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Allgemein Kaffeezubereitung

Kalter Kaffee macht schön und schmeckt – nicht immer

Cold Brewed Coffee vs. Iced Coffee

Wenn die Temperaturen im Frühjahr wieder steigen und es draußen wärmer wird, kann man mittlerweile sicher sein, dass die ersten Kaffeebars ein kaltes Kaffeegetränk auf die Karte nehmen. Der klassische Eiskaffee ist aber nicht mehr “en vogue”, sondern auf den Tafeln der Coffee Shops wird Iced Coffee oder Cold Brewed Coffee beworben.

Mittlerweile gehört der kalt gebrühte Kaffee zum Lebensgefühl vieler Städter, denn gerade die Third Wave Coffee Shops überbieten sich mit exotischen Kaffees, die als Cold Brew serviert werden. Cold Brewed Coffee wird in Flaschen abgefüllt und etabliert sich immer mehr als Szenegetränk. Und wer in der Kaffeebranche etwas auf sich hält, wird Cold Brewed Coffee oder Iced Coffee ins Sortiment aufnehmen.

Was man jedoch unterscheiden muss, sind die beiden gänzlich unterschiedlichen Zubereitungsarten von Iced Coffee und dem Cold Brew.

Die Zubereitung von Iced Coffee und Cold Brewed Coffee

Die Zubereitung des Iced Coffee unterscheidet sich nicht wesentlich von der Zubereitung eines klassischen Filterkaffees. Der frisch gemahlene Kaffee wird mit heißem Wasser aufgebrüht und gefiltert, wobei er nicht direkt in den Kaffeekanne tropft, sondern über ein mit Eiswürfeln gefülltes Sieb. Bestes Tool für diese Zubereitung ist der Hario V60 Ice Coffee Maker.

Hario V60 Ice Coffee Maker
Hario V60 Ice Coffee Maker (Bild: hario.jp)

Beim Cold Brew, also der Extraktion der Kaffeeinhaltsstoffe mit kaltem Wasser, wird mittelfein gemahlener Kaffee mit Wasser auf Raumtemperatur übergossen und für 8 bis 12 Stunden in den Kühlschrank gestellt. Anschließend wird der gemahlene Kaffee, der sich in einem Sieb im Innern eines Glaskolbens befindet, einfach entnommen. Durch den besonders feinen Siebeinsatz ist das Getränk sehr klar und wird mit Eiswürfeln und/oder Milch getrunken. In Japan ist diese Methode als Mizudashi (“Aufguss mit kaltem Wasser”) bekannt.

Cold Brewed Coffee wird immer beliebter

Den Cold Brew findet man mittlerweile in jeder besseren Kaffeebar. Selbst Starbucks hat ihn auf die Karte genommen. Aufgrund der langen Ziehzeit ist die Zubereitung zuhause etwas aufwendig. Am besten man bereitet den Cold Brew abends vor und lässt ihn über Nacht im Kühlschrank stehen. Im Gegensatz zu einem heiß gebrühten Kaffee extrahiert der Cold Brew jedoch keine unerwünschten Säuren und Bitterstoffe. So schmeckt ein Cold Brewed Coffee mild mit einer feinen Süße und schmeichelt dem Gaumen. Kein Wunder also, der der Cold Brewed Coffee sicher die beliebteste Art ist, kalten Kaffee zu trinken.

Coffee Nerds, also die Kaffee-Fachidioten (bitte entschuldigen Sie diesen Ausdruck), streiten dennoch darüber, ob der Cold Brewed Coffee dem Rohstoff Kaffee gerecht wird. Denn die Brühmethode behindert die Extraktion auch jener Säuren, die den charakteristischen Geschmack eines jeden hell gerösteten Kaffees ausmachen. Vergessen Sie nicht, Säure ist ein Geschmacksträger und nicht automatisch mit “sauer” gleichzusetzen.

So sollte kalter Kaffee nicht zubereitet werden

Eine dritte Variante des kalten Kaffees ist der heiß gebrühte, den man einfach (im Kühlschrank) abkühlen lässt. Von dieser Zubereitung ist jedoch dringend abzuraten, denn vor allem die unerwünschten Gerbsäuren, die den Kaffee tatsächlich sauer und unbekömmlich werden lassen, finden hier ideale Entfaltungsmöglichkeiten. Sie kennen diese Säuren aus Ihrem Büro, wo frisch gebrühter Kaffee über Stunden in der Filterkaffeemaschine immer bitterer und ungenießbarer wird. Wenn wir als Kaffeegenießer eigentlich immer säurearmen Kaffee trinken wollen, bewirkt diese Zubereitung das Gegenteil davon. Magenschmerzen werden Ihnen sicher sein.

Egal ob Sie sich einen Cold Brew oder einen Iced Coffee zubereiten und ihn z.B. mit Eiswürfeln, Milch oder Eis genießen, eine herrliche Erfrischung für heiße Sommertage erwartet sie.

Johannes Lacker

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