Schweizer Baristameisterschaften 2015

Am vergangenen Samstag, den 7. Februar, konnte ich die Schweizer Barista Meisterschaften in St. Gallen besuchen. Im Rahmen der St. Galler Ferienmesse fanden diese nun bereits zum vierten Mal in der Ostschweiz statt.

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Favoriten qualifizieren sich nicht

Dass es sich um spannende Meisterschaften handelte, wurde mir bereits am Freitag klar, als ich sah, welche Baristi sich für das Finale qualifiziert hatten. Um genauer zu sein: Welche Baristi sich für das Finale NICHT qualifiziert hatten. Denn dort konnte man einige in der Schweizer Baristaszene prominente Namen lesen: Dani Fischer, Michal Otte und Mathias Bühler schafften es nicht in die Runde der letzten sechs.

Dani Fischer ist einer der erfahrensten Baristi der Schweiz. Für Dani, der eigentlich aus Berlin kommt und nun im Adrianos in Bern arbeitet, war es die sechste Teilnahme an den Meisterschaften. Nach dem Ausscheiden erklärte er dann auch, dass er nicht mehr antreten wird. Michal Otte ist Barista und Mitarbeiter der Kafischmitte von Roger Wittwer in Langnau i.E.. Roger Wittwer hat bereits für viele Meisterschaften den Kaffee geröstet und verfügt damit über imense Erfahrung, von der Michal eigentlich hätte profitieren müssen. Aber auch Michal selbst hat schon mehrfach bewiesen, dass er zu den Könnern in der Schweiz gehört. Am meisten überrascht hat mich, dass Mathias Bühler das Finale nicht erreicht hat. Mathias Bühler ist Schweizer Baristameister von 2010, war lange Geschäftsführer der Shisha Bar in Thun und Trainer des zweifachen Schweizer Baristameisters Philipp Meier.

Zumindest Mathias hatte dann auch eine Erklärung parat, warum er letzter von 12 Baristi wurde: Ein völliges Blackout während seiner Präsentation. Gravierenster Fehler war, dass Mathias vergaß, der Jury die Aromen seines Kaffees zu nennen. Das führte zu einer massiven Abwertung in den Sensorik-Noten. Dazu kamen noch 54 Sekunden überzogene Zeit (sein Vortrag endete erst nach 15:54 min).

So kam es dann am Samstag zu einem sehr spannenden Teilnehmerfeld bei den Baristi. Mein heimlicher Favorit war Shem Leupin, der bereits 2013 Schweizer Meister geworden war. Mitfavorit (für mich) war Benjamin Hohlmann aus Basel. Gerade Benjamin ist als Geschäftsführer des “unternehmen mitte” und des “Café Frühling” in Basel ein wahres Kaffee-Genie. Unter dem Label “Die Kaffeemacher” betreibt er dort ebenfalls eine Kaffeeschule und nahm in St. Gallen an insgesamt drei Wettbewerben teil.

Eine Überraschungssiegerin

Dass man sich aber bei Favoritenrollen gehörig irren kann, zeigte dann das Ergebnis:

In der Finalrunde setzte sich Emi Fukahori, Zürich, gegen den zweitplatzierten Felix Hohlmann (der Bruder von Benjamin Hohlmann) aus Basel durch. Die Auszeichnungen für „Bester Espresso und „Bester Cappuccino” gingen ebenfalls an Emi Fukahori. Sie wird die Schweiz nun an den Weltmeisterschaften in Seattle (USA) vertreten. Überzeugt hatte die neue Schweizer Meisterin die Jury mit einem trocken aufbereiteten Kaffee aus Äthiopien, dem Heimatland des Kaffees

Michel Aeschbacher (3.), Emi Fukahori (1.) und Felix Hohlmann (2.) (Foto: Adrian Huber)

Michel Aeschbacher (3.), Emi Fukahori (1.) und Felix Hohlmann (2.) – (Foto: Adrian Huber)

Hier die finale Rangliste mit der Punkteverteilung:

1. Emi Fukahori (541.50)
2. Felix Hohlmann (518.50)
3. Michel Aeschbacher (440.50)
4. Shem Leupin (431.50)
5. Benjamin Hohlmann (422.50)
6. David Füger (391.50)
7. Mirei Tanaka-Lingg (428.00)
8. Daniel Fischer (420.50)
9. Michal Otte (418.50)
10. Jennifer Nydegger (413.50)
11. Gallus Hufenus (390.50)
12. Mathias Bühler (317.50)

Dass eine Newcomerin (Emi beschäftigt sich erst seit dem Sommer 2014 mit Kaffee) die arivierten Kräfte hinter sich lässt, ist schon eine wahre Überraschung. Mich besonders beeindruckt hat, dass Emi Aromen ihrer japanischen Heimat in ihren Signature Drink (die Eigenkreation ohne Alkohol) einbaute. Vermutlich hat dies die Jury ebenfalls begeistert, denn die Sensorik der präsentierten Kaffeegetränke ist der wichtigste Punkt in der Jury-Bewertung.

Mein Fazit:

Für mich hat sich die Reise nach St. Gallen absolut gelohnt, denn ich konnte viele bekannte Schweizer Kaffeegesichter treffen und mit ihnen Fachsimpeln. Zu meiner Freude konnte ich auch Thomas Schwegler von Tropical Mountains Kaffee kennenlernen. Bis dato hatten Thomas und ich uns nur via Mail über seinen Kaffee ausgetauscht.

Grundsätzlich habe ich den Eindruck, dass das Niveau der teilnehmenden Baristi in der Schweiz höher ist, als z.B. in Deutschland. Die Szene ist klein, aber man unterstützt sich gegenseitig. So kommen auch deutsche Baristi gerne in die Schweiz, um mit dem Schweizern zu trainieren (wie z.B. Erna Tosberg von der Roestbar in Münster) oder in der internationalen Jury mitzuwirken (so wie Björn Dietrich aus Hamburg und Luzia Taschler von Machhörndl Kaffee aus Nürnberg).

Wer einmal in die Welt der professionellen Baristi eintauchen will, sollte sich unbedingt einmal auf nationale oder internationale Meisterschaften begeben. Die Faszination des Themas wird auch auf Sie überspringen. Versprochen.

Johannes Lacker

PS: Dass Mathias Bühler ein echter Könner ist, hat er dann beim Cup Tasting bewiesen. Dort wurde er souverän Schweizer Cup Tasting Meister und fährt damit zu den nächsten Weltmeisterschaften. ;-)

Zehn Irrtümer über Kaffee – und die Wahrheit

Im aktuelle Newsletter von Rast Kaffee aus Ebikon bei Luzern schreibt Evelyne Rast, Tochter von Rast Chef Markus Rast, über die 10 gängisten Kaffee-Irrtümer. Und da es auch in Deutschland viel Unwissenheit über Kaffee gibt, freut es mich, dass Evelyne Rast mir erlaubt hat, Ihren Blogbeitrag zu übernehmen:

Evelyne Rast

Evelyne Rast

Irrtum 1
Die wichtigsten Kaffeearten heissen Arabica und Robusta.

Botanisch korrekt ausgedrückt heissen die beiden wirtschaftlich wichtigsten Kaffeearten „Coffea Arabica“ und „Coffea Canephora“. Robusta ist eine weitverbreitete Unterart, sogenannte Varietät, der Coffea Canephora.

Irrtum 2
Arabica ist gut – Robusta schlecht.

Arabica und Robusta (Coffea Canephora) können so nicht vergleichen werden. Beim Kaffee sind die Pflege der Pflanze, die Art der Ernte und die Weiterverarbeitung der geernteten Früchte wichtige Faktoren für die Qualität. Arabica hat einen Anteil von rund 60%, Robusta (Coffea Canephora) von 40 % der Weltproduktion.

Meine Anmerkung: Der Robusta ist in Verruf geraten, weil für billige Kaffeemischungen häufig mindere Qualitäten aus Vietnam verwendet wurden. Wenn man jedoch hochwertigen Robusta einsetzt, schmeckt man das tatsächlich auch in der Tasse. Zum Beispiel haben die typischen italienischen Espresso-Röstungen immer einen bis zu 70%igen Robusta-Anteil.

Irrtum 3
Nur zertifizierter Kaffee ist fair gehandelter Kaffee.

Für die qualitativ hochstehenden Rohkaffees werden auch die höchsten Preise bezahlt, Davon profitiert der Kaffee-Bauer. Bei den von uns eingekauften Rohkaffees beispielsweise sind die meisten Einstandspreise höher als bei Max Havelaar-Kaffees.

Meine Anmerkung: Mehr zum Thema fair gehandelter Kaffee finden Sie  im Beitrag Fair Trade im Vergleich zu Directe Trade.

Irrtum 4
Es spielt keine Rolle, in welchem Röstverfahren und in welcher Zeit Kaffee geröstet wird.

