Archiv der Kategorie: Kaffeeszene Schweiz

Als Kaffee Online Shop mit dem Fokus auf Kaffee aus der Schweiz liefern wir Ihnen regelmäßig Berichte über die Schweizer Kaffeeszene. Die Schweizer Baristi haben sich in den letzten Jahren weltweit eine hohe Reputation erarbeitet und treten immer wieder sehr erfolgreich bei internationalen Barista-Wettbewerben an. Wie in Deutschland entstehen auch in der Schweiz immer mehr sogenannte Micro-Röstereien, die sich vor allem nach den Prinzipien der “Third Wave” arbeiten: Nur hochwertigste Kaffee-Qualitäten, meist direkt gehandelt, werden so geröstet, dass man ihren Ursprung, das Terroir, in den Aromen wiederfindet. Kommen Sie mit uns, und besuchen SIe die Schweizer Kaffeeszene

kompatible Kaffeekapseln für das Nespresso®*-System am Beispiel von La Semeuse

Seit 1991 ist das System der Nespresso®*-Kapseln mit zunehmendem Erfolg auf dem Markt. Mit den 2000er Jahren wurde Nespresso®* zum marktführenden Kaffeekapselsystem und machte Kaffee zum Exportgut Nummer Eins der Schweiz – noch vor Schokolade.

Um das Nespresso®-Patent gab es lange Streit zwischen der Nespresso®-Mutter Nestlé und verschiedenen Nachahmern. Besonders in der Schweiz wurden die Gerichte jahrelang beschäftigt.

Weiterlesen

Schweizer Baristameisterschaften 2015

Am vergangenen Samstag, den 7. Februar, konnte ich die Schweizer Barista Meisterschaften in St. Gallen besuchen. Im Rahmen der St. Galler Ferienmesse fanden diese nun bereits zum vierten Mal in der Ostschweiz statt.

SBC_2015_t_shirt

Crew-T-Shirt

Favoriten qualifizieren sich nicht

Dass es sich um spannende Meisterschaften handelte, wurde mir bereits am Freitag klar, als ich sah, welche Baristi sich für das Finale qualifiziert hatten. Um genauer zu sein: Welche Baristi sich für das Finale NICHT qualifiziert hatten. Denn dort konnte man einige in der Schweizer Baristaszene prominente Namen lesen: Dani Fischer, Michal Otte und Mathias Bühler schafften es nicht in die Runde der letzten sechs.

Dani Fischer ist einer der erfahrensten Baristi der Schweiz. Für Dani, der eigentlich aus Berlin kommt und nun im Adrianos in Bern arbeitet, war es die sechste Teilnahme an den Meisterschaften. Nach dem Ausscheiden erklärte er dann auch, dass er nicht mehr antreten wird. Michal Otte ist Barista und Mitarbeiter der Kafischmitte von Roger Wittwer in Langnau i.E.. Roger Wittwer hat bereits für viele Meisterschaften den Kaffee geröstet und verfügt damit über imense Erfahrung, von der Michal eigentlich hätte profitieren müssen. Aber auch Michal selbst hat schon mehrfach bewiesen, dass er zu den Könnern in der Schweiz gehört. Am meisten überrascht hat mich, dass Mathias Bühler das Finale nicht erreicht hat. Mathias Bühler ist Schweizer Baristameister von 2010, war lange Geschäftsführer der Shisha Bar in Thun und Trainer des zweifachen Schweizer Baristameisters Philipp Meier.

Zumindest Mathias hatte dann auch eine Erklärung parat, warum er letzter von 12 Baristi wurde: Ein völliges Blackout während seiner Präsentation. Gravierenster Fehler war, dass Mathias vergaß, der Jury die Aromen seines Kaffees zu nennen. Das führte zu einer massiven Abwertung in den Sensorik-Noten. Dazu kamen noch 54 Sekunden überzogene Zeit (sein Vortrag endete erst nach 15:54 min).

