Tropical Mountains: Single Finca Kaffee aus Peru

Die Schweizer Kaffeeszene ist mittlerweile sehr aktiv. Es entstehen immer mehr kleine Kaffeeröstereien und Kaffeebars, die sich dem hochwertigen Kaffee und dessen Zubereitung widmen.

Einer, der sich dem Anbau exklusiven Kaffees widmet ist Thomas Schwegler aus Küsnacht im Kanton Zürich. Zusammen mit seiner Frau Gisella betreibt er in Zentral-Peru auf 640.000m² eine Kaffee-Finca. Dort wachsen über 300.000 Arabica-Kaffeepflanzen auf einer Höhe von 1.600 m.ü.M.

Logo Tropical Mountains KaffeeBesonders wichtig ist Thomas Schwegler dabei der nachhaltige, resourcenschonende Anbau seines Kaffees und die fairen Arbeitsbedingungen seiner Mitarbeiter.  “Ein Kaffee, der die Kunden nicht nervös machen soll.” – so formuliert es Thomas Schwegler.

Als Wirtschaftsstudent an der FH in Winterthur zog es Schwegler nach Südamerika, wo er bei verschiedenen Tätigkeiten auch den Kaffeeanbau kennenlernte. Hier musste er feststellen, wieviel Arbeit hinter den Kaffeebohnen steckt, bis sie beim Verbraucher in der Schweiz landen. 2006 machte Thomas Schwegler sich selbstständig, um mit Kaffee zu handeln. Damals bot er Kleinbauern in Peru die Möglichkeit, deren Kaffee direkt zu exportieren. Zwei Jahre später ergriff Schwegler die Chance, seinen eigenen Kaffee anzubauen. Zusammen mit seiner peruanischen Frau und seinem Schwager übernahm er eine Kaffeeplantage im peruanischen Chanchanmayo.

Thomas Schwegler beim Pflücken seines Kaffees

Thomas Schwegler beim Pflücken seines Kaffees

Seit 2014 verkauft er nun nicht nur seinen Rohkaffee, sondern röstet ihn in der Schweiz selbst. Mit der Rösterei Real-Kaffee in Uznach SG hat er einen kompetenten Partner gefunden, der seine Rohkaffeebohnen zu einem sehr ungewöhnlichen Röstkaffee verwandelt. Eine Süsse, die sehr an Milchschokolade erinnert, überzeugt schon beim ersten Nippen an der Tasse. Dazu kommen Aromen von Walnuss und Mocca. Die Röstung entspricht der für Café Crème (Schümli) und Espresso.

Ich freue mich sehr, diesen Kaffee jetzt im Kaffi Schopp – Sortiment zu haben, da er mir persönlich sehr gut schmeckt und die schokoladige Süsse von einer feinen Säure begleitet wird, ohne dabei fruchtig zu werden. Obwohl der Trend aktuell zu fruchtigen Kaffees geht, mögen viele Kaffeetrinker diese Aromen im Kaffee eher nicht.

Mir persönlich ist es dabei auch sehr wichtig, dass hinter dem Kaffee nicht nur wirtschaftliche Interessen stecken, sondern ein Philosophie. Und die kommuniziert Thomas Schwegler direkt auf der Rückseite seiner Kaffeepackungen:

Die Werte von Thomas Schwegler auf der Rückseite des Kaffeebeutels

Übrigens: Single Finca Kaffee bedeutet, dass die Bohnen dieses Kaffees von einer bestimmten Kaffee-Finca kommen und für den Kunden eben genau bis dorthin zurückverfolgbar sind. Häufig liest man auch Single Estate Coffee, was der englischen Bezeichnung entspricht.

Mein Fazit: Ein Kaffee den Sie probieren sollten!

Johannes Lacker

PS: Hier noch ein interessanter Artikel im Zürcher Tages Anzeiger zur Kooperation der Schweiz mit Peru, um dort eine bessere Kaffeeernte zu ermöglichen.

Steigende Kaffeepreise – Horror oder Segen?

In den vergangenen Tagen konnte man in der (Schweizer) Presse lesen, dass die Kaffeepreise für den Konsumenten wieder steigen werden. Hintergrund wäre vor allem die schlechte Ernte in Brasilien.

Der interessierte Kaffeetrinker beobachten schon seit Monaten ein ständiges Auf und Ab der Kaffeepreise. Erst vor Kurzem hat Aldi den Kaffeepreis gesenkt, jetzt scheint sich der Kaffeepreis jedoch wieder nach oben zu bewegen.

Roger Wittwer, Inhaber und Röstchef der Kafischmitte in Langnau im Emmental hat dazu nun einen Artikel für seinen Newsletter geschrieben, den wir hier freundlicherweise übernehmen dürfen. Wir tun dies sehr gerne, da er sehr deutlich Licht hinter das Dunkel der Kaffeepreisbildung bringt:

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Die steigenden Kaffeepreise beschäftigen derzeit die Kaffeebranche und die Konsumenten. Medien berichten teils mehr subjektiv als objektiv. Die Artikel schwanken zwischen dem angeblichen Horrorszenario vom explodierenden Kaffeepreis bis zu dessen erfreulichen Rückgang. Niemand weiss eigentlich was passiert. Regnet es in Brasilien die nächsten Wochen, dann wird das wahrscheinlich Entspannung bringen auf dem Kaffeemarkt. Wenn kein Regen fällt, dann sind wir alle arm dran, weil der Kaffeepreis steigt (jedenfalls wenn man den Medien und Experten glaubt).

Die Frage ist aber: Wie schlecht sind steigende Einkaufspreise bei Kaffee wirklich? Und für wen sind sie schlecht? Profitieren die Konsumenten am Ende gar von steigenden Preisen? Finden wir’s raus!

Standardkaffee oder Spezialitätenkaffee?

Der Handel mit Kaffee ist bisweilen sehr theoretisch und für den Kaffeegeniesser nur schwer nachvollziehbar. Der allergrösste Teil der weltweit gehandelten Kaffees sind Standardkaffees (sogenannte Commercial Coffees, oftmals schlicht Commodities genannt). Der restliche kleine Teil ist Spezialitätenkaffee. Transparenz im Kaffeehandel existiert so gut wie gar nicht. Wenn überhaupt, dann eigentlich nur im winzigen Spezialitätenkaffee-Segment. Schauen wir doch mal, wie die beiden Handelsmodelle so aussehen:

Börsenpreis des Standardkaffees der letzten Jahre

Börsenpreis des Standardkaffees der letzten Jahre

So wird Standardkaffee gehandelt:
Kaffee wird als Rohstoff an verschiedenen Börsen gehandelt. Der Einfachheit beziehen wir uns nur auf Arabica-Kaffee und die New Yorker Börse. Meist kaufen Händler Kaffee basierend auf dem Börsenpreis. (siehe Grafik oben). Hinzu kommt manchmal noch ein Zuschlag, welcher ein paar US Cent pro lb (453 Gramm) beträgt. Beispiel: Fairtrade Standards definieren ein Zuschlag (Differential zzgl. zum Kaufpreis) von 30 US Cent/lb für zertifizierten organisch angebauten Kaffee. Ist der Börsenpreis hoch, dann bekommen die Bauern mehr Geld und entsprechend weniger, wenn der Preis tief ist. Der Börsenpreis hat sich in den letzten Jahren ziemlich absurd bewegt. Er stieg im 2011 auf die 34-jährige Rekordmarke von über 3 USD/lb nur um dann im 2013 auf quasi 1 USD/lb abzustürzen und sich nun wieder auf knapp 2 USD/lb zu steigern. Es sind primär Spekulationen, die diesen Preis bestimmen. Basierend auf der Hoffnung vom einfachen Geld und nur wenig wegen Angebot und Nachfrage des Rohstoffes. Aktuell wird erzählt, dass uns aufgrund einer grossen Dürre in Brasilien eine Kaffeeknappheit bevorsteht. Deshalb gehen die Preise in die Höhe. Jeder darf glauben was er will. Wir denken nicht, dass dies der einzige Grund für diese massiven Preisschwankungen ist. Es ist immer interessant zu sehen, dass die grösseren Unternehmen (Detailhändler, Röster etc.) ihre Kaffee-Verkaufspreise hochschrauben wenn der Börsenpreis des Kaffees steigt. Manchmal sinkt der Kaffeepreis auch wieder wenn der Börsenpreis abstürzt. Dann aber gleich begleitet mit grossen Marketingmassnahmen nach dem Motto „Tue Gutes und sprich darüber“.

