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Das Haus der Schweiz in Berlin

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Gestern morgen bin ich nach Berlin geflogen um abends ins Olympiastadion zum Konzert von Depeche Mode zu gehen. Da ich im Bezirk Mitte übernachtet habe, hatte ich mittags Gelegenheit die Friedrichstrasse vom Checkpoint Charlie bis zum S-Bahnhof-Friedrichstrasse entlangzulaufen. Auf diesen geschätzten drei Kilometern finden sich mindestens drei Starbucks Filialen, ein Balzac Coffee Store, ein The Coffeeshop Company Store und ein Café Einstein. Besucht habe ich das Einstein, denn dort erhält man meines Erachtens die beste Kaffeequalität.

Als ich dann die Friedrichstrasse weiter in Richtung S-Bahnhof ging, kam ich zum “Haus der Schweiz”. Historisch betrachtet gibt es mehr oder weniger zwei wichtige Gebäude in Berlin, die den Schweizern gehören: die Botschaft und das “Haus der Schweiz”.

Die Schweizer hatten mit ihren Berliner Gebäuden großes Glück: die Schweizerische Botschaft, so die offizielle Bezeichnung, hat den zweiten Weltkrieg unzerstört überstanden und steht heute genau gegenüber dem deutschen Bundeskanzleramt. Auch das “Haus der Schweiz” unmittelbar an der Kreuzung Unter den Linden und Friedrichstraße überstand das Bombardement ziemlich unversehrt und steht jetzt (wieder) mitten in Berlin.

Das Haus der Schweiz in Berlin
Das "Haus der Schweiz" in Berlin

Der 1936 nach Plänen des Appenzeller Architekten Ernst Meier fertiggestellte Stahlskelettbau passt sich in seinem Äußeren dem damals herrschenden Baustil an. Heute ist es das älteste Gebäude in diesem Teil von Unter den Linden und fügt sich harmonisch in das Bild der Nachbargebäude ein . Das Gebäude wurde von einen Konsortium von Schweizer Banken erbaut und blieb bis heute durchgehend im Besitz von eben diesen, auch zu Zeiten der DDR. So prangt der Schriftzug “Haus der Schweiz” seit der Erbauung an seiner Fassade.

Ebenfalls von der Fassade blickt über die Kreuzung hinweg, mit Armbrust und durchschossenem Apfel, Walther Tell, der Sohn des berühmten Wilhelm Tell.

Zu Zeiten der deutschen Teilung wollten die Schweizer Banken das Haus an die DDR verkaufen, jedoch konnte man sich auf keinen Kaufpreis einigen. Heute sind die Eidgenossen sicher froh, dass der Verkauf nicht gelungen ist und dieses Filetstück immer noch in Schweizer Besitz ist – der heutige Eigentümer ist die DBV Winterthur Lebensversicherung AG. Erster Mieter des Ladengeschäftes im “Haus der Schweiz” nach dem Fall der Berliner Mauer war übrigens der Schweizer Juwelier Bucherer.

Über den deutschen Immobilienverwalter ECE können Sie aktuell Büroflächen im Haus der Schweiz anmieten, für Ihre Representanz in der Hauptstadt wäre also gesorgt. 😉

Johannes Lacker

2 Antworten auf „Das Haus der Schweiz in Berlin“

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