Coop handelt Kaffee fair und erhöht nicht die Preise?

Die Schweizer Coop stellt beim Eigenmarken-Kaffee auf Fairtrade um. Der Kaffee der Marke Qualité & Prix trägt ab sofort das Max-Havelaar-Gütesiegel für fairen Handel.

Dazu liest man in den Presse:

Damit erhöht Coop den Fairtrade-Anteil in seinem Kaffeesortiment von rund 5 auf rund 12 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Künftig sollen sämtliche Kaffeebohnen für den Eigenmarken-Kaffee aus fairem Handel stammen. Der Preis der Produkte verändere sich durch die Umstellung nicht, schrieb Coop weiter.

Besonders der letzte Satz macht mich etwas stutzig. Die Preise für den Kaffee erhöhen sich nicht, aber der gekaufte Rohkaffee stammt aus fairem Handel. Daraus resultiert ja, dass die Coop den Kaffeebauern mehr Geld für den Rohkaffee bezahlt. Offenbar verzichtet die Coop damit auf Teile ihrer eigenen Gewinnmarge. Dabei ist zu bedenken,  dass diese bei der (Billig-) Eigenmarke Qualité & Prix ohnehin schon sehr gering ist.

Das ist sehr nobel von Coop – oder ist doch ein Trick dahinter?

4 Gedanken zu „Coop handelt Kaffee fair und erhöht nicht die Preise?

  1. ingo

    Und Herr Lacker,
    und wo ist Ihr Trick?……Wenn ich Sie richtig verstehe unterstellen Sie coop etwas…. erläutern Sie uns doch, was Sie unterstellen?
    Das wäre interessant, Ihre “ehrliche Meinung” zu Fair Trade zu erfahren …..
    Ich finde es nicht verwerflich Fair Trade als Marketinginstument zu verwenden.

    Ingo

  2. KaffiSchopp Beitragsautor

    Hallo Ingo,

    bei mir gibt es keinen Trick! 😉 Ich verkaufe etwas aus Überzeugung, aber nicht aus Gründen des Zeitgeistes. Und genau das unterstelle ich den grossen Coffeeshop Ketten, Einzelhändlern und ja, auch den Röstereien. Grün ist schick, Nachhaltigkeit in aller Munde, ein gutes Gewissen beim Kaffeekauf beruhigt. Und tatsächlich unterstelle ich mehr Marketinginteresse als tatsächliches Interesse daran, dass es den Kaffeebauern wirtschaftlich besser geht. Denn eine bessere Vergütung der Kaffeepflanzer hätte man auch ohne grossen Nachhaltigkeits-Hype realisieren können. Aber erst, nachdem Nachhaltigkeit und Fair Trade einen Wachstumsmarkt darstellen, springen immer mehr Röster, Einzelhändler und Kaffeehaus Ketten auf diesen Zug auf.

    Und dabei gibt es genügend Beispiele, wo sich Fairer Handel nicht nur über ein (z.T. zweifelhaftes) Zertifikat darstellt, sondern tatsächlich durch reales Handeln. Beispiele dafür sind Quichote Kaffee in Hamburg, der Coffee Circle in Berlin oder das Green Cup Movement aus Passau. Oder Henauer Kaffee in Höri (ZH) oder Bertschi Kaffee in Birsfelden bei Basel.

    Johannes

  3. ingo

    Hallo Herr Lacker,
    Gute Antwort,
    ich bin trotzdem froh, dass es diesen Zeitgeist und diese Zertifikate gibt.
    Für mich ist es eine gute Orientierungshilfe,
    wie sonst sollte ich als Verbraucher meinen Willen die Bedingungen für die Erzeugung von Lebensmitteln zu verbessern, zum Ausdruck bringen, als eben diese Produkte zu kaufen. Und ja, sie beruhigen mein Gewissen. Wenn schon teurer Kaffee, dann will man doch auch wissen, warum der so teuer ist.

    Das Handeln von Fair Trade als nicht real einzustufen, halte ich für….sagen wir mal…. nicht gut.

    Sie werden, wie ich sehe, nicht auf diesen Zug aufspringen.

    Danke für die Info
    Ingo

  4. KaffiSchopp Beitragsautor

    Nur eines möchte ich noch ergänzen: Ich bin FÜR nachhaltiges und faires Handeln mit allen Partnern der Wertschöpfungskette. Aber es soll bitte nicht nur ein Lippenbekenntnis sein, sondern dieses Handeln muss tatsächlich GELEBT werden und aus eigener innerer Überzeugung stammen. Ausführliche Informationen zum Thema Nachhaltigkeit und Fairer Handel bietet dazu die Solidar Suisse: http://www.solidar.ch/de/

    Und Betriebe, die nur fair produzierten Kaffee anbieten, können sich hier eintragen (nicht nur für die Schweiz): http://www.solidar.ch/fairtrade

    Beste Grüsse,
    Johannes Lacker

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