Archiv der Kategorie: Kaffee & Gesundheit

Kaffee ist sicher nicht per se “gesund”, dennoch ist mittlerweile bekannt, dass Kaffee viele positive Wirkungen auf den menschlichen Organismus hat. Im Kaffi Schopp Blog zeigen wir Ihnen nicht nur die säurearme Zubereitung von Kaffee, sondern informieren Sie auch über aktuelle medizinische Erkenntnisse in Bezug auf Kaffee. Denn Sodbrennen und Herzrasen müssen beim Genuss von Kaffee einfach nicht sein. Und auch in der Schwangerschaft, oder wenn Sie einfach auf Koffein verzichten wollen, wird eine aromatische Tasse Kaffee Ihren Tag auf eine wunderbare Weise bereichern.

Was ist eigentlich Specialty Coffee?

Was macht den Kaffee eigentlich so speziell?

Ein Kaffee darf sich nur Specialty Coffee nennen, wenn jeder einzelne Schritt des Verarbeitungsprozesses erwartungsgetreu eingehalten wird. Beim Speciality Coffee steht ganz klar der Genuss im Vordergrund.

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Kaffee-Ersatz: Alles über die Zichorie

Kaffee-Ersatz Zichorie

Kaffee-Ersatz Zichorie

Das beliebte Incarom aus der Schweiz, welches häufig als Kaffee-Ersatz getrunken wird, besteht zu einem Großteil aus Zichorie.

Die Zichorie oder auch Gemeine Wegwarte genannt, ist ein koffeinfreies Kraut, was sie zu einem populären Kaffee-Ersatz macht. Sie wird entweder pur als Ersatz für Kaffee getrunken oder, wie beim Incarom, als Beimischung. Wenn Sie ein kaffeeähnliches Erlebnis genießen möchten, ohne auf koffeinfreien Kaffee umzusteigen, ist der sogenannte Zichorienkaffee eine Ihrer besten Möglichkeiten. Der Geschmack ist sehr ähnlich normalem Kaffee. Und da die Zichorie kein Koffein enthält, spricht sie einen gesunden und natürlichen Lebensstil an. Doch was ist die Zichorie Wurzel überhaupt?

Was ist ein guter Kaffee Ersatz?- Die Zichorienpflanze als Kaffee-Ersatz

Viele Fragen sich was ein Kaffee Ersatz ist?Die Zichorienpflanze (Cichorium intybus) ist eine winterharte Staude mit violett-blauen Blüten, die sich jeden Tag zur gleichen Zeit öffnen und schließen. Sie ist in Nordamerika und Europa weit verbreitet. Die Zichorie wird schnell mit Chicorée verwechselt, der als Salat verwendet wird

Cichorium intybus (Zichorie) unterscheidet sich von Cichorium endivia, die auch als Endivie, Frisée, Eskarole oder Radicchio bekannt ist. Die Zichorie ist auch bekannt als Zichorienwurzel, Zichorienpflanze, Cichorium intybus, Curly Endivie und Sukkorie.

Die Zichorienblätter und -blüten werden in Lebensmitteln verwendet. Sie können als Salat oder in aromatisierten Essigen genossen werden. Blätter und Blüten werden auch in einigen Teilen der Welt als Heilmittel verwendet.

Als Kaffeeersatz verwendet man nur die Wurzel der Zichorien. Diese einzelne, lange und dicke Wurzel wird geröstet, um sie als Kaffee-Ersatz zu verwenden. Sie kann aber auch gekocht und dann wie ein Gemüse gegessen werden.

Die Geschichte des Zichorienkaffees

Die Zichorie ist eine der ältesten Pflanzenarten der Welt. Sie ist in Nordafrika, Westasien und Europa beheimatet. Vermutlich wurde sie erstmals in der Antike in Ägypten kultiviert.

