Arabica Kaffeebohnen – die Vielfalt des Arabica-Kaffee

Wer kennt die Aussage nicht: Dieser Kaffee enthält 100% Arabica Kaffeebohnen. Von den deutschen Industrieröstereien wird diese Aussage in meinen Augen häufig im Sinne besonderer Qualität verwendet. Doch worin äußert sich diese Qualität? Und stimmt diese Aussage überhaupt?

Lassen Sie uns deshalb einen Blick auf die Arabica Kaffeebohnen werfen.

Mit Arabica Kaffee ist wohl schon jeder Kaffeetrinker in Berührung gekommen. Schließlich beträgt der Anteil des weltweit angebauten Kaffees zwischen 60% und 70%.

Und tatsächlich ist die Arabica-Kaffeebohne “der Adam” oder “die Eva” aller Kaffeesorten. Wahrscheinlich war sie die erste Kaffeesorte, die je konsumiert wurde.

Geschichte der Arabica-Kaffeebohnen

Der Sage nach waren es äthiopische Hirten, deren Schafe die Kaffeekirschen fraßen, und die dadurch die belebende Wirkung der reifen roten Früchte entdeckten.

So reichen die Ursprünge des Kaffees bis etwa ins Jahr 1.000 v. Chr.. Im Hochland des Königreichs Kefa, dem heutigen Äthiopien,  aßen der Stamm der Oromo die Kaffeebohne. Dafür zerkleinerten sie sie und mischten sie mit Fett zu Kugeln von der Größe von Tischtennisbällen.

Diese Kaffee-Fettkugeln wurden, wie heute auch der Kaffee, als Stimulans verzehrt.

So erhielten die Arabica Kaffeebohnen ihren Namen

Die Pflanzenart Coffea Arabica erhielt ihren Namen um das 7. Jahrhundert n. Chr.. Damals überquerte die Bohne das Rote Meer von Äthiopien in den heutigen Jemen und nach Niederarabien. Aus dem regionalen arabischen Ursprung entsprang der Begriff “Arabica”.

Die erste schriftliche Erwähnung von Kaffee aus gerösteten Kaffeebohnen stammt ebenfalls von arabischen Gelehrten. Sie schrieben, dass er bei der Verlängerung ihrer Arbeitszeit nützlich sei. Die arabische “Neuheit” aus dem heutigen Jemen, ein Gebräu aus gerösteten Bohnen herzustellen, verbreitete sich zunächst unter den Ägyptern und Türken und fand später ihren Weg um die Welt.

reife Arabica Kaffeebohnen

Geschmack der Arabica Kaffeebohnen

Arabicakaffee gilt als der Merlot des Kaffees. Er hat einen milden Geschmack und häufig eine feine Süße. Hell geröstet beeindrucken die Arabica-Kaffeebohnen mit ihren Fruchtaromen, die schon fast an einen intensiv schmeckenden Früchtetee gleich kommen.

Kaffee aus Arabica-Bohnen hat ein intensives, komplexes Aroma, das an Blumen, Früchte, Honig, Schokolade, Karamell oder geröstetes Brot erinnern kann. Sein Koffeingehalt übersteigt nie 1,5 Gewichtsprozent. Wegen seiner häufig besseren Qualität und seines Geschmacks verkaufen sich die Arabica-Kaffees weltweit in der Regel zu einem höheren Preis als sein “robuster” Cousin, der Robusta-Kaffee.

Das Wachstum des Arabica-Kaffees

Arabica braucht etwa sieben Jahre, um vollständig zu reifen. Er wächst am besten in höheren Lagen, kann aber bis auf Meereshöhe angebaut werden. Die Pflanze verträgt niedrige Temperaturen, aber keinen Frost. Zwei bis vier Jahre nach dem Pflanzen produziert die Arabica-Pflanze kleine, weiße, stark duftende Blüten. Der süße Duft erinnert an den süßen Duft von Jasminblüten.

Nach dem Beschneiden beginnen die Beeren zu wachsen. Die Beeren sind dunkelgrün wie die Blätter, bis sie zu reifen beginnen. Zuerst gelb, dann hellrot und schließlich dunkelrot. An dieser Stelle werden sie “Kirsche” genannt und sind bereit zum Pflücken. Das Wertvolle der Kaffeekirsche sind die Bohnen im Inneren, in der Regel zwei pro Kirsche. Seit einiger Zeit wird auch das koffeinhaltige Fruchtfleisch der Kaffeekirsche zu Kaffeekirschentee, dem Cascara, verarbeitet und vermarktet.