So wird Spezialitätenkaffee gehandelt:
Spezialitätenkaffee stützt sich nur bedingt auf den Börsenpreis. Manchmal werden einfach deutlich grössere Zuschläge auf den Börsenpreis gewährt oder aber auch völlig frei gehandelt. Wir handeln mit der KAFISCHMITTE mittlerweile über 90% unserer Kaffees direkt. Den Börsenpreis ignorieren wir komplett. Vielmehr bezahlen wir einen Preis basierend auf Produktionskosten, Kaffeequalität, Verpackungsart, Aufbereitungsart, Dauer der Beziehung mit dem Bauer etc. Der Kaffeebauer erhält von uns ein mehrfaches des Börsen- oder Fairtrade-Preises (diese beiden Preise sind heute weitgehend identisch). Andere europäische Spezialitätenröster pflegen ein ähnliches Handelsmodell. Die meisten jedoch gehen den weniger steinigen Weg und kaufen einfach, was die Händler anbieten. Diese Röster vertrauen darauf, dass diese Händler die Bauern schon einigermassen fair bezahlen werden…

Arnold Paz und seine Familie; unser Freund und Kaffeebauer in Honduras

Arnold Paz und seine Familie; unser Freund und Kaffeebauer in HondurasIm Klartext: Was verdient der Kaffeebauer?

Im Klartext: Was verdient der Kaffeebauer?

Im Mai 2013 durfte ich an Cup of Excellence in Honduras teilnehmen und dabei die besten Kaffees des Landes auswählen und prämieren. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch gleich unseren Freund und Kaffeebauer Arnold Paz, seine Familie und Finca San José besucht. Wir kaufen seit mehreren Jahren von ihm das Microlot El Volcan. Gemeinsam mit Arnold haben wir durchgerechnet und verglichen, was ein Kaffeebauer im Bereich des Standardkaffees im Gegensatz zu einem Spezialitäten-Kaffeeproduzent verdient. Damals lag der Börsenpreis bei 1.42 USD/lb. Bei Spezialitätenkaffee sind wir von einem Durchschnitt von 3 USD/lb ausgegangen. Für die KAFISCHMITTE sind 3 USD/lb zu tief. Wir bezahlen im Schnitt zwischen 4.50 – 6.00 USD/lb an die befreundeten Kaffeebauern. Aber den Durchschnitt für einen günstigen Kaffee im Spezialitätenkaffee-Segment trifft es recht gut.

Hier ist das Originalbild von Arnold (er zeichnet und schreibt gerne :-). Auf der linken Seite der Kaffeebauer, der Standardkaffee verkauft und rechts derjenige, der Spezialitätenkaffee verkauft:

Kaffeepreis-Vergleich von Arnold Paz

So weit so gut. Nun schlüsseln wir das etwas auf, damit wir alle dasselbe verstehen:

Dasselbe wie auf Arnolds Zeichnung aber mit Erläuterungen ergänzt

Dasselbe wie auf Arnolds Zeichnung aber mit Erläuterungen ergänzt

Was lernen wir daraus?

Wenn ein Kaffeebauer in Honduras seine Ernte für den Börsenpreis verkauft (in dem Fall 142 US Cents/lb), dann macht er pro Kilo einen Verlust von knapp 83 US Cents, was ziemlich massiv ist. Wenn der Spezialitätenkaffee-Bauer hingegen für 3 USD seinen Kaffee verkaufen kann, dann macht er pro Kilo einen Gewinn von 88 US Cents. Wohlgemerkt: 3 USD entsprechen dem doppelten Preis der heutigen Fair Trade Standards wie sie z.B. Max Havelaar bezahlt. Der Standard-Kaffeebauer wird nun entweder den Kaffeeanbau aufgeben oder die Produktionskosten senken. Die Produktionskosten sind der einzige Faktor, den er beeinflussen kann. Also wird er die Löhne der Pflücker drücken, schneller (und schlechter) Ernten, weniger Pflege, etc. Der Spezialitäten-Kaffeebauer hingegen wird motiviert sein noch bessere Preise zu erzielen. Dazu wird er die besten Pflücker beschäftigen und diese fair bezahlen, die Bäume besser pflegen etc.

Noch ist aber nicht alles rosig: Ein Kilo Kaffee, wird von Arnold und seinen Leuten von der Ernte bis zur vollständigen Verschiffung ca. 5 Monate verarbeitet. In Handarbeit und persönlich wird der Kaffee geerntet, sortiert, überwacht, kontrolliert, gewendet, umgefüllt, geliefert, verpackt. Das verdient deutlich mehr als einen Gewinn von 88 US Cents.

Was heisst das auf Konsumentenseite? z.B. hier in der Schweiz? Man müsste CHF 1.50 mehr pro Kilo Kaffee bezahlen um diesen Spezialitätenkaffee im Beispiel von Arnold zu finanzieren. In der Regel entspricht ein Kilo Kaffee dem Monatsverbrauch in einem Haushalt, dessen Mitglieder 4 Tassen Kaffee pro Tag trinken. Jede Tasse Kaffee, die wir trinken würde dabei um 1 Rappen teurer werden. Dafür bekommen wir dann aber Spezialitätenkaffee, der auch nach was schmeckt und dessen Preis deutlich über den gängigen Fairtrade-Modellen liegt. Die Kaffeebauern erzielen ein Einkommen und sind motiviert auch weiterhin Kaffee anzubauen.

Also was ist uns Kaffee Wert? Wie schlimm sind steigende Kaffeepreise wirklich? Für uns Konsumenten hier in der Schweiz kosten erhöhte Rohkaffeepreise (gemessen an einem durchschnittlichen Haushaltseinkommen) so gut wie nichts (sorry für diese subjektive Pauschalisierung). Persönlich freue ich mich über steigende Rohkaffeepreise, denn für den Kaffeebauer bedeuten sie ein „normales“ Leben mit Freude am Kaffeeanbau und einer Option für die kommenden Generationen. Also freuen wir uns doch einfach mit den Kaffeebauern gemeinsam. Sie haben es nämlich verdient.

Coffee-HarvestingWenn Sie es tatsächlich bis hierhin geschafft haben, dann danke ich Ihnen ganz herzlich. Diese Materie interssiert sie offensichtlich und ich hoffe etwas Licht ins Dunkel des Kaffeehandels gebracht zu haben.

Geniessen Sie Ihren Kaffee. Ich bin sicher, er ist jeden Rappen wert.

Roger Wittwer

Dem schließe ich mich vollends an. Aber wie sehen Sie das Thema? Was sind Sie bereit für ein Kilo Kaffee auszugeben? Und wie stehen Sie zum Thema Fair Trade bzw. Direct Trade?

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag mit dem braunen Gold

Johannes Lacker

Was macht einen guten Kaffeevollautomaten aus und was erwartet mich mit so einem Profigerät daheim?

Kaffeevollautomaten sind in aller Munde und auf dem Markt unzählige erhältlich, doch wo genau liegen im einzelnen die Unterschiede zwischen den Modellen, außer natürlich im Preis? Ist teuer immer auch gleich besser und ein Zeichen für wirkliche Qualität, oder reicht es nicht auch aus eine im mittleren Preissegment zu wählen oder gar ein günstiges Sonderangebot? Welche Funktionen haben Kaffeevollautomaten üblicherweise eigentlich und werden davon tatsächlich alle benötigt?

Eine Standardfunktion sollte ein Kaffeevollautomat besitzen, denn sie macht einen Vollautomaten erst zum Vollautomaten. Der deutlichste Unterschied eines Kaffeevollautomaten zu einer herkömmlichen Kaffeemaschine ist der, dass beim Vollautomaten die Kaffeebohnen frisch gemahlen und das Kaffeepulver anschließend in einer Brühkammer gestampft und gebrüht wird. Damit der Kaffee dann auch genauso schmeckt, wie es gewünscht wird, kann man als Anwender über eine Steuerung das Flüssigkeitsvolumen, welches abgegeben werden soll, selbst bestimmen.

KaffeevollautomatEine weitere Standardfunktion, die eigentlich in jedem Kaffeevollautomat integriert ist, ist die Aufschäumdüse, um heißes Wasser oder Wasserdampf zu produzieren. Für diese Funktion besitzt jeder Kaffeevollautomat ein Reservoir, aus dem das Wasser durch einen kleinen Boiler geführt und dort auf die gewünschte Temperatur erhitzt wird.