Später wurde Zichorie von mittelalterlichen Mönchen in Europa angebaut. Gleichzeitig wurde sie erstmals von den Holländern dem Kaffee beigefügt. Seit dem  18. Jahrhundert kennt man die Zichorie auch in Nordamerika. In Frankreich ist sie seit den Beginn des 19. Jahrhunderts ein beliebter Kaffeeersatz bzw. eine populäre Zutat zum Kaffee.

Im 20. Jahrhundert wurde der Zichorienkaffee vor allem als Zeichen des Mangels angesehen. Im Laufe der Geschichte wurden viele Ersatzprodukte verwendet, wenn Kaffee, z.B. in Kriegszeiten, nicht verfügbar war – einschließlich gerösteter Eicheln, Yamswurzeln und einer Vielzahl von lokalen Körnern. Doch ist die Zichorie in der Regel der beliebteste Kaffeeersatz. Und tatsächlich wird die Zichorie heutzutage gerne verwendet, obwohl es an Kaffee nicht mangelt. Als Frühstückskaffee, als Caro Kaffee oder Incarom ist die Zichorie Bestandteil von Kaffee-Ersatz-Getränken.

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Die Zubereitung der Zichorie als alternativen Kaffee-Ersatz

Um die Zichorienwurzel zu einer essbaren (oder trinkbaren) Substanz zu machen, wird die Wurzel aus dem Boden herausgezogen, gewaschen und getrocknet. Nach dem Trocknen wird sie geröstet und zerkleinert. Anschließend kann man sie zum Essen einweichen oder zum Trinken aufbrühen.

Der gesamte Veredelungsprozess gibt der Zichorie ein geröstetes Aroma, das ungefähr dem des Kaffees ähnelt.  Daraus resultiert die große Attraktivität für Kaffee-Ersatz-Getränke.

Die Zichorie ist in der Regel viel billiger als BohnenKaffee. Deshalb findet sich die Zichorie auch häufig als Beimischung in sogenannten Frühstückkaffees. Hier herrschen in der Gastronomie und Hotellerie meist sehr knappe Budgets. Ideal also für einen Kaffee-Ersatzstoff.

Bei der Portionierung des Zichorienkaffees sollte man sich genau an die Anweisungen der Hersteller halten. Eine Überportionierung für zu keinem guten Geschmack.

Beginnen Sie mit 1/2 Teelöffel Zichorie für jede Tasse Getreidekaffee. Danach können Sie die  Menge auf Ihren persönlichen Geschmack einstellen.

Kaffeeersatz Getränke mit Zichorie

Falls Sie nicht nur Tee anstelle von Kaffee trinken möchten, gibt es viele Möglichkeiten die Zichorie Pflanze in Ihren Getränken zu genießen.

Um einfachen Zichorienkaffee zu brühen, verwenden Sie etwa 2/3 gemahlenen Kaffee und 1/3 Zichorie. Das Aufbrühen selbst geschieht dabei nach den klassischen Brühmethoden von Filterkaffee. Ob Filterkaffeemaschine oder French Press, alle Möglichkeiten stehen Ihnen offen.

Wollen Sie nur Zichorie als leckeren Wachmacher genießen, verwenden Sie nur die Hälfte der Menge, die Sie für normalen Filterkaffee verwenden würden. Fügen Sie gerne auch Gewürze wie Zimt, Nelken, Muskatnuss, Bio Ingwer oder Sternanis für mehr Geschmack hinzu. Eine gesunde Ernährung setzt sich aus einer abwechslungsreichen Ernährungsweise zusammen.

Tatsächlich können Sie die Zichorie auch dafür verwenden, um verschiedenen Lebensmitteln einen Kaffee-Geschmack hinzuzufügen.

Die Zichorie und Ihre Gesundheit

Die Zichorie gilt allgemein als gesund. Seit über 5000 Jahren wird sie als Heilpflanze angesehen. Da sie frei von Koffein ist, kann das Trinken von Zichorienkaffee eine gute Möglichkeit sein, die Koffeinaufnahme zu reduzieren oder völlig darauf zu verzichten.