La Semeuse Mocca surfin 100% Arabica

La Semeuse Mocca surfin 100% Arabica-Kaffeebohnen

Arabica-Kaffeebohnen als Kaffee für Feinschmecker

So genannte Gourmetkaffees sind fast ausschließlich hochwertige, milde Arabica-Kaffeesorten und gehören zu den bekanntesten Arabica-Kaffeesorten der Welt. Zu den berühmtesten Anbaugebieten gehören die Jamaican Blue Mountains, der kolumbianische Supremo, Tarrazú, Costa Rica, Guatemala, Antigua und das äthiopische Sidamo.

Der typische (italienische) Espresso allerdings wird aus einer Mischung von Arabica- und Robusta-Bohnen hergestellt. Die Robusta-Kaffeesorte macht dabei ca. 30% der weltweiten Kaffeebohnenproduktion aus.

Der Unterschied zwischen Arabica- und Robusta-Kaffeebohnen

Coffea Arabica und Coffea Robusta sind die beiden wichtigsten Kaffeesorten weltweit. Praktisch die gesamte internationale Kaffeeindustrie produziert mit ihnen die vermarteten Röstkaffees. Eine dritte Art, Coffee Liberia, wird auf den Philippinen angebaut, aber selten exportiert. Von den beiden erstgenannten Kaffeebohnen ist der Arabica, wie schon erwähnt, der weitverbreiteste.

Die Eigenschaften von Arabica und Robusta

Arabica- und Robusta-Kaffeebohnen schmecken beide wie Kaffee, haben aber einige Besonderheiten.

Arabica-Kaffeebohnen sind generell süßer als Robusta, vor allen dann, wenn sie heller geröstet sind. Sie haben häufig süße Fruchtsäurearomen, die viele Menschen dem erdig-intensiven Geschmack von Robusta vorziehen.

Neben einer allgemeinen Süße, die dem Robusta fehlt, hat der Arabicakaffee auch mehr nuancierte Aromen als der Robusta. Fruchtig, schokoladig, nussig und andere Noten finden sich in Arabica-Kaffeebohnen, aber selten im Robusta.

Hochland-Arabica-Kaffeebohnen

Dieser zweite Unterschied ist auf die Höhe zurückzuführen, auf der die beiden Arten angepflanzt werden. Arabica-Kaffeesträucher, die widerstandsfähigere Kaffeepflanze der beiden Arten, wächst in höheren Lagen. Daher stammt auch der Begriff der “Hochland Arabicas”. In diesen Höhenlagen ist das Klima rauer und die Pflanzen wachsen langsamer. Das langsamere Wachstum der Pflanze erzeugt jedoch feinere Aromen, wenn die Bohnen verarbeitet, geröstet und gemahlen werden.

Zu guter Letzt haben Arabica-Kaffeebohnen etwa halb so viel Koffein wie der Robusta. Ein natürliches Pestizid, das Koffein, hilft bei der Abwehr von Krankheiten und Schädlingen. So ist Robusta in mancher Hinsicht die wenig feinere Kaffeesorte, produziert aber auch ein intensiver schmeckendes Kaffeegetränk mit einem beeindruckenden Körper.

Mein Fazit

Die Arabica-Kaffeebohnen sind nicht immer so gut, wie ihr Ruf. Es gibt auch schlechte Arabica-Qualitäten. Was ihre geschmackliche Varianz angeht, sind die Arabica-Kaffeebohnen dem Robustakaffee jedoch weit überlegen. Von Blaubeere bis Zitrus findet sich so ziemlich jedes Frucht- und Gewürz-Aroma im Kaffee wieder.

Ein Gedanke zu „Arabica Kaffeebohnen – die Vielfalt des Arabica-Kaffee

  1. Matthias Ziegler

    Danke für den Beitrag. Dem Hochland-Kaffee wird ja generell nachgesagt, er soll ja von besserer Qualität sein. So hat bestimmt auch diese Sorte ihre Berechtigung. Aber die Marketing-Industrie, wie eingangs erwähnt, verschleudert die Bezeichnungen, bis man sie nicht mehr wahr oder ernst nimmt.

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