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Allgemein Kaffeeszene Schweiz

Preishausse ohne Ende bei Rohkaffee

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Der Schweizerische Kaffeeverband “ProCafé” meldet:

Seit anfangs 2010 erhöhen sich die Preise für Rohkaffee kontinuierlich. Ende Dezember 2010 erreichten sie für Arabica-Provenienzen gemäss Publikationen der in London domizilierten Internationalen Kaffee Organisation ICO, der mit der Schweiz 77 Mitgliedstaaten angehören, das höchste Niveau seit 14 Jahren. Die Notierungen an der New Yorker Börse sind innert Jahresfrist um 70 Prozent gestiegen. Mit dem etwas weniger drastisch ausgefallenen Anstieg der Notierungen an der Londoner Börse für Robusta-Kaffee hatten die Schweizer Kaffeeröster seit anfangs 2010 je nach Eindeckung Mehrkosten für den Rohkaffee-Einkauf von rund 50 bis 60 Prozent. Ohne den im Vergleich zum US-Dollar starken Schweizer Franken wären sie noch höher ausgefallen.

Knapperes Angebot und Spekulation als Ursachen

Die Rohkaffeepreise sind aus verschiedenen Gründen aus dem Ruder gelaufen. Neben kleineren Ernten in bedeutenden Produktionsländern, wie z.B. in Indonesien  (nach Brasilien und Vietnam das drittwichtigste Produktionsland), verschärfen ungünstige Witterungsbedingungen in verschiedenen Produktionsländern die Versorgungslage. Zudem verknappen eine stärkere Nachfrage in bevölkerungsreichen Ländern wie in China und in verschiedenen Produktionsregionen zunehmend an Pilzen erkrankte oder von Schädlingen befallene Kaffeepflanzungen das Angebot. Zusätzlich wird der Kaffeepreis in bedeutendem Ausmass von spekulativ agierenden Finanzinvestoren kräftig angeheizt. Die zum Teil heftigen Preisbe
wegungen forderten den Handel  und die direkt einkaufenden Röster  hinsichtlich ihrer Liquidität übermässig stark. Im Gegensatz zu den eher kurzfristigen Haussen der vergangenen Jahre dauert die gegenwärtige Hochpreisperiode schon länger an. Sie zwingt die meisten einheimischen Röster zur Sicherstellung der Versorgung ihrer Kundschaft mit qualitativ hochwertigem Kaffee trotz umsichtiger Abdeckung, zu Höchstpreisen einzukaufen.

Es erübrigt sich wohl jeder Kommentar. Die Folgen der o.g. Entwicklung kann jeder Kaffeetrinker beim Einkauf seines Kaffees am Preisschild ablesen.

Johannes Lacker

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