In der traditionellen Trommel-Röstung wird in kleineren Chargen (bis 90 Kilo) immer von Hand geröstet, d.h., der Röstmeister entscheidet mit dem Auge und der Nase, aufgrund der Zeit und der Temperatur, wann der Kaffee die optimale Röstdauer hat. Diese Zeit – rund 15 Minuten – brauchen die Aromen, um sich richtig entfalten zu können. Die Chlorogensäure kann sich abbauen, der Kaffee wird bekömmlich. Bei einer Turbo-Röstung (oder der sogenannten Industrieröstung) kann der Röstprozess aber bereits nach 60 Sekunden abgeschlossen sein.

Irrtum 5
Je heller geröstet wird, umso besser ist der Kaffee.

Röststufen unterliegen dem Modetrend. Galt eine gewisse Zeit „je dunkler, desto kräftiger, desto intensiver, desto besser“, ist heute die sogenannte „Zimt-Röstung“, also eine helle Röstung, en vogue. Wobei sich der individuelle Geschmack natürlich auch bei Kaffee nicht unbedingt nach dem aktuellen Trend richten muss.

Entscheidend bei der Röststufe ist, dass sie auf die jeweilige Zubereitungsart abgestimmt ist. Eine sehr helle Röstung wie die „Zimt-Röstung“ macht meist Sinn, wenn der Kaffee „drucklos“, wie zum Beispiel in einem Hario-Filter, zubereitet wird.

Irrtum 6
Gerösteter Kaffee muss zu Hause „nachgereift“ oder „gelagert“ werden.

Kaffee aus unserer Rösterei [Anm: Rast Kaffee] – wo der Kaffee erst nach Eingang der Bestellung geröstet wird – ist zum sofortigen Genuss bereit, wenn er zu Hause eintrifft. Die Verpackung mit Ventil bietet einen Aromaschutz, allerdings nur so lange, bis der Beutel geöffnet wird. Füllen Sie nur so viel Kaffee in den Mühlen-Behälter, wie Sie an einem Tag trinken. Verschliessen Sie den Beutel möglichst luftdicht, und bewahren Sie den Kaffee kühl und dunkel auf.

Irrtum 7
Je länger das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum, desto frischer ist der Kaffee.

Ein Frischprodukt wie Kaffee müsste mit dem „Herstellungsdatum“, das heisst mit dem Röstdatum, bezeichnet werden, nicht mit der Mindesthaltbarkeit. Das Rösten ist der Übergang von einem länger haltbaren Gut (Rohkaffee) zu einem nur noch bedingt haltbaren Frischprodukt. Da die Lebensmittelverordnung (LV) kein MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum) für Kaffee vorsieht, findet man sehr unterschiedliche, von den Röstern oder Verkäufern selbst festgelegt, MHD von 3 Monaten bis zu 2 Jahren. Beachten Sie deshalb: Kaffee ist ein Frischprodukt, und gerösteter Kaffee hat einen Fett- resp. Öl-Anteil von bis zu 20 %. Kaffeearomen sind sehr flüchtig, und mit Kontakt mit Sauerstoff oxidiert das Fett sehr schnell und wird ranzig. Wärme und Licht fördern den Abbau der Kaffeearomen.

Irrtum 8
Die Crema ist ein Hinweis auf einen perfekt gebrühten und geschmacklich hervorragenden Kaffee.

Eine Crema entsteht beim Kaffee-Brühen unter Druck, ob der Kaffee von hoher oder tiefer Qualität ist oder ob er Ihnen schmeckt oder nicht. Bei richtiger Zubereitung Mit Druck entsteht immer eine Crema. Die Welt des „drucklosen“ Brühens wird aber immer vielfältiger und die Aromen, die beispielsweise mit dem Hario-Filter aus meist sortenreinen Kaffees entlockt werden, sind überwältigend. Der Mensch neigt der Gewohnheit zu: Wir sind uns in unseren Breitengraden Kaffee ohne Crema weniger gewöhnt. In anderen Ländern ist der Zugang zu Kaffee ohne Crema verbreiteter.

Irrtum 9
Mein Kaffee schmeckt sauer oder bitter, das liegt an der falschen Röstung.

Jeder Kaffee weist einen gewissen Grad an Säure oder Bitterkeit auf, diese beiden Geschmacksrichtungen gehören zum Kaffee. Ist der Kaffee zu sauer oder zu bitter, liegt es in der Regel an der falsch gewählten Zubereitungsart oder an der falschen Zubereitung. Zu dominante Säure oder Bitterkeit ist oft ein Zeichen von Über- oder Unterextraktion. Übrigens: Säure und Bitterkeit sind meist nicht gleichzeitig dominant und weisen auf unterschiedliche Fehler bei der Zubereitung hin.

Irrtum 10
Meine Maschine zeigt nach 250 Kaffeebezügen an „Bitte Reinigen“, das reicht vollkommen.

Die Maschine weiss nicht, ob Sie die 250 Tassen in zwei Tagen oder in 3 Monaten bezogen haben. Mit jeder Tasse lagert sich Fett in der Maschine ab. Je regelmässiger, am besten täglich, Sie den Reinigungsprozess durchführen, desto besser schmeckt Ihnen der Kaffee. Die Bratpfanne reinigen Sie ja auch nach jedem Gebrauch. Nehmen Sie zum Reinigen die Brüheinheit aus der Maschine und waschen Sie unter warmem Wasser die Fettrückstände ab. Wenn sie die Brüheinheit nicht aus der Maschine nehmen können, entfernen Sie mit Reinigungstabletten die Fettrückstände im Inneren der Maschine. Reinigen Sie auch regelmässig den Bohnenbehälter vom abgelagerten Kaffee-Fett. Das rasch ranzig werdende Fett wird sonst von den frisch eingefüllten Kaffeebohnen aufgenommen.

Soweit schreibt Evelyne Rast. Welche Fragen haben Sie zum Kaffee, die Sie gerne beantwortet haben möchten? Schreiben Sie mir einfach in die Kommentare oder an mich persönlich unter j.lacker ( a t ) kaffischopp.de

Johannes Lacker

Koffeingehalt von Kaffee

Tatsächlich ist der entkoffeinierte Kaffee von TURM KAFFEE eine der beliebtesten Kaffeemischungen aus unserem Sortiment. Aber auch entkoffeinierter Kaffee enthält einen Rest an Koffein, einen koffeinFREIEN Kaffee gibt es nicht. Aus der folgenden Tabelle kann man entnehmen, dass entkoffeinierter Kaffee trotzdem nahezu 97% weniger Koffein enthält, als der klassische Filterkaffee.

(c) Procafé

(c) Procafé

Interessant zu sehen ist auch, dass Espresso gar nicht so “stark” ist, wie allgemein vermutet. Klassischer Filterkaffee enthält nämlich viel mehr Koffein, als ein Espresso. Dies bedingt die deutlich längere Kontaktzeit des Wassers mit dem Kaffeepulver beim Filtern. Im Gegensatz dazu wird beim Espresso das Koffein nicht so stark ausgespült.

Wer den wirklichen Wachmacher aus unserem Sortiment sucht oder wer nachts an seiner Diplomarbeit schreiben muss, dem sei der Parisien von La Semeuse empfohlen. Sein Robusta-Anteil von 35% garantiert neben dem intensiven Geschmack einen wachen Geist.

So oder so, lassen Sie sich Ihren Kaffee schmecken! :-)

Johannes Lacker

Hintergrundwissen: Arabica oder Robusta?

Arabica- und Robusta-Bohnen sind die einzig wirtschaftlich bedeutenden Arten der Kaffeepflanze. Hierzu existieren viele Unklarheiten und Missverständnisse. Zeit für Aufklärung.

Dazu als Beispiel ein Gespräch in der Kaffee-Rösterei,  welches man so des öfteren hört:

Kunde: “Sie legen ja Wert auf Qualität. Haben Sie denn auch Arabica-Kaffee? Es gibt ja noch den anderen. Ich weiss gerade den Namen nicht mehr. Aber ich trinke nur den Arabica.”
Kaffeeröster: “Sie meinen Arabica und Robusta. Ja, wir verwenden auch Arabica-Bohnen. Warum trinken Sie nur Arabica und keinen Robusta?”
Kunde: “Ja weil Robusta die schlechten, billigen Bohnen sind.”

Irgendwo, irgendwann von irgendwem wurde das so mitgeteilt. Halbwissen nennt man das. Halbwissen, das gerne von Röstereien, Grossverteiler und anderen Händlern als Marketing-Blabla zur Absatzsteigerung verwendet wird. Arabica einfach als gut und Robusta als schlecht einzustufen ist falsch. Denn bei weitem nicht jeder Arabica ist gut (Spezialitätenkaffee macht weltweit nur 5% des Angebotes aus, der Rest ist Standardware). Aber tragen wir mal ein paar Fakten zusammen. Ich beschreibe den Regelfall. Ausnahmen sind möglich und wahrscheinlich.

Aussehen

Die Arabica-Bohnen sind grösser und länglicher als die eher runden Robusta-Bohnen. Arabicas haben einen geschwungenen und die Robustas einen geraden Schnitt (Kerbe).

Geschmack

Arabicas schmecken leicht, mild, süsslich, rund, klar und haben eine definierte Säure. Robustas schmecken oftmals erdig, nussig, nach Moder, Leder, Holz. Sie sind sehr kräftig, harsch, bitter und in einer Mischung geschmacklich dominierend. Wer mal bewusst Robusta geschmeckt hat, wird den Geschmack in vielen Kaffeesorten wiedererkennen. In einer Mischung niveliert der Robusta die geschmacklichen Spitzen der Arabica Kaffees.