Diese beiden Funktionen sind Standard für alle Kaffeevollautomaten. Üblicherweise finden sich in den einzelnen Geräten aber noch weitere, zusätzliche Funktionen. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er diese Funktionen tatsächlich benötigt, denn jedes dieser Extras treibt den Preis des Automaten schlussendlich weiter in die Höhe.

Diese gängigen zusätzlichen Funktionen gibt es:

Der Bypass Dosierer: Diese sehr praktische Funktion erlaubt es dem Anwender auch einmal eine andere Kaffeesorte auszuprobieren, obwohl der Bohnenbehälter voll ist. Falls beispielsweise unangemeldeter Besuch kommt, der vielleicht kein Koffein verträgt, kann koffeinfreies Kaffeepulver in den Bypass Dosierer gefüllt und gebrüht werden. Oder man hat gerade Lust auf Cappuccino statt Kaffee, auch dann geht das trotz vollem Bohnenbehälter, aber Vorsicht, der Bypass Dosierer darf meist ausschließlich mit Pulver und nicht mit ganzen Bohnen befüllt werden.

Das duale Heizsystem: Diese Funktion ist für Anwender hilfreich, die keine Zeit haben, ein paar Sekunden auf ihren Latte Macchiato oder Cappuccino zu warten. Normale Kaffeevollautomaten besitzen Thermoblock Heizelemente, die eine gewisse Zeit benötigen, um kleine Mengen Wasser durchzuziehen und sie von der Brüh- auf die Aufschäumtemperatur aufzuheizen. Dieser Vorgang dauert in der Regel etwa 43 Sekunden und kann durch duale Heizelemente umgangen werden.

Das digitale Display: Diese Funktion hat gegenüber den üblichen Indikatorlämpchen einige nützliche Vorteile. Während die einfachen Lämpchen nur darauf hinweisen, dass Wasser oder Kaffeebohnen nachgefüllt werden müssen, geht das digitale Display ins Detail. Es zeigt beispielsweise an, welches Kaffeevolumen gerade zubereitet wird, wie viele Tassen Kaffee an diesem Tag oder sogar komplett bereits zubereitet wurden und weist auf jeden einzelnen Schritt, der noch getan werden muss, hin.

Die Vormahl- und Vorbrühfunktionen: Während das Pre-Grinding (Vormahlen) nur der Zeitersparnis dient, verbessert das Pre-Brewing (Vorbrühen) den Geschmack. Beim Pre-Grinding werden bereits die Bohnen für den nächsten Vorgang gemahlen, während noch andere Getränke zubereitet werden und beim Pre-Brewing wird das Kaffeepulver vor dem Brühen angefeuchtet und einige Sekunden eingeweicht.

Die Temperaturkontrolle: Sie erlaubt es, die Temperatur für den Kaffee, Espresso und Co. speziell einzustellen und entweder zu erhöhen oder herabzusetzen.

Der Tassenwärmer: Hiermit wird die Abstellfläche der Tasse beheizt und somit die Tasse selbst vorgewärmt. So kühlt der Kaffee in der Tasse nicht so schnell ab.

Die Druckkontrolle: Mit dieser lässt sich der Ausgangsdruck am Vollautomaten je nach Bedarf und Geschmack regeln. Aufgrund des hohen Dampfdrucks, der während des Brühvorgangs entsteht, sind diese Kaffeegetränke besonders bekömmlich und aromatisch. Der hohe Dampfdruck ermöglicht es, dass unerwünschte Gerb- und Bitterstoffe in den Kaffee gelangen. Diese verbleiben größtenteils im Kaffeesatz, der nach dem Brühvorgang automatisch in einen Auffangbehälter geworfen wird. Die meisten Aromastoffe werden allerdings vom heißen Dampf unter Druck gelöst, und können sich dann im Kaffee frei entfalten.

Ein Kaffeevollautomat bietet seinem Besitzer umfangreiche Möglichkeiten, einen aromatischen und gesundheitlich unbedenklichen Kaffee brühen zu können, der ganz individuell die eigenen Geschmacksbedürfnisse erfüllt.

Der Wasseranschluss: Spezielle Modelle können durch eine Direktleitung mit dem häuslichen Wassersystem verbunden werden. Das mitunter lästige Nachfüllen des Wassertanks entfällt dadurch. Der Direktanschluss eignet sich daher besonders für Gastrobetriebe oder Firmengeräte in Mitarbeiterkantinen.
Zusätzlich werden Verkalkungen und Verschmutzungen im Wassertank gering gehalten, weil das Wasser nie über einen längeren Zeitraum stillsteht und auch keinen Kontakt zur Raumluft bekommen kann. Selbstverständlich schützt dieser Umstand nicht vor regelmäßiger Wartung.

Kauf eines Vollautomaten

Wenn Sie ein wahrer Fan von frischem und qualitativ hochwertigem und diesen häufig trinken, macht für Sie die Anschaffung eines Kaffee-Vollautomaten Sinn.

Die Bedienung ist denkbar einfach, wenn man sich erst einmal mit den Funktionsweisen des Gerätes vertraut gemacht hat. Allerdings müssen Sie dafür auch kein komplettes Barista-Studium hinter sich bringen. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem perfekten Espresso nicht halb soviel handwerkliches Geschick wie allgemein angenommen wird. Technische Ausstattung ist deutlich wichtiger.

Ist der Kaffeevollautomat eingeschaltet und auf Betriebstemperatur, reicht ein Knopfdruck aus und der Kaffee wird frisch, in der gewünschten Qualität, zubereitet. Alle weiteren Einstellungen richten sich an erfahrene und experimentierfreudige Anwender.

Je größer der Haushalt, desto mehr Kaffee wird getrunken. Ein Kaffeeautomat gewährleistet, dass jedes Familienmitglied seinen Kaffee immer frisch und heiß zubereiten kann. Ein richtig guter Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato hat in jedem Café seinen Preis. Wer von diesen Köstlichkeiten einfach nicht genug bekommen kann und sie auch bequem Zuhause trinken möchte, sollte sich daher auf jeden Fall die Anschaffung eines Kaffeevollautomaten überlegen. Derartige Geschmackserlebnisse können mit anderen Brühtechniken und Kaffeemaschinen nur schlecht oder mit dem nötigen Fachwissen gezaubert werden. Es ist daher schlauer, nicht immer dem Original hinterherzulaufen, sondern sich den Luxus zu gönnen diesen selber brühen zu können.
Wenn Sie die Anschaffung eines Vollautomaten also nicht als reinen Luxus ansehen, ihn nicht nur kaufen möchten da er sich in Ihrer Küche gut macht und Sie den Preis locker verschmerzen können, dann macht ein solcher Erwerb Sinn, wenn in Ihrem Haushalt viel Kaffee getrunken wird. Im Schnitt sind Bohnen etwa nur ein Viertel so teuer wie PADs oder gar Kapseln, bieten aber zugleich einen viel besseren und individuellen Geschmack.

Richtig zufrieden sein werden Sie mit einem Kaffeevollautomaten nur dann, wenn Sie sich vor dem Kauf darüber im Klaren werden, was Sie eigentlich genau von einer Kaffeemaschine erwarteten und wie Sie diese in Zukunft nutzen möchten.
Es ist daher wichtig, dass man sich im Vorfeld informiert, welche unterschiedlichen Modelle im Handel angeboten werden (einige haben wir hier schon mal vorgestellt). Am besten macht man sich eine Liste, die die persönlichen Bedürfnisse mit einschließt. Einen Überblick über viele Modelle und umfangreiche Testergebnisse finden Sie auf Kaffeevollautomat-test.com.

1. Sind Sie eher der Milchkaffee- und Espresso-, oder doch eher der Latte Macchiatto- und Cappuccinotyp?

Sollten Sie zu den letzten beiden Ausführungen gehören, achten Sie auf den integrierten Milchaufschäumer. Sollten Sie sich in den ersten beiden wiederfinden, können Sie durchaus auf das Feature verzichten.

2. Trinken Sie eher aus großen oder aus kleinen Tassen?

Die Aufstellhöhe für Tassen variiert ganz erheblich von Automat zu Automat. Achten Sie auf eine für Sie passende Höhe, insbesondere wenn Sie gerne große Becher und Tassen verwenden.