So kam es dann am Samstag zu einem sehr spannenden Teilnehmerfeld bei den Baristi. Mein heimlicher Favorit war Shem Leupin, der bereits 2013 Schweizer Meister geworden war. Mitfavorit (für mich) war Benjamin Hohlmann aus Basel. Gerade Benjamin ist als Geschäftsführer des “unternehmen mitte” und des “Café Frühling” in Basel ein wahres Kaffee-Genie. Unter dem Label “Die Kaffeemacher” betreibt er dort ebenfalls eine Kaffeeschule und nahm in St. Gallen an insgesamt drei Wettbewerben teil.

Eine Überraschungssiegerin

Dass man sich aber bei Favoritenrollen gehörig irren kann, zeigte dann das Ergebnis:

In der Finalrunde setzte sich Emi Fukahori, Zürich, gegen den zweitplatzierten Felix Hohlmann (der Bruder von Benjamin Hohlmann) aus Basel durch. Die Auszeichnungen für „Bester Espresso und „Bester Cappuccino” gingen ebenfalls an Emi Fukahori. Sie wird die Schweiz nun an den Weltmeisterschaften in Seattle (USA) vertreten. Überzeugt hatte die neue Schweizer Meisterin die Jury mit einem trocken aufbereiteten Kaffee aus Äthiopien, dem Heimatland des Kaffees

Michel Aeschbacher (3.), Emi Fukahori (1.) und Felix Hohlmann (2.) (Foto: Adrian Huber)

Michel Aeschbacher (3.), Emi Fukahori (1.) und Felix Hohlmann (2.) – (Foto: Adrian Huber)

Hier die finale Rangliste mit der Punkteverteilung:

1. Emi Fukahori (541.50)
2. Felix Hohlmann (518.50)
3. Michel Aeschbacher (440.50)
4. Shem Leupin (431.50)
5. Benjamin Hohlmann (422.50)
6. David Füger (391.50)
7. Mirei Tanaka-Lingg (428.00)
8. Daniel Fischer (420.50)
9. Michal Otte (418.50)
10. Jennifer Nydegger (413.50)
11. Gallus Hufenus (390.50)
12. Mathias Bühler (317.50)

Dass eine Newcomerin (Emi beschäftigt sich erst seit dem Sommer 2014 mit Kaffee) die arivierten Kräfte hinter sich lässt, ist schon eine wahre Überraschung. Mich besonders beeindruckt hat, dass Emi Aromen ihrer japanischen Heimat in ihren Signature Drink (die Eigenkreation ohne Alkohol) einbaute. Vermutlich hat dies die Jury ebenfalls begeistert, denn die Sensorik der präsentierten Kaffeegetränke ist der wichtigste Punkt in der Jury-Bewertung.

Mein Fazit:

Für mich hat sich die Reise nach St. Gallen absolut gelohnt, denn ich konnte viele bekannte Schweizer Kaffeegesichter treffen und mit ihnen Fachsimpeln. Zu meiner Freude konnte ich auch Thomas Schwegler von Tropical Mountains Kaffee kennenlernen. Bis dato hatten Thomas und ich uns nur via Mail über seinen Kaffee ausgetauscht.

Grundsätzlich habe ich den Eindruck, dass das Niveau der teilnehmenden Baristi in der Schweiz höher ist, als z.B. in Deutschland. Die Szene ist klein, aber man unterstützt sich gegenseitig. So kommen auch deutsche Baristi gerne in die Schweiz, um mit dem Schweizern zu trainieren (wie z.B. Erna Tosberg von der Roestbar in Münster) oder in der internationalen Jury mitzuwirken (so wie Björn Dietrich aus Hamburg und Luzia Taschler von Machhörndl Kaffee aus Nürnberg).

Wer einmal in die Welt der professionellen Baristi eintauchen will, sollte sich unbedingt einmal auf nationale oder internationale Meisterschaften begeben. Die Faszination des Themas wird auch auf Sie überspringen. Versprochen.