Inhaltsstoffe

Vor allem zwei Komponenten sind für den Kaffeegeniesser interessant: Das Koffein und die Cholorogensäure (die sich auf den empfindliche Magen auswirken kann). Arabicas enthalten rund die Hälfte des Koffeins der Robusta-Bohnen und die Chlorogensäure ist bei Arabicas um gut 30% reduziert. Im gesamten kann man feststellen, dass Arabica weniger belastend für den Magen ist.

Anbau + Ernte

Carte_coffea_robusta_arabicr = überwiegend Robusta, m = gemischt, a = überwiegend Arabica

Die Arabica Pflanze wächst zwischen 2 und 5 Meter hoch (im Wildwuchs viel höher). Sie benötigt Temperaturen zwischen 15 und 25 °C und eine jährlichen Niederschlagsmenge zwischen 1200 – 2200 mm. Die Anbauhöhe von Arabicas liegt zwischen 600 – 2300 Metern. Durch die klimatischen und geographischen Bedingungen wachsen die Arabicas langsam und entwickeln ausgeprägte, intensive Geschmäcker, Aromen und Süsse. Die Ernte muss sehr aufmerksam, sorgfältig und unter Umständen mehrfach gemacht werden. Reife Bohnen fallen zu Boden und beginnen zu faulen. Die Pflanze ist anfällig für Krankheiten, Schädlinge und klimatische Extreme (z.B. Frost). Neue gepflanzte Arabicas benötigen etwa 7 Jahre bis sie zum ersten Mal richtig geerntet werden können. Der Anbau von Arabicas erfolgt in vielen zentral- und südamerikanischen Ländern, Afrika, Indien, Indonesien und Australien.

Robustas werden kommerziell bis auf eine Höhe von 4 bis 7 Metern Pflanzenhöhe bewirtschaftet. Die Temperaturen bewegen sich für Robusta ideal zwischen 18 und 36 °C. Regenmenge pro Jahr von 2200 – 3000 mm. Robustas ergeben eine ergiebigere und häufigere Ernte als Arabicas. Die Ernte von Robusta ist einfacher, da die reifen Kirschen einfach an den Ästen hängenbleiben. Robusta wird vor allem Vietnam, Indonesien, Indien und Afrika angebaut.

Produktion + Handel

Die ganze Produktion von Robusta ist aus den obgenannten Gründen viel wirtschaftlicher. Hinzu kommen auch solche “banalen” Dinge wie z.B. dass die Aufbereitungsanlagen eher im Flachland stehen als auf 2000 Metern Höhe. Die Robusta-Plantagen sind einfacher zugänglich. Die komplette Logistik ist viel effizienter. Deshalb kostet Robusta-Rohkaffee nur einen Bruchteil von Arabica. Robusta macht momentan ungefähr 25% Prozent der Kaffeeproduktion aus. Der Rest enfällt auf Arabica. Die Kontrakte für Robusta werden an der Londoner Börse gehandelt. Arabica in New York. Leider ist im Handel sehr oft Robusta von schlechter Qualität zu finden. Besonders in Instant-Kaffee und billigen Massenröstungen ist dieser Anteil erheblich. Im Bereich der Spezialitäten-Kaffees ist Robusta kaum existent. Es gibt Projekte in Indien, Ecuador und Brasilien, in denen hochwertige Gourmet-Robustas angebaut und verarbeitet werden. Aber die Projekte verlaufen alle etwas im Sand. Jedenfalls ist davon zurzeit nicht allzuviel Neues und Spannendes zu hören.

Röstung

Je höher die Lagen in der eine Kaffeebohne wächst, umso länger dauert ihre Reifezeit. In dieser Zeit entwickelt die Bohne ihre geschmacklichen Ausprägungen, Säure und Süsse. Die Zellstruktur wird härter und dichter. Härtere Bohnen können mit grösserer Hitze geröstet werden. Bei Robusta würden wir mit wenig Hitze sorgfältig rösten. Dafür dürfen Robustas ruhig etwas dunkler werden. Allerdings tritt schnell ein verbrannter Geschmack auf, der unbedingt vermieden werden sollte.

Aber weshalb wird Robusta verwendet?

Im Vergleich zu Arabica ist der Robusta-Anbau einfacher, verhältnismässig preiswert und bringt mehr Geld für die Kaffeeröster. Der Geschmack des Kaffees wird markanter, fülliger und die Crema auf dem Espresso wird deutlich mehr. In vielen sogenannten “italienischen Barmischungen” wird bis zu 50% Robusta verwendet. In Instant-Kaffees wohl noch mehr. Der Anteil an billigem Robusta wird aufgrund der stark steigenden Arabica-Preisen sicherlich zunehmen. Für die geschmackliche Qualität und Vielfalt des Kaffees ist das nicht zuträglich. Für die Gesundheit des Kaffeegeniessers auch nicht. Wir wünschen uns sehr, dass dort, wo heute Robusta verwendet wird, der Sprung auf bessere Qualitäten vollzogen wird. Den letztendlich arbeiten Menschen für diese Produkte und bei Billigware leidet nicht nur die Qualität sondern auch die dafür hart arbeitenden Leute. Aber solange der Ertrag für die Röstereien und den Handel stimmt und die Kunden ohne zu murren alles trinken was heiss und schwarz ist, wird sicherlich niemand etwas ändern. Warum auch?

Den Robusta allerdings grundsätzlich zu verteufeln wäre auch falsch, da er gerade für die Nutzung im Kaffeevollautomaten viele Vorteile für den Kaffeegeniesser bringt. Deswegen befindet sich im klassischen Schweizer Schümli Kaffee immer ein Teil (max. 20%) Robusta.

Johannes Lacker

P.S.: Der Text stammt grösstenteils aus dem Mai-Newsletter der Kafischmitte in Langnau i.E. und wurde mir von Roger Wittwer freundlicherweise überlassen.

Kaffeevollautomaten – Information für alle Kaffee-Geniesser

Kaffee gehört zu den Lieblingsgetränken der Deutschen, denn wir trinken im Durchschnitt über 150 Liter davon pro Person im Jahr. Kein Wunder also, dass man bei diesem enormen Kaffeegenuss auch darauf bedacht ist, qualitativ hochwertigen Kaffee aus entsprechenden Kaffeemaschinen genießen zu können. Dabei ist das Angebot sehr breit gefächert. Es gibt einfache Filter-Kaffee-Maschinen oder auch richtige Kaffeevollautomaten, die wiederum viele Eigenfunktionen haben, die man dann nutzen kann. Durch einen Kaffeevollautomaten hat man die Möglichkeit zwischen den verschiedenen Arten des Kaffeegenusses zu wählen. Entweder man bevorzugt einen starken Espresso oder man mag lieber einen Cappuccino. Wenn man sich einen Automaten kauft, dann kann man all das geniessen und auch seinen Gästen anbieten. Wie viele und welche Funktionen ein Kaffeeautomat besitzt, dass spiegelt sich oftmals auch im Preisniveau wieder. Um darüber Aufschluss zu erhalten wird man bei kaffeevollautomat-tests.de eingehend darüber informiert. Es gibt jedoch Preisunterschiede von 200,00 Euro bis zu 1.000 Euro. Und auch bei diesen 1.000 Euro ist noch lange nicht Schluss. Hochwertige Kaffeeautomaten kosten bis zu 1.900 Euro.

Kaffeevollautomat von NIVONA

Kaffeevollautomat von NIVONA

Die Filtermaschine oder doch lieber ein Automat?

Für welches dieser beiden Geräte man sich entscheidet, hängt von einigen Faktoren ab. Natürlich steht im Vordergrund die Frage, welchen Nutzen man sich von dem Gerät erhofft. Dann spielt auch der eigene finanzielle Rahmen eine nicht unerhebliche Rolle bei dieser Entscheidung. Dabei spielte es eine große Rolle wie lange der Kaffee tatsächlich mit dem Wasser in Berührung gekommen ist, denn das spiegelt sich auch im Geschmack deutlich wieder. Bei einer Filtermaschine wird durch den längeren Kontakt mit dem Wasser oftmals ein bitterer Geschmack erzeugt, der dann auch häufig unangenehm ist. Das liegt daran, dass bei dieser Kaffeebrühmethode Gerbstoffe und Bitterstoffe frei gesetzt werden, die man eben auch schmecken kann. Beim Kaffeeautomaten besteht diese Problematik nicht. Denn hier wird der Kaffee mit einem Druck von 7,5-9 bar erzeugt was den eigentlichen Brühvorgang auf 30 Sekunden verkürzt. Gleichzeitig werden durch diesen Druck zusätzliche Aromen und Öle freigesetzt die dem Kaffee einen viel aromatischeren Geschmack verleihen. Das ist sicher eine der Gründe dafür, dass Kaffeeautomaten sich immer wachsender Beliebtheit erfreuen und schon lange nicht mehr nur in der Gastronomie zum Einsatz kommen.

