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Anbau und Ernte von Kaffee

Der Kaffeeanbau - von der Pflanze bis zur Kaffeekirsche

Die Coffea-Pflanze wird bevorzugt durch Samen, also Kaffeebohnen, vermehrt. Nach einer erfolgreichen Anzucht werden die etwa 4 cm kleinen jungen Pflanzen umgesetzt und entwickeln sich zu beachtlichen Sträuchern.

Zuchtpflanzen für die Kaffeeproduktion werden üblicherweise in der Höhe auf 2-2,5 m beschränkt. Nach etwa 4 - 7 Jahren sind die zu Bäumen herangewachsenen Sträucher erntereif. Dann sind sie von rund 35.000 Blüten besetzt.

Die in jeglicher Hinsicht an Jasmin erinnernden Blüten sind nur wenige Stunden befruchtungsfähig. Allerdings bedarf es mehrerer Monate, bis die Fruchtknoten zu Kaffeekirschen reifen. Diese sind in der Regel zweisamige ovale Steinfrüchte von 10 - 15 mm Durchmesser. Die Kaffeekirschen sind reif und erntebereit, wenn sich ihre grüne Farbe zu einem satten Rot entwickelt hat. Unter der Schale verbirgt sich nun ein süßes weiß-gelbliches Fruchtfleisch von gallertartiger Konsistenz. Ganz im Inneren liegt die begehrte Kaffeebohne.

Die Erntebedingungen von Kaffee

Geographische und klimatische Begebenheiten diktieren die Erntebedingungen. Der in der Regel einmal jährlich einsetzende Starkregen nach einer Trockenperiode setzt die Entwicklung der Frucht in Gang. Von ihrer unmittelbaren Lage am oder um den Äquator profitieren Anbaugebiete wie bsw. Kolumbien: Hier teilt sich das Jahr zwar in die Regenzeit (April bis November) und Sommerzeit (Dezember bis März). Doch in den Hochlagen existieren jeweils zwei dieser Jahresabschnitte. So kommt es, daß zweimal im Jahr, genauer in den Monaten April/Mai und Oktober/November, geerntet werden kann. Ein schönes Bild ergibt dieses Phänomen, wenn ein Baum sowohl Blüte als auch Frucht trägt.

Picking und Stripping: Das Pflücken der Kaffeekirschen

Wenn es soweit ist, daß die Früchte geerntet werden können, bieten sich zwei Methoden des Pflückens an – das Picking und Stripping. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile:

Picking: Das selektive Ernten per Hand

Beim Picking handelt es sich um das selektive Pflücken der reifen Kaffeekirschen. Dabei werden die roten Beeren einzeln und händisch vom Ast geklaubt, während die unreifen grünen und gelben Früchte am Baum verbleiben. Um das Fruchtfleisch nicht zu verletzen, werden die Früchte in einer Drehbewegung abgepflückt. Die überreifen schwarzen Kaffeekirschen werden ebenfalls abzuernten und separat zu sammeln empfohlen. Die Ausbeute des Tages wird noch einmal selektiert, indem unreife oder überreife Früchte und etwaige Verunreinigungen entfernt werden. Ein Baum wird so oft beerntet, bis der Pflückende entscheidet, daß es sich nicht mehr lohnt.

Durch das selektive Ernten erhält man einen besonders hochwertigen Kaffee, der wiederum einen besseren Preis abwirft. Außerdem können die Anbaugebiete besser genutzt werden, weil bsw. auch an steilen Hängen geerntet werden kann. Allerdings ist das Picking eine sehr aufwendige und anstrengende Methode, die besonderer Erfahrung bedarf. Zum einen ermangelt es sich an qualifizierten Erntehelfern. Zum anderen ist es auch eine Kostenfrage, ob der Kaffeebauer sich diese leisten kann, um auf Qualität setzen zu können.

Stripping: Das maschinelle Ernten

Beim manuellen Stripping werden mit einem Mal alle Beeren eines Astes von den Rispen gestreift. Ungeachtet des Reifegrades landen alle Früchte auf einer zuvor zwischen den Bäumen ausgelegten Plane. Ähnlich ist das mechanische Strippen mittels einer Vorrichtung, die grob gesagt die abstreifende Hand ersetzt und den Arm verlängert.

Die industrielle Variante des mechanischen Strippings ist auch die zugleich unsanfteste: Mittels einer Erntemaschine werden die niedrig gehaltenen Kaffeebäume richtiggehend durchfahren und die Kaffeekirschen entfernt. Dabei wird auch viel Blattwerk mit abgerupft. Bevorzugt werden die abgezogenen Beeren aufgefangen. Alternativ werden die Früchte auf dem Boden hinterlassen und nach dem durchfahren der Baumreihen aussortiert. Bedingung für diese Methode ist ein ebenes Anbaugebiet.