Folgend haben wir Ihnen ein paar Dinge aufgelistet, die im Zusammenhang mit der gesundheitlichen Wirkung der Zichorie stehen (sollen):

  • Französische Köche und Schriftsteller des frühen 19. Jahrhunderts glaubten, dass die Zichorie ein “contra-stimulante” sei. Sie meinten, dass die beruhigenden Effekte eine perfekte Ergänzung zu den stimulierenden Reizen des Koffeins im Kaffee seien. Auf der anderen Seite glaubten sie, dass die Verwendung von Zichorie von “blutleeren” Personen vermieden werden sollte.
  • Die frische Wurzel gilt als nützlich gegen Lungentuberkulose. Ein Sud aus 30g Zichorienwurzel in einem halben Liter kochendem Wasser hat sich als wirksam gegen Gelbsucht und Lebervergrößerung erwiesen.
  • Zichoriensirup gilt als ausgezeichnetes Abführmittel für Kinder, da er ohne Reizungen wirkt.
    Früher betrachteten Kräuterkundige die gequetschten Blätter als einen guten Wickel für Schwellungen und entzündete Augen.
  • Moderne Kräuterkundige sagen, dass die Zichorie die Gallenproduktion erhöht, eine schnelle Herzfrequenz moderiert, den Cholesterinspiegel senkt und Bakterien zerstört.
  • Eine kürzlich durchgeführte koreanische Studie zeigt, dass die Zichorie tatsächlich den Cholesterinspiegel senkt. Ausserdem erhöhte verbesserte sie das Verhältnis von HDL (das gute Cholesterin) zu LDL (das schlechte Cholesterin) im Blut getesteter Tiere.

Unser Fazit:

Wenn Sie also einen gesunden Kaffee-Ersatz suchen, ist ein Zichorien-Kaffee keine schlechte Alternative. Wir empfehlen das populäre Incarom aus der Schweiz.

Entkoffeinierte Kaffeebohnen

Kaffee ist nach Tee das zweitbeliebteste Getränk der Welt. Und das nicht erst in der heutigen Zeit. Historiker glauben, dass die Verwendung von Kaffee als Stimulans aus dem antiken Abessinien (Äthiopien) stammt – so zumindest die Sage. Entkoffeinierte Kaffeebohnen waren damals natürlich völlig unbekannt. Denn gerade wegen seiner anregenden Wirkung war der Kaffee schnell beliebt.

koffeinfreier kaffeegenuss

Entkoffeinierter Kaffee

Koffein ist dabei der Bestandteil des Kaffees, der für die milde stimulierende Wirkung auf das zentrale Nervensystem verantwortlich ist. Eine Tasse Kaffee enthält typischerweise ca. 50 bis 75 Milligramm Koffein, wobei die Menge je nach Zubereitungsart und Kaffeesorte stark variiert: Robusta-Kaffee enthält fast doppelt so viel Koffein wie z.B. Arabica-Bohnen.

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Kaffee kann gegen Alzheimer schützen

Es ist allgemein anerkannt, dass täglicher Kaffeegenuss hilft, Menschen vor Alzheimer und anderen Arten von Demenz zu schützen.

Jetzt hat ein Forschungsteam von der amerikanischen Indiana-Universität in Bloomington, Indiana, weitere Beweise für diesen Schutz gefunden. Offenbar hilft das im Kaffee enthaltene Koffein, das menschliche Gehirn vor den Arten der Beschädigung zu schützen, die bei Demenzpatienten gefunden werden.

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Wie Kaffee Ihre Produktivität verbessert

Kaffee-Liebhaber dürfen sich freuen. In den letzten 10 Jahren hat die Kaffee-Forschung viele positive Einflüsse auf den menschlichen Körper nachgewiesen. Tatsächlich gibt es auch Forschungsergebnisse, die zeigen, dass der Konsum von Kaffee die menschliche Produktivität steigert.