Johannes Lacker

PS: Dass Mathias Bühler ein echter Könner ist, hat er dann beim Cup Tasting bewiesen. Dort wurde er souverän Schweizer Cup Tasting Meister und fährt damit zu den nächsten Weltmeisterschaften. 😉

Hier kann man Kaffee studieren – The Science and Art of Coffee

Kaffee kann man nicht nur trinken, sondern man kann ihn sogar studieren. Neben dem Studiengang Coffeemanagement an der Northern Business School in Hamburg, kann man auch an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), unter der Leitung von Prof. Dr. Chahan Yeretzian und in Zusammenarbeit mit der SCAE-Schweiz (Speciality Coffee Association of Europe – Swiss Section) den Studiengang Certificate of Advanced Studies (CAS) “The Science and Art of Coffee” belegen.

ZHAWIm Herbst 2010 wurde dieses erste universitäre Nachdiplomstudium über Kaffee ins Leben gerufen. Am 14. Oktober 2011 konnten die ersten 15 erfolgreichen CAS-Coffee Absolventen Ihr Diplom an der “Swiss Coffee Gala Night” entgegen nehmen. Dank grossem Interesse konnte die ZHAW den Studiengang im 2012 bereits ein zweites Mal durchführen.

Über Ihre Erfahrungen mit dem Studiengang berichten die Absolventen auf der Homepage der ZHAW.  Wie Sie selbst sehen, finden sich unter den Absolventen ein paar bekannte Namen aus der Schweizer Kaffeeszene, wie z.B. Benjamin Hohlmann (unternehmen Mitte, Basel), Josef Bühler (GF Hochstrasser Kaffee, Luzern) oder Evelyn Rast (Rast Kaffee, Ebikon). Aber auch die Rösterin des Jahres 2013, Andrea Jauch aus Freiburg im Breisgau, hat ihren Abschluss in Zürich gemacht

Die Vorbereitungen für den nächsten CAS Lehrgang, mit Startdatum am 17. Oktober 2014 sind bereits im Gange.  Die Kursdatenübersicht sowie das Anmeldeformular finden Sie ebenfalls auf der Homepage.

Der Nachdiplom Studiengang  wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Swiss Chapter der Speciality Coffee Association of Europe SCAE sowie Experten der Schweizer Kaffeebranche entwickelt.

Für Fragen steht Interessierten das Weiterbildungssekretariat der ZHAW unter Tel. +41-58-934 59 84 oder weiterbildung.lsfm@zhaw.ch zur Verfügung.

Also, wer Kaffee studieren und nicht nur Kaffeesatz lesen möchte, sollte sich für den Oktober in Zürich anmelden.

Johannes Lacker

Coop handelt Kaffee fair und erhöht nicht die Preise?

Die Schweizer Coop stellt beim Eigenmarken-Kaffee auf Fairtrade um. Der Kaffee der Marke Qualité & Prix trägt ab sofort das Max-Havelaar-Gütesiegel für fairen Handel.

Dazu liest man in den Presse:

Damit erhöht Coop den Fairtrade-Anteil in seinem Kaffeesortiment von rund 5 auf rund 12 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Künftig sollen sämtliche Kaffeebohnen für den Eigenmarken-Kaffee aus fairem Handel stammen. Der Preis der Produkte verändere sich durch die Umstellung nicht, schrieb Coop weiter.

Besonders der letzte Satz macht mich etwas stutzig. Die Preise für den Kaffee erhöhen sich nicht, aber der gekaufte Rohkaffee stammt aus fairem Handel. Daraus resultiert ja, dass die Coop den Kaffeebauern mehr Geld für den Rohkaffee bezahlt. Offenbar verzichtet die Coop damit auf Teile ihrer eigenen Gewinnmarge. Dabei ist zu bedenken,  dass diese bei der (Billig-) Eigenmarke Qualité & Prix ohnehin schon sehr gering ist.

Das ist sehr nobel von Coop – oder ist doch ein Trick dahinter?

