Mein schönstes (Sommer-)Erlebnis mit Kaffee

Im Rahmen einer Blogparade von mein-eigener-kaffee.de wird nach meinem schönsten (Sommer-)Erlebnis mit Kaffee gefragt.

Und natürlich beteilige ich mich gerne an dieser Aktion.

Also, gibt es für mich EIN besonderes Kaffeeerlebnis? Ehrlichgesagt nein. Für mich ist das Thema Kaffee ein ständiges Erlebnis.

Wenn ich dennoch ein Erlebnis herausgreife, stehen für mich die Menschen im Vordergrund, die ich durch die Beschäftigung mit dem Thema Kaffee kennengelernt habe. Angefangen bei den Baristi, die ich auf nationalen und internationalen Meisterschaften bewundern durfte. Obwohl diese für mich “die Heroes” waren (und sind), haben sie mich ganz schnell und ohne Allüren in ihren Kreis mit aufgenommen. Für mich naheliegend waren dies erst einmal die Schweizer Baristi, namentlich Thomas Liebe (Schweizer Meister 2008), Philipp Meier (Schweizer Meister 2009) und Mathias Bühler (Schweizer Meister 2010). Im Rahmen der WBC in Atlanta 2009 durfte ich diese näher kennenlernen und war eingeladen zur Abschlussfeier der Schweizer SCAE in Thun.

Dort hat mich besonders Thomas Liebe beeindruckt. Bei ihm Zuhause in Thun hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt, den Thunersee und auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Vor allem aber bekam ich von ihm einen Kaffee angeboten, den er erst auf mein “Ja” hin auf der Terrasse röstete, um ihn dann in einer Dalla Corte Mini zuzubereiten. Ich war damals so beeindruckt von dieser Aktion, dass ich mich bis heute gerne daran erinnere.

Und natürlich tat das landschaftliche Umfeld im Berner Oberland sein übriges, um mich wirklich zu begeistern.

Ja, das ist sicher eine besonders schöne Erinnerung, der aber noch viele andere folgen sollten. Und auch heute habe ich immer wieder Erlebnisse mit anderen Baristi, mit Kunden oder auch “nur” mit einem besonderen Kaffee, die mich keinen Tag bereuen lassen, mich der Welt des Kaffees geöffnet zu haben.

Johannes Lacker

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Fair Trade im Vergleich zu Direct Trade

Bei Facebook habe ich vor einigen Tagen folgende Grafik entdeckt, gepostet von Bird Rock Coffee Roasters in San Diego (USA). Diese beschreibt sehr gut den Unterschied zwischen Kaffee, der unter den Fair Trade Siegel gehandelt wird und solchem, bei dem der Kaffeerösterei direkt mit dem Kaffeeproduzentem, dem Kaffeebauern, zusammenarbeitet.

(c) Birdrock Coffee

(c) Bird Rock Coffee

In unserem Heppenheimer Ladengeschäft werde ich auch immer wieder mal auf Fair Trade Kaffees angesprochen. Diesen Kunden erkläre ich dann, dass wir keinen Fair Trade Kaffee führen, da wir ausschließlich nach Qualität einkaufen und Fair Trade (oder auch Bio) nicht zwingend für erste Qualitäten stehen. Fair gehandelter Kaffee kann auch schlecht schmecken. ;-)

Zweites Argument, welches ich immer wieder anführe ist, dass bei Fair Trade in der Regel die Einzelhändler die Gewinner sind, nicht der Kaffeebauer oder -pflücker. Hintergrund dafür ist, dass der Einzelhändler in prozentualen Margen rechnet, nicht in EUR. Wenn sich der Kaffee also z.B. im Einkauf um 50ct (pro Kilo) erhöht, verlangt der Einzelhändler nicht einfach 50ct mehr, sondern, je nach kalkulierter prozentualer Handelsspanne z.B. 81ct. Das ist, wie gesagt, Ergebnis des prozentualen Rechnens im Lebensmitteleinzelhandel.

Deswegen wird das Fair Trade System immer wieder stark kritisiert. Eine sehenswerte Dokumentation dazu findet sich auf ARTE: Der faire Handel auf dem Prüfstand.

In dieser Dokumentation wird deutlich, dass zum einen die Bauern nicht wesentlich mehr verdienen als im konventionellen Handel und dass zum anderen die verschiedenen Fair Trade und Bio Siegel häufig nur dazu dienen, den großen Kaffeehandelshäusern einen “grünen” Anstrich zu geben. Denn, wie oben beschrieben, man kann mit dem guten Gewissen der Endkunden durchaus noch mehr Gewinne einfahren.

