Kaffee zuhause brühen – Darauf sollten Anfänger achten

Kaffee zuhause brühenEs gibt kein besseres Gefühl, als in Ihrem Lieblingscafé an einer erstaunlichen Tasse Kaffee zu nippen. Aber was wäre, wenn Sie den gleichen Kaffee zuhause brühen könnten?

Es lohnt sich deshalb zu Lernen, wie man Kaffee kocht. Es wird Ihre Liebe zu diesem Getränk in ganz neuen Sphären führen. Sie können nicht nur köstliche Kaffees genießen, wann immer Sie wollen, sondern auch die spannende Welt des Kaffees erkunden. Warum schmecken die Bohnen aus Costa Rica anders als die gewaschenen Kaffees aus Ruanda? Warum schmeckt der Kaffee aus einer French Press anders als ein handgefilterter Kaffee? Und warum ist der Mahlgrad des Kaffees so wichtig?

Es gibt viel zu lernen, aber wir haben eine gute Nachricht für Sie: Wir zeigen Ihnen, wie Sie zur perfekten Tasse Kaffee kommen. Sei es hier im Kaffi Schopp Blog oder in unseren Tipps zur Kaffeezubereitung.

Ihre ersten Schritte: Kaffee zuhause brühen

Das erste, was Sie natürlich brauchen, ist ein Gerät zum Brühen von Kaffee.Tatsächlich gibt es allerdings ziemlich viel Equipment, mit dem man auf unterschiedlichste Art und Weise Kaffee kochen kann. Sie fragen sich, welches das Beste ist? Wir empfehlen Ihnen die folgenden Lösungen. Sie sind nicht nur einfach zu bedienen, sondern auch erschwinglich.

Die French Press bzw. Pressstempelkanne

Die French Press ist eine wundervolle Art, auf einfachste Art und Weise einen aromatischen Kaffee zu brühen. Vor allem ist es ist eine großartige Möglichkeit, mit dem Kaffee brühen zuhause zu beginnen. Einfache Pressstempelkannen gibt es z.B. bei IKEA günstig zu kaufen. Oder die Klassiker von Bialetti und Bodum.

Mit der French Press bereitet man normalerweise eine “lange” Tasse (Filter-)Kaffee zu. Sie müssen dabei nur sicherstellen, dass Sie grob gemahlenen Kaffee verwenden und ihn mit 60g bis 68g pro Liter Wasser dosieren. Idealerweise können Sie den Kaffee mit einer Handmühle selbst frisch mahlen. Oder sie kaufen den Kaffee für die French Press gemahlen ein.

Für das eigentliche Brühen des Kaffees bringen Sie die gewünschte Menge Wasser zum Kochen und lassen das Wasser anschließend etwas abkühlen (auf ca. 92 bis 94 Grad). Füllen Sie den gemahlenen Kaffee in die Frenchpress und gießen Sie mit dem heißen Wasser auf. Nach 2,5 bis 4 Minuten drücken Sie den Stempel der Kanne herunter und genießen Ihren Kaffee.

Die Brühzeit orientiert sich dabei an Ihrem persönlichen Geschmack. Je länger Sie den Kaffee extrahieren, desto mehr gerät der Kaffee aus der geschmacklichen Balance und wird bitter.

Die einzelen Schritte der Kaffeezubereitung mit der Pressstempelkanne erklären wir in unseren Hinweisen zur Kaffeezubereitung mit der French Press.

Der Clever Coffee Dripper

Der Clever Coffee Dripper kombiniert die Eigenschaften einer French Press mit denen eines klassischen Filterkaffees. Während die French Press einen körperreichen und intensiven Kaffeegeschmack bietet, ist der Filterkaffee sauberer, klarer. Grund dafür sind unter anderem die Schwebstoffe des Kaffees, die bei der Filterkaffeevariante im Filterpapier verbleiben.

Wie bei der French Press schwimmt der gemahlene Kaffee im Clever Coffee Dripper frei im Wasser. Beim Ablassen des Kaffees wird der Kaffee anschließend gefiltert.

Viele Baristi halten deshalb den Clever Coffee Dripper für das Beste aus zwei Welten: Der klare, saubere Kaffeegeschmack des Filterkaffees verbunden mit dem Körper und den Intensität der Pressstempelkanne.

Das Cupping

Diese Methode haben wir tatsächlich erstmals in der DDR kennengelernt. Lag das an fehlenden Filtertüten oder dem schmalen Budget der von uns besuchten Studenten? Egal wie, kochendes Wasser wurde direkt in die Tasse auf gemahlenen Kaffee gegossen. Der gemahlene Kaffee setzte sich mit der Zeit auf dem Kaffeeboden ab und wurde, wenn man etwas vorsichtig war, nicht mitgetrunken.

Das Cupping wird auch heute regelmäßig verwendet. Allerdings wird sie normalerweise dafür verwendet, um die Qualität und das Geschmacksprofil eines Kaffees zu analysieren.

