?

Ein bestimmtes Ritual habe ich nicht, aber ich übe mich jeden Tag daran, den “Godshot” hinzubekommen und den Charakter des Kaffees, den ich gerade trinke, herauszuarbeiten. Dazu spiele ich gerne mal mit der Brühtemperatur und dem Mahlgrad. Manchmal will ich aber auch einfach nur einen Kaffee trinken und mache mir einfach einen. Da ich am liebsten einen Cappuccino oder Latte Macchiato trinke, muss nicht jeder Shot perfekt sein.

Ach, etwas habe ich vergessen: der Kaffee muss natürlich aus einer Schweizer Rösterei stammen! 😉

Welche Wirkung hat Kaffee auf dich?

Grundsätzlich wirkt der Kaffee auf mich anregend, abends geniesse ich aber als Absacker auch noch einen Cappuccino – gegen jede italienische Regel 😉 Für mich ist Kaffee einfach ein Genuss und auch diesen Genuss möchte ich geniessen können, d.h. ich trinke meinen Kaffee sehr bewusst.

Kaffeekultur oder Subkultur, sind Kaffeekapseln, Kaffeepads und Instantkaffes auch Teil der Kultur?

Natürlich sind Portionskaffee auch Teil der Kaffeekultur – genauso wie Fast Food zur Essenskultur eines Landes gehört. Diese Kultur resultiert aus dem Bedürfnis der Menschen nach einfacher und komfortabler Anwendung der Maschine und einem unkomplizierten Genuss. An eine Siebträgermaschine muss man sich erst heranarbeiten und die Parameter des Kaffees sind nicht jeden Tag gleich – das überfordert viele Kaffeetrinker.

Mich fordert aber gerade die Komplexität des Kaffees heraus. Deshalb wird mein Kaffee mit einer Siebträgermaschine oder einem sehr gut eingestellten Vollautomaten produziert.

Welche Veränderungen würdest du dir für die Kaffeekultur im deutschsprachigen Raum in den nächsten Jahren wünschen?

Mehr Kaffee aus Schweizer Röstereien in deutschen Haushalten. 😉 Nein, im Ernst, ich wünsche mir, dass möglichst viele Menschen ihr Interesse an sehr gutem Kaffee weiterentwickeln und neugierig werden. Ausserdem freue ich mich, wenn die Vormachtstellung deutscher und italienischer Grossröstereien gebrochen wird und kleine und mittelständische Röster aus Deutschland und der Schweiz immer mehr in den Fokus des deutschen Verbrauchers geraten. Viele italienische Kaffees sind doch leider schlechter als ihr Ruf und für mitteleuropäische Mägen einfach zu stark geröstet.

Im Sinne der Kultur wäre es ebenfalls sehr dienlich, wenn der deutsche Coffee Shop Kunde entdeckt, dass es mehr braucht, als auf einen Knopf zu drücken, um sich Barista nennen zu dürfen – so wie das in den Coffee Shop Ketten amerikanischer Machart häufig der Fall ist. Barista wird man durch Ausbildung, nicht durch Unterschrift unter den Arbeitsvertrag.

Was ist für dich ein absolutes Kaffee No-Go?

  • Filterkaffee über Stunden in der Bürokaffeemaschinen grillen lassen
  • Kaffee der deutschen und italienischen Grössröstereien kaufen
  • gemahlenen Kaffee kaufen – damit ist das Aroma schon mal hin
  • gemahlenen Kaffee beim Diskounter kaufen, denn hat schon mal jemand nachgerechnet, welchen Wert der enthaltene Kaffee noch haben kann, wenn ich Mehrwertsteuer, deutsche Kaffeesteuer, Verpackung, Transport und Marge abziehe? Da bleibt nicht mehr viel für den Kaffeebauern und die Pflücker.
  • dem Marketing von Nespresso aufsitzen
  • Sirup in den Kaffee schütten
  • Kaffeesahne in meinen Kaffee schütten (obwohl das bei den Schweizern als Café Crème sehr beliebt ist. Lange Jahre habe ich meinen Kaffee auch so getrunken, doch mittlerweile stört mich der Eigengeschmack und der hohe Fettanteil der Kaffeesahne im Kaffee. Also ein persönliches No-Go)

So Arne, das sind meine Antworten… – ich bin gespannt, was ich sonst noch bei Dir lesen kann.

Und wenn Sie Lust haben, Arne Preuss zu antworten, senden Sie doch einfach eine eMail mit Ihrer Meinung an ihn. Bis zum 28. Juni können Sie die Fragen beantworten und damit auch die Chance haben, eine Pressstempelkanne (French Press) zu gewinnen.

Einen schönen Abend wünscht

Johannes Lacker