Die Nachteile der Filterkaffeemaschine kann man aber auch durch das Kaffeefiltern per Hand ausgleichen. Filterkaffee erlebt mittlerweile eine Renaissance bei Kaffeefans. Gerade die sogenannten Third Wave-Kaffeebars machen sich um den Filterkaffee verdient.

Qualität des Kaffees

Aber wie beim Filterkaffee gibt es beim Kaffeevollautomaten zusätzlich einige Faktoren, welche die Qualität des Kaffees maßgeblich beeinflussen. Hierzu zählt das Mahlwerk der Maschine. Denn je nachdem wieviel Kaffeemehl verwendet wird, wirkt sich das auch auf den Geschmack aus. Der Milchschäumer spielt eine große Rolle, denn je besser dessen Qualität ist, desto besser werden auch die Aromen im Kaffee gehalten. Zudem hat man noch die Möglichkeit zwischen Touchscreen oder Tasten zu wählen, je nachdem was einem persönlich besser zusagt.

Wie gesagt, die Auswahlt ist groß. Neben den Testberichten, die sich im Internet finden, sollte man sich beim lokalen Fachhandel intensiv beraten lassen, wenn man den Kauf eines Kaffeevollautomaten plant.

Johannes Lacker

Tropical Mountains: Single Finca Kaffee aus Peru

Die Schweizer Kaffeeszene ist mittlerweile sehr aktiv. Es entstehen immer mehr kleine Kaffeeröstereien und Kaffeebars, die sich dem hochwertigen Kaffee und dessen Zubereitung widmen.

Einer, der sich dem Anbau exklusiven Kaffees widmet ist Thomas Schwegler aus Küsnacht im Kanton Zürich. Zusammen mit seiner Frau Gisella betreibt er in Zentral-Peru auf 640.000m² eine Kaffee-Finca. Dort wachsen über 300.000 Arabica-Kaffeepflanzen auf einer Höhe von 1.600 m.ü.M.

Logo Tropical Mountains KaffeeBesonders wichtig ist Thomas Schwegler dabei der nachhaltige, resourcenschonende Anbau seines Kaffees und die fairen Arbeitsbedingungen seiner Mitarbeiter.  “Ein Kaffee, der die Kunden nicht nervös machen soll.” – so formuliert es Thomas Schwegler.

Als Wirtschaftsstudent an der FH in Winterthur zog es Schwegler nach Südamerika, wo er bei verschiedenen Tätigkeiten auch den Kaffeeanbau kennenlernte. Hier musste er feststellen, wieviel Arbeit hinter den Kaffeebohnen steckt, bis sie beim Verbraucher in der Schweiz landen. 2006 machte Thomas Schwegler sich selbstständig, um mit Kaffee zu handeln. Damals bot er Kleinbauern in Peru die Möglichkeit, deren Kaffee direkt zu exportieren. Zwei Jahre später ergriff Schwegler die Chance, seinen eigenen Kaffee anzubauen. Zusammen mit seiner peruanischen Frau und seinem Schwager übernahm er eine Kaffeeplantage im peruanischen Chanchanmayo.

Thomas Schwegler beim Pflücken seines Kaffees

Thomas Schwegler beim Pflücken seines Kaffees

Seit 2014 verkauft er nun nicht nur seinen Rohkaffee, sondern röstet ihn in der Schweiz selbst. Mit der Rösterei Real-Kaffee in Uznach SG hat er einen kompetenten Partner gefunden, der seine Rohkaffeebohnen zu einem sehr ungewöhnlichen Röstkaffee verwandelt. Eine Süsse, die sehr an Milchschokolade erinnert, überzeugt schon beim ersten Nippen an der Tasse. Dazu kommen Aromen von Walnuss und Mocca. Die Röstung entspricht der für Café Crème (Schümli) und Espresso.

Ich freue mich sehr, diesen Kaffee jetzt im Kaffi Schopp – Sortiment zu haben, da er mir persönlich sehr gut schmeckt und die schokoladige Süsse von einer feinen Säure begleitet wird, ohne dabei fruchtig zu werden. Obwohl der Trend aktuell zu fruchtigen Kaffees geht, mögen viele Kaffeetrinker diese Aromen im Kaffee eher nicht.

Mir persönlich ist es dabei auch sehr wichtig, dass hinter dem Kaffee nicht nur wirtschaftliche Interessen stecken, sondern ein Philosophie. Und die kommuniziert Thomas Schwegler direkt auf der Rückseite seiner Kaffeepackungen:

Die Werte von Thomas Schwegler auf der Rückseite des Kaffeebeutels

Übrigens: Single Finca Kaffee bedeutet, dass die Bohnen dieses Kaffees von einer bestimmten Kaffee-Finca kommen und für den Kunden eben genau bis dorthin zurückverfolgbar sind. Häufig liest man auch Single Estate Coffee, was der englischen Bezeichnung entspricht.

Mein Fazit: Ein Kaffee den Sie probieren sollten!

Johannes Lacker

PS: Hier noch ein interessanter Artikel im Zürcher Tages Anzeiger zur Kooperation der Schweiz mit Peru, um dort eine bessere Kaffeeernte zu ermöglichen.

Steigende Kaffeepreise – Horror oder Segen?

In den vergangenen Tagen konnte man in der (Schweizer) Presse lesen, dass die Kaffeepreise für den Konsumenten wieder steigen werden. Hintergrund wäre vor allem die schlechte Ernte in Brasilien.

Der interessierte Kaffeetrinker beobachten schon seit Monaten ein ständiges Auf und Ab der Kaffeepreise. Erst vor Kurzem hat Aldi den Kaffeepreis gesenkt, jetzt scheint sich der Kaffeepreis jedoch wieder nach oben zu bewegen.

Roger Wittwer, Inhaber und Röstchef der Kafischmitte in Langnau im Emmental hat dazu nun einen Artikel für seinen Newsletter geschrieben, den wir hier freundlicherweise übernehmen dürfen. Wir tun dies sehr gerne, da er sehr deutlich Licht hinter das Dunkel der Kaffeepreisbildung bringt:

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Die steigenden Kaffeepreise beschäftigen derzeit die Kaffeebranche und die Konsumenten. Medien berichten teils mehr subjektiv als objektiv. Die Artikel schwanken zwischen dem angeblichen Horrorszenario vom explodierenden Kaffeepreis bis zu dessen erfreulichen Rückgang. Niemand weiss eigentlich was passiert. Regnet es in Brasilien die nächsten Wochen, dann wird das wahrscheinlich Entspannung bringen auf dem Kaffeemarkt. Wenn kein Regen fällt, dann sind wir alle arm dran, weil der Kaffeepreis steigt (jedenfalls wenn man den Medien und Experten glaubt).

Die Frage ist aber: Wie schlecht sind steigende Einkaufspreise bei Kaffee wirklich? Und für wen sind sie schlecht? Profitieren die Konsumenten am Ende gar von steigenden Preisen? Finden wir’s raus!

Standardkaffee oder Spezialitätenkaffee?

Der Handel mit Kaffee ist bisweilen sehr theoretisch und für den Kaffeegeniesser nur schwer nachvollziehbar. Der allergrösste Teil der weltweit gehandelten Kaffees sind Standardkaffees (sogenannte Commercial Coffees, oftmals schlicht Commodities genannt). Der restliche kleine Teil ist Spezialitätenkaffee. Transparenz im Kaffeehandel existiert so gut wie gar nicht. Wenn überhaupt, dann eigentlich nur im winzigen Spezialitätenkaffee-Segment. Schauen wir doch mal, wie die beiden Handelsmodelle so aussehen:

Börsenpreis des Standardkaffees der letzten Jahre

Börsenpreis des Standardkaffees der letzten Jahre

So wird Standardkaffee gehandelt:
Kaffee wird als Rohstoff an verschiedenen Börsen gehandelt. Der Einfachheit beziehen wir uns nur auf Arabica-Kaffee und die New Yorker Börse. Meist kaufen Händler Kaffee basierend auf dem Börsenpreis. (siehe Grafik oben). Hinzu kommt manchmal noch ein Zuschlag, welcher ein paar US Cent pro lb (453 Gramm) beträgt. Beispiel: Fairtrade Standards definieren ein Zuschlag (Differential zzgl. zum Kaufpreis) von 30 US Cent/lb für zertifizierten organisch angebauten Kaffee. Ist der Börsenpreis hoch, dann bekommen die Bauern mehr Geld und entsprechend weniger, wenn der Preis tief ist. Der Börsenpreis hat sich in den letzten Jahren ziemlich absurd bewegt. Er stieg im 2011 auf die 34-jährige Rekordmarke von über 3 USD/lb nur um dann im 2013 auf quasi 1 USD/lb abzustürzen und sich nun wieder auf knapp 2 USD/lb zu steigern. Es sind primär Spekulationen, die diesen Preis bestimmen. Basierend auf der Hoffnung vom einfachen Geld und nur wenig wegen Angebot und Nachfrage des Rohstoffes. Aktuell wird erzählt, dass uns aufgrund einer grossen Dürre in Brasilien eine Kaffeeknappheit bevorsteht. Deshalb gehen die Preise in die Höhe. Jeder darf glauben was er will. Wir denken nicht, dass dies der einzige Grund für diese massiven Preisschwankungen ist. Es ist immer interessant zu sehen, dass die grösseren Unternehmen (Detailhändler, Röster etc.) ihre Kaffee-Verkaufspreise hochschrauben wenn der Börsenpreis des Kaffees steigt. Manchmal sinkt der Kaffeepreis auch wieder wenn der Börsenpreis abstürzt. Dann aber gleich begleitet mit grossen Marketingmassnahmen nach dem Motto „Tue Gutes und sprich darüber“.