Die Zubereitung ist entsprechend einfach. Verwenden Sie 8g gemahlenen Kaffee für eine Tasse Kaffee (=120ml). Kochendes Wasser lassen Sie bis auf 92 bis 94 Grad abkühlen und  gießen sie es anschließend direkt auf den grob gemahlenen Kaffee in Ihrer Tasse. Anschließend warten Sie vier bis sechs Minuten und trinken dann. Sollten sich auf der Oberfläche des Kaffees noch Kaffeemehlreste befinden, können Sie diese einfach mit einem Löffel abschöpfen.

Diese Kaffeezubereitung mag auf den ersten Blick unorthodox erscheinen, wenn Sie ihren Morgenkaffee damit zubereiten. Es ist aber das beste Training für Ihr Gaumen, wenn es darum geht, zwischen verschiedenen Kaffees und Kaffeearomen zu unterscheiden. Da der Kaffee nicht gefiltert wurde, müssen Sie nur darauf achten, dass sie den Kaffeesatz nicht mittrinken.

Wie schon erwähnt, wird diese Methode vor allem dafür benutzt, um die Aromen eines Kaffees sensorisch zu analyisieren. Die bestmögliche Methode dafür ist allerdings nicht das Trinken des Kaffees, sondern das sogenannten “Cuppen”. Mit einem Cuppinglöffel wird etwas Kaffee geschöpft und dann in den Mund geschlürft. Beim Schlürfen vermischt sich der Kaffee mit Sauerstoff und die Geschmacksknospen im Mund können die Aromen des Kaffees optimal wahrnehmen.

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Brauchen Sie zusätzliche Ausrüstung zum Brühen von Kaffee?

Wenn Sie sich einige Zeit mit dem Brühen von Kaffee beschäftigt haben, werden Sie schnell feststellen, dass Sie Lust auf Mehr bekommen. Das drückt sich darin aus, dass Sie sich immer mehr Equipment für das Kaffeekochen zulegen: Verschiedene Filter, einen Wasserkocher, unterschiedliche Kaffeebohnen, einen Herdkocher… aber wie viele Gerätschaften brauchen Sie als Anfänger wirklich?

Wie Sie oben gesehen haben, braucht es zu Beginn nicht viel Ausrüstung. Mit fortschreitender Begeisterung investieren Sie vielleicht in eine Feinwaage (für den gemahlenen Kaffee) und eine Kaffeemühle. Und vielleicht denken Sie daran, den Kaffee nach etwa einer Minute Brühzeit umzurühren, um sicherzustellen, dass die Extraktion der Inhaltsstoffe noch gleichmäßiger abläuft.

Tatsächlich gilt auch beim Brühen von Kaffee in den eigenen vier Wänden: Je einfacher desto besser. Komplizierte Zubereitungsformen von Kaffee provozieren Fehler, die man in der Tasse schmeckt.

Unsere Tipps: Kaffee zuhause brühen einfach verbessern

Wenn Sie sich für eine Art Kaffee zu brühen entschieden haben, gilt es, sich mit dieser näher zu beschäftigen. Denn auch bei der einfachsten Kaffeezubereitung ist es möglich, mit der Technik zu experementieren. Letztendlich ist das Brühen von Kaffee eine Wissenschaft. Und genau wie in der Wissenschaft führt das Verändern verschiedener Variablen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Der Mahlgrad von Kaffee ist immer eine feine Sache zum “Herumspielen”. Mit ihm lässt sich die Stärke und Extraktion des Kaffees sehr einfach verändert. Ebenso können Sie die Menge Kaffee und / oder die Menge Wasser varriieren. Stellen Sie jedoch sicher, dass Sie immer nur eine Variable auf einmal ändern. Nur so können Sie die geschmackliche Veränderung tatsächlich auch einem bestimmten Parameter zuordnen.

Kleine Änderungen in der Menge des verwendeten Kaffees oder die Feinheit der Mahlung beeinflussen das Endergebnis. Wenn man das Ändern dieser Parameter beherrscht, kann man lernen, wie Brühtemperatur, Kontaktzeit und Brew Ratio Geschmack und Intensität beeinflussen.

Wie schon erwähnt liegt der Schlüssel zur Verbesserung Ihres Brühprozesses darin, mit nur jeweils einer Variable zu spielen. Auf diese Weise können Sie verschiedene Parameter testen und herausfinden, was Ihnen an Ihrem Kaffee geschmacklich wirklich gefällt.

Unser Tipp: Führen Sie ein Kaffee-Tagebuch. Notieren Sie sich, mit welchen Parametern Sie welchen Kaffee wie gebrüht haben und welches geschmackliche Erlebnis Sie anschließend hatten. Das Tagebuch hilft Ihnen, Ihr Wissen zu festigen und die Ergebnisse reproduzierbar zu gestalten.

Sind Sie bereit für das Kaffeebrühen für Fortgeschrittene?

Nehmen wir an, Sie fühlen sich mit der von Ihnen gewählten Brühmethode sehr wohl. Sie haben mit Variablen experimentiert und verstehen nun, wie sich Mahlgrad, Brühzeit und Temperatur auf das Ergebnis in der Tasse auswirken.