Johannes Lacker

Schweizermeister Michel Jüngling tritt in Bogota an

In dieser Wochen finden die Barista Weltmeisterschaften in Bogota, Kolumbien statt. Die nationalen Baristameister aus über 60 Ländern messen sich und küren ihren Weltmeister. Das anspruchsvolle Programm umfasst die perfekte Zubereitung von vier identischen Espressi, vier identischen Cappuccini und vier Signature Drinks auf Espressobasis ohne Alkohol innerhalb von 15 Minuten. Bewertungskriterien sind Geschmack, Aussehen und optische Präsentation der Getränke, technische Handhabung der Maschinen sowie die Präsentation und das Auftreten des Baristas.

Michel Jüngling – ein Newcomer vertritt die Schweiz

Den Titel “SCAE Schweizer Baristameister” sicherte sich im Januar überzeugend Michel Jüngling. Der Newcomer vertritt nun die Schweiz an den Weltmeisterschaften in Bogota . Mit 503 Punkten im Finale konnte er eine neue Bestmarke in der Schweiz setzen. Im internationalen Vergleich ist diese Punktzahl im mittleren Bereich, es fehlen z.B. 200 Punkte zum letztjährigen Weltmeister Michel Philipps aus den USA. Das Niveau ist international sehr hoch, aber die Unterschiede sind von Land zu Land enorm. Der aktuelle deutsche SCAE Baristameister Wolfram Sorg erreichte 565 Punkte. Der US-Amerikaner Pete Licata gewann mit 658 Punkten die nationalen Meisterschaften. Michael Philips, der Weltmeister von 2010, hatte in London die 700er Marke überschritten. Alle Finalisten erreichten damals 630 Punkten und mehr.

Für die WM Teilnahme hat sich Michel neben seinen Beruf als Aussendienst- mitarbeiter bei TURM KAFFEE viel vorgenommen. In der Kaffeezentrale Schweiz in Uster trainierte er seit Ende Februar 2011 zwei ganze Tage pro Woche an der Wettbewerbs-Maschine, einer “Aurelia” von Nuova Simonelli. Unterstützt wurde er von André Kissling, Gloria Petroza, Daniel Heiniger und Armin Luginbühl. Finanziert wurde die Teilnahme unter anderem durch die SCAE Schweiz und TURM KAFFE.

Michel Jüngling

Bogota – eine logistische Herausforderung

Bogota ist mit 2625 Metern über Meer die dritthöchstgelegene Stadt der Welt. Auf dieser Höhe kocht Wasser bereits ab 91°C. Die Espressomaschinen die die Weltmeisterschaftsorganisation (WBC) zur Verfügung stellt, werden aber auf 93.5°C Brühtemperatur voreingestellt. Da stellen sich Fragen wie zu Beispiel: Was passiert bei der Extraktion? Werden sich die Aromen, der Geschmack und die Konsistenz verändern? Was geschieht mit der Crema? Wie verhält sich die Milch beim Schäumen auf dieser Höhe? Altert der Kaffee auf dieser Höhe anders und wie übersteht er die Flugreise nach Kolumbien? Welche Härten hat das Wasser? Beeinflusst die trockene Luft den Kaffee? Alle diese Fragen wurden in vielen Gesprächen mit Experten besprochen, abgewogen und gewichtet. Eines war klar von Anfang an klar. Es wird eine Weltmeisterschaft auf hohem Niveau, nicht nur technisch sondern auch logistisch und vor allem auch sensorisch.

Der Kaffee ist das Wichtigste

Als erstes wurde nach einen Kaffee gesucht der sich bei 90 Grad Brühtemperatur optimal entwickelt und den Vorstellungen der Jury entspricht. Gefunden wurde in Zusammenarbeit mit Gloria Petroza ein spezieller Kaffee aus Brasilien. Ein “pulpt natural” der auf 1300m über Meer im Pareira Estate in “Carmo del Minas” wächst. Durch den Aufbereitungsprozess geht die Süsse direkt in die Kaffeebohne. Und der Kaffee verhielt sich sensorisch ausgezeichnet bei niedriger Brühtemperatur. Beschafft wurde die Arabica Variatät „Mundo Nuovo, Catanai and Acaia“ über InterAmerican Coffee aus Zug. In zwei Röstgrade wurde der Kaffee bei Turm und Bogen Kaffee geröstet. Die leichte Süsse der Milch, kombiniert mit dem dunkelgerösteten Kaffee schmeckt der Cappuccino wie ein “Niddelzältli” (Toffee). Die helle Röstung ist für die Espressi, mit blumigen Duft und zitrusfruchtigen Aromen und langem Abgang.