Verurteile ich nun Fair Trade? Nein, das tue ich nicht. Fairen Handel unterstütze ich sehr gerne. Dazu sollte es aber in Zukunft nicht mehr möglich sein, dass Spekulanten an der Börse die Preise nach eigenem Nutzen diktieren. Deshalb favorisiere ich den fairen Handel beider Handelspartner direkt. Auf der einen Seite der Kaffeebauer und auf der anderen Seite der Kaffeeröster. Ohne zusätzliche Zwischenhändler, die alle auch ihr Geld verdienen wollen. Ohne eine Fair Trade Organisationsstruktur, die ebenfalls Geld kostet. Die Vorteile ergeben sich aus der obigen Grafik: Der Kaffeebauer bekommt für seinen Kaffee den Preis, den er zum eigenen (Über-)Leben braucht und der Kaffeeröster bekommt die Qualität, die er sich wünscht. Durch den direkten Austausch zwischen Farmer und Röster entstehen Partnerschaften, die sich zum gegenseitigen Nutzen  entwickeln. Mehr Qualität gibt mehr Geld. Und damit eine bessere Lebenssituation für den Bauern in den Produktionsländern.

Leider gibt es in Deutschland und in der Schweiz noch zu wenig Kaffeeröstereien, die direkt mit den Farmern Handel betreiben. In der Schweiz ist sicherlich einer der Vorreiter die Kafischmitte von Roger Wittwer in Langnau i.E.. In Deutschland gehört Quijote Kaffee in Hamburg zu den Direkt Trade Pionieren.

Es lohnt sich auf jeden Fall deren Betriebe einmal zu besuchen um sich über deren direkten Handel mit den Produzenten zu informieren. Gerade Roger Wittwer beschreibt in seinem Kaffeeblog seine direkten Beziehungen zu den Farmern sehr eindrücklich, Quijote Kaffee zeigt sich z.B. sehr transparent im Bereich der eigenen Unternehmenskalkulation oder dokumentiert auf Facebook die Reisen zu den “eigenen” Kaffeebauern.

Mein Fazit: Kaufen Sie besser direkt gehandelten Kaffee, denn das ist fair(er) für alle Beteiligten. Und der Kaffeequalität in der Tasse dient es erst recht!

Johannes Lacker

 

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Das Kaffeetrinken zelebrieren – 4 Tipps für ausgefallenen Kaffee-Genuss

Manch Kaffeeliebhaber wünscht sich ein wenig mehr Zeit um seinen Kaffee so richtig genießen zu können. Ob morgens bei der ersten Tasse zum Frühstück, beim schnellen Espresso an der Bistrotheke auf dem Weg zur Arbeit, nachmittags mit Freunden oder abends nach einem Abendessen – Kaffeetrinker haben viel zu selten Zeit das Kaffeetrinken zu zelebrieren.

Weil alle Kaffeetrinker sich hin und wieder doch die Zeit nehmen sollten die eine oder andere Tasse Kaffee zu genießen, haben wir hier vier Tipps, wie es gelingt:

1. Planen Sie eine Kaffeeverkostung

Jeder hat seine typische Sorte Kaffee. Die Geschmäcker variieren je nach Röstung und Aufbereitung des Kaffees. Wie wäre es daher, wenn Sie eine eigene Kaffeeverkostung planen? So können Sie mit einigen Ihrer Freunde ungestört verschiedene Kaffees probieren und sich über Ihre Lieblingssorten austauschen.

Wo und wann das Ganze stattfindet bleibt dabei natürlich Ihnen überlassen, Tipps zur Kaffeeverkostung und Zubereitung finden Sie zum Beispiel bei den Schweizern, die die perfekte Kaffeezubereitung wirklich drauf haben. Für alle Otto-Normalverbraucher reichen aber auch eine kleine Kaffeemühle und eine Frenchpress-Kanne, um eine Verkostung im kleinen Rahmen durchzuführen.

Um diesen besonderen Genießer-Tag auch angemessen anzukündigen, können Sie auf eine mittlerweile ja fast schon ungewöhnliche Weise – aber immer noch auf die schönste Art – einladen: Mit einer Einladungskarte. Sie können aber auch noch kreativer werden und beispielsweise kleine Einladungsboxen basteln. Darin finden zum Beispiel eine Nachricht auf einem Kaffeefilter und ein paar Bohnen genügend Platz, um angemessen zu Ihrer Verkostung einzuladen.