3. Legen Sie Wert auf vorgewärmte Tassen?

Einige Automaten bieten eine Art Heizung für Tassen an. Hiermit lässt sich nicht nur ein Abkühlen des Tasseninhalts verhindern, sondern auch bei bestimmten Kaffeespezialitäten für eine stabilere Crema und stabileren Milchschaum.

4. Wie viele Tassen trinken Sie am Tag, wie viele werden in Ihrem Haushalt, in Ihrem Büro konsumiert?

Da frisch gemahlener Bohnenkaffee gegenüber Portion-Systemen bis zu vier Mal billiger ist, lohnt sich ein Kaffeevollautomat schon ab 2-3 Tassen täglich.

5. Haben Sie überhaupt Platz für einen Vollautomaten?

Auch wenn einfache und günstige Vollautomaten nicht den Platz eines professionellen Vollautomaten einnehmen, sind auch Sie noch immer vergleichsweise sperrig und schwer. Der Druck im Gerät muss schließlich auch durch das Gerät selber abgefangen werden können. Bedenken Sie auch, Ihren Vollautomaten so aufstellen zu können, dass er leicht zugänglich für Wartung und Reinigung, sowie für das Nachfüllen von Wasser und Bohnen ist.

Reinigung und Wartung

Kaffeevollautomaten sind wie jedes andere hochwertige und spezialisierte Gerät anspruchsvoll. Sie funktionieren nur dann gut, wenn man sie auch hegt und pflegt. Wenn Sie sich einen Kaffeevollautomaten anschaffen wollen, sollten Sie sich darüber im klaren sein. Der Aufwand ist im Vergleich zu einer handelsüblichen Kaffeemaschine deutlich erhöht. Regelmäßige, gründliche Reinigung und Entkalkung sind bei Kaffeevollautomaten von entscheidender Wichtigkeit. Sie sind nicht nur aus hygienischen Gründen unerlässlich, sie verlängern auch die Lebenserwartung enorm.
Die meisten Geräte zeigen ihren Besitzern an, wann eine Reinigung oder Entkalkung fällig ist. Viele Maschinen lassen sich erst wieder wie gewohnt gebrauchen, wenn das notwendige Programm durchgeführt wurde.
Bei Kaffeevollautomaten bezieht sich Reinigung einerseits auf die Säuberung von Teilen (wie der Brühgruppe oder des Mahlwerks), andererseits auf die Verkalkung.

In Kaffeebohnen sind Fette enthalten, die sich in den Bauteilen der Maschine absetzen und diese verkleben können. Maschinen, die nicht regelmässig gereinigt werden, arbeiten schwergängiger und es kann zu Defekten kommen. Die Rückstände des Kaffeemehls können aber auch schimmeln und den Kaffee ungenießbar machen. Es ist daher wichtig, Reinigungsarbeiten in strikter Regelmässigkeit durchzuführen.

Bei der Entkalkung werden alle Teile der Maschine, die mit Wasser in Berührung kommen von Kalkrückständen befreit. Bei sehr kalkhaltigem Wasser muss die Entkalkung möglicherweise öfter durchgeführt werden, als die Maschine anzeigt. Die meisten Kaffeevollautomaten besitzen ein Tassenzählwerk, bei dem die notwendigen Wartungsintervalle vorgegeben sind. Aber nicht bei jeder Maschine besteht die Möglichkeit, Wartungsintervalle an die individuelle Wasserhärte anzupassen.

In den meisten Fällen sind die Entkalkungs- und Reinigungsarbeiten einfach und auch von Laien durchführbar. Viele Hersteller bieten die passenden Reinigungs- und Entkalkungsmittel in ihrem Sortiment mit an.
Diese werden dann einfach nach Gebrauchsanweisung in die Maschine gegeben und die jeweiligen Reinigungs- oder Entkalkungsprogramme laufen automatisiert ab.

Nach der Beendigung des jeweiligen Programms ist es ratsam, einige Brühdurchgänge mit klarem Wasser durchzuführen, damit auch wirklich alle Rückstände der Reinigungssubstanzen aus der Maschine herausgespült werden können.

Bei der Auswahl der Reinigungsmittel sollte man sich in jedem Fall auf die Herstellerangaben stützen. Nur bei zugelassenen Reinigungsmitteln ist gewährleistet, dass keine wichtigen Maschinenteile oder Dichtungen angegriffen und zerstört werden. Wer bei den Reinigungsmitteln spart, spart meistens am falschen Ort, da bei nachfolgend auftretenden Schäden keine Gewährleistung übernommen wird.

Die Reinigung der Brühgruppe und des Kaffeeauffangbehälters unterliegt nur der Verantwortung des Besitzers. Die meisten Kaffeevollautomaten zeigen zwar an, wenn der Kaffeeauffangbehälter voll ist oder die Brühgruppe verunreinigt, soweit sollte man es aber nie kommen lassen.

Viele Brühgruppen lassen sich mit einem einfachen Handgriff aus der Maschine entfernen und können dann mit lauwarmem Wasser abgespült werden. Mit den Kaffeeauffangbehältern kann man ähnlich verfahren.

Besonders wichtig ist die Reinigung vor langer Abwesenheit. Kaffeevollautomaten, in denen sich leichte Verschmutzungen angesammelt haben, funktionieren bei stetiger Benutzung einwandfrei. Allerdings, werden diese Geräte über Wochen hinweg nicht benutzt, können diese Verunreinigungen verkrusten und regelrecht aushärten.

Dadurch kann es vorkommen, dass der geliebte Kaffeevollautomat nach einem ausgiebigen Urlaub funktionsuntüchtig ist. Es ist daher besser, wenn man vor der Abreise Brühgruppe und den Tresterbehälter aus der Maschine entfernt, unter laufendem, warmen Wasser reinigt und erst nach dem Urlaub wieder einbaut.

Die Unterhalts- und Wartungskosten können je nach Hersteller stark variieren. Vor dem Kauf sollte man sich daher erkundigen:

  • Wie hoch sind die Kosten für empfohlenen Reinigungs- und Entkalkungsprodukte.
  • Wie oft sollte die Wartung durchgeführt werden und wie lauten die Herstellerangaben.

Persönliche Erfahrungsberichte und nachvollziehbare Testergebnisse können dabei sehr hilfreich sein. Wichtig ist, für den Fall der Fälle, auch die Lieferbarkeit von Ersatzteilen.

Die Kosten hängen natürlich auch von der Häufigkeit der Nutzung ab. Damit dem Kaffeevollautomat des Vertrauens eine lange Lebensdauer beschert wird, sollte nicht nur auf die Wasserqualität, sondern auch auf die verwendete Kaffeesorte geachtet werden. Manche Röstungen beinhalten mehr Fette, andere weniger. Wir empfehlen den typischen Schweizer Schümli Kaffee. Besonders fettreiche Kaffeesorten hinterlassen mehr Rückstände. Die Abstände zwischen den erforderlichen Reinigungen sollten entsprechend dieser Parameter angepasst werden.

Ein Kaffeevollautomat wird mit ganzen Kaffeebohnen gefüllt, teure Kaffeepads oder -kapseln, die den Tassenpreis in die Höhe treiben, sind nicht notwendig. Die Mehrkosten, die bei der Anschaffung eines Kaffeevollautomaten anfallen, amortisieren sich im Laufe der Zeit, da beim Kaffeebohnenkauf gespart werden kann.

Johannes Lacker

Italienische Rostbohnenheißgetränke für den Hausbrauer

Ob und im Frühjahr, Herbst oder Winter, aber insbesondere im Sommer erfreuen sich Heißgetränke aus italienischer Tradition größter Beliebtheit. Jeden Tag genießen viele Deutsche in Cafés, Bars und Restaurants ihren Espresso, Latte Macchiato und Cappuccino. Aber warum sollten Sie sich dies nicht auch daheim in Küche, Wohnzimmer, auf der Terrasse oder dem Balkon gönnen? Die Preise für Espressomaschinen sinken immer weiter, je größer das Interesse und die Kaufbereitschaft sind. Längst muss man auch für eine echte Profimaschine keine Preise mehr jenseits der tausend Euro bezahlen. Da Otto.de derzeit für Espresso- und Kaffeemaschinen nicht nur Rabatte, sondern auch eine Zahlungspause für 100 Tage bei einer Lieferzeit von 24 anbietet, haben wir uns für Sie einmal mit den beliebtesten Geräten auseinander gesetzt. Egal ob Sie nun Purist oder PAD Fan sind, fündig werden Sie hier auf jeden Fall und unendlichem Espressogenuss in den eigenen vier Wänden sind keine Grenzen mehr gesetzt.