Generalprobe auf dem Säntis im Appenzeller Land

Der Gipfel des Säntis liegt auf gleicher Höhe wie Bogota. Im Gipfelrestaurant konnte bei optimalen Verhältnissen alle wichtigen Bedingungen, wie sie in Bogota vorzufinden sind, getestet werden. Das Wasser kochte wirklich bei über 91° Celsius, die Crema verschwand innerhalb von Sekunden, der Kaffee war sauer, die Milch schäumte sich länger. Alles war so wie erwartet. Das Team war sichtlich erleichtert. Auch die Tests bei den niedrigen Brühtemperaturen waren erfolgsversprechend. Der Kaffee hatte genau die Qualitäten wie gewünscht und geplant. Das Training auf dem Säntis war ein voller Erfolg. Zum guten Glück gibt es in der Schweiz Berge die mit einer Seilbahn zu erreichen sind. Mit vollem Elan wurde danach an den vielen Details der Show gearbeitet. Unzählige Espressi, Cappuccini und Signature Drinks waren nötig, um den Ablauf interessant, technisch korrekt und rund zu gestalten.

15 Minuten – ein Experiment mit Kaffee

Bei der Geschichte die Michel Jüngling erzählt, geht es um ein Experiment mit Kaffee. Dieser rote Faden geht durch die ganze Show und streift alle wichtigen Punkte, die über den Kaffee und die Sensorik gesagt werden müssen. Mit einen Fantasie Drink mit Rohrzuckersirup aus Guatemala, welcher die süsslichen Aromen im dunkel gerösteten Kaffee hervorheben, und einer Infusion mit dem Gewürz Lemonmyrtle aus Australien, welches die fruchtigen Aromen vom hell gerösteten Kaffee unterstützt. Vier heisse Espressi werden mit einem kalten Cappuccinoschaum übergossen. Die Infusion aus Lemonmyrtle wird mit einem Trinkhalm durch den Schaum in den darunterlegendem Espresso geführt. Mit einem ersten Schluck spürt man den kalten Schaum mit wunderbaren Körper, beim zweiten Schluck mit dem warmen Espresso entwickelt sich im Mund ein wunderbares Gefühl von schöner Fruchtigkeit, lieblicher Süssigkeit und feiner Säure. Das Experiment ist gelungen.

8 Tage Bogota in Kolumbien

Zu einer guten Vorbereitungen gehört auch die Planung des Aufenthalts in Bogota selber. Zum Beispiel das richtige Hotel zu finden und zu buchen, also da wo natürlich alle Baristi sind. Oder soll man an der zweittägigen Kaffeereise kurz vor der Show teilnehmen oder nicht. Viele Fragen, viele Entscheidungen sind zu treffen für eine erfolgreiche Teilnahme dieser Weltmeisterschaften. Wie und wo findet man die richtige Milch für den Cappuccino? Wo kann man vor der Show das trainieren um die letzten Einstellungen zu perfektionieren? Eine grosse Hilfe war die Organisation der WBC vor Ort selber. Aber das beste bot Pieter J. van Hest von der Klaber Handels AG, ein Holländer der schon lange in der Schweiz lebt und sein Büro und sein Labor in Bogota dem Schweizer Team zur Verfügung stellt. Also zwei Tage mehr zur Verfügung für den Feinschliff vor Ort.

Michels Startzeit ist am Freitag, 03. Juni um 17:30 Uhr (deutsche Zeit). Wir vom Kaffi Schopp wünschen ihm viel Glück!

Und wer zuschauen möchte, kann das dank des Livestreams von den WBC tun.