2. Auf einen Kaffee

Wann wurden Sie das letzte Mal zum Kaffee eingeladen? Ein Kaffeeklatsch mit Freunden und einem guten Stück Schokolade oder Kuchen ist schnell organisiert und mit den heutigen Kommunikations-möglichkeiten sind auch alle im Nu informiert.

Ob spontan oder mit Vorlaufzeit, im stressigen Alltag freut sich sicher jeder Ihrer Freunde über eine Einladung zum Kaffee – und auch wenn die Zeit nur einen Espresso zulässt, beim Kaffee lässt sich’s gleich viel leichter über Job und Privates plaudern.

3. Nicht nur zum Trinken

Auch im Essen macht der Kaffee sich mehr als gut. Probieren Sie die Vielfalt des Kaffeegeschmacks auch mal in der Zubereitung von Nachspeisen zuhause aus. Die eher Koch- und Backfaulen unter Ihnen können Kaffeebohnen mit Kaffeeglasur auch schon fertig kaufen.

Alle anderen können sich, egal ob süß oder herzhaft, mit der Zutat Kaffee in der Küche austoben. Ob Kaffeekuchen, Tiramisu, Pancakes mit Kaffeesirup oder auch herzhaft Spaghetti mit Bohnensoße an Kaffee oder Risotto mit Kaffee-Tomaten – es gibt so gut wie nichts, was mit Kaffee nicht geht.

4. Ausflug in die Rösterei

Kaffeeliebhaber, die am Wochenende ein wenig Zeit haben können beispielsweise einer Rösterei einen Besuch abstatten. Eine Liste aller Röstereien in der Schweiz finden Sie hier und auf den einzelnen Webseiten der Röstereien können Sie sich über Öffnungszeiten, mögliche Führungen oder angebotene Kaffeeseminare informieren. Auch gibt es in manchen Röstereien Kaffeeverkostungen, aber wie Sie sich sicher denken können, wird hier nur der hauseigene Kaffee verkostet.

Wem keine Zeit für eine Besichtigung oder ähnliches bleibt, für den empfiehlt es sich dennoch, ein Mal in eine Rösterei zu gucken. Hier können Sie schöne Geschenke für Freunde und Verwandte rund ums Thema Kaffee finden.

Johannes Lacker

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Nachhaltigkeit beim Kaffeeanbau

In Zeiten von Globalisierung und weltweiter Ausbeutung gibt es zum Glück auch auf Seiten der Wirtschaft diejenigen, die sich dem entgegenstellen und ihren Anteil daran leisten die Welt ein wenig fairer zumachen.

Für die Anbauländer und ihre Bewohner sind dies in jedem Fall gute Nachrichten. Bedeutet dergleichen doch vor allen Dingen eine höhere Lebensqualität. Dank besserer Bezahlung, fairer Arbeitsbedingungen und höherer Erträge. Gerade der Nachhaltige Umgang wirkt sich positiv auf den Ackerboden und die Ernten der Folgejahre aus. Aber auch wir Kaffeekonsumenten profitieren davon. Zwar kostet fair gehandelter und zertifizierter Kaffee mehr, aber er schmeckt auch besser und ist deutlich gesünder. So finden beispielsweise beim Anbau von zertifiziertem Kaffee keine Pestizide Verwendung. Aber es wird auch in Hinblick auf Klimawandel darauf geachtet Ressourcen sparsam einzusetzen. Als ein immer wertvolleres Gut wird so auch Wasser nachhaltig und sparsam eingesetzt.

Für die Umsetzung und Kontrolle dieser Voraussetzungen für zertifizierten Kaffee nimmt eine Handvoll Organisationen entscheidende Schlüsselpositionen ein. Die prominentesten Namen darunter sind Rainforest Alliance, 4C Association, UTZ Certified, Tropical Commodity Coalition und Fairtrade Labbeling Organizations International. Durch sie werden weltweite Standards definiert, der nachhaltige Anbau kontrolliert und Kaffeefarmen zertifiziert. Immer wieder an ihren Programmen sind wichtige Größen aus dem internationalen Kaffeehandel. Ganz vorne mit dabei ist unter anderem das deutsche Unternehmen Tchibo.