Platz 1.: DeLonghi Kombimaschine BCO 410

Die De’Longhi Kombimaschine BCO 410 überzeugt nicht nur durch ihr kompaktes Design, ihre qualitativ hochwertige Verarbeitung sonder auch durch ihre vielseitigen Komfortfunktionen. Unter anderem verfügt sie über ein Cappuccino-System, das Dampf, Luft und Milch zur Herstellung eines perfekten Milchkaffees oder Cappuccinos vermischt aber es ist auch ohne weiteres möglich, mit der De’Longhi BCO 410 ganz „normalen“ Kaffee zu brühen.

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Für den einfachen Einsatz in wirklich jeder Küche wurde die De’Longhi BCO 410 so entworfen, dass sie komplett frontal bedienbar ist. Ob Sie nun Wasser, Kaffeepulver oder Espressopulver nachfüllen möchten, niemals müssen Sie die Maschine hervorziehen und von oben her bedienen. Zur Befüllung des Wassertanks können Sie diesen natürlich herausnehmen und beschleunigt unter dem Wasserkran oder mit gefiltertem Wasser befüllen, notwendig ist dieser Handgriff jedoch nicht.
Das Cappuccino-System der De’Longhi BCO 410 zeichnet sich durch die Verwendung einer speziellen Beschichtung, einer besonders leicht zu handhabenden Anordnung der einzelnen Stationen und einem ansprechenden Design aus. Nie war der Weg zu cremigem Milchschaum leichter.
De’Longhi hat die BCO 410 nicht für Freunde des puristischen Siebträgersystems entworfen, die Maschine lässt mit nur einem Handgriff und einem mitgelieferten Einsatz auch auf das bekannte E.S.E. PAD-System umrüsten.
Die Kaffeestation verfügt über eine Warmhalteplatte und die Kaffeekanne verfügt über ein Fassungsvermögen von 10 Tassen. Wie von einem Gerät aus De’Longhis Profischmiede zu erwarten, verfügt die De’Longhi BCO 410 natürlich über eine Abstellfläche für Tassen. Nicht umsonst liegt sie derzeit auf Platz Eins unter den Topsellern.

Platz 2.: Beem Espressomaschine Espresso Perfect Crema Plus

Die Espresso Perfect Crema Plus von Beem ist eine klassische Espresso Maschine mit 15 bar Druck. Das verbaute neuartige und einzigartige Thermoblock Heiz– und Pumpsystem mit Edelstahl–Wasserleitung sorgt für einen korrosionsfreien, geschmacksneutralen Wasserdurchfluss und für somit für einen unverfälschten Kaffeegenuss.

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Die Maschine verfügt über leistungsstarke 1350 Watt.
Um den alltäglichen Einsatz und die Zubereitung von wohlschmeckenden Espressospezialitäten so einfach wie möglich zu machen, wurrde die Beem Pefect Crema Plus mit einer schwenkbaren Metall–Dampfdüse zum Erhitzen von Getränken oder zum Milchaufschäumen ausgestattet. Die komplette Bedienung erfolgt dabei über einen einfach zu bedienenden Kombischalter für alle drei Betriebszustände: Stand–by Funktion – Espresso/Kaffee – Dampf.
Für die optimale Betriebstemperatur wurde die Beem Perfect Crema Plus mit einem elektronischen Temperaturregelsystem ausgestattet. So können echte Hobbybaristas für den eigenen Espresso die optimale Temperatur ohne großen Aufwand einstellen.
Auch ein gleichzeitiges Befüllen von zwei Espressotassen durch zwei Auslässe im Filterhalter ist kein Problem. Auch wenn die Maschine auf den ersten Blick nicht den Eindruck vermittelt, so finden auf der Abstellfläche mühelos zwei Tassen nebeneinander Platz.
Mitgeliefert werden zwei verschiedenen Edelstahlfiltergrößen für eine beziehungsweise zwei Tassen Espresso und eine Einlage für den Siebhalter, der die Verwendung der bekannten E.S.E. PADs ermöglicht.
Die Edelstahlfilter von Beem werden nach einem besonderen Produktionsverfahren hergestellt. Im Gegensatz zu althergebrachten Filtern verfügen diese Filter über eine erhöhte Anzahl deutlich feinerer Löcher und übereinanderliegen Sieben. So gelingt jede Crema besonders schaumig und ansprechend.
Der Wassertank der Beem Perfect Crema Plus verfügt über ein Fassungsvermögen von 1,5 Litern und ist herausnehmbar. Zur leichten Reinigung sind Tropfschale und Tropfgitter leicht abnehmbar und auch für die Spülmaschine geeignet. Der Filterhalter ist aus massivem Aluminiumguss gefertigt und die Maschine ist zusätzliche mit einer abnehmbaren Aluminium Warmhalteplatte auf dem Gehäuse, zum Abstellen und Erwärmen beziehungsweise Warmhalten der Tassen ausgestattet. Wie der Fachmann weiß, sollten Espressotassen vor der Befüllung erwärmt werden.

Platz 3.: Gastroback Design-Espresso-Maschine “Advanced Pro G”

Mit der „Advanced Pro G“ von Gastroback geht es schon in den echten Profibereich. Die voll programmierbare Espressomaschine ist mit einem integriertem Kegelmahlwerk und einer 18 Stufen-Mahlgradeinstellung ausgestattet. Hiermit lässt sich, wie mit einem externen Mahlwerk die persönliche Bohnenmischung im gewünschten Mahlgrad zum optimalen Espressomehl verwandeln. Die Menge des zu mahlenden Kaffees lässt sich frei einstellen und dank des 200g Frischebehälters lässt sich sogar auf Vorrat mahlen. Diese Menge reicht für etwa 25 Erspresso-Shots aus. Im Gegensatz zum Vorgängermodell wurde der „Advanced Pro G“ als Upgrade obendrein noch ein integrierter Wasserfilter verpasst. Die gewünschte Menge an frisch gemahlenem Kaffee frei einstellbar.

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Wie für ein Profigerät zu erwarten ist die „Advanced Pro G“ von Gastroback ein reiner Siebträger. Je nach Wunsch kann man sich bei der Dosierung für eine oder zwei Tassen ganz auf die voreingestellten Einstellungen verlassen oder diese ganz nach Gusto komplett individualisieren.
Für den nötigen Überblick während des Brühvorgangs und zur Überprüfung des Maschinendrucks und Mahlgrades sorgt ein Druck-Manometer und das benutzerfreundliche, beleuchtete und sensitive Bedienmenü. Vom Werk aus ist dies mit fünf Funktionen ausgestattet, lässt sich aber ebenfalls ganz an die eigenen Wünsche und Ansprüche anpassen. Die verbaute professionelle ULKA Espressopumpe sorgte für 17 bar Druck am Siebträger. Die komplette Brühgruppe der Maschine ist voll beheizt und wird dafür von einem patentierten Thermo-Block-Heizsystem versorgt. So lässt sich nicht nur perfekter Kaffeegenuss dank der Vorbrühfunktion erreichen, sondern auch im Zeiten des Nichtbetriebes in den Energiesparmodus wechseln. Mit nur geringem Stromverbrauch bleibt die Gastroback „Advanced Pro G“ so jederzeit einsatzbereit.
Natürlich ist die Milchaufschäumdüse mit einem 360° Arbeitsumkreis ausgestattet. Die Maschine verfügt zur Abrundung über einen Selbstreinigungsmodus und eine komplett elektronische Temperaturkontrolle. Der abnehmbare Wassertank hat ein Fassungsvermögen und als enthaltenes Zubehör ist der im exklusiven Metall-Design aus Druckguss gehaltenen Maschine ein Edelstahl-Milchschäumkännchen, ein Messlöffel, ein Espresso-Tamper, ein patentiertes Reinigungswerkzeug mit Bürste, einReinigungseinsatz, undje zwei Einzel-/Doppelwandfilter beigelegt. So gehen die Träume eines jeden Espressojüngers wunschlos in Erfüllung.