Deshalb darf man sich nicht wundern, wenn immer mehr Unternehmen die klassische Filterkaffeemaschine für’s Büro gegen eigene kleine Kaffeebars austauschen. Hier bieten die Firmen ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, ganz bewusst eine Kaffeepause zur Kommunikation zu nutzen. Aber ist der Genuss von Kaffee wirklich so positiv für die menschliche Arbeitsleistung? Das sagen die Forscher:

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Die Wahrheit über Schonkaffee

Laut einer Statistik, die wir immer wieder gerne zitieren, haben 50% aller Deutschen jenseits der 50 eine Form von Gastritis, der Magenschleimhautentzündung. Ärzte raten deshalb bei diagnostizierter Gastritis entweder völlig vom Kaffeegenuss ab. Oder sie empfehlen säurearmen Kaffee bzw. Schonkaffee.

Googlet man nach Schonkaffees findet der potentielle Kunde eine recht große Auswahl an solchen Kaffees.  Spezielle Bearbeitungsverfahren befreien den Kaffee dabei von Reizstoffen. Oder sie reduzieren die unverträglichen Inhaltsstoffe zu guten Teilen.

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Schwarzer Kaffee – ein Getränk für Psychopathen?

Irgendwie scheint er etwas aus der Mode gekommen zu sein. Latte Macchiato und Cappuccino führen die Rangliste der beliebtesten Kaffeegetränke an. Doch seit einiger Zeit erlebt der pure, schwarze Kaffee sein Revival, vor allem in Form von Filterkaffee. Und das nicht ohne Grund: Schwarzer Kaffee ist wie das kleine schwarze Kleid der Getränkewelt! Von einfach bis anspruchsvoll, er geht immer. 

Umso mehr verwirren die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung…

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Ist Kaffee gesund? Die 10 wichtigsten Antworten auf diese Frage.

Diese Frage stellt sich wohl jeder Kaffeetrinker einmal. Natürlich kann man dies nicht uneingeschrängt mit ja oder nein beantworten, denn jeder Mensch reagiert anders auf den Konsum von Kaffee.

Kaffee zeigt durch die zahlreichen Inhaltsstoffe generell viele Wirkungen, die der menschlichen Gesundheit zuträglich sind:

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Welcher Kaffee bei Koffeinunverträglichkeit?

Koffein findet sich in vielen Lebensmitteln, nicht nur im Kaffee. Auch Schokolade, Tee und viele Medikamente weisen Koffein als Inhaltsstoff  aus. Menschen, die Koffein nicht vertragen oder bewusst darauf verzichten wollen, z.B. bei einer Schwangerschaft, wollen dennoch nicht auf die lieb gewonnene Tasse Kaffee am Morgen verzichten.

Eine Koffeinunverträglichkeit liegt vor allem bei Menschen vor, die eine Genvariante in sich tragen, die sich nicht mit Koffein verträgt. Untersuchungen der Universitäten in Würzburg und Bristol haben gezeigt, dass das Koffein Rezeptoren im Gehirn blockieren kann und dann verhindert, dass entspannende Botenstoffe andocken können. Der Körper der Betroffenen befindet sich folglich nach dem Genuss von Kaffee in einer Art von Alarmzustand. Herzrasen, Schweißausbrüche, Rastlosigkeit und Einschlafprobleme sind deutliche Anzeichen für eine Koffein-Unverträglichkeit.

Glücklicherweise gibt es neben koffeinfreiem Tee, z.B. südafrikanischem Rooibos Tee, auch Kaffees, die natürlicherweise kaum Koffein enthalten oder denen man das Koffein entzogen hat.