Ganz gemäß der Standards der Zertifizierungsorganisationen hat Tchibo erkannt, dass auf die Dauer nur dann hohe Qualität in den Tassen seiner Kunden ankommt, wenn die Fruchtbarkeit der Böden erhalten bleibt und der Anbau den Kaffeefarmern auch die Möglichkeit gibt ihre Familien zu ernähren und einen gewissen Lebensstandard zu erreichen. Dazu kommt nicht nur der Schutz der Natur und der Böden, sondern gerade in heißen und trockenen Regionen Ressourcenmanagement. Wasser kann und darf nicht verschwenderisch in Kaffee gesteckt werden, wenn die Bevölkerung des Anbaulandes dursten muss. Nur zufriedene Arbeiter arbeiten auch so, wie es die Zertifizierungsorganisationen vorschreiben. Aus diesem Grunde hat sich Tchibo auch im Rahmen der eigenen Möglichkeiten einer sozialen Verbesserung in den Anbauländern verschrieben und unterstützt viele Projekte vor Ort.

Tchibo arbeitet dabei insbesondere mit UTZ Certified zusammen. Die 2002 gegründete Organisation zertifiziert weltweit etwa ein Drittel des als nachhaltig ausgewiesenen Kaffees. Obwohl sich die Vorgehensweisen der einzelnen Organisationen zur Zertifizierung untereinander unterscheiden, arbeiten sie doch alle eng zusammen um weltweit die Erzeugung und Verarbeitung von Agrarprodukten zu verändern und nachhaltiger zu gestalten.

Mit Tchibo an der Seite ist es UTZ schon sehr früh gelungen in Deutschland einen wichtigen und einflussreichen Partner für sich zu gewinnen. In den Jahren nach der ersten Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Unternehmen und der weltweiten Zertifizierungsorganisation sind viele weitere Händler und Discounter Tchibos Beispiel gefolgt. Dies gilt bei weitem nicht nur für Kaffee, sondern auch für Kakao, Süßwaren und Gebäck.

Auf lange Sicht gesehen kann es für uns alle keinen anderen Weg geben als lieber etwas mehr zu bezahlen und an diejenigen abzugeben, auf deren Rücken unser alltäglicher und selbstverständlicher Luxus aufbaut. Tchibo hat einen wichtigen Schritt getan und wir als Konsumenten haben es in der Hand anderen Unternehmen deutlich zu machen ebenfalls diesen Weg der Nachhaltigkeit zu bestreiten oder eben auf unsere Einkäufe in Zukunft zu verzichten.

Das allerdings auch auch nicht immer alles Gold ist, was glänzt, zeigen die aktuellen Berichterstattungen rund um den fairen Handel. Wie Spiegel Online und der Stern berichten, kommen nicht jedem Arbeiter auf den Kaffee-, Tee- und Kakao-Plantagen die höheren “Fair-”kaufspreise zu Nutze. Hier gilt es also auch für Unternehmen wie Tchibo ihren Einfluß geltend zu machen, damit jeder in der Verwertungskette Kaffee, Tee oder Kakao seinen Anteil bekommt, um damit sein Leben bestreiten zu können.

Johannes Lacker

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Versandkosten im Online Handel – ein Phänomen

Jeder, der online Waren einkauft, kennt sie, die Versandkosten. Wahrscheinlich selten gerne bezahlt, denn eine eigentliche Leistung erhält man ja nicht. Gut, die bestellten Produkte werden einem nach Hause geliefert, aber oft muss man sie dann doch bei der nächsten Post abholen.

Die Höhe der Versandkosten als großes Fragezeichen

Dass die Versandkosten auch für den Versender, also für den Online-Händler ein Ärgernis sind, lässt sich für mich leicht daraus ablesen, dass die Höhe der Versandkosten im Internet unterschiedlicher nicht sein könnten. Vom kostenfreien Versand, über Staffelungen, Mindestbestellwerten bis hin zu wirklich hohen Versandkosten findet man wirklich alles.

Auch ich habe mich mit dem Thema der Versandkosten schwer getan. Denn die tatsächlichen Kosten bürden wohl die wenigsten Online Händler ihren Kunden auf. Wenn dem so wäre, müssten die Versandkosten für ein 3kg Paket gut und gerne bei 7 bis 8 EUR liegen. Denn neben dem eigentlichen Porto kommen noch die Verpackung (Kartonagen), Füllmaterial, Kosten für die Auftragsbearbeitung und das eigentlichen Packen der Bestellung hinzu (also Arbeitleistung).

Diesen Preis wird man im Online Handel aber kaum finden, vor allem nicht im Lebensmittel(online)handel, in dem wir tätig sind.

Vor 5 Jahren habe ich mit Versandkosten für den Kunden von EUR 4,20 angefangen, ab 60 EUR Bestellwert entfielen die Versandkosten. Zwischenzeitlich hatte ich dies auf EUR 4,40 und 99 EUR angepasst, da vor allem DPD die Preise mittlerweile 2x angepasst (=erhöht) hatte.