Platz 4.: Espresso Gaggia Carezza

Eine Synergie aus Retro und Moderne ist die Carezza von Gaggia. Die im Retro-Design gehaltene Profimaschine ist ein hochmoderner und doppelwandiger Siebträger. Getreu dem Motto des Herstellers “Tradizione in continua evoluzione” kombiniert die neue Gaggia Carezza das professionelles Erbe der alt- und ehrwürdigen Espressomaschinen-Schmiede der neuesten Technologie. So kommen Sie in den Genuss eines bemerkenswerten italienischen Espressos, auf den wohl auch der Firmengründer Giovanni Achille Gaggia stolz gewesen wäre.

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So kommt mit höchstem Luxus die Gaggia Carezza ihrem Besitzer in allen Betriebslagen soweit entgegen, wie es nur eben geht. Sie zeigt an, wenn eine Entkalkung notwendig wird. So verlängert sich die Lebensdauer der Espressomaschine bedeutend, aber sollte zum Erhalt der Garantie nur mit Original-Entkalker von Gaggia durchgeführt werden.
Die Gaggia Temperaturanzeige wiederum ermöglicht die professionelle Überwachung der Wassertemperatur im Durchlauferhitzer, damit Sie stets das beste Ergebnis in der Tasse haben. Dafür sorgt auch der Druck von 15 Bar am Siebträger. So ist gewährleistet, dass Sie immer authentischen Espresso-Geschmack genießen können.
Der klassische Milchaufschäumer dieser Gaggia Espressomaschine, traditionell “Panarello” genannt, verwandelt innerhalb weniger Sekunden Milch in prächtigen Milchschaum für Cappuccino, Latte Macchiato oder mehr. Er liefert auch heißes Wasser für Tee.
Die Gaggia Carezza ist mit einem druckdichten und doppelwandigen Siebträger ausgestattet. Dadurch werden die Crema sowie die Isolierung für einen heißen, cremigen Espresso optimiert. Zum Zubehör der Gaggia Carezza gehört natürlich Kaffeefilter für ein oder zwei Tassen gemahlenen Kaffee und einen speziellen Filter für sogenannte E.S.E.-Pads (Easy Serve Espresso). Diese E.S.E.-Pads sind perfekt portioniert und machen die Bedienung eines Siebträgergeräts einfacher.
Der Vorbrühmodus sorgt dafür, dass der gemahlene Kaffee vor dem eigentlichen Brühvorgang gleichmäßig angefeuchtet wird. Nur dann fließt das Wasser durch den gesamten gemahlenen Kaffee, und die Gaggia Espressomaschine kann das volle Aroma für den köstlichen Espressogeschmack extrahieren.

Johannes Lacker

Bilder: Otto.de

Mein schönstes (Sommer-)Erlebnis mit Kaffee

Im Rahmen einer Blogparade von mein-eigener-kaffee.de wird nach meinem schönsten (Sommer-)Erlebnis mit Kaffee gefragt.

Und natürlich beteilige ich mich gerne an dieser Aktion.

Also, gibt es für mich EIN besonderes Kaffeeerlebnis? Ehrlichgesagt nein. Für mich ist das Thema Kaffee ein ständiges Erlebnis.

Wenn ich dennoch ein Erlebnis herausgreife, stehen für mich die Menschen im Vordergrund, die ich durch die Beschäftigung mit dem Thema Kaffee kennengelernt habe. Angefangen bei den Baristi, die ich auf nationalen und internationalen Meisterschaften bewundern durfte. Obwohl diese für mich “die Heroes” waren (und sind), haben sie mich ganz schnell und ohne Allüren in ihren Kreis mit aufgenommen. Für mich naheliegend waren dies erst einmal die Schweizer Baristi, namentlich Thomas Liebe (Schweizer Meister 2008), Philipp Meier (Schweizer Meister 2009) und Mathias Bühler (Schweizer Meister 2010). Im Rahmen der WBC in Atlanta 2009 durfte ich diese näher kennenlernen und war eingeladen zur Abschlussfeier der Schweizer SCAE in Thun.

Dort hat mich besonders Thomas Liebe beeindruckt. Bei ihm Zuhause in Thun hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt, den Thunersee und auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Vor allem aber bekam ich von ihm einen Kaffee angeboten, den er erst auf mein “Ja” hin auf der Terrasse röstete, um ihn dann in einer Dalla Corte Mini zuzubereiten. Ich war damals so beeindruckt von dieser Aktion, dass ich mich bis heute gerne daran erinnere.

Und natürlich tat das landschaftliche Umfeld im Berner Oberland sein übriges, um mich wirklich zu begeistern.

Ja, das ist sicher eine besonders schöne Erinnerung, der aber noch viele andere folgen sollten. Und auch heute habe ich immer wieder Erlebnisse mit anderen Baristi, mit Kunden oder auch “nur” mit einem besonderen Kaffee, die mich keinen Tag bereuen lassen, mich der Welt des Kaffees geöffnet zu haben.

Johannes Lacker

Fair Trade im Vergleich zu Direct Trade

Bei Facebook habe ich vor einigen Tagen folgende Grafik entdeckt, gepostet von Bird Rock Coffee Roasters in San Diego (USA). Diese beschreibt sehr gut den Unterschied zwischen Kaffee, der unter den Fair Trade Siegel gehandelt wird und solchem, bei dem der Kaffeerösterei direkt mit dem Kaffeeproduzentem, dem Kaffeebauern, zusammenarbeitet.

(c) Birdrock Coffee

(c) Bird Rock Coffee

In unserem Heppenheimer Ladengeschäft werde ich auch immer wieder mal auf Fair Trade Kaffees angesprochen. Diesen Kunden erkläre ich dann, dass wir keinen Fair Trade Kaffee führen, da wir ausschließlich nach Qualität einkaufen und Fair Trade (oder auch Bio) nicht zwingend für erste Qualitäten stehen. Fair gehandelter Kaffee kann auch schlecht schmecken. ;-)

Zweites Argument, welches ich immer wieder anführe ist, dass bei Fair Trade in der Regel die Einzelhändler die Gewinner sind, nicht der Kaffeebauer oder -pflücker. Hintergrund dafür ist, dass der Einzelhändler in prozentualen Margen rechnet, nicht in EUR. Wenn sich der Kaffee also z.B. im Einkauf um 50ct (pro Kilo) erhöht, verlangt der Einzelhändler nicht einfach 50ct mehr, sondern, je nach kalkulierter prozentualer Handelsspanne z.B. 81ct. Das ist, wie gesagt, Ergebnis des prozentualen Rechnens im Lebensmitteleinzelhandel.

Deswegen wird das Fair Trade System immer wieder stark kritisiert. Eine sehenswerte Dokumentation dazu findet sich auf ARTE: Der faire Handel auf dem Prüfstand.

In dieser Dokumentation wird deutlich, dass zum einen die Bauern nicht wesentlich mehr verdienen als im konventionellen Handel und dass zum anderen die verschiedenen Fair Trade und Bio Siegel häufig nur dazu dienen, den großen Kaffeehandelshäusern einen “grünen” Anstrich zu geben. Denn, wie oben beschrieben, man kann mit dem guten Gewissen der Endkunden durchaus noch mehr Gewinne einfahren.

Verurteile ich nun Fair Trade? Nein, das tue ich nicht. Fairen Handel unterstütze ich sehr gerne. Dazu sollte es aber in Zukunft nicht mehr möglich sein, dass Spekulanten an der Börse die Preise nach eigenem Nutzen diktieren. Deshalb favorisiere ich den fairen Handel beider Handelspartner direkt. Auf der einen Seite der Kaffeebauer und auf der anderen Seite der Kaffeeröster. Ohne zusätzliche Zwischenhändler, die alle auch ihr Geld verdienen wollen. Ohne eine Fair Trade Organisationsstruktur, die ebenfalls Geld kostet. Die Vorteile ergeben sich aus der obigen Grafik: Der Kaffeebauer bekommt für seinen Kaffee den Preis, den er zum eigenen (Über-)Leben braucht und der Kaffeeröster bekommt die Qualität, die er sich wünscht. Durch den direkten Austausch zwischen Farmer und Röster entstehen Partnerschaften, die sich zum gegenseitigen Nutzen  entwickeln. Mehr Qualität gibt mehr Geld. Und damit eine bessere Lebenssituation für den Bauern in den Produktionsländern.

Leider gibt es in Deutschland und in der Schweiz noch zu wenig Kaffeeröstereien, die direkt mit den Farmern Handel betreiben. In der Schweiz ist sicherlich einer der Vorreiter die Kafischmitte von Roger Wittwer in Langnau i.E.. In Deutschland gehört Quijote Kaffee in Hamburg zu den Direkt Trade Pionieren.

