Schwarzer Kaffee – ein Getränk für Psychopathen?

Irgendwie scheint er etwas aus der Mode gekommen zu sein. Latte Macchiato und Cappuccino führen die Rangliste der beliebtesten Kaffeegetränke an. Doch seit einiger Zeit erlebt der pure, schwarze Kaffee sein Revival, vor allem in Form von Filterkaffee. Und das nicht ohne Grund: Schwarzer Kaffee ist wie das kleine schwarze Kleid der Getränkewelt! Von einfach bis anspruchsvoll, er geht immer. 

Umso mehr verwirren die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung…

Eine neue Studie, die im amerikanischen Journal of Nutrition veröffentlicht wurde, hat einige ziemlich interessante Fakten über diejenigen offenbart, die schwarzen Kaffee lieben.

schwarzer Kaffee

Bitterer schwarzer Kaffee wird von Psychopathen gerne getrunken

Österreichische Forscher der Universität Innsbruck wollen herausgefunden haben, dass Menschen, die bittere Aromen, wie z.B. im Kaffee, lieben, meist egoistisch, eitel, manipulativ, sadistisch und sogar psychopathisch seien.

Im Rahmen der Studie wurden 1.000 Menschen nach Ihren Vorlieben und den damit verbundenen persönlichen Eigenschaften befragt. Die Daten zeigten, dass “bittere Geschmacksvorlieben mit bösartigen Persönlichkeitsmerkmalen verbunden sind.”

Wir glauben nicht an die Ergebnisse

Tatsächlich mussten wir beim Lesen der Studie schmunzeln. Wir glauben nicht an das Ergebnis. Für uns gibt es Tonnen von Gründe, um Kaffee schwarz zu trinken: Die gesundheitlichen Vorteile des Verzichts auf Milch oder Zucker, die schlichte Einfachheit, der Wunsch, mehr über die Vielfalt der Aromen von Kaffee zu lernen.

Da ich persönlich (hoffentlich) kein Psychopath bin, habe ich selbst lange gebraucht, schwarzen Kaffee als Genuss zu empfinden. Zuerst nur mit einem guten Schuß Kaffeerahm wollte ich in der Schweiz meine Kaffee trinken (mehr zu meinem “ersten Mal” hier im Blog).

Schwarzer Kaffee – der echte Kaffeegeschmack

Dann änderte sich etwas: Mit zunehmendem Alter verwandelte sich mein Geschmack und wollte nicht immer nur süß. Ich trank Kaffee schwarz und begann Schokolade dunkler zu mögen. Was ist damals mit mir passiert? Es war “Game Over” für das dominierende Süß in den Lebensmitteln und das wahre Universum des Kaffees öffnete sich mir:

  • Ich habe gelernt, dass Frische gerade auch beim Kaffee einen großen Unterschied macht.
  • Ich lernte, dass Kaffee kein zusätzliches Aroma braucht, um wie Nüsse, Schokolade oder dunkle Beeren zu schmecken. 
  • Ich erfuhr, dass Kaffee mehr Aromen hat als Wein, nämlich mehr als 800.
  • Ich lernte, dass Kaffeesahne und Zucker dazu verwendet wird, um den Geschmack von alten, billigen, schlecht gerösteten oder geschmacklosen Bohnen zu verbergen
  • Und ich lernte, den (italienischen) Espresso zu schätzen. Es gibt einfach nichts schöneres als einen hervorragenden Espresso, der des Röstmeisters Talent und Hingabe an das Handwerk zeigt.
  • Mir wurde klar, dass es viel schwieriger ist einen richtig guten Espresso zu machen, als eine eine leckere Tasse Filterkaffee. Ein ausgewogener, nackter Espresso-Shot mit einer dichten und stabilen Crema auf der Oberseite ist eine sehr schöne Sache. Er ist ein ganz anderes Kaffeeerlebnis als ein Latte oder ein Cappuccino.

Omkafe Espresso kaufen
Hier sind unsere Tipps für guten schwarzen Kaffee:

  • Kaufen Sie Ihren Kaffee frisch – älter als 6 Monate nach der Röstung sollte der Kaffee nicht sein.
  • Kaufen Sie ganze Bohnen und mahlen Sie ihn erst,  wenn sie ihn trinken möchten.
  • Machen Sie Ihren Magen glücklich – säurearmer, traditionell gerösteter Kaffee hilft.
  • Verzichten Sie auf Zucker sondern konzentrieren Sie sich auf die reinen Aromen des Kaffees.
  • Versuchen sie mal hellere Röstungen für Filterkaffee.
  • Schreiben sie ein Kaffee-Tagebuch und lernen sie so was ihnen schmeckt und was weniger.
  • Genießen sie Kaffee als “Wohlfühl-Moment” – frischer Kaffee ist wie ein Geschenk an sich selbst.

Also warum nicht einfach mal einen schwarzen Kaffee probieren?! Für den Anfang empfehlen wir Ihnen den Mocca von La Semeuse aus der Westschweiz: Säurearm, hocharomatisch und vom Crema Magazin empfohlen.

Johannes Lacker

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.