Das absolute Experiment

Zum Jahresende 2013 wagte ich nun das absolute Experiment und versendete für drei Monate (November bis Januar) versandkostenfrei. Ich habe damit sehr lange gezögert, doch gerade Amazon und Zalando haben das Thema Versandkostenfreiheit immer mehr in den Fokus gerückt – zumindest in meinen. ;-)

Also, gesagt getan, ab November 2013 haben wir versandkostenfrei verschickt. Und tatsächlich hat sich die Anzahl der Bestellungen zum Teil deutlich gesteigert und das wohl nicht nur aufgrund des Weihnachtsgeschäftes. Allerdings haben wir auch bei gut 25% aller Bestellungen zuzahlen müssen, da die Bestellwerte EUR 20,00 zum Teil deutlich unterschreiteten und damit die tatsächlichen Kosten für den Versand nicht mehr aufgefangen werden konnten (Minus-Rekord war eine Bestellung über EUR 1,89 für eine Tafel Schokolade).

Meine Hoffnung war ja, dass sich aus dem Fakt, dass viele Kunden zum ersten Mal bei uns bestellt haben, eine relavante Steigerung unserer Stammkundenquote erreichen liesse, doch über den Zeitraum November 2013 bis Februar 2014 konnte ich das nicht feststellen. Ca. 17% aller Neukunden bestellten innerhalb von 3 Monaten erneut bei uns und diese Zahl blieb (und bleibt) ziemlich stabil. Daraus zog ich den Schluss, dass die Faktoren, die Menschen zu Stammkunden werden lassen, nicht mit der Höhe der Versandkosten zusammenhängen. Fakt ist auch, dass sich damit meine Erwartungen an das Experiment Versandkostenfreiheit nicht erfüllt haben. Allerdings hatten wir die vollen Versandkosten zu tragen, aber mehr (treue) Kunden haben wir nicht gewonnen.

Abschied von der Versandkostenfreiheit

Aus diesem Grund stellten wir ab dem 1. März 2014 die Versandkosten auf EUR 4,60 um und versendeten ab einem Bestellwert von 20 EUR weiterhin kostenfrei. Was uns nun auffiel war, dass EUR 4,60 offensichtlich einigen Kunden zu hoch war, um sich einfach 250g Kaffee zu bestellen. Während der Zeit der Versandkostenfreiheit nutzten viele Kunden die Möglichkeit, vor allem unseren La Semeuse Monsooned Malabar auszuprobieren. Diese “Test-”Bestellungen fielen nun weg. Aus diesem Grunde haben wir Mitte Mai die Versandkosten auf EUR 3,90 gesenkt.

Warum EUR 3,90? Dieser Wert deckt zwar nicht die tatsächlich entstehenden Kosten des Warenversandes, doch sind EUR 3,90 ein Betrag, den man bei verschiedenen Online Shops immer wieder liest und der offenbar vom Kunden akzeptiert wird. Und so ist es bei den Kaffi Schopp Kunden auch: Mit EUR 3,90 werden auch wieder einzelne 250g-Beutel Kaffee bestellt.

Zu guter Letzt habe ich gestern die Schwelle der Versandkostenfreiheit von EUR 20,00 auf EUR 40,00 angehoben. Fakt war und ist, dass eine Bestellung von meinetwegen EUR 21,00 gerade so die (tatsächlichen) Kosten des Versandes deckt (ohne die Arbeitsleistung des Adressierens und Verpackens), aber faktisch nichts verdient wird, um unsere Kosten zu decken (die Betriebswirte unter uns nennen das den Deckungsbeitrag).

Mein Fazit

Als Fazit der letzten 6 Monate kann ich sagen, es sind andere Faktoren, die Menschen zu Stammkunden werden lassen. Zu hohe Versandkosten mögen Menschen abhalten, überhaupt bei einem Online Shop zu bestellen, keine Versandkosten machen aber keine treue Stammkunden.

EUR 3,90 sind offenbar als günstige Versandkosten akzeptiert und die EUR 40,00 Grenze überschreiten die meisten unserer Stammkunden bei ihren Bestellungen sowieso. Aber es bleibt genügend Deckungsbeitrag, um unsere Kosten zu bezahlen.

