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Allgemein Kaffeeszene Schweiz

Neu bei Migros: Kaffee aus nachhaltiger Produktion?

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Die schweizerische Migros [sprich: Migro, KS] hat ihr gesamtes Kaffee-Basissortiment auf sozial- und umweltverträglich angebauten Kaffee umgestellt. Sie arbeitet dazu mit der Non-Profit-Organisation Utz Certified zusammen.

Als erste Grossverteilerin der Schweiz hat die Migros sukzessive das gesamte Basissortiment auf nachhaltigen und sozialverträglichen Kaffee umgestellt. Die Migros hat sich zu einem nachhaltigen Handeln verpflichtet und Nachhaltigkeit zu einem ihrer Werteversprechen gemacht.

Mehr Ertrag dank Schutz der Umwelt

Utz Certified verlangt von ihren Partnern nicht nur die Einhaltung ökologischer und sozialer Kriterien, sie unterstützt die Bauern auch darin, ihre Arbeit professionell anzugehen. Dank verbesserten Anbaumethoden kann der Kaffeebauer den Ertrag und die Qualität seiner Ernte steigern und dadurch mehr Geld verdienen. Zusätzlich erhält er vom Käufer seiner Ernte eine Prämie. Im 2009 haben Utz-Certified-Bauern Prämien in der Höhe von 10,5 Millionen Dollar bekommen.

Nachhaltigkeit bei unverändert guter Kaffee-Qualität

Der Kaffee wird durch den Mehrwert für die Kundinnen und Kunden nicht teurer. Der Aufpreis wird von der Migros und der Migros-Kaffeerösterin Delica getragen. Der Migros-Kunde kann also weiterhin seinen gewohnten Qualitätskaffee zum gewohnten Preis trinken – mit einem (vermeintlich) guten Gewissen.

Transparenz durch Rückverfolgbarkeit

Ab Dezember 2010 kann jede zertifizierte Kaffeepackung bis zur Plantage oder Kooperative zurückverfolgt werden. Das sorgt für Transparenz und Sicherheit. Der Kunde benötigt einzig die Produktions-Nummer auf der Kaffeepackung und einen Internetanschluss und schon kann er “seine” Kaffeeproduzenten unter www.migros.ch/coffee kennen lernen.

Traceability bei Utz Certified
Traceability bei Utz Certified

Damit dürfte auch den deutschen Konsumenten der Delica Marke “Schweitzers” der Zugang zur Rückverfolgbarkeit der Kaffeemischungen offen stehen.

Steht Utz jedoch für wahrhaftigen “Fair Trade”?

Das Utz-Siegel wurde 1997 von einem holländischen Kaffeeröster gegründet. Es ist umstritten, wie stichhaltig das Label ist. Zwar verspricht es, die Normen der Internationalen Arbeitsorganisation umzusetzen, darüber hinaus gilt es jedoch als “Fairtrade Light”. Statt festgelegter Mindestpreise wolle man Bauern zum Unternehmertum ermutigen. Am Ende solle vor allem die Qualität der Kaffeebohnen steigen.

Vor allem in Sachen Umweltstandards gilt Utz als wenig vorbildlich. Die Migros hätte sich in meinen Augen einen grösseren Gefallen getan, Kaffee mit Max Havelaar Zertifikat einzukaufen.

Ich bin sehr gespannt, wie der Markt (bzw. die Kunden) auf die Ankündigung der Migros reagieren wird. Hoffen wir das beste.

Johannes Lacker

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