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Pferdefleisch-Skandal, falsch deklarierte Bio Eier – keine gute Zeiten für Geniesser

Willkommen in der realen Welt der Lebensmittelskandale.

Unter diesem Motto erhielten wir heute den Newsletter eines unserer Kooperationspartner, Baglio Antica Sicilia, einem Importeur für sizilianische Lebensmittel nach Deutschland. Da wir diesen Newsletter als wirklich lesenswert empfinden, wollen wir ihn Ihnen nicht vorenthalten:

Pferdefleisch in Lasagne und Fleischfertigprodukten, Eier verkauft als Bioprodukt, wo steuern wir hin ?

Willkommen in der realen Welt. Sicher gibt es viele ehrliche Produzenten, die unter solchen Sachen sehr leiden und vielleicht auch große finanzielle Einbußen haben, jedoch bin ich [Peter Junker, Inhaber von Baglio Antico Sicilia, JL] mir auch ganz sicher, dass vieles nicht mit rechten Dingen zugeht. Da wird richtig Geld gemacht, alle verdienen mehr, weil es BIO ist und alle denken, das wir was besonderes Essen.  – lassen sie sich mal den Text vom Bild oben durch den Kopf gehen !!!

Pferdefleisch ist im Süden von Italien normal, es gibt in jeder Stadt mehrere Pferdefleischmetzger, ausschließlich für den beliebten 4 Beiner – und Kleinkinder bekommen oft Pferdefleisch, es hat den Ruf gesünder und nahrhafter zu sein. Dies wird ja auch von Instituten bestätigt, weniger Fett als Rindfleisch und höhere Vitaminwerte.

Wie auch immer, es sollte jedoch klar deklariert werden, was wo drin ist und wie es gemacht wurde.

Bei allem Entsetzen muss ich aber auch ganz klar sagen, dass es ein leidiges Thema in Deutschland und für Deutschland ist.  Lebensmittel dürfen einfach nichts kosten – für den größten Teil der Deutschen. Lebensmittel sind für viele einfach nur das Benzin für den Körper, haben aber mit Geschmack und Qualtität nicht viel zu tun. Bitte was soll ich erwarten, wenn ich eine Mahlzeit kaufe, die 1,99 Euro im Discounter kostet – Aluschüssel, Verpackung, Frachtkosten, Einkauf, Produktion usw….. was bitte soll da Gutes enthalten sein.

Bei dem enormen Preisdruck der vorherrscht ist es klar das die schwarzen Schafe der Branche tricksen, um so die Kassen ordentlich zu füllen.

Genau hier kommt der Konsument, der oftmals keine Interesse hat, was er da kocht, oder einfach nur warm macht und zu sich nimmt. Überlegen Sie dochmal was ein Kilo Fleisch, Schweinefilet oder andere Produkte nur noch kosten.

Die Tiere werden  in kürzester Zeit gemästet um schlachtfertig zu sein, da ist es klar, dass beim Anbraten in der Pfanne oftmals eine Unmenge Wasser austritt oder vom schönen großen Stück einfach beim nächsten Hinschauen nix mehr da ist.

Guten Lebensmittel kosten Geld, und ein wenig Bewußtsein für die Produktion und auch ein fairer Handel wäre da sicherlich nicht fehl am Platz. Ein Produzent sollte für seine Arbeit auch ordentlich entlohnt werden.

Ich vertrete die Meinung, dass sich die Lebensmittelproduktion in unseren Industrieländern wahrlich auf den Kopf gestellt hat – es geht nur ums schnelle Geld – wie bekomme ich für wenig Einsatz das Maximum heraus. Ich werde den Eindruck nicht los, dass die Gesellschaft überhaupt diesen Weg gewählt hat. Von Nachhaltigkeit keine Spur.

Aber ein Schwein, wie im Nebrodi Nationalpark, wächst halt mal 20 – 26 Monate heran und wird dann erst geschlachtet und die “Rote Kuh” ( kommt durch das rötliche Fell ) aus der Nähe von Modena gibt halt weniger Liter Milch pro Tag, dafür jedoch eine wesentlich bessere Qualität und der Käse kostet dann halt mehr.

Aber wie oft essen wir denn diesen Käse –  einmal oder zweimal im 1/2 Jahr ? Wir sollten bewußter konsumieren, egal ob beim Fleisch, Fisch oder auch beim Wein.  Genau aus diesem Grund versuche ich ausschließlich von kleinen Herstellern und Winzern die beste Qualität zu fairen Preisen zu finden und auf auf den Weg nach Deuschland zu bringen. Produkte, bei denen die Qualität absolut vorranging ist.

Diese Gedanken von Peter Junker können wir nur voll unterstützen. Sei es im Online Shop oder auch in unserem stationären Handel in Heppenheim, wir wissen, wo unsere Produkte herkommen, kennen die Menschen, die sie produzieren und kaufen ganz bewusst keine “billige” Ware ein. Denn unser Genuss muss nachhaltig sein, er darf nicht gegen unternehmerische Ethik verstossen und muss den Menschen Freude machen.

Johannes Lacker

P.S.: Dazu passend zum Thema auf SPIEGEL ONLINE: Verantwortungslosigkeit von Lebensmittelkonzernen.

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