Diesen Schlußfolgerungen scheinen auch andere Online Shops getan zu haben. Hatten im Herbst/Winter 2013 noch einige Online Shops verschiedener Branchen einen Wert von EUR 20,00 als Minimum für die Versandkostenfreiheit angegeben (namentlich kaffeezentrale.de und springlane.de), ist man davon mittlerweile z.T. deutlich abgekommen.

Johannes Lacker

P.S.: Merken Sie es auch? Mittlerweile bin ich mit den Versandkosten fast schon wieder dort, wo ich 2009 begonnen habe. ;-)

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Die ESE Padmaschine Spinel Pinocchio – Das Arbeitstier

Auch wenn das ESE Padsystem in Deutschland noch nicht allzu verbreitet ist, so findet es doch immer mehr Anhänger. Das kann ich auch daran festmachen, dass wir über kaffischopp.de in jedem Jahr um die 10 bis 15 ESE Padmaschinen verkaufen.

Mir selbst war das System faktisch unbekannt, bis ich auf die ESE Pads der Schweizer Kaffeerösterei La Semeuse traf. Bei La Semeuse setzt man das ESE Padsystem vor allem in Büros ein, geliefert wird hier ein Paket aus Pads und Maschine.

Pinocchio_La_Semeuse_Officeservice

Die Pinocchios warten auf ihren Einsatz

“Maschine” ist das richtige Stichwort, denn selbstverständlich braucht es für die hartgepressten ESE Pads eine spezielle Kaffeemaschine. La Semeuse setzt dabei auf die Pinocchio des italienischen Herstellers Spinel.

Seit 2010, mit der Übernahme des Deutschland-Geschäftes von La Semeuse, bin ich selbst im Besitz von drei solcher Maschinen, mal mit Dampflanze, mal ohne. Zwei weitere Maschinen stehen als Dauerleihgabe in Büros im Großraum Stuttgart, wo sie täglich zuverlässig ihren Dienst versehen. Bis zu 30 Espressi werden von den dortigen Mitarbeitern am Tag mit der Pinocchio bezogen, was für ihre “Nehmerqualitäten” spricht.

Wir selbst haben die Pinocchio schon mehrfach bei Kaffee-Caterings eingesetzt, wo in der Stunde gerne 50 bis 60 Espressi gefordert waren. Und auch da konnte die kleine Maschine beweisen, dass sie dieser Belastung stand halten kann. Überhaupt muss ich sagen, dass die Spinel Pinocchio im wahrsten Sinne ein Arbeitstier ist. Im Design sehr schlicht gehalten, überzeugt sie mich jedoch durch ihre Vollmetallbauweise und ihre hochwertige Pulverlackierung. Die Lackierung in den verschiedensten Farben ich auch einer der großen Vorteile. Zu wirklich jeder Kücheneinrichtung gibt es die passende Farbe! ;-)

Die Farbvarianten der Pinocchio

Die Farbvarianten der Pinocchio (ohne Rot und INOX)

Natürlich braucht auch die Pinocchio etwas Pflege, doch ausser dem Wechseln der Brühgruppendichtung sind Reparaturen wirklich selten (und im Verhältnis zur Nutzungsintensität nahezu zu vernachlässigen). Und auch Cappuccinofans kommen mit der optionalen Dampflanze voll auf ihre Kosten. Obwohl die Düse nur mit einem Loch ausgestattet ist und man es dem relativ kleinen Maschinchen eigentlich kaum zutraut, kann man zuverlässig feinporigen Milchschaum produzieren, der sogar Latte Art-fähig ist.

Alles in allem kann ich die Spinel Pinocchio nur empfehlen. Ein zuverlässiger Hinweis, dass diese Empfehlung berechtigt ist, ist, dass ich von den Kunden, die die Pinocchio gekauft haben, eigentlich abseits von ESE Pad-Bestellungen nichts mehr höre. Auch dort scheint die Pinocchio also zuverlässig ihren Dienst zu tun.

Auf dem Markt gibt es sicher noch die eine oder andere Alternative zur Pinocchio, aber für mich sprechen einfach viele Dinge für die Spinel, vor allem eben Ihre Zuverlässigkeit und das fehlende Plastik, welches ich an anderen Maschinen nicht schätze.

Wer sich also mit dem Kauf einer ESE Padmaschine beschäftigt, sollte in meinen Augen die Spinel Pinocchio einmal in Betracht  ziehen.

Johannes Lacker

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Kaffi Schopp Kunden profitieren jetzt mit Bonusbox

Beim Einkauf im Kaffi Schopp können unsere Kunden seit neuestem das Bonussystem der Bonusbox nutzen.