Es lohnt sich auf jeden Fall deren Betriebe einmal zu besuchen um sich über deren direkten Handel mit den Produzenten zu informieren. Gerade Roger Wittwer beschreibt in seinem Kaffeeblog seine direkten Beziehungen zu den Farmern sehr eindrücklich, Quijote Kaffee zeigt sich z.B. sehr transparent im Bereich der eigenen Unternehmenskalkulation oder dokumentiert auf Facebook die Reisen zu den “eigenen” Kaffeebauern.

Mein Fazit: Kaufen Sie besser direkt gehandelten Kaffee, denn das ist fair(er) für alle Beteiligten. Und der Kaffeequalität in der Tasse dient es erst recht!

Johannes Lacker

 

Das Kaffeetrinken zelebrieren – 4 Tipps für ausgefallenen Kaffee-Genuss

Manch Kaffeeliebhaber wünscht sich ein wenig mehr Zeit um seinen Kaffee so richtig genießen zu können. Ob morgens bei der ersten Tasse zum Frühstück, beim schnellen Espresso an der Bistrotheke auf dem Weg zur Arbeit, nachmittags mit Freunden oder abends nach einem Abendessen – Kaffeetrinker haben viel zu selten Zeit das Kaffeetrinken zu zelebrieren.

Weil alle Kaffeetrinker sich hin und wieder doch die Zeit nehmen sollten die eine oder andere Tasse Kaffee zu genießen, haben wir hier vier Tipps, wie es gelingt:

1. Planen Sie eine Kaffeeverkostung

Jeder hat seine typische Sorte Kaffee. Die Geschmäcker variieren je nach Röstung und Aufbereitung des Kaffees. Wie wäre es daher, wenn Sie eine eigene Kaffeeverkostung planen? So können Sie mit einigen Ihrer Freunde ungestört verschiedene Kaffees probieren und sich über Ihre Lieblingssorten austauschen.

Wo und wann das Ganze stattfindet bleibt dabei natürlich Ihnen überlassen, Tipps zur Kaffeeverkostung und Zubereitung finden Sie zum Beispiel bei den Schweizern, die die perfekte Kaffeezubereitung wirklich drauf haben. Für alle Otto-Normalverbraucher reichen aber auch eine kleine Kaffeemühle und eine Frenchpress-Kanne, um eine Verkostung im kleinen Rahmen durchzuführen.

Um diesen besonderen Genießer-Tag auch angemessen anzukündigen, können Sie auf eine mittlerweile ja fast schon ungewöhnliche Weise – aber immer noch auf die schönste Art – einladen: Mit einer Einladungskarte. Sie können aber auch noch kreativer werden und beispielsweise kleine Einladungsboxen basteln. Darin finden zum Beispiel eine Nachricht auf einem Kaffeefilter und ein paar Bohnen genügend Platz, um angemessen zu Ihrer Verkostung einzuladen.

2. Auf einen Kaffee

Wann wurden Sie das letzte Mal zum Kaffee eingeladen? Ein Kaffeeklatsch mit Freunden und einem guten Stück Schokolade oder Kuchen ist schnell organisiert und mit den heutigen Kommunikations-möglichkeiten sind auch alle im Nu informiert.

Ob spontan oder mit Vorlaufzeit, im stressigen Alltag freut sich sicher jeder Ihrer Freunde über eine Einladung zum Kaffee – und auch wenn die Zeit nur einen Espresso zulässt, beim Kaffee lässt sich’s gleich viel leichter über Job und Privates plaudern.

3. Nicht nur zum Trinken

Auch im Essen macht der Kaffee sich mehr als gut. Probieren Sie die Vielfalt des Kaffeegeschmacks auch mal in der Zubereitung von Nachspeisen zuhause aus. Die eher Koch- und Backfaulen unter Ihnen können Kaffeebohnen mit Kaffeeglasur auch schon fertig kaufen.

Alle anderen können sich, egal ob süß oder herzhaft, mit der Zutat Kaffee in der Küche austoben. Ob Kaffeekuchen, Tiramisu, Pancakes mit Kaffeesirup oder auch herzhaft Spaghetti mit Bohnensoße an Kaffee oder Risotto mit Kaffee-Tomaten – es gibt so gut wie nichts, was mit Kaffee nicht geht.

4. Ausflug in die Rösterei

Kaffeeliebhaber, die am Wochenende ein wenig Zeit haben können beispielsweise einer Rösterei einen Besuch abstatten. Eine Liste aller Röstereien in der Schweiz finden Sie hier und auf den einzelnen Webseiten der Röstereien können Sie sich über Öffnungszeiten, mögliche Führungen oder angebotene Kaffeeseminare informieren. Auch gibt es in manchen Röstereien Kaffeeverkostungen, aber wie Sie sich sicher denken können, wird hier nur der hauseigene Kaffee verkostet.

Wem keine Zeit für eine Besichtigung oder ähnliches bleibt, für den empfiehlt es sich dennoch, ein Mal in eine Rösterei zu gucken. Hier können Sie schöne Geschenke für Freunde und Verwandte rund ums Thema Kaffee finden.

Johannes Lacker

Nachhaltigkeit beim Kaffeeanbau

In Zeiten von Globalisierung und weltweiter Ausbeutung gibt es zum Glück auch auf Seiten der Wirtschaft diejenigen, die sich dem entgegenstellen und ihren Anteil daran leisten die Welt ein wenig fairer zumachen.

Für die Anbauländer und ihre Bewohner sind dies in jedem Fall gute Nachrichten. Bedeutet dergleichen doch vor allen Dingen eine höhere Lebensqualität. Dank besserer Bezahlung, fairer Arbeitsbedingungen und höherer Erträge. Gerade der Nachhaltige Umgang wirkt sich positiv auf den Ackerboden und die Ernten der Folgejahre aus. Aber auch wir Kaffeekonsumenten profitieren davon. Zwar kostet fair gehandelter und zertifizierter Kaffee mehr, aber er schmeckt auch besser und ist deutlich gesünder. So finden beispielsweise beim Anbau von zertifiziertem Kaffee keine Pestizide Verwendung. Aber es wird auch in Hinblick auf Klimawandel darauf geachtet Ressourcen sparsam einzusetzen. Als ein immer wertvolleres Gut wird so auch Wasser nachhaltig und sparsam eingesetzt.

Für die Umsetzung und Kontrolle dieser Voraussetzungen für zertifizierten Kaffee nimmt eine Handvoll Organisationen entscheidende Schlüsselpositionen ein. Die prominentesten Namen darunter sind Rainforest Alliance, 4C Association, UTZ Certified, Tropical Commodity Coalition und Fairtrade Labbeling Organizations International. Durch sie werden weltweite Standards definiert, der nachhaltige Anbau kontrolliert und Kaffeefarmen zertifiziert. Immer wieder an ihren Programmen sind wichtige Größen aus dem internationalen Kaffeehandel. Ganz vorne mit dabei ist unter anderem das deutsche Unternehmen Tchibo.

Ganz gemäß der Standards der Zertifizierungsorganisationen hat Tchibo erkannt, dass auf die Dauer nur dann hohe Qualität in den Tassen seiner Kunden ankommt, wenn die Fruchtbarkeit der Böden erhalten bleibt und der Anbau den Kaffeefarmern auch die Möglichkeit gibt ihre Familien zu ernähren und einen gewissen Lebensstandard zu erreichen. Dazu kommt nicht nur der Schutz der Natur und der Böden, sondern gerade in heißen und trockenen Regionen Ressourcenmanagement. Wasser kann und darf nicht verschwenderisch in Kaffee gesteckt werden, wenn die Bevölkerung des Anbaulandes dursten muss. Nur zufriedene Arbeiter arbeiten auch so, wie es die Zertifizierungsorganisationen vorschreiben. Aus diesem Grunde hat sich Tchibo auch im Rahmen der eigenen Möglichkeiten einer sozialen Verbesserung in den Anbauländern verschrieben und unterstützt viele Projekte vor Ort.

