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World Cup Tasting Championships aus Schweizer Sicht

Am gestrigen Sonntag trat die Schweizer Meisterin im Cup Tasting zu ihrem Wettbewerb an. Heinz Trachsel, nationaler Koordinator der Swiss SCAE, hatte im Vorfeld des Wettbewerbs grosse Hoffnung auf Florence Letroux gesetzt und sie durchaus zur Mitfavoritin erklärt.

Warum Florence am Ende nur den 18. Gesamtrang (von 32 Teilnehmern) belegte, erklärt Florence hier:

Kaffi Schopp (KS): Florence, bei Deiner ersten Teilnahme an den World Cup Tasting Championships hast Du den 18. Rang erreicht. Bist Du damit zufrieden?

Florence Letroux (FL): Natürlich bin ich über mein nicht so tolles Ergebnis enttäuscht. Ich hätte es besser machen wollen und kann meine Leistung nicht entschuldigen, aber wie man es im Französischen sagt, hatte ich “mildernde Umstände”.

KS: Was sind das für “mildernde Umstände”?

FL: Meine Startnummer war die 13 und ich habe sehr gehofft, dass diese Zahl mit Glück bringen wird. Kurz vor meiner Verkostung war ich sehr nervös, doch konnte ich mich glücklicherweise schliesslich doch auf meine 24 Tassen konzentrieren. Ich habe diese dann auch in der eigenen Rekordzeit von 3:34 Minuten verkosten können.

KS: Und wie hast Du Deinen Auftritt selbst erlebt?

FL: Das Niveau an den Meisterschaften war schon in der ersten Runde sehr hoch [d.h. die zu erkennenden “fremden” Kaffees waren geschmacklich sehr dicht an den zwei gleichen des jeweiligen Triangels, KS]. Wie ich schon vor den Meisterschaften sagte, sind alle Teilnehmer nationale Meister und jeder von ihnen hätte Weltmeister werden können. Während des Wettbewerbs selbst habe ich natürlich sehr genau die Ergebnisse der anderen verfolgt.

Für mich selbst kann ich sagen, dass das erste Triangel bereits ein Sieg für mich war, denn an den Schweizermeisterschaften in Bern hatte ich in jeder Runde den ersten Kaffee nicht entdecken können. Dann kamen die Tassen 2 und 3, die ich zu meiner Freude ebenfalls bestimmen konnte. Leider habe ich den vierten Kaffee nicht erkannt – und ich kann mir bis jetzt nicht erklären, warum.

Die Tassen 5, 6 und 7 waren dann wieder okay, so dass ich mich innerlich schon sehr gefreut habe, aber dann die Riesenenttäuschung: der letzte Kaffee war der falsche.

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Florence Letroux (Bildmitte) an den Schweizermeisterschaften im Januar

KS: Woran lag’s?

FL: Ich war schon vorher fast sicher, dass ich den letzten Kaffee nicht richtig bestimmt hatte, weil die drei Kaffees des letzten Triangels so heiss waren, dass ich mir den Mund verbrannt habe. Aber wie die anderen Teilnehmer musste ich mit diesem Umstand umgehen, vor dem ich mich allerdings am meisten gefürchtet habe. Am Schluss hatte ich 6 von 8 Kaffees richtig bestimmt in einer Zeit von 3:43 min. Das hat nicht gereicht für das Halbfinale, wo man 7 von 8 Kaffees in einer Zeit von mindestens 3:54 min hätte erkennen müssen.

KS: In unserem Vorgespräch hattest Du mir gesagt, dass Du Dich darauf freust, an den Weltmeisterschaften teilzunehmen und die Atmospäre zu erleben.

FL: Ja, die Atmosphäre während der Meisterschaften war einfach unglaublich! Vor allem möchte ich aber den 8 Halbfinalisten zu deren sehr guten Leistungen gratulieren. Ganz besondere Glückwünsche gehen an die russische Gewinnerin, Valentina Kazachkova, die eine unglaubliche Leistung während aller drei Runden [1. Runde, Halbfinale, Finale, KS] erbracht hat.

Am Ende bin ich sehr glücklich an den Meisterschaften teilgenommen zu haben und bin stolz darauf, die Schweiz an den World Cup Tasting Championships in Köln vertreten zu haben. Vor allem möchte ich mich beim gesamten Schweizer Team bedanken, welches mich während des gesamten Wettbewerbs unterstützt hat. Mein besonder Dank gilt Heinz [Trachsel, KS] und Matthias [Lübke, Wettbewerbsverantwortlicher der Swiss SCAE, KS], die meine Teilnahme organisiert und mich seit meinem Gewinn der Schweizermeisterschaften im Januar begleitet und unterstützt haben.

KS: Florence, auch Dir alles Gute für die Zukunft. Wir hoffen, Dich im nächsten Jahr an den Schweizermeisterschaften wieder zu sehen!

Während aller Wettbewerbe hörte ich eine Regel immer wieder: bei der ersten Teilnahme wird niemand Weltmeister. Um zu gewinnen, braucht es nicht nur handwerkliches Können, sondern auch viel Erfahrung, wie man eine solche Meisterschaft bestreitet.

Da es Florence’ erste Teilnahme an einer WM war, muss sie tatsächlich mit ihrer Leistung nicht unzufrieden sein. Sie weiss, dass sie es besser kann. Und wir vertrauen darauf, dass sie dies beim nächsten Mal auch zeigt.

Johannes Lacker

Bildquelle: swissscae.ch

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