Bonusbox ist Deutschlands größtes Online Bonusprogramm mit 2 Mio. Mitgliedern und über 1.200 Partnershops.

Auf der Seite der Bestellbestätigung unter kaffischopp.de wird ein Button angezeigt, mit dessen Hilfe sich 150 Punkte pro Einkauf sammeln lassen. Diese Punkte können unsere Kunden, nach Anmeldung bei Bonusbox, sammeln und bei Bonusbox-Partnershops wie H&M, IKEA, dm, Rewe und vielen anderen Shops einlösen.

Vielen von Ihnen ist ja die PayBack-Card bekannt, die sie im stationären Handel verwenden können. Die Bonusbox ist das Äquivalent für den Onlinehandel

Hier finden Sie die Übersicht der teilnehmenden Partner Shops und mehr Informationen zum Bonusbox-System.

Viel Spass beim Einkauf und Punkte sammeln wünscht

Johannes Lacker


BONUSBOX Collect Points

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Welchen Kaffee für Vollautomaten soll ich wählen?

Diese Frage bekomme ich in unserem Ladengeschäft in Heppenheim immer wieder gestellt: “Welcher Kaffee passt für meinen Kaffeevollautomaten?” Klassische Antwort meinerseits: “Das kommt darauf an.”

Tatsächlich kommt es darauf an, welche Kaffeezubereitung Sie in der Regel aus Ihrem Vollautomaten beziehen. Wenn Sie hauptsächlich eine Tasse Kaffee, also den klassischen Schümli Kaffee, trinken, empfehle ich Ihnen eine ebenfalls klassische Schümli Kaffee Mischung. Diese Kaffees sind in der Regel etwas heller geröstet als Kaffees, die auch als Espresso gut funktionieren sollen. Die hellere Röstung verhindert, dass der Schümli Kaffee durch die längere Durchlaufzeit des Wassers durch das Kaffeepulver bitter wird.

Typische Vertreter dieser Kaffees ist der TURM KAFFEE Crema, der DEMMEL KAFFEE Vienna oder Blaser Café Cote d’Azur.

Turm Kaffee Crema

Turm Kaffee Crema

Andere Kunden wiederum benötigen nur Espresso-Mischungen, da sie aus dem Vollautomaten nur Espresso oder espressobasierende Getränke beziehen. Cappuccino und Latte Macchiato benötigen einen Kaffee, der sich geschmacklich in der Milch durchsetzen kann. Tatsächlich eignen sich für diese Nutzung die meisten klassischen Espressi, stammen Sie aus der Schweiz oder auch aus Italien. Ich persönlich empfehle allerdings nur Kaffees, die maximal eine nord-italienische Röstung aufweisen, also nicht zu dunkel geröstet wurden.

Aus dem Schweizer Kaffee Sortiment kommen dabei TURM KAFFEE Mokka, La Semeuse Il Piacere und Bogen Kaffee Espresso in Frage.

La Semeuse Mocca

La Semeuse Mocca

Die überwiegende Zahl der Kaffi Schopp Kunden sucht allerdings nach einem klassischen Allrounder, einem Kaffee, der sowohl als Tasse Kaffee (=Schümli Kaffee) als auch als Espresso getrunken werden kann. Da die meisten Kaffeevollautomaten nur über einen Bohnenbehälter verfügen, braucht es tatsächlich diese “eierlegende Wollmilchsau” der Kaffees.

Auch in der Gastronomie sind diese Allrounder stark nachgefragt, so dass sich die Schweizer Kaffeeröstereien gerade auf diese Kaffees spezialisiert haben. Ich nenne sie würzige Schümli Kaffees mit Espressonote. Die typischsten Vertreter sind dabei der TURM KAFFEE Kenner, La Semeuse Mocca und DEMMEL KAFFEE Verona.

Demmel Kaffee Verona

Demmel Kaffee Verona

Wer einmal einen etwas anderen Geschmack ausprobieren will, dem sei der Blaser Kaffee Lilla e Rose empfohlen. Die leicht floralen Aromen dieses Kaffees, der aus insgesamt 9 verschiedenen Rohkaffees besteht, machen diesen Kaffee einfach interessant. Interessant im Sinne von “Ahhh” und nicht von “Öhhh”. ;-)

Wenig gute Erfahrungen habe ich leider bis dato mit Caffè Crema Mischungen aus Italien gemacht. Da man in Italien die “lange Tasse Kaffee” nicht kennt (bestellt man dort einen Caffè, erhält man immer einen Espresso), scheinen die italienischen Kaffeeröstereien nicht in der Lage zu sein, vernünftige Schümli Kaffee Mischungen zu kreiieren und dem entsprechend zu rösten.