Johannes Lacker

Text und Bildquelle:  SCAE Schweiz

TNT@Shisabar Thun

Am 19. April ist es wieder soweit: die Schweizer Baristi (und deren Fans) treffen sich zum gemeinsamen Tuesday Night Throwdown.

War der letzte TNT im Wallis (in Visp) eher etwas “familiär”, konnte TNT-Organisatior Dani Fischer nun die Thuner Shisha Bar als nächsten Austragungsort gewinnen. Dort werkelt kein geringerer als der Schweizer Baristameister von 2010, Mathias Bühler, womit das Drumherum auf jeden Fall stimmen sollte!

Macht Euch also auf nach Thun! Und wie immer gilt, dass der Spass im Vordergrund steht. Nicht nur die Profis dürfen schäumen und giessen, sondern auch alle Home-Baristi sind herzlich willkommen, sich zu messen.

Beginn ist wie immer um 19:00 Uhr!

Wenn ich von dieser Stelle noch einen Wunsch äussern dürfte, lieber Dani, geht doch mal in die Ostschweiz mit dem TNT. Zumindest in Chur gäbe es passende Beizen…

Johannes

Rast Kaffee zieht nach und erhöht die Preise

Rast Kaffee aus Ebikon, laut Crema Magazin “Röster des Jahres 2010”, zieht nun nach und erhöht ebenfalls die Preise für Ihre Röstkaffees. Dadurch verteuert sich der Kaffee von Rast für die Deutschen Kaffeegeniesser um gute 3%.

Zuvor hatten schon die anderen Schweizer Kaffeeröstereien Ihre Export-Preise zum Teil deutlich angehoben. Der Kaffee aus der Schweiz wurde, je nach Rösterei, zwischen 5% und 8% im Einkauf für Wiederverkäufer (wie mich) teurer. Spitzenreiter beim Preisanstieg ist die Rösterei Kaffee Badilatti aus Zuoz, die ihre Preise um durchschnittlich EUR 1,80 pro Kilo anhob.

Kaffeepreis auf 14-Jahres-Hoch

Der Rohkaffeepreis für die Sorte Arabica selbst ist in den letzten 12 Monaten um sagenhafte 108% gestiegen: ein englisches Pfund Rohkaffee [0,4535 kg] kostete vor 12 Monaten 0,93 EUR.  Heute liegt der Preis bei 2,00 EUR (das entspricht 4,41 EUR für ein Kilo Rohkaffee). Damit befindet sich der Kaffeepreis auf einem 14-Jahres-Hoch.

Allen Röstereien ist aber eines gemein: die extrem gestiegenen Rohkaffeepreise wurden nicht einfach an den Kunden weitergereicht, sondern durch verschiedeneste Massnahmen zu guten Teilen selbst kompensiert.

Auf jeden Fall müssen sich die Kaffeefreunde, egal ob der Kaffee von einer Deutschen oder Schweizer Rösterei stammt, auf weiter steigende Kaffeepreise einstellen. Ein Ende des Preisanstieges ist zur Zeit nicht abzusehen.

Lassen Sie sich Ihren Schweizer Kaffee trotzdem schmecken.

Johannes Lacker

2011 – das Turm Kaffee Jahr

Für Turm Kaffee, Premium Partner des Kaffi Schopp, wird (und ist) 2011 ein ganz besonderes Jahr. Schliesslich wird man nicht jedes Jahr 250 Jahre alt.

250 Jahre – damals schrieb man das Jahr 1761: Napoleon Bonaparte wird erst 8 Jahre später geboren. Und in St.Gallen gründet Johannes Schlatter sein “Spezereigeschäft”, aus dem sich im Laufe der Jahre die heutige Kaffeerösterei Turm Kaffee entwickelt hat.

Gewinn der Schweizer Baristameisterschaften

250 Jahre später hat das Jubiläumsjahr 2011 für Turm Kaffee schon sehr gut begonnen. Mit dem Gewinn der Schweizer Barista Meisterschaft hat Turm Kaffee-Mitarbeiter Michel Jünglich ein erstes und deutliches Ausrufezeichen gesetzt.