Kaffees mit wenig Koffein

Zu ersten Variante gehören koffeinarme Arabica-Bohnen z.B. aus Äthiopien. Der Sidamo, ein Kaffee aus dem äthiopischen Hochland, weist z.B. einen viel geringeren Koffeingehalt auf, als beispielsweise Robusta-Bohnen. Robusta-Bohnen findet man häufig in billigen Kaffeemischungen aus dem Supermarkt, da sie im Rohkaffee-EInkauf recht günstig sind. Für Menschen, die stark auf Koffein reagieren, sind diese Kaffeemischungen jedoch völlig ungeeignet. Hier empfiehlt sich tatsächlich, reinen koffeinarmen Sidamo zu genießen, wie z.B. den äthopischen Sidamo von Demmel Kaffee. Dieser ist durch seine Langzeitröstung sogar noch besonders säurearm.

Demmel Kaffee Sidamo

Demmel Kaffee Sidamo

Entkoffeinierte Kaffees

Wer völlig auf Koffein verzichten muss oder will, dem sind entkoffeinierte Kaffees zu empfehlen. Einen wirklich koffeinfreien Kaffee gibt es zwar nicht (der Gesetzgeber erlaubt einen Restkoffeingehalt von 0,1%), doch kommen Menschen mit Koffeinunverträglichkeit dennoch in den Genuss hochwertigen Kaffees.

Ehrlichgesagt konnte ich mir lange nicht vorstellen, dass man freiwillig entkoffeinierten Kaffee trinken möchte. Untermauert wurde dieses Denken durch die koffeinfreien Kaffees, die ich bis dato probiert hatte.

Durch einen Zufall kam ich dann in Berührung mit dem entkoffeinierten Kaffee von Turm Kaffee aus St.Gallen. Und ganz ehrlich, wenn mir niemand gesagt hätte, dass es sich um einen Kaffee ohne Koffein handelt, hätte ich es nicht gemerkt.

Grund dafür ist wohl der Schweizer Wasser Prozess, mit dem die Kaffeebohnen entkoffeiniert werden.

Schweizer Wasser Prozess

Die billigen Entkoffeinierungsverfahren, wie z.B. die direkte Entkoffeinierung nutzen Dichlormethan oder Ethylacetat als Lösungsmittel.

Ich empfehle dagegen Kaffees zu trinken, denen das Koffein durch den Schweizer Wasser Prozess entzogen wurde. Dieser rein physikalische Prozess kommt ohne Chemie aus und schont vor allem die Aromen der Kaffees. Unsere koffeinfreien Kaffees aus der Schweiz z.B. der bereits erwähnte entkoffeinierte Kaffee von Turm Kaffee nutzen diesen Prozess. Auch wenn der Schweizer Wasser Prozess an sich recht teuer ist und damit auch der Verbraucher mehr Geld bezahlen muss, lohnt sich der Griff zu diesen Kaffees auf jeden Fall. Sie werden den Unterschied zu chemisch entkoffeinierten Kaffees schmecken.

entkoffeinierter Kaffee kaufenKaffeeunverträglichkeit vs. Koffeinunverträglichkeit

Nicht verwechseln sollte man die Koffeinunverträglichkeit mit der allgemeinen Kaffeeunverträglichkeit. Denn hier reagiert der Körper nicht (nur) auf das Koffein selbst, sondern auch auf die Bitterstoffe und die Chlorogensäure des Kaffees. Menschen, die auf den Genuss von Kaffee negativ reagieren, zeigen häufig Symptome von Sodbrennen und Magenbeschwerden bis hin zur Gastritis. Hier hilft der Verzicht auf Kaffees mit Robusta-Bohnen, aber vor allem die Verwendung hochwertiger Arabica-Kaffees. Wenn diese traditionell bei niedrigen Temperaturen für mindestens 15 bis 20 min geröstet werden, baut sich die magenbelastende Chlorogensäure weitestgehend ab. Auch die unerwünschten Bitterstoffe entstehen im klassischen Trommelröster weniger, als z.B. bei der industriellen Röstung.

Trotz der beschriebenen Unverträglichkeiten sollte man jedoch auf seine gewohnte Tasse Kaffee nicht verzichten. Denn Kaffee zeigt auch viele positive Effekte auf den menschlichen Organismus.

Johannes Lacker

Acrylamid im Kaffee – muss das sein?