Letzter Tipp in Sachen Kaffee für Vollautomaten: Nutzen Sie optimalerweise immer Mischungen, die einen Anteil von Robusta-Bohnen haben. Ideal sind dabei 10% bis 20%. Arabica Bohnen reagieren häufig empfindlich auf die z.T. sehr unterschiedlichen, werkseitig eingestellten Brühtemperaturen der Vollautomaten. Bei zu heisser Brühtemperatur neigen die Arabica-Kaffees zum Verbrennen, d.h. die Kaffees werden bitter. Robusta-Bohnen sind temperaturunempfindlicher und insgesamt gutmütiger in der Zubereitung, d.h. sie gleichen die unterschiedlichen Werkseinstellungen der Kaffeeautomaten geschmacklich leichter aus.

Auf jeden Fall gibt es für jede Nutzung die optimale Kaffeemischung. In den Aromen unterscheiden sich diese immer ein wenig, so dass Sie als Kunde wie immer die Qual der Wahl haben. Aber, so viel ist sicher, Kaffees zu probieren und zu testen macht immer Spaß. :-)

Johannes Lacker

P.S.: Einen Top-Kaffee für den Vollautomaten möchte ich Ihnen nicht verheimlichen: Es ist der Monsooned Malabar aus Indien. In der Röstung von Bogen Kaffee Schaffhausen oder La Semeuse ist er der perfekte Allrounder für alle Zubereitungen. Nussig und schokoladig im Geschmack und dabei mit hoher Bekömmlichkeit ist er nicht nur mein (un-)heimlicher Favorit.

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Kauf auf Rechnung im Kaffi Schopp

Vor drei Jahren hatte ich mich dazu entschlossen, den Kaffi Schopp-Kunden den Kauf auf Rechnung anzubieten. Schließlich ist der Rechnungskauf beliebteste Zahlart der Deutschen im Internet. Dank meines Finanzdienstleisters, der Novalnet AG in Ismaning, konnte ich dies auch schnell umsetzen.Novalnet_LogoNach vier Monaten habe ich im Oktober 2011 diesen Service für meine Kunden wieder eingestellt. Leider wurde der Kauf auf Rechnung zu häufig missbraucht. Zu viele Betrüger, und ich nenne diese Leute mit vollem Bewusstsein so, haben im Kaffi Schopp auf Rechnung eingekauft oder dies zumindest versucht (ich habe mittlerweile ein gutes Bauchgefühl bzgl. betrügerischer Bestellungen) und diese Rechnungen nicht bezahlt .

Und wenn man weiss, dass man solche Beträge, die die Juristen “Bagatellbeträge” nennen, kaum wieder bekommt, sondern am besten einfach abschreibt, dann weiss man auch, warum so wenige Online-Händler den Kauf auf Rechnung anbieten. Denn Zahlungsausfälle im größeren Maße kann sich keiner leisten.

Man kann den Eindruck haben, dass das deutsche Rechtssystem die Betrüger schützt, die sich im Internet tummeln. Bei den Bonitätsprüfungen, die ich persönlich über die Euro Treuhand Inkasso (ETI) immer wieder einmal durchführe, streuben sich mir oft die Haare. Seitenweise sind dort zum Teil  Vorfälle im Zusammenhang mit nicht erfolgten Zahlungen (im Internet) aufgelistet. Von uneinbringbaren Forderungen, über eidesstattliche Erklärungen bis hin zu Haftandrohungen findet sich dort alles. Und trotzdem versuchen diese Leute im Kaffi Schopp (über Lastschrift) zu bestellen.

Mittlerweile hat die Novalnet AG den Kauf auf Rechnung jedoch mit einer automatischen Bonitätsprüfung bei den Bürgel Wirtschaftsinformationen verbunden. Es werden für den Rechnungskauf nur noch solche (Neu-) Kunden zugelassen, die zum einen in den Datenbanken von Bürgel zu finden sind und die einen sogenannten Score-Wert haben, der einen bestimmten Wert nicht überschreitet. Das gleiche gilt übrigens auch für die Zahlung per SEPA Lastschrift.

Aus diesem Grund biete ich den Kaffi Schopp Kunden für eine Testphase wieder den Kauf auf Rechnung an. Mal sehen, wie es dieses Mal ausgeht. Ich hoffe für meine Kunden, dass ich diesen Dienst nicht wieder einstellen muss.

Johannes Lacker

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