Das Jubiläums Logo

Dass dies kein Zufall war, erkennt man, wenn man sehen darf, mit welcher Leidenschaft und Freude bei Turm Kaffee am Thema Kaffee gearbeitet wird. Das hohe Turm Kaffee Niveau zeigt allein schon der Umstand, dass Michel Jüngling auch die Einzelwertung für den besten Espresso gewonnen hat. Denn für seinen Espresso (wie auch für den Cappuccino und den Signature Drink) verwendete Michel einen Kaffee aus dem vorhandenen Turm Sortiment, einen Kenia Kiundi Arabica.

Im Vordergrund die Qualität

Unter dem mittlerweile seit 5 Jahren agierenden Turm-Geschäftsführer Roger Bähler hat das Unternehmen neue Dynamik und Fahrt gewonnen. Nach einigen Jahren der Stagnation stellte Bähler wieder die traditionelle Turm Qualität in den Vordergrund. Und auf Qualität wird nicht nur beim Rohkaffee wert gelegt, sondern auch bei der technischen Einrichtung und den Mitarbeitern. Während eine neue Abpackanlage gekauft und installiert wurde (die mit dem gerösteten Kaffee nun viel schonender umgeht), unterzogen sich die Mitarbeiter immer wieder Schulungen und Zertifizierungen, um das vorhandene Niveau auszubauen und zu sichern.

Michel Jüngling beim Training bei Turm Kaffee

Dass man damit selbstbewusst in die Öffentlichkeit treten kann, zeigt Michels Teilnahme an den Meisterschaften. Ohne die grundlegende und kontinuierliche Ausbildung bei Turm Kaffee wäre dieser durchschlagende, und zugegebenermassen auch überraschende Erfolg nicht möglich gewesen.

Persönliche Eindrücke

Was mich bei Turm Kaffee immer wieder begeistert, ist, dass man hier offen für Neues ist. Denn die vorhandene 250jährige Tradition verhindert nicht den Blick nach Vorne. Keine eingefahrenen Bahnen, kein “das haben wir aber schon immer so gemacht”. Zeitgemässes Handeln im Zeichen der Tradition.

Mir selbst fällt das Privileg zu, auch ein wenig an diesem beeindruckenden 250. Geburtstag teilzuhaben. Pünktlich zum feierlichen Jubiläum im Frühsommer wird Turm Kaffee einen zeitgemässen Online Auftritt präsentieren können. Und als mich Roger Bähler fragte, ob ich bei der Konzeptionierung und Betreuung des Online Auftrittes teilhaben möchte, habe ich natürlich sofort zugesagt.

2011 wird ein sehr spannendes Jahr – für Turm Kaffee selbst, aber auch für die Turm Kaffee Kunden. Denn für diese liegen einige Überraschungen parat. Damit Sie, liebe Kaffi Schopp Blog Leser, Ihren Schweizer Kaffee von Turm Kaffee auch weiterhin geniessen können.

Johannes Lacker

Schweizer Barista Meisterschaften – das Training

Nun ist es schon gute zwei Wochen her, dass Michel Jüngling in Bern Schweizer Barista Meister wurde. Und natürlich hat Michel die Meisterschaft mit einem eindrücklichen Ergebnis beendet. Dass hinter diesem Ergebnis harte Arbeit steckt, hatte Michel mir auch schon verraten: seit September 2010 trainierte er für seine Präsentation vor der Jury.

Training im Dreier Team

In der heissen Phase vor den Meisterschaften arbeitete Michel zusammen mit den Ostschweizern Micha Schranz und André Kissling jeweils dienstags und donnerstags für vier Stunden in der Kaffeezentrale in Uster, dem Firmensitz des grössten Kaffee Online Shops der Schweiz.

In der Kaffeezentrale war alles so eingerichtet, wie es bei den Meisterschaften auch eingesetzt wurde. Nur als Espressomaschine diente keine Dalla Corte DC Pro (die Wettbewerbsmaschine), sondern eine dreigruppige GB/5 von La Marzocco, wie sie auch schon an den Weltmeisterschaften eingesetzt wurde.
Als Mühle wurde die Macap M4D verwendet, ein sogenannter “Direktmahler”.