So wird Spezialitätenkaffee gehandelt:
Spezialitätenkaffee stützt sich nur bedingt auf den Börsenpreis. Manchmal werden einfach deutlich grössere Zuschläge auf den Börsenpreis gewährt oder aber auch völlig frei gehandelt. Wir handeln mit der KAFISCHMITTE mittlerweile über 90% unserer Kaffees direkt. Den Börsenpreis ignorieren wir komplett. Vielmehr bezahlen wir einen Preis basierend auf Produktionskosten, Kaffeequalität, Verpackungsart, Aufbereitungsart, Dauer der Beziehung mit dem Bauer etc. Der Kaffeebauer erhält von uns ein mehrfaches des Börsen- oder Fairtrade-Preises (diese beiden Preise sind heute weitgehend identisch). Andere europäische Spezialitätenröster pflegen ein ähnliches Handelsmodell. Die meisten jedoch gehen den weniger steinigen Weg und kaufen einfach, was die Händler anbieten. Diese Röster vertrauen darauf, dass diese Händler die Bauern schon einigermassen fair bezahlen werden…

Arnold Paz und seine Familie; unser Freund und Kaffeebauer in Honduras

Arnold Paz und seine Familie; unser Freund und Kaffeebauer in HondurasIm Klartext: Was verdient der Kaffeebauer?

Im Klartext: Was verdient der Kaffeebauer?

Im Mai 2013 durfte ich an Cup of Excellence in Honduras teilnehmen und dabei die besten Kaffees des Landes auswählen und prämieren. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch gleich unseren Freund und Kaffeebauer Arnold Paz, seine Familie und Finca San José besucht. Wir kaufen seit mehreren Jahren von ihm das Microlot El Volcan. Gemeinsam mit Arnold haben wir durchgerechnet und verglichen, was ein Kaffeebauer im Bereich des Standardkaffees im Gegensatz zu einem Spezialitäten-Kaffeeproduzent verdient. Damals lag der Börsenpreis bei 1.42 USD/lb. Bei Spezialitätenkaffee sind wir von einem Durchschnitt von 3 USD/lb ausgegangen. Für die KAFISCHMITTE sind 3 USD/lb zu tief. Wir bezahlen im Schnitt zwischen 4.50 – 6.00 USD/lb an die befreundeten Kaffeebauern. Aber den Durchschnitt für einen günstigen Kaffee im Spezialitätenkaffee-Segment trifft es recht gut.

Hier ist das Originalbild von Arnold (er zeichnet und schreibt gerne :-). Auf der linken Seite der Kaffeebauer, der Standardkaffee verkauft und rechts derjenige, der Spezialitätenkaffee verkauft:

Kaffeepreis-Vergleich von Arnold Paz

So weit so gut. Nun schlüsseln wir das etwas auf, damit wir alle dasselbe verstehen:

Dasselbe wie auf Arnolds Zeichnung aber mit Erläuterungen ergänzt

Dasselbe wie auf Arnolds Zeichnung aber mit Erläuterungen ergänzt

Was lernen wir daraus?

Wenn ein Kaffeebauer in Honduras seine Ernte für den Börsenpreis verkauft (in dem Fall 142 US Cents/lb), dann macht er pro Kilo einen Verlust von knapp 83 US Cents, was ziemlich massiv ist. Wenn der Spezialitätenkaffee-Bauer hingegen für 3 USD seinen Kaffee verkaufen kann, dann macht er pro Kilo einen Gewinn von 88 US Cents. Wohlgemerkt: 3 USD entsprechen dem doppelten Preis der heutigen Fair Trade Standards wie sie z.B. Max Havelaar bezahlt. Der Standard-Kaffeebauer wird nun entweder den Kaffeeanbau aufgeben oder die Produktionskosten senken. Die Produktionskosten sind der einzige Faktor, den er beeinflussen kann. Also wird er die Löhne der Pflücker drücken, schneller (und schlechter) Ernten, weniger Pflege, etc. Der Spezialitäten-Kaffeebauer hingegen wird motiviert sein noch bessere Preise zu erzielen. Dazu wird er die besten Pflücker beschäftigen und diese fair bezahlen, die Bäume besser pflegen etc.

Noch ist aber nicht alles rosig: Ein Kilo Kaffee, wird von Arnold und seinen Leuten von der Ernte bis zur vollständigen Verschiffung ca. 5 Monate verarbeitet. In Handarbeit und persönlich wird der Kaffee geerntet, sortiert, überwacht, kontrolliert, gewendet, umgefüllt, geliefert, verpackt. Das verdient deutlich mehr als einen Gewinn von 88 US Cents.

Was heisst das auf Konsumentenseite? z.B. hier in der Schweiz? Man müsste CHF 1.50 mehr pro Kilo Kaffee bezahlen um diesen Spezialitätenkaffee im Beispiel von Arnold zu finanzieren. In der Regel entspricht ein Kilo Kaffee dem Monatsverbrauch in einem Haushalt, dessen Mitglieder 4 Tassen Kaffee pro Tag trinken. Jede Tasse Kaffee, die wir trinken würde dabei um 1 Rappen teurer werden. Dafür bekommen wir dann aber Spezialitätenkaffee, der auch nach was schmeckt und dessen Preis deutlich über den gängigen Fairtrade-Modellen liegt. Die Kaffeebauern erzielen ein Einkommen und sind motiviert auch weiterhin Kaffee anzubauen.

Also was ist uns Kaffee Wert? Wie schlimm sind steigende Kaffeepreise wirklich? Für uns Konsumenten hier in der Schweiz kosten erhöhte Rohkaffeepreise (gemessen an einem durchschnittlichen Haushaltseinkommen) so gut wie nichts (sorry für diese subjektive Pauschalisierung). Persönlich freue ich mich über steigende Rohkaffeepreise, denn für den Kaffeebauer bedeuten sie ein „normales“ Leben mit Freude am Kaffeeanbau und einer Option für die kommenden Generationen. Also freuen wir uns doch einfach mit den Kaffeebauern gemeinsam. Sie haben es nämlich verdient.

Coffee-HarvestingWenn Sie es tatsächlich bis hierhin geschafft haben, dann danke ich Ihnen ganz herzlich. Diese Materie interssiert sie offensichtlich und ich hoffe etwas Licht ins Dunkel des Kaffeehandels gebracht zu haben.

Geniessen Sie Ihren Kaffee. Ich bin sicher, er ist jeden Rappen wert.

Roger Wittwer

Dem schließe ich mich vollends an. Aber wie sehen Sie das Thema? Was sind Sie bereit für ein Kilo Kaffee auszugeben? Und wie stehen Sie zum Thema Fair Trade Kaffee bzw. Direct Trade?

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag mit dem braunen Gold

Johannes Lacker

Was macht einen guten Kaffeevollautomaten aus und was erwartet mich mit so einem Profigerät daheim?

Kaffeevollautomaten sind in aller Munde und auf dem Markt unzählige erhältlich, doch wo genau liegen im einzelnen die Unterschiede zwischen den Modellen, außer natürlich im Preis? Ist teuer immer auch gleich besser und ein Zeichen für wirkliche Qualität, oder reicht es nicht auch aus eine im mittleren Preissegment zu wählen oder gar ein günstiges Sonderangebot? Welche Funktionen haben Kaffeevollautomaten üblicherweise eigentlich und werden davon tatsächlich alle benötigt?

Eine Standardfunktion sollte ein Kaffeevollautomat besitzen, denn sie macht einen Vollautomaten erst zum Vollautomaten. Der deutlichste Unterschied eines Kaffeevollautomaten zu einer herkömmlichen Kaffeemaschine ist der, dass beim Vollautomaten die Kaffeebohnen frisch gemahlen und das Kaffeepulver anschließend in einer Brühkammer gestampft und gebrüht wird. Damit der Kaffee dann auch genauso schmeckt, wie es gewünscht wird, kann man als Anwender über eine Steuerung das Flüssigkeitsvolumen, welches abgegeben werden soll, selbst bestimmen.

KaffeevollautomatEine weitere Standardfunktion, die eigentlich in jedem Kaffeevollautomat integriert ist, ist die Aufschäumdüse, um heißes Wasser oder Wasserdampf zu produzieren. Für diese Funktion besitzt jeder Kaffeevollautomat ein Reservoir, aus dem das Wasser durch einen kleinen Boiler geführt und dort auf die gewünschte Temperatur erhitzt wird.