Ja, das muss leider sein. Acrylamid bildet sich beim Erhitzen von Lebensmitteln aus der Aminosäure Asparagin und reduzierenden Zuckern (Glucose, Fructose, Maltose).

Viele Lebensmittel enthalten Acrylamid

Die Liste ist lang: Neben Kartoffelchips und Pommes frites sind auch Kaffee- und Kakaopulver, Bratkartoffeln, einige Knäckebrotsorten, Cornflakes, Popcorn und verschiedene Keks- und Gebäcksorten, darunter Lebkuchen, Spekulatius und Pfeffernüsse, betroffen. Dennoch: Panikmache ist nicht angesagt. Zum einen ist noch unklar, wie und in welchen Mengen Acrylamid die Gesundheit gefährden kann. Zum anderen hat die Lebensmittelindustrie bereits reagiert und den Acrylamidgehalt in Lebensmitteln durch veränderte Herstellungsverfahren gesenkt.

Acrylamid im Kaffee

Bei einigen deutschen Kaffeegroßröstereien scheint das Thema aber offenbar noch nicht angekommen zu sein.

In einer aktuellen Untersuchung vom NDR-Markt liegen vier von acht Proben über dem Signalwert für Acrylamid von 2010:

Acrylamid-Gehalt industriell gerösteter Kaffees

Acrylamid-Gehalt industriell gerösteter Kaffees

Grund für die hohen Werte dürfte die sogenannte industrielle – oder auch Turbo-Röstung sein. Hierbei wird der Kaffee für 2 bis 3 Minuten auf bis zu 500 Grad erhitzt. Im Falle von Kaffee gilt der Grundsatz “Zeit ist Geld” im besonderen, so dass diese hohen Temperaturen vor allem aus Kostengründen verwendet werden.

Dem Rohstoff Kaffee, und damit dem Kaffeetrinker, tut diese Art der Röstung jedoch nicht gut. Neben dem hohen Acrylamidgehalt ist der Kaffee vor allem nicht durchgeröstet, d.h. im Innern der Bohne ist er faktisch noch roh, die Aromen haben sich durch die zu kurze Maillard-Reaktion noch nicht voll ausgebildet. Vor allem aber ist die magenbelastende Chlorogensäure noch im Kaffee enthalten, für deren Abbau der Faktor Zeit entscheidend ist.

Hohe Acrylamid-Werte müssen nicht sein

Das es auch anders geht, beweisen viele kleine Kaffeeröstereien, die langsam bei niedrigen Temperaturen im Trommelröster ihren Rohkaffee rösten.

Der Espresso Verona beispielsweise, geröstet von Peter Demmel bei DEMMEL KAFFEE in Schaan im Fürstentum Liechtenstein, weist nur 120µg pro 1000g Kaffee auf (der Signalwert bis 2010 lag bei 280µg). Im Rahmen der Zertifizierung wurde dieser Wert durch die DLG ermittelt.

Demmel Kaffee Schaan

Peter Demmel am Trommelröster

Das Ergebnis ist einfach zu erklären: langsame Röstung im Trommelröster über ca. 18 bis 20 Minuten bei maximal 170 Grad.

Und hier zeigt sich, wie so häufig bei Lebensmitteln, wer günstig kauft, schadet seiner Gesundheit. Denn um günstige Lebensmittelpreise realisieren zu können, muss die Lebensmittelindustrie alle Register ziehen. Und dabei kann dann, z.B. auch im Zusammenhang mit dem übermäßigen Einsatz von (billigem) Zucker, die Gesundheit des Konsumenten auf der Strecke bleiben.

Mein Fazit:

Selbstverständlich kann und will nicht jeder viel Geld für Lebensmittel ausgeben. Da mache ich selbst keine Ausnahme. Aber es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Denn teures Marketing ersetzt nicht immer den handwerklichen und nachhaltigen Umgang mit den Rohstoffen, die zu Lebensmitteln verarbeitet werden.

Johannes Lacker