Tchibo arbeitet dabei insbesondere mit UTZ Certified zusammen. Die 2002 gegründete Organisation zertifiziert weltweit etwa ein Drittel des als nachhaltig ausgewiesenen Kaffees. Obwohl sich die Vorgehensweisen der einzelnen Organisationen zur Zertifizierung untereinander unterscheiden, arbeiten sie doch alle eng zusammen um weltweit die Erzeugung und Verarbeitung von Agrarprodukten zu verändern und nachhaltiger zu gestalten.

Mit Tchibo an der Seite ist es UTZ schon sehr früh gelungen in Deutschland einen wichtigen und einflussreichen Partner für sich zu gewinnen. In den Jahren nach der ersten Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Unternehmen und der weltweiten Zertifizierungsorganisation sind viele weitere Händler und Discounter Tchibos Beispiel gefolgt. Dies gilt bei weitem nicht nur für Kaffee, sondern auch für Kakao, Süßwaren und Gebäck.

Auf lange Sicht gesehen kann es für uns alle keinen anderen Weg geben als lieber etwas mehr zu bezahlen und an diejenigen abzugeben, auf deren Rücken unser alltäglicher und selbstverständlicher Luxus aufbaut. Tchibo hat einen wichtigen Schritt getan und wir als Konsumenten haben es in der Hand anderen Unternehmen deutlich zu machen ebenfalls diesen Weg der Nachhaltigkeit zu bestreiten oder eben auf unsere Einkäufe in Zukunft zu verzichten.

Das allerdings auch auch nicht immer alles Gold ist, was glänzt, zeigen die aktuellen Berichterstattungen rund um den fairen Handel. Wie Spiegel Online und der Stern berichten, kommen nicht jedem Arbeiter auf den Kaffee-, Tee- und Kakao-Plantagen die höheren “Fair-“kaufspreise zu Nutze. Hier gilt es also auch für Unternehmen wie Tchibo ihren Einfluß geltend zu machen, damit jeder in der Verwertungskette Kaffee, Tee oder Kakao seinen Anteil bekommt, um damit sein Leben bestreiten zu können.

Johannes Lacker

Versandkosten im Online Handel – ein Phänomen

Jeder, der online Waren einkauft, kennt sie, die Versandkosten. Wahrscheinlich selten gerne bezahlt, denn eine eigentliche Leistung erhält man ja nicht. Gut, die bestellten Produkte werden einem nach Hause geliefert, aber oft muss man sie dann doch bei der nächsten Post abholen.

Die Höhe der Versandkosten als großes Fragezeichen

Dass die Versandkosten auch für den Versender, also für den Online-Händler ein Ärgernis sind, lässt sich für mich leicht daraus ablesen, dass die Höhe der Versandkosten im Internet unterschiedlicher nicht sein könnten. Vom kostenfreien Versand, über Staffelungen, Mindestbestellwerten bis hin zu wirklich hohen Versandkosten findet man wirklich alles.

Auch ich habe mich mit dem Thema der Versandkosten schwer getan. Denn die tatsächlichen Kosten bürden wohl die wenigsten Online Händler ihren Kunden auf. Wenn dem so wäre, müssten die Versandkosten für ein 3kg Paket gut und gerne bei 7 bis 8 EUR liegen. Denn neben dem eigentlichen Porto kommen noch die Verpackung (Kartonagen), Füllmaterial, Kosten für die Auftragsbearbeitung und das eigentlichen Packen der Bestellung hinzu (also Arbeitleistung).

Diesen Preis wird man im Online Handel aber kaum finden, vor allem nicht im Lebensmittel(online)handel, in dem wir tätig sind.

Vor 5 Jahren habe ich mit Versandkosten für den Kunden von EUR 4,20 angefangen, ab 60 EUR Bestellwert entfielen die Versandkosten. Zwischenzeitlich hatte ich dies auf EUR 4,40 und 99 EUR angepasst, da vor allem DPD die Preise mittlerweile 2x angepasst (=erhöht) hatte.

Das absolute Experiment

Zum Jahresende 2013 wagte ich nun das absolute Experiment und versendete für drei Monate (November bis Januar) versandkostenfrei. Ich habe damit sehr lange gezögert, doch gerade Amazon und Zalando haben das Thema Versandkostenfreiheit immer mehr in den Fokus gerückt – zumindest in meinen. ;-)

Also, gesagt getan, ab November 2013 haben wir versandkostenfrei verschickt. Und tatsächlich hat sich die Anzahl der Bestellungen zum Teil deutlich gesteigert und das wohl nicht nur aufgrund des Weihnachtsgeschäftes. Allerdings haben wir auch bei gut 25% aller Bestellungen zuzahlen müssen, da die Bestellwerte EUR 20,00 zum Teil deutlich unterschreiteten und damit die tatsächlichen Kosten für den Versand nicht mehr aufgefangen werden konnten (Minus-Rekord war eine Bestellung über EUR 1,89 für eine Tafel Schokolade).

Meine Hoffnung war ja, dass sich aus dem Fakt, dass viele Kunden zum ersten Mal bei uns bestellt haben, eine relavante Steigerung unserer Stammkundenquote erreichen liesse, doch über den Zeitraum November 2013 bis Februar 2014 konnte ich das nicht feststellen. Ca. 17% aller Neukunden bestellten innerhalb von 3 Monaten erneut bei uns und diese Zahl blieb (und bleibt) ziemlich stabil. Daraus zog ich den Schluss, dass die Faktoren, die Menschen zu Stammkunden werden lassen, nicht mit der Höhe der Versandkosten zusammenhängen. Fakt ist auch, dass sich damit meine Erwartungen an das Experiment Versandkostenfreiheit nicht erfüllt haben. Allerdings hatten wir die vollen Versandkosten zu tragen, aber mehr (treue) Kunden haben wir nicht gewonnen.

Abschied von der Versandkostenfreiheit

Aus diesem Grund stellten wir ab dem 1. März 2014 die Versandkosten auf EUR 4,60 um und versendeten ab einem Bestellwert von 20 EUR weiterhin kostenfrei. Was uns nun auffiel war, dass EUR 4,60 offensichtlich einigen Kunden zu hoch war, um sich einfach 250g Kaffee zu bestellen. Während der Zeit der Versandkostenfreiheit nutzten viele Kunden die Möglichkeit, vor allem unseren La Semeuse Monsooned Malabar auszuprobieren. Diese “Test-“Bestellungen fielen nun weg. Aus diesem Grunde haben wir Mitte Mai die Versandkosten auf EUR 3,90 gesenkt.

Warum EUR 3,90? Dieser Wert deckt zwar nicht die tatsächlich entstehenden Kosten des Warenversandes, doch sind EUR 3,90 ein Betrag, den man bei verschiedenen Online Shops immer wieder liest und der offenbar vom Kunden akzeptiert wird. Und so ist es bei den Kaffi Schopp Kunden auch: Mit EUR 3,90 werden auch wieder einzelne 250g-Beutel Kaffee bestellt.

Zu guter Letzt habe ich gestern die Schwelle der Versandkostenfreiheit von EUR 20,00 auf EUR 40,00 angehoben. Fakt war und ist, dass eine Bestellung von meinetwegen EUR 21,00 gerade so die (tatsächlichen) Kosten des Versandes deckt (ohne die Arbeitsleistung des Adressierens und Verpackens), aber faktisch nichts verdient wird, um unsere Kosten zu decken (die Betriebswirte unter uns nennen das den Deckungsbeitrag).

Mein Fazit

Als Fazit der letzten 6 Monate kann ich sagen, es sind andere Faktoren, die Menschen zu Stammkunden werden lassen. Zu hohe Versandkosten mögen Menschen abhalten, überhaupt bei einem Online Shop zu bestellen, keine Versandkosten machen aber keine treue Stammkunden.

EUR 3,90 sind offenbar als günstige Versandkosten akzeptiert und die EUR 40,00 Grenze überschreiten die meisten unserer Stammkunden bei ihren Bestellungen sowieso. Aber es bleibt genügend Deckungsbeitrag, um unsere Kosten zu bezahlen.

Diesen Schlußfolgerungen scheinen auch andere Online Shops getan zu haben. Hatten im Herbst/Winter 2013 noch einige Online Shops verschiedener Branchen einen Wert von EUR 20,00 als Minimum für die Versandkostenfreiheit angegeben (namentlich kaffeezentrale.de und springlane.de), ist man davon mittlerweile z.T. deutlich abgekommen.

Johannes Lacker

P.S.: Merken Sie es auch? Mittlerweile bin ich mit den Versandkosten fast schon wieder dort, wo ich 2009 begonnen habe. ;-)