Diese beiden Funktionen sind Standard für alle Kaffeevollautomaten. Üblicherweise finden sich in den einzelnen Geräten aber noch weitere, zusätzliche Funktionen. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er diese Funktionen tatsächlich benötigt, denn jedes dieser Extras treibt den Preis des Automaten schlussendlich weiter in die Höhe.

Diese gängigen zusätzlichen Funktionen gibt es:

Der Bypass Dosierer: Diese sehr praktische Funktion erlaubt es dem Anwender auch einmal eine andere Kaffeesorte auszuprobieren, obwohl der Bohnenbehälter voll ist. Falls beispielsweise unangemeldeter Besuch kommt, der vielleicht kein Koffein verträgt, kann koffeinfreies Kaffeepulver in den Bypass Dosierer gefüllt und gebrüht werden. Oder man hat gerade Lust auf Cappuccino statt Kaffee, auch dann geht das trotz vollem Bohnenbehälter, aber Vorsicht, der Bypass Dosierer darf meist ausschließlich mit Pulver und nicht mit ganzen Bohnen befüllt werden.

Das duale Heizsystem: Diese Funktion ist für Anwender hilfreich, die keine Zeit haben, ein paar Sekunden auf ihren Latte Macchiato oder Cappuccino zu warten. Normale Kaffeevollautomaten besitzen Thermoblock Heizelemente, die eine gewisse Zeit benötigen, um kleine Mengen Wasser durchzuziehen und sie von der Brüh- auf die Aufschäumtemperatur aufzuheizen. Dieser Vorgang dauert in der Regel etwa 43 Sekunden und kann durch duale Heizelemente umgangen werden.

Das digitale Display: Diese Funktion hat gegenüber den üblichen Indikatorlämpchen einige nützliche Vorteile. Während die einfachen Lämpchen nur darauf hinweisen, dass Wasser oder Kaffeebohnen nachgefüllt werden müssen, geht das digitale Display ins Detail. Es zeigt beispielsweise an, welches Kaffeevolumen gerade zubereitet wird, wie viele Tassen Kaffee an diesem Tag oder sogar komplett bereits zubereitet wurden und weist auf jeden einzelnen Schritt, der noch getan werden muss, hin.

Die Vormahl- und Vorbrühfunktionen: Während das Pre-Grinding (Vormahlen) nur der Zeitersparnis dient, verbessert das Pre-Brewing (Vorbrühen) den Geschmack. Beim Pre-Grinding werden bereits die Bohnen für den nächsten Vorgang gemahlen, während noch andere Getränke zubereitet werden und beim Pre-Brewing wird das Kaffeepulver vor dem Brühen angefeuchtet und einige Sekunden eingeweicht.

Die Temperaturkontrolle: Sie erlaubt es, die Temperatur für den Kaffee, Espresso und Co. speziell einzustellen und entweder zu erhöhen oder herabzusetzen.

Der Tassenwärmer: Hiermit wird die Abstellfläche der Tasse beheizt und somit die Tasse selbst vorgewärmt. So kühlt der Kaffee in der Tasse nicht so schnell ab.

Die Druckkontrolle: Mit dieser lässt sich der Ausgangsdruck am Vollautomaten je nach Bedarf und Geschmack regeln. Aufgrund des hohen Dampfdrucks, der während des Brühvorgangs entsteht, sind diese Kaffeegetränke besonders bekömmlich und aromatisch. Der hohe Dampfdruck ermöglicht es, dass unerwünschte Gerb- und Bitterstoffe in den Kaffee gelangen. Diese verbleiben größtenteils im Kaffeesatz, der nach dem Brühvorgang automatisch in einen Auffangbehälter geworfen wird. Die meisten Aromastoffe werden allerdings vom heißen Dampf unter Druck gelöst, und können sich dann im Kaffee frei entfalten.

Ein Kaffeevollautomat bietet seinem Besitzer umfangreiche Möglichkeiten, einen aromatischen und gesundheitlich unbedenklichen Kaffee brühen zu können, der ganz individuell die eigenen Geschmacksbedürfnisse erfüllt.

Der Wasseranschluss: Spezielle Modelle können durch eine Direktleitung mit dem häuslichen Wassersystem verbunden werden. Das mitunter lästige Nachfüllen des Wassertanks entfällt dadurch. Der Direktanschluss eignet sich daher besonders für Gastrobetriebe oder Firmengeräte in Mitarbeiterkantinen.
Zusätzlich werden Verkalkungen und Verschmutzungen im Wassertank gering gehalten, weil das Wasser nie über einen längeren Zeitraum stillsteht und auch keinen Kontakt zur Raumluft bekommen kann. Selbstverständlich schützt dieser Umstand nicht vor regelmäßiger Wartung.

Kauf eines Vollautomaten

Wenn Sie ein wahrer Fan von frischem und qualitativ hochwertigem und diesen häufig trinken, macht für Sie die Anschaffung eines Kaffee-Vollautomaten Sinn.

Die Bedienung ist denkbar einfach, wenn man sich erst einmal mit den Funktionsweisen des Gerätes vertraut gemacht hat. Allerdings müssen Sie dafür auch kein komplettes Barista-Studium hinter sich bringen. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem perfekten Espresso nicht halb soviel handwerkliches Geschick wie allgemein angenommen wird. Technische Ausstattung ist deutlich wichtiger.

Ist der Kaffeevollautomat eingeschaltet und auf Betriebstemperatur, reicht ein Knopfdruck aus und der Kaffee wird frisch, in der gewünschten Qualität, zubereitet. Alle weiteren Einstellungen richten sich an erfahrene und experimentierfreudige Anwender.

Je größer der Haushalt, desto mehr Kaffee wird getrunken. Ein Kaffeeautomat gewährleistet, dass jedes Familienmitglied seinen Kaffee immer frisch und heiß zubereiten kann. Ein richtig guter Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato hat in jedem Café seinen Preis. Wer von diesen Köstlichkeiten einfach nicht genug bekommen kann und sie auch bequem Zuhause trinken möchte, sollte sich daher auf jeden Fall die Anschaffung eines Kaffeevollautomaten überlegen. Derartige Geschmackserlebnisse können mit anderen Brühtechniken und Kaffeemaschinen nur schlecht oder mit dem nötigen Fachwissen gezaubert werden. Es ist daher schlauer, nicht immer dem Original hinterherzulaufen, sondern sich den Luxus zu gönnen diesen selber brühen zu können.
Wenn Sie die Anschaffung eines Vollautomaten also nicht als reinen Luxus ansehen, ihn nicht nur kaufen möchten da er sich in Ihrer Küche gut macht und Sie den Preis locker verschmerzen können, dann macht ein solcher Erwerb Sinn, wenn in Ihrem Haushalt viel Kaffee getrunken wird. Im Schnitt sind Bohnen etwa nur ein Viertel so teuer wie PADs oder gar Kapseln, bieten aber zugleich einen viel besseren und individuellen Geschmack.

Richtig zufrieden sein werden Sie mit einem Kaffeevollautomaten nur dann, wenn Sie sich vor dem Kauf darüber im Klaren werden, was Sie eigentlich genau von einer Kaffeemaschine erwarteten und wie Sie diese in Zukunft nutzen möchten.
Es ist daher wichtig, dass man sich im Vorfeld informiert, welche unterschiedlichen Modelle im Handel angeboten werden (einige haben wir hier schon mal vorgestellt). Am besten macht man sich eine Liste, die die persönlichen Bedürfnisse mit einschließt. Einen Überblick über viele Modelle und umfangreiche Testergebnisse finden Sie auf Kaffeevollautomat-test.com.

1. Sind Sie eher der Milchkaffee- und Espresso-, oder doch eher der Latte Macchiatto- und Cappuccinotyp?

Sollten Sie zu den letzten beiden Ausführungen gehören, achten Sie auf den integrierten Milchaufschäumer. Sollten Sie sich in den ersten beiden wiederfinden, können Sie durchaus auf das Feature verzichten.

2. Trinken Sie eher aus großen oder aus kleinen Tassen?

Die Aufstellhöhe für Tassen variiert ganz erheblich von Automat zu Automat. Achten Sie auf eine für Sie passende Höhe, insbesondere wenn Sie gerne große Becher und Tassen verwenden.

3. Legen Sie Wert auf vorgewärmte Tassen?

Einige Automaten bieten eine Art Heizung für Tassen an. Hiermit lässt sich nicht nur ein Abkühlen des Tasseninhalts verhindern, sondern auch bei bestimmten Kaffeespezialitäten für eine stabilere Crema und stabileren Milchschaum.

4. Wie viele Tassen trinken Sie am Tag, wie viele werden in Ihrem Haushalt, in Ihrem Büro konsumiert?

Da frisch gemahlener Bohnenkaffee gegenüber Portion-Systemen bis zu vier Mal billiger ist, lohnt sich ein Kaffeevollautomat schon ab 2-3 Tassen täglich.

5. Haben Sie überhaupt Platz für einen Vollautomaten?

Auch wenn einfache und günstige Vollautomaten nicht den Platz eines professionellen Vollautomaten einnehmen, sind auch Sie noch immer vergleichsweise sperrig und schwer. Der Druck im Gerät muss schließlich auch durch das Gerät selber abgefangen werden können. Bedenken Sie auch, Ihren Vollautomaten so aufstellen zu können, dass er leicht zugänglich für Wartung und Reinigung, sowie für das Nachfüllen von Wasser und Bohnen ist.