Techniktraining

Wie bereits erwähnt, wurde die Trainingsumgebung eingerichtet wie an den Meisterschaften. Um einen wettbewerbsfähigen und regelkonformen Auftritt zu gewährleisten, wurden die Technik-Trainings nach den Regeln der SCAE Barista 1 und SCAE Barista 2 Zertifizierungen durchgeführt.

Dabei steht das richtige Einstellen von Espressomaschine und Mühle im Vordergrund. Auch das perfekte Aufschäumen der Milch für den Cappuccino, das Latte Art-Giessen und das saubere Arbeiten an der Maschine muss immer wieder geübt werden.

Der Kaffee

Nach der Technik war natürlich die Auswahl des Kaffees ein weiterer, sehr wichtiger Baustein in der Vorbereitung für die Meisterschaften. Michel enschied sich für einen Kenia Kiundi, der bei Bogen Kaffee in Schaffhausen geröstet wurde. Nun musste Michel allerdings den Kaffee richtig kennenlernen, sprich ihn sensorisch bewerten und damit zusammenhängend die richtige Zubereitung hinsichtlich Mahlgrad und Brüh-Temperatur auswählen. Und natürlich muss die “Story” rund um den Kaffee entwickelt werden, denn schliesslich soll der Barista der Jury auch etwas zum Hintergrund des Kaffees und seiner Präsentation erzählen können.

Baristatraining

Barista Training mit Micha Schranz und Armin Luginbühl

Der Signature Drink benötigt dabei mindestens genauso viel Aufmerksamkeit, wie der eigentliche Kaffee, denn schliesslich soll auch dort noch der Kaffee sensorisch im Vordergrund stehen. Hier das entsprechende Gleichgewicht zwischen Kaffee und Zweitkomponenten zu finden, braucht seine Zeit.

Mentales Training

Wenn man Zuschauer an Barista Meisterschaften ist, sieht man selten einen Barista, der während der Präsentation keine zitternden Hände hat (kein Wunder, denn man hat nur diese eine Chance an einer Meisterschaft). Um das Zittern nicht zu gross werden zu lassen, müssen vor einer Meisterschaft auch Mentaltechniken trainiert werden, um konzentriert, aber gelassen präsentieren zu können. Und natürlich wird immer wieder vor Fachpublikum geprobt, um sich darauf einstellen zu können, vor einer Jury zu präsentieren.

Zur künstlerischen Ausführung, gehören, zu dem souveränen Vortrag, auch die Auswahl des passenden Geschirrs und Bestecks für die servierten Kaffeezubereitungen. Michel verwendete für seinen Signature Drink vier Tassen, die zwar aus Vietnam stammen, optisch aber optimal zu seinem afrikanischen Thema passen.

Professionelle Unterstützung

Besondere Unterstützung erhielten die drei Ostschweizer Michel, Micha und André vom Geschäftsführer der Kaffeezentrale, Armin Luginbühl. Armin ist selbst langjähriges Mitglied des Schweizer SCAE Vorstandes und bringt viel Erfahrung von Schweizer- und Weltmeisterschaften mit. Und so konnte er den drei Baristi an vielen Stellen mit seinem Rat helfen – nur die Umsetzung hatte jeder selbst zu verantworten.

Wie Michel den Rat und die Unterstützung aller Beteiligten umgesetzt hat, lässt sich nochmal am bereits geposteten Video seiner Präsentation nachvollziehen.

Mit der professionellen Unterstützung seitens Turm und Bogen Kaffee sowie der Schweizer SCAE bin ich sehr zuversichtlich, dass es Michel in Bogota an den Weltmeisterschaften im Juni zumindest bis ins Halbfinale schafft. Und alles weitere entscheiden sowieso immer ein bisschen das Glück und die Tagesform.

Wir drücken auf jeden Fall die Daumen!

Johannes Lacker

Bildquelle: latteart.ch