Ächti Schwiizer Chuchi: Entlebucher Kafi

Aus dem “Inventar Zentralschweiz” möchte ich Ihnen heute eine Kaffeerezept vorstellen, welches typisch für die Landschaft des Entlebuch im Kanton Luzern ist:

Zutaten:

  • 1 L Wasser
  • 1 Handvoll Kaffeepulver
  • 1 Handvoll Zucker
  • 1 Flasche Träsch *)

Zubereitung:

  • das Wasser im Topf zum Kochen bringen
  • wenn das Wasser siedet, den Kaffee einstreuen und mit einem Tannenzweig umrühren [wenn Sie keinen Tannenzweig zur Hand haben, geht natürlich auch ein Holzlöffel, KS]
  • noch einmal kurz aufkochen und dann den Topf vom Feuer nehmen
  • Mit einer Kelle oder Tasse kaltes Wasser vorsichtig und kreisförmig in den Kaffee giessen (bewirkt, dass sich der Kaffee absetzt)
  • eine Geldmünze (Fünfliber = Fünffrankenstück) ins Glas/Tasse geben und mit Kaffee auffüllen, bis man den Tell (beim Fünffrankenstück) nicht mehr sieht.
  • mit Träsch*)  auffüllen, bis der Tell wieder zu sehen ist. Mit Zucker süssen.

*) Obstschnaps

Das “Inventar Zentralschweiz” soll das kulinarische Erbe der Zentralschweiz zusammenführen, um das Wissen über die Arten, Rassen, Sorten und Fertigkeiten der Nachwelt zur Verfügung zu stellen. Ihr Wissen und Ihre Netzwerke sind dabei aufgerufen, das Inventar mit Leben zu füllen!

Helfen Sie mit, dass kulinarische Erbe der Zentralschweiz zu bewahren!

Johannes Lacker

2 Gedanken zu „Ächti Schwiizer Chuchi: Entlebucher Kafi

  1. Harald Jenk

    Betreffend dem Kaffe-fertig im Napfgebiet hat der zwar nicht im Entlebuch aber im Luzerner Hinterland aufgewachsene Ethnologe und Afrikakenner Al Imfeld in der WOZ vor einigen Jahren einen sehr lesenswerten Artikel geschrieben.
    Darin erklärt er, warum die Hinterländer ihr Nationalgetränk, den Kaffee-fertig, aus dem Glas und nicht aus der Tasse trinken. Jede Hinterländer Familie legte im vergangen Jahrhundert besonderen Wert darauf, dass der älteste Sohn Pfarrer, oder noch besser Missionar wurde, um heidnische Seelen dem katholischen Glauben zuzuführen. Diese Missionare nun, in Südamerika und Afrika, brachten oder schickten oftmals Kaffee nach Hause. Für die Hinterländer, die nach Al Imfeld von Natur aus etwas eigenbrötlerisch, ängstlich aber doch auch neugierig sind, war dieser Kaffee die einzige Verbindung zu ihren Söhnen und der grossen weiten Welt. Darum gingen sie sehr sparsam mit den paar Bohnen, die sie hatten, um und verdünnten den Kaffee mit Schnaps, damit er noch langer hinhalte. Oft auch, so Al Imfeld, habe man damals Hinterländer sehen können, die stundenlang vor ihrem Kaffee sassen und dadurch zu ihren Kindern in der Fremde sahen.

    Freundliche Grüsse

    Harald Jenk

  2. Johannes Lacker

    Hallo Herr Jenk, vielen Dank für den sehr interessanten und ausführlichen Kommentar zu meinem Artikel! Klasse!
    Beste Grüsse in die Schweiz, Johannes Lacker

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