Reinigung und Wartung

Kaffeevollautomaten sind wie jedes andere hochwertige und spezialisierte Gerät anspruchsvoll. Sie funktionieren nur dann gut, wenn man sie auch hegt und pflegt. Wenn Sie sich einen Kaffeevollautomaten anschaffen wollen, sollten Sie sich darüber im klaren sein. Der Aufwand ist im Vergleich zu einer handelsüblichen Kaffeemaschine deutlich erhöht. Regelmäßige, gründliche Reinigung und Entkalkung sind bei Kaffeevollautomaten von entscheidender Wichtigkeit. Sie sind nicht nur aus hygienischen Gründen unerlässlich, sie verlängern auch die Lebenserwartung enorm.
Die meisten Geräte zeigen ihren Besitzern an, wann eine Reinigung oder Entkalkung fällig ist. Viele Maschinen lassen sich erst wieder wie gewohnt gebrauchen, wenn das notwendige Programm durchgeführt wurde.
Bei Kaffeevollautomaten bezieht sich Reinigung einerseits auf die Säuberung von Teilen (wie der Brühgruppe oder des Mahlwerks), andererseits auf die Verkalkung.

In Kaffeebohnen sind Fette enthalten, die sich in den Bauteilen der Maschine absetzen und diese verkleben können. Maschinen, die nicht regelmässig gereinigt werden, arbeiten schwergängiger und es kann zu Defekten kommen. Die Rückstände des Kaffeemehls können aber auch schimmeln und den Kaffee ungenießbar machen. Es ist daher wichtig, Reinigungsarbeiten in strikter Regelmässigkeit durchzuführen.

Bei der Entkalkung werden alle Teile der Maschine, die mit Wasser in Berührung kommen von Kalkrückständen befreit. Bei sehr kalkhaltigem Wasser muss die Entkalkung möglicherweise öfter durchgeführt werden, als die Maschine anzeigt. Die meisten Kaffeevollautomaten besitzen ein Tassenzählwerk, bei dem die notwendigen Wartungsintervalle vorgegeben sind. Aber nicht bei jeder Maschine besteht die Möglichkeit, Wartungsintervalle an die individuelle Wasserhärte anzupassen.

In den meisten Fällen sind die Entkalkungs- und Reinigungsarbeiten einfach und auch von Laien durchführbar. Viele Hersteller bieten die passenden Reinigungs- und Entkalkungsmittel in ihrem Sortiment mit an.
Diese werden dann einfach nach Gebrauchsanweisung in die Maschine gegeben und die jeweiligen Reinigungs- oder Entkalkungsprogramme laufen automatisiert ab.

Nach der Beendigung des jeweiligen Programms ist es ratsam, einige Brühdurchgänge mit klarem Wasser durchzuführen, damit auch wirklich alle Rückstände der Reinigungssubstanzen aus der Maschine herausgespült werden können.

Bei der Auswahl der Reinigungsmittel sollte man sich in jedem Fall auf die Herstellerangaben stützen. Nur bei zugelassenen Reinigungsmitteln ist gewährleistet, dass keine wichtigen Maschinenteile oder Dichtungen angegriffen und zerstört werden. Wer bei den Reinigungsmitteln spart, spart meistens am falschen Ort, da bei nachfolgend auftretenden Schäden keine Gewährleistung übernommen wird.

Die Reinigung der Brühgruppe und des Kaffeeauffangbehälters unterliegt nur der Verantwortung des Besitzers. Die meisten Kaffeevollautomaten zeigen zwar an, wenn der Kaffeeauffangbehälter voll ist oder die Brühgruppe verunreinigt, soweit sollte man es aber nie kommen lassen.

Viele Brühgruppen lassen sich mit einem einfachen Handgriff aus der Maschine entfernen und können dann mit lauwarmem Wasser abgespült werden. Mit den Kaffeeauffangbehältern kann man ähnlich verfahren.

Besonders wichtig ist die Reinigung vor langer Abwesenheit. Kaffeevollautomaten, in denen sich leichte Verschmutzungen angesammelt haben, funktionieren bei stetiger Benutzung einwandfrei. Allerdings, werden diese Geräte über Wochen hinweg nicht benutzt, können diese Verunreinigungen verkrusten und regelrecht aushärten.

Dadurch kann es vorkommen, dass der geliebte Kaffeevollautomat nach einem ausgiebigen Urlaub funktionsuntüchtig ist. Es ist daher besser, wenn man vor der Abreise Brühgruppe und den Tresterbehälter aus der Maschine entfernt, unter laufendem, warmen Wasser reinigt und erst nach dem Urlaub wieder einbaut.

Die Unterhalts- und Wartungskosten können je nach Hersteller stark variieren. Vor dem Kauf sollte man sich daher erkundigen:

  • Wie hoch sind die Kosten für empfohlenen Reinigungs- und Entkalkungsprodukte.
  • Wie oft sollte die Wartung durchgeführt werden und wie lauten die Herstellerangaben.

Persönliche Erfahrungsberichte und nachvollziehbare Testergebnisse können dabei sehr hilfreich sein. Wichtig ist, für den Fall der Fälle, auch die Lieferbarkeit von Ersatzteilen.

Die Kosten hängen natürlich auch von der Häufigkeit der Nutzung ab. Damit dem Kaffeevollautomat des Vertrauens eine lange Lebensdauer beschert wird, sollte nicht nur auf die Wasserqualität, sondern auch auf die verwendete Kaffeesorte geachtet werden. Manche Röstungen beinhalten mehr Fette, andere weniger. Wir empfehlen den typischen Schweizer Schümli Kaffee. Besonders fettreiche Kaffeesorten hinterlassen mehr Rückstände. Die Abstände zwischen den erforderlichen Reinigungen sollten entsprechend dieser Parameter angepasst werden.

Ein Kaffeevollautomat wird mit ganzen Kaffeebohnen gefüllt, teure Kaffeepads oder -kapseln, die den Tassenpreis in die Höhe treiben, sind nicht notwendig. Die Mehrkosten, die bei der Anschaffung eines Kaffeevollautomaten anfallen, amortisieren sich im Laufe der Zeit, da beim Kaffeebohnenkauf gespart werden kann.

Johannes Lacker

Italienische Rostbohnenheißgetränke für den Hausbrauer

Ob und im Frühjahr, Herbst oder Winter, aber insbesondere im Sommer erfreuen sich Heißgetränke aus italienischer Tradition größter Beliebtheit. Jeden Tag genießen viele Deutsche in Cafés, Bars und Restaurants ihren Espresso, Latte Macchiato und Cappuccino. Aber warum sollten Sie sich dies nicht auch daheim in Küche, Wohnzimmer, auf der Terrasse oder dem Balkon gönnen? Die Preise für Espressomaschinen sinken immer weiter, je größer das Interesse und die Kaufbereitschaft sind. Längst muss man auch für eine echte Profimaschine keine Preise mehr jenseits der tausend Euro bezahlen. Da Otto.de derzeit für Espresso- und Kaffeemaschinen nicht nur Rabatte, sondern auch eine Zahlungspause für 100 Tage bei einer Lieferzeit von 24 anbietet, haben wir uns für Sie einmal mit den beliebtesten Geräten auseinander gesetzt. Egal ob Sie nun Purist oder PAD Fan sind, fündig werden Sie hier auf jeden Fall und unendlichem Espressogenuss in den eigenen vier Wänden sind keine Grenzen mehr gesetzt.

Platz 1.: DeLonghi Kombimaschine BCO 410

Die De’Longhi Kombimaschine BCO 410 überzeugt nicht nur durch ihr kompaktes Design, ihre qualitativ hochwertige Verarbeitung sonder auch durch ihre vielseitigen Komfortfunktionen. Unter anderem verfügt sie über ein Cappuccino-System, das Dampf, Luft und Milch zur Herstellung eines perfekten Milchkaffees oder Cappuccinos vermischt aber es ist auch ohne weiteres möglich, mit der De’Longhi BCO 410 ganz „normalen“ Kaffee zu brühen.

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Für den einfachen Einsatz in wirklich jeder Küche wurde die De’Longhi BCO 410 so entworfen, dass sie komplett frontal bedienbar ist. Ob Sie nun Wasser, Kaffeepulver oder Espressopulver nachfüllen möchten, niemals müssen Sie die Maschine hervorziehen und von oben her bedienen. Zur Befüllung des Wassertanks können Sie diesen natürlich herausnehmen und beschleunigt unter dem Wasserkran oder mit gefiltertem Wasser befüllen, notwendig ist dieser Handgriff jedoch nicht.
Das Cappuccino-System der De’Longhi BCO 410 zeichnet sich durch die Verwendung einer speziellen Beschichtung, einer besonders leicht zu handhabenden Anordnung der einzelnen Stationen und einem ansprechenden Design aus. Nie war der Weg zu cremigem Milchschaum leichter.
De’Longhi hat die BCO 410 nicht für Freunde des puristischen Siebträgersystems entworfen, die Maschine lässt mit nur einem Handgriff und einem mitgelieferten Einsatz auch auf das bekannte E.S.E. PAD-System umrüsten.
Die Kaffeestation verfügt über eine Warmhalteplatte und die Kaffeekanne verfügt über ein Fassungsvermögen von 10 Tassen. Wie von einem Gerät aus De’Longhis Profischmiede zu erwarten, verfügt die De’Longhi BCO 410 natürlich über eine Abstellfläche für Tassen. Nicht umsonst liegt sie derzeit auf Platz Eins unter den Topsellern.