Wenn Sie möchten, können Sie nun noch ein wenig mehr experimentieren. Probieren Sie einfach eine andere Brühmethode aus. Die oben aufgeführten Varianten sind schwimmende Extraktionen, d.h. das Kaffeemehl schwimmt im Wasser und gibt seine Inhaltsstoffe ab.

Bei den Aufgüssen oder Druckextraktionen fließt das Wasser mit oder ohne Druck durch das Kaffeemehl und löst dabei die Inhaltsstoffe.

Die AeroPress

Eine erste Empfehlung für eine Druckextraktion wäre z.B. die AeroPress. Die AeroPress ist tatsächlich ein Hybrid aus schwimmender- und Extraktion mit Druck. Und als solcher sehr spannend.

Das Tolle an der AeroPress ist vor allem ihre Flexibilität. Mit diesem einfach zu bedienenden Gerät können Sie den Kaffee so zubereiten, wie Sie ihn wirklich wollen. Und dabei ist die Anschaffung noch mit wenig Kosten verbunden. Neben den bereits bekannten Parametern Mahlgrad, Brühtemperatur und Kaffeemenge können Sie bei der Aeropress noch mit dem Parameter Druck experimentieren.

Hario V60 Handfilter

Eine ebenfalls weit verbreitete Methode mit der Sie Kaffee zuhause brühen können, ist das Filtern von Kaffee per Hand. Bei dieser traditionellen Aufgussmethode verwendet man heute nicht mehr nur den klassischen Melitta-Porzellanfilter, sondern die Produktreihe HARIO V60.

Viele Baristi, die sich auf die Handfiltermethode spezialisiert haben, haben mit der HARIO V60 ihren persönlichen Favoriten gefunden. Der Kaffee aus der HARIO V60 ist bekannt für sein sauberes, konsistentes Geschmacksprofil. Und als Filterkaffeemethode öffnet der Porzellanfilter die Tür zu allen möglichen neuen Konzepten wie z.B. das Schwallgießen des Kaffeewassers.

So oder so, Sie können keine schlechte Entscheidung treffen. Denken Sie daran, dass Kaffee immer eine Frage des persönlichen Geschmacks ist. Es geht nicht darum, welches Gerät den besten Kaffee herstellt, sondern darum, welches Gerät den besten Kaffee für Sie herstellt.

Was sollten Sie noch als Kaffee-Anfänger wissen?

Ganz gleich, ob Sie sich für das Cupping, die Pressstempelkanne, den Clever Coffee Dripper oder irgendeine andere Brühmethode entscheiden, gibt es immer einen wichtigen Ratschlag: Verwenden Sie immer frisch geröstete, qualitativ hochwertige Kaffeebohnen.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Es ist möglich, einen schlechten Kaffee mit tollen Bohnen zu brühen. Aber es ist unmöglich, einen tollen Kaffee aus schlechten Bohnen zu extrahieren. Sie können den Kaffee nach allen Regeln der Kunst zubereiten, aber ohne einen hochwertigen Kaffee werden Sie trotzdem keinen wirklichen Genuss erleben.

Doch wie definiert sich hochwertiger Kaffee? Neben hochwertigen Rohkaffeebohnen sollte der Kaffee vor allem traditionell geröstet werden. Bei der klassischen Trommelröstmethode wird der Kaffee langsam bei niedrigen Temperaturen für 15 bis 20 min geröstet. Dabei entwickeln die Kaffeebohnen ihr volles Aromen und die unverträgliche Gerbsäure wird weitestgehend abgebaut.

Frisch gerösteter Kaffee sollte zwei bis drei Wochen ruhen, bevor er aufgebrüht wird. Nach dem Rösten zeigt er sein volles Aroma für 3 bis 6 Monate. Die geschmackliche “Haltbarkeit” varrieert vor allem dadurch, wie der Kaffee abgepackt wurde. Beim Abfüllen unter Schutzatmosphäre bleibt der Kaffee im verschlossenen Beutel z.B. viel länger frisch.

Unser Fazit

Wenn Sie das Verlangen nach einem erstaunlichen Kaffee haben, fordern Sie sich selbst heraus. Brühen Sie Ihren Kaffee selbst und verzichten Sie auf Kapselmaschine oder Kaffeevollautomat.

Kaffee zuhause brühen ist nicht so schwer, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheint. Eine selbstgebrühte Tasse Kaffee schmeckt so viel besser, wenn man weiß, dass man sie selbst in Handarbeit hergestellt hat. Und wenn man das Brühen von Hand beherrscht, beginnt der wahre Spaß.

1 thought on “Kaffee zuhause brühen – Darauf sollten Anfänger achten

  1. Gianni

    Wie ich finde ein sehr gelungener und vor allem sehr hilfreicher Artikel. Habe vor kurzem selbst erst angefangen wieder auf Aufbrühkaffee umzusteigen und fand den Artikel echt super interessant.

    Liebe Grüße Gianni

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