Ein nachträgliches Sortieren ist beim Strippen unabdingbar. Überreife oder gar faule Früchte würden das Aroma des Kaffees massiv beeinträchtigen.

Die Strippingmethode hat zwar den Vorteil, daß sie unvergleichlich schnell ist. Auch ist die körperliche Belastung für den Kaffeepflücker gering. Aber sie ist nicht für alle Topologien der Anbaugebiete geeignet. Insbesondere das Stripping mit einer Erntemaschine ist eine recht rohe Angelegenheit. Das nachträgliche Aussortieren ist aufwendiger. Und keinesfalls erreicht ein auf diese Art geernteter Kaffee die Qualität eines handgepflückten. Und in der Folge erzielt ein Kaffeebauer auch einen minder hohen Preis. Dennoch wird das Picking häufig eingesetzt, um billig produzierte Kaffeebohnen auf dem Weltmarkt anbieten zu können.

Die Ergiebigkeit der Kaffeepflanze

Ein Kaffeestrauch wird bis zu 25 Jahre alt. Nach der ersten Ernte bleibt der Ertrag auf einem gleichbleibenden Niveau. Ebenso wie er zu Beginn angestiegen ist, fällt er recht steil ab in einem Alter um die 20 Jahre.

Wieviel ein Baum abwirft, hängt von diversen Faktoren ab, die recht stark von einander abweichen. Zwischen 500g/Jahr bis zu 8 kg/Jahr werden die unterschiedlichsten Mengen angegeben. Beachtliche Differenzen liegen auch in der Angabe, wieviel ein bestimmtes Anbaugebiet abwirft. So sind das etwa 33 kg/ha in Angola, die gegenüber etwa 1620 kg/ha in Costa Rica stehen.

Aussagekräftig ist eher die nächste Rechnung: Im Schnitt beläuft sich die Ernte eines Kaffeestrauchs auf 2,5 kg Kaffeekirschen im Jahr. Daraus erhält man etwa 600 g Rohkaffee und schließlich ein Pfund gerösteten Kaffee. In einem auf dem Weltmarkt gehandelten Sack Rohkaffee befindet sich folglich der Ertrag von durchschnittlich 100 Sträuchern.

Die Folgen für die Natur durch den Kaffeeanbau

Man stelle sich nun die globale Anbaufläche vor, die nötig ist, um die weltweite Handelsmenge von ~9 Mio. Tonnen Rohkaffee pro Jahr zu erwirtschaften. Da liegt der Gedanke nicht fern, was für Folgen es hat, wenn die Natur nicht mehr mitspielt. Auf der einen Seite stehen die Beeinträchtigungen der Umwelt durch den intensiven Anbau in Monokultur. Und auf der anderen Seite die noch gravierenderen Folgen des Klimawandels auf das Gedeihen der empfindlichen Kaffeepflanze.

Ursprünglich wurde die Coffea im Schutze nächstliegender großer Bäume angepflanzt. Der Schattenanbau wird auch heute noch betrieben. Die Schatten spendenden Pflanzen sind vorteilhafterweise Früchte tragende Bäume. Neben diesem positiven Seiteneffekt bietet jene Anbaumethode Raum für Flora und Fauna und obendrein einen natürlichen Schutz vor Unkraut. Allerdings bedingt diese Methode eine längere Reifezeit und obendrein geringere Flächenertragsmenge.

Der Sonnenanbau von Kaffee

Um die starke Nachfrage des beliebten Genußmittels zu bedienen, hat sich der sogenannte Sonnenanbau durchgesetzt. Bei diesem unbeschatteten, technisierten Anbau in Monokultur werden über 5-fache Erträge gegenüber dem Schattenanbau erzeugt. Aus Sicht der Produzenten optimiert ist diese Methode im Anbau von Hochertragssorten. Die gut halbierte Lebenstragzeit der Pflanzen von 6-10 Jahren wird durch den Einsatz von Dünger und Pestiziden ausgeglichen.  Der daraus resultierende Verlust von Regenwald und Rückgang der Biodiversität ist lediglich in den Augen des umweltbewußten Menschen verheerend. Der ertragsorientierte Kaffeebauer, der seine Plantagen auf Monokultur – meist staatlich gefördert – umgestellt hat, befürchtet dagegen die Folgen der veränderten Umwelt. Ob Frost in Brasilien oder Überflutungen in Vietnam – weltweit gehen die Anbauflächen zurück.