Platz 2.: Beem Espressomaschine Espresso Perfect Crema Plus

Die Espresso Perfect Crema Plus von Beem ist eine klassische Espresso Maschine mit 15 bar Druck. Das verbaute neuartige und einzigartige Thermoblock Heiz– und Pumpsystem mit Edelstahl–Wasserleitung sorgt für einen korrosionsfreien, geschmacksneutralen Wasserdurchfluss und für somit für einen unverfälschten Kaffeegenuss.

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Die Maschine verfügt über leistungsstarke 1350 Watt.
Um den alltäglichen Einsatz und die Zubereitung von wohlschmeckenden Espressospezialitäten so einfach wie möglich zu machen, wurrde die Beem Pefect Crema Plus mit einer schwenkbaren Metall–Dampfdüse zum Erhitzen von Getränken oder zum Milchaufschäumen ausgestattet. Die komplette Bedienung erfolgt dabei über einen einfach zu bedienenden Kombischalter für alle drei Betriebszustände: Stand–by Funktion – Espresso/Kaffee – Dampf.
Für die optimale Betriebstemperatur wurde die Beem Perfect Crema Plus mit einem elektronischen Temperaturregelsystem ausgestattet. So können echte Hobbybaristas für den eigenen Espresso die optimale Temperatur ohne großen Aufwand einstellen.
Auch ein gleichzeitiges Befüllen von zwei Espressotassen durch zwei Auslässe im Filterhalter ist kein Problem. Auch wenn die Maschine auf den ersten Blick nicht den Eindruck vermittelt, so finden auf der Abstellfläche mühelos zwei Tassen nebeneinander Platz.
Mitgeliefert werden zwei verschiedenen Edelstahlfiltergrößen für eine beziehungsweise zwei Tassen Espresso und eine Einlage für den Siebhalter, der die Verwendung der bekannten E.S.E. PADs ermöglicht.
Die Edelstahlfilter von Beem werden nach einem besonderen Produktionsverfahren hergestellt. Im Gegensatz zu althergebrachten Filtern verfügen diese Filter über eine erhöhte Anzahl deutlich feinerer Löcher und übereinanderliegen Sieben. So gelingt jede Crema besonders schaumig und ansprechend.
Der Wassertank der Beem Perfect Crema Plus verfügt über ein Fassungsvermögen von 1,5 Litern und ist herausnehmbar. Zur leichten Reinigung sind Tropfschale und Tropfgitter leicht abnehmbar und auch für die Spülmaschine geeignet. Der Filterhalter ist aus massivem Aluminiumguss gefertigt und die Maschine ist zusätzliche mit einer abnehmbaren Aluminium Warmhalteplatte auf dem Gehäuse, zum Abstellen und Erwärmen beziehungsweise Warmhalten der Tassen ausgestattet. Wie der Fachmann weiß, sollten Espressotassen vor der Befüllung erwärmt werden.

Platz 3.: Gastroback Design-Espresso-Maschine “Advanced Pro G”

Mit der „Advanced Pro G“ von Gastroback geht es schon in den echten Profibereich. Die voll programmierbare Espressomaschine ist mit einem integriertem Kegelmahlwerk und einer 18 Stufen-Mahlgradeinstellung ausgestattet. Hiermit lässt sich, wie mit einem externen Mahlwerk die persönliche Bohnenmischung im gewünschten Mahlgrad zum optimalen Espressomehl verwandeln. Die Menge des zu mahlenden Kaffees lässt sich frei einstellen und dank des 200g Frischebehälters lässt sich sogar auf Vorrat mahlen. Diese Menge reicht für etwa 25 Erspresso-Shots aus. Im Gegensatz zum Vorgängermodell wurde der „Advanced Pro G“ als Upgrade obendrein noch ein integrierter Wasserfilter verpasst. Die gewünschte Menge an frisch gemahlenem Kaffee frei einstellbar.

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Wie für ein Profigerät zu erwarten ist die „Advanced Pro G“ von Gastroback ein reiner Siebträger. Je nach Wunsch kann man sich bei der Dosierung für eine oder zwei Tassen ganz auf die voreingestellten Einstellungen verlassen oder diese ganz nach Gusto komplett individualisieren.
Für den nötigen Überblick während des Brühvorgangs und zur Überprüfung des Maschinendrucks und Mahlgrades sorgt ein Druck-Manometer und das benutzerfreundliche, beleuchtete und sensitive Bedienmenü. Vom Werk aus ist dies mit fünf Funktionen ausgestattet, lässt sich aber ebenfalls ganz an die eigenen Wünsche und Ansprüche anpassen. Die verbaute professionelle ULKA Espressopumpe sorgte für 17 bar Druck am Siebträger. Die komplette Brühgruppe der Maschine ist voll beheizt und wird dafür von einem patentierten Thermo-Block-Heizsystem versorgt. So lässt sich nicht nur perfekter Kaffeegenuss dank der Vorbrühfunktion erreichen, sondern auch im Zeiten des Nichtbetriebes in den Energiesparmodus wechseln. Mit nur geringem Stromverbrauch bleibt die Gastroback „Advanced Pro G“ so jederzeit einsatzbereit.
Natürlich ist die Milchaufschäumdüse mit einem 360° Arbeitsumkreis ausgestattet. Die Maschine verfügt zur Abrundung über einen Selbstreinigungsmodus und eine komplett elektronische Temperaturkontrolle. Der abnehmbare Wassertank hat ein Fassungsvermögen und als enthaltenes Zubehör ist der im exklusiven Metall-Design aus Druckguss gehaltenen Maschine ein Edelstahl-Milchschäumkännchen, ein Messlöffel, ein Espresso-Tamper, ein patentiertes Reinigungswerkzeug mit Bürste, einReinigungseinsatz, undje zwei Einzel-/Doppelwandfilter beigelegt. So gehen die Träume eines jeden Espressojüngers wunschlos in Erfüllung.

Platz 4.: Espresso Gaggia Carezza

Eine Synergie aus Retro und Moderne ist die Carezza von Gaggia. Die im Retro-Design gehaltene Profimaschine ist ein hochmoderner und doppelwandiger Siebträger. Getreu dem Motto des Herstellers “Tradizione in continua evoluzione” kombiniert die neue Gaggia Carezza das professionelles Erbe der alt- und ehrwürdigen Espressomaschinen-Schmiede der neuesten Technologie. So kommen Sie in den Genuss eines bemerkenswerten italienischen Espressos, auf den wohl auch der Firmengründer Giovanni Achille Gaggia stolz gewesen wäre.

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So kommt mit höchstem Luxus die Gaggia Carezza ihrem Besitzer in allen Betriebslagen soweit entgegen, wie es nur eben geht. Sie zeigt an, wenn eine Entkalkung notwendig wird. So verlängert sich die Lebensdauer der Espressomaschine bedeutend, aber sollte zum Erhalt der Garantie nur mit Original-Entkalker von Gaggia durchgeführt werden.
Die Gaggia Temperaturanzeige wiederum ermöglicht die professionelle Überwachung der Wassertemperatur im Durchlauferhitzer, damit Sie stets das beste Ergebnis in der Tasse haben. Dafür sorgt auch der Druck von 15 Bar am Siebträger. So ist gewährleistet, dass Sie immer authentischen Espresso-Geschmack genießen können.
Der klassische Milchaufschäumer dieser Gaggia Espressomaschine, traditionell “Panarello” genannt, verwandelt innerhalb weniger Sekunden Milch in prächtigen Milchschaum für Cappuccino, Latte Macchiato oder mehr. Er liefert auch heißes Wasser für Tee.
Die Gaggia Carezza ist mit einem druckdichten und doppelwandigen Siebträger ausgestattet. Dadurch werden die Crema sowie die Isolierung für einen heißen, cremigen Espresso optimiert. Zum Zubehör der Gaggia Carezza gehört natürlich Kaffeefilter für ein oder zwei Tassen gemahlenen Kaffee und einen speziellen Filter für sogenannte E.S.E.-Pads (Easy Serve Espresso). Diese E.S.E.-Pads sind perfekt portioniert und machen die Bedienung eines Siebträgergeräts einfacher.
Der Vorbrühmodus sorgt dafür, dass der gemahlene Kaffee vor dem eigentlichen Brühvorgang gleichmäßig angefeuchtet wird. Nur dann fließt das Wasser durch den gesamten gemahlenen Kaffee, und die Gaggia Espressomaschine kann das volle Aroma für den köstlichen Espressogeschmack extrahieren.

Johannes Lacker

Bilder: Otto.de